Sakrileg von Dan Brown

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2003unter dem Titel „The Da Vinci Code“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 624 Seiten.ISBN 3-404-15485-1.Übersetzung ins Deutsche von Piet van Poll.

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In Kürze:

Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte – Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Solide schriftstellerische Handwerkskunst“86

Mystery-Rezension von Peter Kümmel

Der amerikanische Symbologe Robert Langdon wollte sich nach seinem Vortragsabend in Paris eigentlich mit Jaques Saunière, dem Museumsdirektor des Louvre treffen, doch dieser war nicht zum Treffen erschienen. Als Langdon dann nachts von der Polizei in seinem Hotelzimmer aufgesucht wird, erfährt er, warum aus dem Treffen nichts geworden ist. Saunière war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, in seinem Museum erschossen.

Captaine Fache von der Pariser Polizei bittet Langdon um Mithilfe, denn der Ermordete hat, bevor er starb, Hinweise hinterlassen, die man nicht zu deuten weiß. Was der Leser bereits im Prolog erfährt, nicht aber die Polizei, ist die Tatsache, dass Saunière einer Bruderschaft angehört, die seit vielen Jahrhunderten ein streng gehütetes Geheimnis wahrt. Nur vier Personen wissen, wo sich der Gegenstand befindet, den die Gegner der Bruderschaft mit allen Mitteln in ihren Besitz bringen möchten. Als Saunière seinem Mörder gegenübersteht, wird ihm klar, dass die anderen Geheimnisträger bereits getötet wurden und daß sein Wissen mit seinem Tod unwiderbringlich verloren ist. Er weiß, dass er mit seinem Bauchschuß nur noch kurze Zeit leben wird. So nutzt er seine letzten Minuten dazu, Spuren zu legen, die den richtigen Leuten die passenden Hinweise geben können.

Als Langdon den Tatort und die Hinweise besichtigt, kommt Sophie Neveu von der Dechiffrierabteilung hinzu, um die von Saunière aufgeschriebene Zahlenfolge zu deuten. Geschickt warnt sie Langdon und lotst ihn auf die Toilette, wo sie ihm eröffnet, dass Fache davon überzeugt ist, dass Langdon selber der Mörder ist und ihn verhaften wird. Denn außer dem, was Fache Langdon eröffnet hat, hat der Ermordete noch aufgeschrieben: »Robert Langdon suchen!«

Sophie sieht jedoch in dem Satz keinen Hinweis auf den Mörder, sondern eine an sie selbst gerichtete Nachricht, dass sie Langdon zur Unterstützung aufsuchen soll. Langdon kann ihren Erklärungen nicht folgen, bis sie ihm eröffnet, dass Saunière ihr Großvater war und die Hinweise für sie ausgelegt hat.

Langdon täuscht seine Flucht aus dem Museum vor und findet zusammen mit Sophie, nachdem die Polizei weggelockt ist, weitere Spuren.

Schnitzeljagd im Stil von Indiana Jones

Dan Brown legt in seinem Thriller ein atemberaubendes Tempo vor, und nachdem man die gut 600 Seiten hinter sich hat, ist man verblüfft, wenn man feststellt, dass sich die gesamte Handlung gerade mal über eine Nacht und einen Tag hingezogen hat. Das Gefährliche dabei ist, dass man durchaus das gesamte Buch auch in dieser Zeitspanne verschlingen kann, denn mit zunehmender Seitenzahl wird das Beiseitelegen des Buches immer schwieriger.

»Sakrileg« ist im Prinzip nichts anderes als eine Schnitzeljagd. Zwei Gruppen versuchen anhand von Hinweisen aus unterschiedlichen Intentionen das gleiche Ziel zu erreichen, nichts anderes als Indiana Jones oder James Bond, wenngleich Robert Langdon noch etwas unbedarft auftritt und er noch ein paar Stufen vom Übermenschen entfernt ist.

Dan Brown ist ein Autor, der sein Handwerk meisterhaft beherrscht. Mittels der Rätsel, die den Leser zum Mitraten anregen, hat er sein Publikum bereits soweit gefesselt, dass es nicht mehr abspringen kann. Dann setzt er gezielt Spannungselemente ein und hält das Niveau gleichmäßig hoch, indem nach kleinen Erfolgen für das Protagonistenteam postwendend der Rückschlag kommt. Durch kurze Kapitel aus ständig wechselnden Perspektiven, die fast durchweg in einem Cliffhanger enden, hält er dieses Hin und Her im Wettrennen zwischen Gut und Böse bis zum Ende hin hoffen und verblüfft dabei immer wieder mit ungeahnten Wendungen und Überraschungen.

Der Hype ist nicht nachvollziehbar

Mit seiner Schreibweise tut sich Dan Brown aus dem Gros der amerikanischen Thrillerautoren nicht hervor. Flüssig geschrieben mit viel dierekter Rede ohne großen sprachlichen Anspruch ist der Roman zum flotten Runterlesen bestens geeignet.

Thematisch hat sich Brown zu einem Gebiet hinbegeben, das die Menschheit seit hunderten von Jahren immer wieder begeistert und fesselt und immer noch eine Faszination ausübt, obgleich man meinen sollte, dass dazu bereits alles geschrieben sein muß. Seine Recherchen für diesen Roman müssen sehr umfassend und genau gewesen sein. Da er aber neben geschichtlichen Tatsachen auch jede Menge Fiktion und Spekulation eingebracht hat, hat er sich einerseits davor geschützt, sich Fehler vorwerfen zu lassen und es dem Leser andererseits schwer gemacht, Fakten und Fiktion zu unterscheiden. Die Glaubwürdigkeit des Geschehens musste leider aufgrund der Dramaturgie erheblich leiden.

Nicht nachvollziehen kann ich jedoch den Hype um die Bücher von Dan Brown. Zweifellos hat er mit »Sakrileg« ein hervorragendes und fesselndes Werk verfasst, doch dabei weitgehend nichts anderes getan als solides schriftstellerisches Handwerk geboten. Grundlegend Neues macht Dan Brown auch nicht. Seine Romane halte ich für absolut überbewertet. Von der Art her erinnert mich »Sakrileg« an die Lincoln-Rhyme-Serie von Jeffery Deaver.

Ihre Meinung zu »Dan Brown: Sakrileg«

Elodarion zu »Dan Brown: Sakrileg«29.07.2011
Ein leider völlig überbewertetes Buch. Zwarf kommen Verschwörungstheorien immer gut an, vor allem wenn die Kirche eingebunden ist, aber Dan Brown arbeitet mit den für ihn typischen Halbheiten. In seinen Recherchen ist er sehr schlampig, sowohl was Hintergründe, als auch Ortsbeschreibungen angeht, und das er von Physik eine Ahnung hat, darf man guten Gewissens bezweifeln. Er dürfte wohl der einzige Schriftsteller sein, der seinen Helden (Langdon) mit einer Plastikplane als Fallschirm aus dem Hubschrauber springen, und wohlbehalten unten ankommen lässt. Er gehört wohl sicher zu den erfolgreichsten, nicht jedoch zu den wirklich guten Schriftstellern. An einen Crichtin, clancy, Cobb und Co. wird er wohl nie heranreichen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alalala zu »Dan Brown: Sakrileg«01.12.2009
Also, meiner meinung nach gehört Sakrileg zu den Beste Büchern die je geschrieben wurden.

Dan Brown hat sich mit diesem weltbestseller selbst übertroffen, am meisen hat mich das umfassende Wissen über Geheigesellschaften und Kunstgeschichte interessiert.
Für alle Dan Brown fans und die die es werden wollen ein absolutes muss!
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