Allerfeinste Merkwürdigkeiten von Christian von Aster

Buchvorstellungund Rezension

Allerfeinste Merkwürdigkeiten von Christian von Aster

deutsche Ausgabe erstmals 2016, 300 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Dieses wunderschöne Buch vereint die besten Kurzgeschichten des mehrfach preisgekrönten Autors und lädt den Leser zu einer verwegenen Reise ein – einer Reise durch die Niederungen der Satire zu den wilden Weiten des Märchens, durch die klammen Keller des Horrors, vorbei an den Werkstätten des Weihnachtsmannes, bis in die sterngesäumten Weiten der Science Fiction und selbst zu den Ursprüngen des legendären Stirnhirnhinterzimmers.

Zwischen diesen Seiten finden sich neben der Zukunft der Mediengesellschaft, schlechten Clowns und einem fast vegetarischen Verbrechen nicht nur Einhörner, Drachen, Lesebühnen und Große Alte, sondern auch die Wahrheit über Jack the Ripper, über das Schäfchenzählen und über die Buchdruckkunst.

Dementsprechend ist dies nicht bloß ein Buch mit den lustigsten, seltsamsten und schönsten Geschichten Christian von Asters, sondern darüber hinaus eine Hommage an die Vorstellungskraft und ein vergnüglicher Streifzug durch die grenzenlose Welt der Phantastik.

Willkommen inmitten der allerfeinsten Merkwürdigkeiten. Besser, Sie halten sich fest.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Originelle Preziosen aus Deutschen Landen frisch auf den Lesetisch“86

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Als ich Christian von Aster das erste Mal anlässlich des ElsterCons zu Leipzig traf, dachte ich bei mir, was ist das denn für ein Clown, der sich da vorne auf der Bühne zum selbigen macht. Doch dann begann ich, auch, nein eigentlich hauptsächlich wegen der Art und Weise, in der der Autor seine Texte vortrug, ihm zuzuhören, ja auch zuzuschauen. Denn Christian von Aster zelebriert seine Lesung regelrecht. Man merkt ihm an, dass hier ein Mensch mit Leib und Seele dabei ist, sich zu produzieren, aber auch, und das ist ihm noch weit wichtiger, seine Zuhörer zu unterhalten. Dabei nutzt das mittlerweile in Leipzig wohnende Multitalent das Medium Sprache sehr bewusst als Stilelement und verzückt in Prosa ebenso wie in Lyrik.

Inhaltlich weist er dabei eine ungeheure Bandbreite auf. Das reicht von phantastischen Märchen über Horror bis hin zur Science Fiction – in den allermeisten Fällen angereichert durch jeder Menge Anspielungen, Humor und hintergründiger Ironie.

Neben seinen – viel zu wenigen – Romanen erscheinen seine Texte in zum Teil obskuren, dann seltenen oder kaum erhältlichen Anthologien.

Nun, endlich bin ich geneigt zu sagen, hat sich Golkonda erbarmt, und dem Fan der von Aster´schen Erzählkunst eine Sammlung seiner bestechendsten Kurzgeschichten an die Hand gegeben. Vom Meister selbst behutsam überarbeitet und unter den Überschriften Horror, Science Fiction, Satire, Stirnhirnhinterzimmer, Märchen und X-Mas geordnet, erwarten den Rezipienten in dem Sammelband 22 Beispiele des besonderen Imaginationstalents von Asters.

Den Auftakt machen fünf Horrorstories. Nach von Asters Hommage an H.P. Lovecrafts Große Alte erfahren wir den Hintergrund der Ripper Morde, erstaunen ob des Geständnises eines Mörders bei dem dieser das Geheimnis der künstlichen Menschen lüftet, begleiten einen miserablen Clown zu seinem letzten Auftritt und erfahren vom Herz der Sprache, die im alten Aztekenreich verehrt worden war.

Anschließend entführt der Autor uns in die Zukunft. Die Macht der allgegenwärtigen Presse wird uns dabei ebenso vor Augen geführt, wie die Gefahren der Zeitreise, der Macht der Konzerne die aus Nichts einen Bedarf und damit umsatzbringende Nachfrage schaffen und der größte Coup eines Diebes.

Liest man den Namen von Asters auf dem Titel, so ist unabdingbar, dass sich die Satire in die angebotenen Texte einschleicht. Sei es, dass er uns vom mehr oder minder vergeblichen Kampf gegen die fiesen Umtriebe der Abonnentenverkäufe und Wärmedeckenanpreiser berichtet, vom Geschenk eines Drachen und dessen Folgen für ein Königreich fabuliert oder die Lesebühnen in Berlin thematisiert, das alles ist nichts gegen das Geheimnis um die über den Zaun springenden Schafe, die eigentlich beim Einschlafen helfen sollten – da sage ich nur Sprengstoffgürtelschaf …

Anschließend eröffnet der Autor uns die Geschichte um das Stirnhinhinterzimmer und damit das Geheimnis der Muse bedeutender kreativer Geister.

Märchen sind von jeher von Asters Steckenpferd. Kein Wunder also, dass sie auch vorliegend nicht fehlen dürfen. Das Land, dessen Bewohner das Nein aus ihrem Sprachschatz verlieren, die besten Jäger der Welt auf der Pirsch nach einem Einhorn, der Meister der Diebe, der in seiner Schule endlich einen würdigen Meisterdieb ausbildet und drei dichtenden Hasen warten auf den Interessierten.

Zum Abschluss gibt es dann noch Weihnachtsgeschichten der besonderen, der von Aster´schen, also bitterbösen und zynisch-ironischen Art. Insgesamt warten so 23 Geschichten, davon immerhin 4 bislang unveröffentlichte Preziosen darauf, dass sie sich ihnen ausliefern.

Denn eines ist gewiss; – nach der Lektüre, werden sie um Illusionen ärmer, dafür um Erfahrungen reicher sein und etwas für ihre maroden Kreislauf haben sie auch getan, sind sie doch bestimmt, wie ich auch, das eine oder andere Mal voller Begeisterung in die Luft gesprungen.

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