Stadt aus Blut von Charlie Huston

Buchvorstellungund Rezension

Stadt aus Blut von Charlie Huston

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Already Dead“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 320 Seiten.ISBN 3-453-67527-4.Übersetzung ins Deutsche von Kristof Kurz.

»Stadt aus Blut« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Im Dunkeln lauert der Tod

Untote durchstreifen das nächtliche Manhattan. Von einem mysteriösen Virus dazu gezwungen, menschliches Blut zu trinken, haben mächtige Vampirclans New York unter sich aufgeteilt und führen heftige Konkurrenzkämpfe. Privatdetektiv Joe Pitt legt sich mit der mächtigen Koalition an, die Folgen sind fatal. Es fließt Blut …

Das meint phantastik-couch.de: „Perfekte Horror-Krimimischung. Mehr davon!“85

Horror-Rezension von Verena Wolf

Es klingt einfach zu gut um wahr zu sein. Charlie Huston, der sich schon einen gewissen Ruf für harte Krimis erworben hat, hat einen ganz neuartigen Protagonisten aus der blutigen Taufe gehoben: einen Vampir. Und erschafft mit „;Already Dead“; einen schnellen, düsteren Horror-Krimi, der kein doofer Abklatsch ist. Hurra!

Manhattan den Vampir-Klans!

Dass in New York City einiges anders läuft als in anderen Städten ahnte man schon länger. Jetzt weiß man auch warum. Klans, die aus Vampiren bestehen, haben das Manhattan der Gegenwart längst unter sich aufgeteilt. Sie alle sind durch einen Virus infiziert, der ihr Blut zerstört, das sie regelmäßig ersetzen müssen. Gleichzeitig verleiht der Virus ihnen übernatürliche Kräfte, Verletzungen heilen schneller und ihre Sinne sind ein vielfaches besser. Endlich lernt man mal was Sinnvolles! Keine Sonne zu vertragen und regelmäßig menschliches Blut trinken zu müssen, diese seltsamen Neigungen lassen sich in einem Großstadtdschungel besser verheimlichen als auf dem Land. Der Rest wie schwarze Umhänge, Särge statt Betten, flatternde Fledermäuse im Schlepptau, Kreuz-aversion und Knoblauchallergie sind glücklicherweise Blödsinn, das wäre sogar in NYC schwierig geworden.

Aber trotzdem ist hier das Vampir-sein kein Waldorfkindergarten. Die Klans, die Manhattan unter sich aufgeteilt haben und ihre Reviere verbissen verteidigen sind zwar alle Vampire. Aber damit hört das Gemeinschaftsgefühl schon auf. Es gibt den mächtigsten Klan „;die Koalition“;, die geschäftsmäßig smart und aalglatt daherkommen, die „;Society“; steht politisch weit links und proklamiert Gleichberechtigkeit aller Minderheiten, dazu gehören für sie auch Vampire. Die „;Enklave“; ist eine extreme und extrem mächtige Sekte, deren Mitglieder die nächste Daseinsebene durch ständigen Hungerstreik zu erreichen suchen. Dann gibt es auch noch Vampir-Motorradgangs und kleine Splittergruppen. Und sie alle sind sich spinnefeind.

Intelligenter Held und düstere Fädenzieher

Unser Held Joe Pitt (nicht sein echter Name, wie er betont) ist der klassische, desillusionierte, zynische Grenzgänger eines Film Noir. Er hat sich den Virus geholt als er sich als Stricher an den falschen Kerl verkaufte, der sein Genick zu scharf küsste. Joe ist aktuell 45, sieht aber wie 25 aus und ist ein harter, eigensinniger Typ mit einem verdrehten Sinn für Humor. Er gehört zu keinem der Klans, da er niemanden Rede und Antwort stehen will. Sie alle nehmen es Joe recht übel, dass er nicht zu ihnen gehören will und lassen ihn dafür bezahlen, wann immer sie die Möglichkeit dazu haben. Als Kleinganove spielt er im Gegenzug die Klans gegeneinader aus und übernimmt Aufträge für den, der ihm im Moment am meisten zahlt oder dem er noch einen Gefallen schuldet. Sein Hauptlebenswerk ist – ganz echter Film Noir Held – nicht unter die Räder zu kommen.

Im aktuellen Fall soll er die ausgerissene Tochter eines superreichen New Yorkers finden. Die Auftraggeber wie auch die Eltern, die dummerweise gesteckt bekommen haben, was er wirklich ist, werden ungeduldig. Das ist nicht sein einziges Problem. Jemand hat ihm seinen gesamten Blutvorrat aus dem Kühlfach gestohlen und er bekommt Entzugserscheinungen. Zufällig stolpert er auch noch in ein Massaker: Zombies saugen direkt in seiner Nachbarschaft Halbwüchsigen das Gehirn aus und infizieren sie so mit einem Bakterium, das sie ebenfalls zu gefrässigen Zombies machen wird. Irgendwie hängt das alles zusammen, aber er weiß nicht wie. Ihm läuft die Zeit weg.

Und dann sollte und müsste er noch die Beziehung zu seiner – menschlichen – Freundin kitten, die durch seine ewige Geheimnistuerei verletzt ist. Sie ist sowieso überempfindlich, da sie HIV positiv ist und keinen Sex mit ihm will, aus panischer Angst ihn anzustecken. Er könnte sie zwar mit einem Biss heilen, aber er weiß nicht, ob die Nebenwirkungen „;Vampir“; das wert sind. Außerdem weiß sie von nichts. Mist! Joe hat sich mit seinem Schicksal arrangiert, aber nicht angefreundet und das bringt ihm in die meisten Schwierigkeiten

Schnelle, harte Sprache, gute Ideen

Es ist eine spannende Story, schnell, düster und brutal. Und genau so wird sie auch erzählt.

Die Sprache ist hart und auf den Punkt, die Dialoge clever. Der Zuhälter Chubby versucht sein Vokabular jeden Tag um ein Fremdwort zu bereichern, Lydia die Vampirfeministin versucht ihren Kollegen Political Correctness beim Untoten-Jargon beizubringen und Daniel, der geheimnisvolle Sektenführer, der Joe als einen der Mitglieder sieht ob er will oder nicht wirkt gespenstisch vielschichtig. Die einzelnen Vampircharaktere umschiffen dabei gekonnt jede Haha-Humorklippe oder der-Pate-Schubladen und sind interessant und originell, trotzdem wirken sie echt.

Klar hat die Geschichte ganz klare Horroranleihen, es ist weit mehr Quentin Tarantino als Anne Rice-Romantik  und das ist gut so! Hier knacken schon mal Köpfe auf und Blut spritzt, die Handlung ist nichts für Äußerst-Zartbesaitete, da nicht zimperlich, aber es wird nie langweiliger, selbstzufriedener Blutrausch. Die Geschichte ist intelligent und perfekt serviert. „;Already Dead“; ist wie ein guter Expresso: klein, stark, schwarz!

Ihre Meinung zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«

Wolfgang Krietsch zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«12.10.2011
Ich kann der Rezension nur zustimmen - für mich ist die Geschichte sowast wie ein Tarantino-Film in Buchform.

Hinzufügen möchte ich nur noch, dass das Buch - wie eigentlich alles von Charlie Huston - in der Übersetzung doch sehr verliert. Den schnodderigen Slang (insbesondere) der coolen Dialoge kann man einfach nicht ins Deutsche übertragen.
Jesssie zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«22.08.2009
Richtiger Horror ist das nicht, da verspricht der deutsche Titel leider zuviel. Aber ein unterhalsamer Krimi im Milieu von Vampyren, die genauso gut "normale" Leute sein könnten. Um den Vampirismus geht es hier jedoch nur hintergründig. Man sollte keine klassischen Vampire erwarten. Jedoch gefällt mir diese Mixtur,
ist mal was Anderes.

Das Buch fängt mit hohem Tempo an, besonders die erste Verfolgungsszene der Zombies ist spannend geschrieben. Die darauffolgenden Aufträge verwickeln die Hauptfigur Joe Pitt immer tiefer in einen Sumpf von Verbrechen, Machtgier und Sex. Dabei gerät er immer wieder zwischen die Stühle der Clans und muss so Einiges einstecken. Wobei ich schon manchmal dachte, das kann doch nicht wahr sein, dass dieser "Trottel" sich schon wieder überrumpeln läßt.

Besonders gut haben mir die Dialoge gefallen, teilweise sehr witzig. Ich konnte mir immer gut vorstellen, wie dieser harte Bursche durch das nächtliche Manhattan zieht und versucht die Puzzlestücke zusammenzufügen - rauchend, raufend, saufend, immer cool und vor allem zäh. Jedoch konnte ich mir das Äußere von Joe Pitt nur schlecht vorstellen. Dazu gab es einfach zu wenige Informationen. Vielleicht ist das auch so gewollt. Ich hatte eh immer das Klischee mit Trenchcoat vor meinem geistigen Auge ;-)

Das Ende fand ich dann leider etwas zu konstruiert....

Fazit: guter, unterhaltsamer Pulp - ich möchte auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht. 87°
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
sue82 zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«08.08.2009
Mich hat dieses Buch nicht so gut unterhalten, irgendwie fehlte immer das gewisse "Etwas".
Der Schreibstil hat mich etwas genervt, das war auch der Grund, das ich das Buch schon einmal abgebrochen habe. Das es keine "richtigen" Kapitel gab, sondern "nur" Absätze, hat mein Lesevergnügen schon gebremst. Da mich der Prügelknabe aber so gut unterhalten hat, habe ich dem Buch noch eine Chance gegeben. Insgesamt war das Buch schon recht gut, wobei mir persönlich die Spannung gefehlt hat. Kein typischer Vampirroman, denn es fehlte das Düstere und alles was man sonst so mit Vampiren in Verbindung bringt. Was ja an für sich nicht so schlimm ist, wenn die Story nur etwas packend gewesen wäre.
Da dieses Buch der erste Teil einer Reihe ist, gibt es noch Hoffnung und den zweiten Teil werde ich auf jedenfall mir noch zulegen.
Sonny zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«11.05.2009
Nicht Fisch, nicht Fleisch. Jeweils zu wenig Horror- und/oder Krimielemente. Für sich genommen hat mich dieses Buch nicht völlig überzeugt. Zwar legt Huston ein gewohntes Tempo vor, unterstrichen durch viele Dialoge und Kapitel, aber die Story selber lässt arg zu wünschen übrig. Einzig der extreme Zynismus des Hauptprotagonisten Joe Pitt überzeugt und amüsiert. Da diese Serie auf mehrere Teile angelegt ist, kann man sagen, dass es als Einführung in die Gegebenheiten seiner Story höchstwahrscheinlich gelungen ist. Aber da muss noch ordentlich was kommen.
Pici zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«01.05.2009
Dieses Buch ist komplett anders als all die anderen Vampir-Romane. Nicht nur, dass die Krankheit der Vampire als völlig natürlich und rational dargestellt wird, es fehlen meiner Meinung nach auch die "Biss-Szenen".
Jedoch kann ich sagen, dass Stadt aus Blut deswegen den anderen Romanen keineswegs nachsteht. Es ist interessant zu lesen und wegen der harten und klaren Sprache der wegen der differenzierten Sichtweise auf den Vampirismus sehr spannend. Auch die Charaktere finde ich sehr speziell und humorvoll. Aber natrülich ist der Hauptprotagonist Joe Pitt der größte Sympathieträger.
Unbedingt weiterzuempfehlen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Daniel zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«04.06.2008
Komisch das bis jetzt noch keiner hier an dieser Stelle Vampire-Die Maskerade(Computerspielreihe, bzw auch Sammelkartenspiel usw.) erwähnt, sicher die Namen der Clans sind anders..aber die Art und Weise, das ganze Ambiente halt, sprich konservativer Clan, die linken Punker, usw..
und ich finde.. das die Bücher genug Vampirelemente besitzen, vorallem aus der Sicht eines Mannes der seine vampirische Ader mehr oder weniger verneint, sprich viel tut um diesem Vampirambiente aus dem Weg zu gehen...(siehe Band 2 und das Ende, bzw den "Grafen")
Also wer R. Chandler mag, Heinlein vielleicht auch(oder halt Scalzi) und dann noch den einen oder anderen Koontz-Roman in guter Erinnerung behalten hatt..
ZUGREIFEN!
:)
Luca zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«24.05.2008
Ein super Buch,das von der ersten bis zur letzten seite spannend und blutig ist.
Joe Pitt,ist ein harter Anti-held,der alles anderes als zimperlich vorgeht.
Aber er kommt auch,was ich nicht erwartet hätte,sehr Menschlich rüber.
Er brauch seinen Schlaf,raucht,und steckt auch mal ein.
Klar,anders als die Hank Thompson reihe,aber meiner meinung nach genau so gut.

100%
mase zu »Charlie Huston: Stadt aus Blut«03.09.2007
Nach der Hank-Reihe hatte ich wesentlich mehr erwartet. Die Geschwindkeit durch die vielen Dialoge zieht auch bei diesem Buch den Leser durch die Seiten. Mir ist die ganze Geschichte für den Auftakt einer Reihe aber nicht tief genug. Der Protagonist kommt mir zu kurz. Aber der wesentlichste Kritikpunkt ist folgender: Für einen Vampir-Roman definitiv zu wenig Vampirismus! Zu wenig beissen, zu wenig Blut, zu wenig Schaueratmosphäre.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Stadt aus Blut

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.