Set the Seas on Fire von Chris Roberson

Buchvorstellungund Rezension

Set the Seas on Fire von Chris Roberson

Originalausgabe erschienen 2001, 384 Seiten.ISBN 1844164888.

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Südseeromanze mit bösen, bösen Dämonen in napoleonischer Zeit“76

Fantasy-Rezension von Marcel Buelles

Während Napoleon nichts Besseres zu tun hat, als Europa zu erobern, schnürt die britische Navy ihm jeglichen Zugang zu den Weltmeeren ab. Auf dem Schiff ihrer Majestät Fortitude ist Hieronymus Bonaventure fest davon überzeugt, dem konservativen, langweiligen Elternhaus entkommen zu können, indem er auf einer Patrouille im Südpazifik als Leutnant spannende Abenteuer besteht. Doch nichts könnte langweiliger als das sein, denn das monotone Leben auf einem Schiff der britischen Navy, die Napoleon mit Leichtigkeit besiegt und die europäischen Küsten mit einem Embargo belegt hat, könnte wohl kaum unspektakulärer sein. Als sich der Kapitän aus dem Bedürfnis heraus, sich persönlich zu bereichern, vom Patrouillenweg entfernt und in einem extrem riskanten Seegefecht mit einer spanischen Galeone beinahe das eigene Schiff dem Untergang weiht, gerät der Alltag auf der Fortitude außer Rand und Band und Bonaventure erlebt endlich die Abenteuer, die er sich immer erhofft hat.

Die Fortitude ist schwer beschädigt und steuert nach einer langen Flaute notgedrungen eine unbekannte Insel an, die sich zuerst als wahres Paradies für die Seeleute erweist. Die Eingeborenen wirken freundlich und während die Reparatur des Schiffs angegangen wird, richtet sich die Mannschaft häuslich ein. Der Kapitän wartet ungeduldig auf das Ende der Arbeiten, denn auf dem Weg zur Insel haben sie Spanier aufgegriffen, die sich auf der gegnerischen Galeone befunden hatten und von einem Eiland berichten, auf der das gesamte Gold ihres Schiffs zu finden ist, denn auch der Gegner hatte schwere Schäden hinnehmen und dort anlanden müssen. Außerdem warnen sie vor einer Fahrt zu dieser Insel, denn sie soll verflucht sein und alle, die sie betreten, würden wahnsinnig. Selbst die Eingeborenen erzählen schaurige Geschichten über diese Insel.

Während des Aufenthalts verliebt sich Bonaventure in eine wunderschöne Insulanerin, die seine Gefühle erwidert, was das Zusammenleben auf der Insel nicht gerade einfacher macht. Mit der Zeit entstehen dann doch Reibungen zwischen den Untertanen ihrer Majestät und den Insulanern und als ein Spanier eine von ihnen entführt, weil er sich gewaltsam weigern will, auf die verfluchte Insel zurückzukehren, von der er ursprünglich geflohen ist, gehen sich beide Gruppen fast an die Gurgel. Die Streitigkeiten ebben erst dann ab, als man sich gemeinsam zur sagenumwobenen Insel aufmacht; die einen, um den Schatz der Spanier zu heben, die anderen, um ewigen Ruhm als mutige Krieger zu erringen. Was Bonaventure und seine Mannschaft als Ammenmärchen der Eingeborenen abtun, dass Dämonen auf der Insel hausen, erweist sich dann aber schnell als grausame Wahrheit.

Historischer Roman meets Fantasy

Roberson gelingt eine angenehme Vermengung der Genres und mit einer netten Dreieckbeziehung im Gepäck baut er genügend Spannung auf, um die Lektüregeschwindigkeit ordentlich voranzutreiben. Was in der Zusammenfassung aus Platzgründen eingespart wurde, ist die Vorgeschichte Bonaventures, die seine Jugend umfasst, in der er von einem mysteriösen Meister zu einem ausgezeichneten Schwertkämpfer ausgebildet wird. Sie verschafft der Erzählung die Hintergrundgeschichte, auf deren Basis sich der Protagonist verhält und entwickelt und die nicht zuletzt eine weitere geheimnisvolle Ebene hinzufügt, die positiv zu Buche schlägt.

Geschickt verbindet Roberson auch durch Zeitsprünge Bonaventures Abenteuer im Südpazifik, seine Hoffnungen als junger Mann und seine Erfahrungen als gestandener Soldat ihrer Majestät. Am Ende des Buchs hält Roberson sogar noch eine kleine, aber feine Überraschung parat, die so gar nicht zum durchgehenden Tenor historisch/fantastisch passt, so dass man sich das Buch durchaus gönnen sollte. Robersons Leser ist Bonaventure natürlich ein Begriff, denn bereits in seinem Roman „Paragaea“ konnte man auf ihn treffen. Der amerikanische Fantasy- und Science Fiction-Autor, der u.a. auch einen Roman zu den X-Men beigesteuert hat, musste in diesem Fall auch gar nicht tief in die Trickkiste greifen: er erweiterte ein bereits 2001 veröffentlichtes Manuskript, um Bonaventure eine weitere Chance zu geben. Lesbar!

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