Das verlorene Symbol von Dan Brown

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „The Lost Symbol“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 768 Seiten.ISBN 3-7857-2388-1.Übersetzung ins Deutsche von Bonner Kreis.

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In Kürze:

Washington, D.C.: In der amerikanischen Hauptstadt liegt ein sorgsam gehütetes Geheimnis verborgen, und ein Mann ist bereit, dafür zu töten. Doch dazu benötigt er die Unterstützung eines Menschen, der ihm freiwillig niemals helfen würde: Robert Langdon, Harvard-Professor und Experte für die Entschlüsselung und Deutung mysteriöser Symbole. Nur ein finsterer Plan ermöglicht es, Robert Langdon in die Geschichte hineinzuziehen. Fortan jagt der Professor über die berühmten Schauplätze der Hauptstadt, doch die wahren Geheimnisse sind in dunklen Kammern, Tempeln und Tunneln verborgen. Orte, die vor ihm kaum jemand betreten hat. Und er jagt nicht nur – er wird selbst zum Gejagten. Denn das Rätsel, das nur er zu lösen vermag, ist für viele Kreise von größter Bedeutung – im Guten wie im Bösen. Zwölf Stunden bleiben Robert Langdon, um seine Aufgabe zu erfüllen. Danach wird die Welt, die wir kennen, eine andere sein.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Welt lässt sich auch zwischen Vorlesungsterminen retten“66

Mystery-Rezension von Almut Oetjen

Robert Langdon erhält von seinem Freund und Mentor Peter Solomon eine Einladung, in der National Statuary Hall des Washingtoner Kapitols vor Freimaurern einen Vortrag zu halten. Peter ist Leiter der Smithsonian Institution. Im Kapitol wird Robert von dem Mann angerufen, der sich zuvor als Peters Sekretär ausgegeben hatte, dann hört er Schreie aus der Rotunde: in der Mitte des Raumes befindet sich eine menschliche Hand mit tätowierten Fingerkuppen, aufgrund des Siegelrings als Peters Hand erkennbar. Zwei Finger zeigen nach oben. Robert erkennt die groteske Nachbildung der Mysterienhand. Sie zeigt auf Constantino Brumidis Kuppelgemälde „Die Apotheose von Washington“ und ist das Symbol für eine Einladung.

Robert soll ein Portal für Peters Entführer Mal’akh finden, die Freimaurerpyramide, die irgendwo im Untergrund Washingtons verborgen sein soll. Das Portal soll Mal’akh in Verbindung mit einem geheimen Code den Weg zu Macht und Transformation öffnen. Robert muss seinen Auftrag innerhalb von zwölf Stunden erfüllen, will er Peter retten und verhindern, dass Mal’akh den USA eine Katastrophe von gigantischem Ausmaß beschert. Eine Sicherheitsbeamtin der CIA sitzt Robert im Nacken: Inoue Sato. Sie will Mal’akh aus Gründen der nationalen Sicherheit festnehmen. Unterstützt wird Robert von Peters Schwester Katherine.

Robert Langdon entschlüsselt wieder

Nach „Illuminati“ und „Sakrileg“ ist „Das verlorene Symbol“ der dritte Band in Browns Serie um den im Deutschen so genannten „Symbolologen“ (im Original: symbologist) Robert Langdon. Unser Wissensstand entspricht immer dem der jeweiligen Figur. Robert ist als zielorientierter Held angelegt. Brown legt viel Wert auf die Beschreibung subjektiver Wahrnehmungen, damit wir uns mit den Figuren identifizieren können und ihnen auf ihrem Weg bereitwillig folgen. Durch die lineare Erzählweise der Gegenwartshandlung, unterbrochen nur durch Rückblenden und die Einhaltung chronologischer Abfolgen, fällt es uns leichter, Hypothesen über Kommendes zu formulieren. Es fällt uns auch leichter als Robert, auf den das Zeitlimit einen hohen Druck erzeugt, wodurch er zu stärkeren Risiken bereit sein muss. Gleichwohl intensiviert der Zeitdruck auf Robert die Emotionen der Leser.

Da das Zeitkorsett mit zwölf Stunden sehr eng geschnürt ist und Robert nicht außer Gefecht setzen darf, muss auch der Raum stark begrenzt sein. Tatsächlich spielt „Das verlorene Symbol“ an sehr wenigen Schauplätzen in Washington. Angenehm beim Lesen ist es, dass wir die Architektur der Schauplätze detailliert nachvollziehen und sogar die verschiedenen Lokalitäten sinnvoll aufeinander beziehen können.

Dass die umfangreichen Beschreibungen dieser Schauplätze das Buch nicht in einen Prospekt für mögliche Touristen transformieren, liegt daran, dass Brown sie konsequent in die Falllösung einbindet. Die Stadt Washington ließ sich jedoch nicht entgehen, den Roman für die Unterstützung des Tourismus einzusetzen und eine entsprechende Website zu erstellen. Wer die Handlungsorte, ihre Verbindungen und die Sehenswürdigkeiten detailliert nachvollziehen möchte, ist mit diesem Webauftritt bestens bedient.

Browns Erzählstil ist filmisch

Als Großaufnahme wahrnehmbare Objekte wirken teils bedrohlich. In Momenten bereitet Brown durch verschiedene „Einstellungsgrößen“ eine Großaufnahme vor. Diese benutzt er dann, um unseren Blick auf Details zu lenken. Durch den Einsatz einer „literarischen subjektiven Kamera“ zieht Brown Figuren und Leser in das Geschehen. Ein Musterbeispiel für diesen filmischen Ansatz bietet schon früh im Buch die Abfolge von Szenen, in deren Zentrum die Hand von Peter Solomon gerät.
Brown arbeitet mit einer rasanten Schnittfolge: zwischen dem Prolog und dem Epilog bringt er 133 Kapitel unter, all dies auf 765 Seiten. Innerhalb von Kapiteln verwendet er den im Film bekannten Kreuzschnitt als Montagetechnik. Hier werden zwei räumlich getrennte, inhaltlich zusammengehörige Handlungen miteinander verbunden. Eine derart hohe Schnittfrequenz ist für den Actionfilm und den Thriller üblich, beides Genres, denen „Das verlorene Symbol“ zugehörig ist.

Das Buch enthält viele Redundanzen, oft sind Variationen des Gleichen drei oder vier Mal zu lesen. Ab ungefähr der Buchmitte werden die vielen Exkurse lästig, für die dialogisch die unter enormem Zeitdruck stehenden Figuren verantwortlich sind. Allgemein ausgedrückt: Sie haben noch drei Stunden Zeit zur Lösung des Rätsels, zur Rettung der Welt und Peter Solomons, halten sich aber gegenseitig seit einer halben Stunde Vorträge. Nach einigen derartigen Dialogen setzt Kapitel 88 mit den Worten ein: „Die Zeit wird knapp“. Gleich darauf fährt Brown fort wie gehabt. Es ist unklar, ob Brown sich lustig macht, oder ob er Belastungspunkte von Lesern ausloten will.

An manchen Knotenpunkten bringt Brown die Handlung auf fragwürdige Weise voran, indem er intelligente und vorsichtige Menschen spontan und kurzzeitig verdummen lässt, so (- kurz und ohne Spoiler -) in der Szenenfolge, die um die Einladung des Therapeuten/Psychiaters in Katherines Labor angelegt ist.

Fazit

Das verlorene Symbol ist ein überwiegend spannender Roman, der gut beginnt und in der Folge schwächer wird. Viel Redundanz und einige dubiose Verhaltensweisen der Hauptfiguren können das Lesevergnügen beeinträchtigen.

Ihre Meinung zu »Dan Brown: Das verlorene Symbol«

Tacha zu »Dan Brown: Das verlorene Symbol«27.02.2010
bisher das schlechteste buch was ich von Dan Brown gelesen hab. Da fand ich sogar Meteor besser. Ich hab die ganse robert landon trilogie gelesen, und konnte es kaum abwarten das symbol zu lesen. aber leider blieb die spannung einfach weg, viel zu viel in die länge gezogen und unrealistich. Anders als illuminati und da vinci code...er kanns echt besser.
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