Sturmwelten von Christoph Hardebusch

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008, 450 Seiten.ISBN 3-453-52385-7.

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In Kürze:

Ein Reich inmitten der Weltmeere, besiedelt von riesigen Meeresschildkröten, feuerspeienden Drachen und schillernden Wassermagiern. Stürmische Ozeane, gepeitscht von Wind und Wellen, befahren von kaiserlichen Armeen, blutrünstigen Piraten und geheimnisvollen Zauberern. Als wie aus dem Nichts ein legendäres Kolonialschiff mit einer magischen Ladung auftaucht, schlägt die Stunde des Freibeuters Jaquento – und es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Mit seiner grandiosen epischen Fantasy-Saga vor nautischem Hintergrund prägt der junge Erfolgsautor die neue Generation der Fantasy.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fantasy, erfrischend wie eine Meeresbrise“98

Fantasy-Rezension von Frank A. Dudley

Christoph Hardebusch ist einer der Durchstarter unter den deutschsprachigen Fantasyautoren. Bereits sein erster Roman „Die Trolle“ wurde mit dem deutschen Phantastik-Preis 2007 ausgezeichnet, der Nachfolger „Die Schlacht der Trolle“ war nicht minder erfolgreich und wenn im September 2008 „Der Zorn der Trolle“ erscheint, wird das Hardebuschs Stellung im Fantasy-Genre weiter festigen. Dass der Wahl-Heidelberger aber mehr kann, als solides Handwerk in Tolkien’scher Tradition zu fertigen, zeigt er nun mit seinem neuen Roman.

Der erste Eindruck trügt: Während auf dem Buchcover ein angriffslustiger Drache der zerfetzten Takelage eines Segelschiffes den Rest gibt, taucht in der Geschichte nicht ein einziger auf. Überhaupt ist Magie, wie sie massentaugliche Fantasy auszeichnet, ausgesprochen dünn gesät in „Sturmwelten“. Doch das schadet nicht, im Gegenteil: Das Buch ist für die deutschsprachige Fantasy so erfrischend, wie eine Brise am Meer.

Hardebusch erzählt eine Geschichte, die an die Tradition der Hornblower-Romane von C.S. Forester anknüpft, die aber auch spontan an Errol Flynns Piratendarstellungen denken lässt. Hauptorte der Handlung sind die Decks zweier Schiffe, die der „Todsünde“, die unter Piratenflagge segelt, und die der „Mantikor“, eine Kriegsfregatte der thaynrischen Marine. Im Mittelpunkt der farbigen Erzählung stehen der hiscadische Adlige Jaquento, der aus verschiedenen Gründen zu neuen Ufern aufbrechen will. Bevor er sich versieht, gehört er zur Besatzung von Kapitän Deguay, der ihn für seine Kaperfahrt anheuert. Auf der „Mantikor“ tritt unterdessen die blutjunge Offizierin zur See Roxane Hedyn ihren Dienst an. Noch unsicher, aber voller Eifer, gerät sie bald in Konflikt mit ihrem Eid.

Ziel der beiden unterschiedlichen Segler ist die koloniale Sturmwelt, eine karibisch anmutende Inselgruppe, deren reiche Rohstoffvorkommen den thaynrischen Handelskompagnien immense Gewinne auf dem Heimatmarkt bescheren. Doch Handel und Profit haben eine dunkle Seite: Trotz offiziellen Verbots, schuften sich Sklaven auf einer der Inseln in Erzminen zu Tode. Unter ihnen ist Majagua, der für seinen unbändigen Freiheitswillen auch sein Leben riskieren würde.

In einem vierten Strang erfahren die Leser von Franigo, einem Dichter aus Corbane. Der kulturell beschlagene Chef der Geheimpolizei stellt ihn als Haus- und Hofdichter an, was für den vormals eher armen Poeten ein Aufstieg sondergleichen bedeutet. Doch er wird bequem, und von sich eingenommen schreibt er ein Spottgedicht auf den Adel, was das Aus seiner Karriere in Corbane bedeutet und das Ende seines Leben nach sich ziehen könnte.

Und die Magie? Nun, wie gesagt, die vermisst man garnicht. Das Buch ist so einnehmend geschrieben, die Personen so liebevoll charakterisiert, dass man beinahe stutzig wird, wenn es fast am Ende zu unerwarteten magischen Eruptionen kommt. Zwar gibt es eine Religion namens „Einheit“ und die dazugehörige Priesterkaste, doch die einzige milde Ungewöhnlichkeit ist ihre Kommunikationsmethode.

Ein wichtiger Schritt für die deutschspachige Fantasy

„Sturmwelten“ ist ein Roman, der Erwartungen enttäuschen kann. Wer hofft, sich hier mit Drachen im Dutzend und Magie en Masse unterhalten zu können, wird wenig Freude damit haben. Wer aber ein Faible für richtig gute Abenteuergeschichten hat, gewürzt mit ein bisschen Magie, der wird das Buch bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen können. Christoph Hardebusch geht das Wagnis ein, seine eingefleischten Fans mit etwas völlig Neuem zu konfrontieren.

Mit diesem Roman zeigt er klar, dass Zauberer und mittelalterliche Settings nicht nötig sind, um gute Fantasy zu schreiben. Ein nächster Schritt für Hardebusch könnte Historische Fantasy sein, ein fruchtbares Feld, das Kai Meyer schon länger erfolgreich beackert.

Elfen, Trolle und Zwerge haben ihre Berechtigung, doch Romane wie „Sturmwelten“ entwickeln die deutschsprachige Fantasy weiter.

Ihre Meinung zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«

Anonym zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«15.09.2010
Ich bin jetzt schon ein großer Fan von Christoph Hardebusch. Nachdem ich "Die Trolle" gelesen hatte, bin ich auf "Sturmwelten" gestoßen. Ich hatte gedacht, dass man den ersten 3-Teiler nicht mehr toppen konnte. Doch Christoph hat mich mit den Büchern "Sturmwelten" etwas besseren belehrt.
Es konnte getoppt werden.
Ganz großes Lob an Christoph.
Leo zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«09.03.2010
Finde das Buch als Abenteuerroman nicht schlecht. Unter "Fantasy" stelle ich mir aber doch etwas anderes vor. Auch durch das Cover wird man irregeführt (wahrscheinlich mit Absicht).

Den Poet Franigo hätte man auch in nur einem Kapitel zusammenfassen können. Wahrscheinlich geht es aber um die Seitenanzahl.

Werde mir die Folge-Bücher sicher nicht mehr kaufen.
Rhayk zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«24.08.2009
Der Spannungsbogen bei Sturmwelten ist ein auf und ab wie ein getriebener Wellengang, insofern passend. Einen Tsunamie habe ich aber vermisst. Kurzweilig, unterhaltsam und interessant, so würde ich es zusammenfassen. Die Charaktere sind durchaus interessant, aber ausbaufähig oder anders ausgedrückt, lassen auf den Folgeband hoffen. Darin wird sicher auch mehr wissenswertes über die "Mojo" (Magie) beschrieben, was mir bei Sturmwelten einige Fragezeichen beschert hat.

Das Buch ist locker zu lesen. Ich bewerte es aber nicht im oberen Bereich, dazu fehlt mir zu sehr Tiefe.
Naburon zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«26.07.2009
Meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Buch! Der lockerer Schreibstil, sowie mehrere parallel geführte und durchaus interssante Handlungsstränge , haben dazu geführt, dass ich das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen habe. Die einzelnen Kapitel hatten gute Länge und haben jeweils einige Fragen offen gelassen, die ich möglichst bald geklärt haben wollte. Auch jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, bleibt noch viel Potential für den Nachfolgeband übrig.

Auch wenn mich das Buch überzeugt hat, finde ich eine Bewertung, die sich nahe an der 100% Grenze befindet, etwas übertrieben. Dazu fand ich die schwarz-weiß Malerei, was gut und Böse in diesem Buch angeht, nicht besonders gelungen. Ich finde, den "guten" Charakteren kann man durchaus die ein oder andere negative Eigenschaft verpassen, sowie die "bösen" Charaktere nicht absolut verdorben und übel sein müssen. Das verleiht ihnen eine besondere Note. Manche Charaktere, besonders Jaquento und Tangye, sind mir leider insgesammt zu flach ausgefallen. Der Handlungsstrang des Poeten Franigo, hat mit der restlichen Geschichte im Prinzip nichts zu tun, was mich ein klein wenig am Ende etwas störte. Sein Auftritt macht für mich nur Sinn, wenn er im Nachfolgerband wieder auftaucht (dann hoffentlich mit größerer Relevanz für die Geschichte). Denn nur um zu zeigen, dass Erfolg und (zumindest sein relativ bescheidener) Reichtum genauso schnell vergehen können wie sie gekommen sind, reicht mir für seine Existenz nicht aus. Über den Drachen auf dem Einband, kann der Autor sicher nichts, ist meiner Meinung nach einfach nur ein billiges Werbemittel um das ein oder andere Exemplar mehr zu verkaufen. Es kommt kein Drache im Buch vor,also hat auch keiner auf dem Cover was zu suchen.

Trotz der Kritik, habe ich große Erwartungen an den zweiten Band!

Fazit : Gutes Buch, das ich durchaus weiterempfehlen kann. Eine Bewertung zwischen 85 und 90 Prozent sehe ich als in Ordnung an.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
LeRoy zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«15.04.2008
Ich fand das Buch auch sehr gut. Genau die richtige Mischung aus komplexen Charakteren, interessanter Story, hintergründiger Welt, garniert mit einer Prise Action und Humor. Echt selten, dass man auf solche Perlen stößt.

MfG,

LeRoy
Laetizia zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«14.04.2008
"Sturmwelten" bietet eine exotische Kulisse, vor der ein klassisches Piratenabenteuer mit magischen Bezügen seinen Lauf nimmt.

Mit Jaquento, Roxane, Majagua und Manoel muss man einfach mitfiebern.

Wer das Meer, Seegefechte und richtig coole Dialoge mag, ist hier gut aufgehoben!
Leeana zu »Christoph Hardebusch: Sturmwelten«08.04.2008
das buch ist super geschrieben, die charaktern absolut sympathisch (man kann richtig über ihr weiteres schicksal mitfiebern), und das sie aufgeteilt (pro kapitel ein anderer charakter) sind, macht die sache spannend (man liest und will unbedingt wissen wie es weitergeht und plötzlich ist man auf der anderen seite von sturmwelten *g* wos genauso zugeht .......)

also lesen !!
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