Terror von Dan Simmons
Buchvorstellung und Rezension
- Fantasy
- Science-Fiction
- Horror
- Mystery
In Kürze:
England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte. Das Opus magnum von Bestsellerautor Dan Simmons.
Mit „Terror“ lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der geheimnisumwobensten Entdeckerfahrten der Menschheitsgeschichte lebendig werden: John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage. Warum ist diese Expedition gescheitert? Wie konnten 130 Männer und zwei Schiffe verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Welchem Schrecken, welchem Terror sind sie im ewigen Eis begegnet? Aus diesen bis heute ungeklärten Fragen formt Dan Simmons eine atemberaubend spannende Geschichte, einen Roman, der Sie auf eines der größten Abenteuer mitnimmt, das es je gegeben hat ..
Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Grauen in der Arktis“
Horror-Rezension von Frank A. Dudley
Im Mai des Jahres 1845 setzen zwei Schiffe der königlich-britischen Marine mit insgesamt 129 Mann Besatzung an, die legendäre Nordwest-Passage vom Atlantik zum Pazifik zu finden. Ihre Route soll sie quer durch die kanadische Arktis führen. Die Schiffe „;Terror“; und „;Erebus“; unter dem Kommando von Sir John Franklin werden zuletzt von Walfängern in der Baffin Bay gesichtet, danach erblickt nie wieder ein Europäer einen Teilnehmer der Expedition lebend. Jahre später entdeckt man tief in der Arktis Ausrüstungsgegenstände und gekritzelte Nachrichten, dass die Schiffe fast zwei Jahre im Packeis festgesessen haben und die Mannschaften auf der Suche nach Rettung über Land weiter gezogen sind. Von Eskimos erfahren die Suchtrupps, dass „;kabloonas“;, bleiche Leute, auf der King-William-Insel verhungert sind, es finden sich sogar Anzeichen von Kannibalismus. Das sind belegte Fakten, die an sich schon reichlich Stoff für eine Horrorgeschichte liefern würden.
Doch Dan Simmons geht weiter. Er konfrontiert die für die gnadenlosen arktischen Verhältnisse denkbar schlecht ausgerüsteten Engländer und ihren ignoranten sowie von sich und dem Gelingen seiner Mission restlos überzeugten Kommandeur Sir John mit einem Monster, dass dem Grauen der Elemente entsprungen zu sein scheint: Einen über vier Meter großen Menschenfresser, von kalter Intelligenz, mit weißem Fell und messerlangen Klauen, sowie Zähnen, die mühelos einen Schädel aufknacken. Dieser Fluch der Arktis pflückt sich die Matrosen regelrecht von den Eis überzogenen Planken, und nichts und niemand kann es aufhalten. Als auch der Expeditionskommandeur von dem Untier hingemetzelt wird, beginnt die abergläubische Mannschaft an eine Inkarnation des Teufels zu glauben.
Kapitän Crozier hingegen, ein misanthropische Rationalist mit schweren Alkoholprobleme, hat andere Vermutungen. Die Situation der festgefrorenen Seeleute verschärft sich zusehends, als Lebensmittel und Kohle knapp werden, mit der Folge, dass Skorbut und Erfrierungen weitere Opfer fordern. Eine bevorstehende Meuterei zeichnet sich ab, als einige Matrosen die Eskimofrau „;Lady Silence“; töten wollen. Sie tauchte fast zeitgleich mit dem Monster auf und wird von den Männern nun der Hexerei verdächtigt.
Als klar ist, dass vor der Eisschmelze sämtliche Vorräte aufgebraucht sein werden und auch Rettung nicht in Sicht ist, brechen die überlebenden Expeditionsteilnehmer im Frühling des Jahres 1848 zu einem todesmarschartigen Zug über Land auf. Mit tonnenschwer beladenen und für die Arktis völlig ungeeigneten Schlitten, die sie selbst ziehen müssen, legen sie zum Teil nur ein bis zwei Meilen pro Tag zurück. Und während der arktische Winter langsam, aber sicher den kurzen Sommer ablöst, bleibt das Ding aus dem Eis den Männern auf den erfrorenen Fersen. Als es darum geht, sich anzupassen oder unterzugehen, überlebt schließlich nur Crozier den Horror aus Eis und Blut.
Frösteln bis ins Mark
Simmons begibt sich mit seinem neuesten Roman auf stilistisch dünnes Eis: Er nimmt historische Fakten, belebt sie mit menschlichen Schicksalen, unterlegt das Ganze mit Inuit-Mythologie und setzt als verbindendes Element Horror ein. Autoren mit weniger Talent und Erfahrung wären sicherlich eingebrochen, doch Simmons kennt die trittfesten Stellen.
Auch ohne mythisches Biest könnte der Roman funktionieren, denn er zeigt, dass die wahre Hölle wirklich die anderen sind, dass in Extremsituationen beinahe jeder zum Monster werden kann. Der wahre Terror in Gestalt des weißen Monsters trifft die unerwünschten Eindringlinge denn auch mit ganzer irdischer Wucht, bedeutet ihre Expedition doch einen weiteren Schritt hin zur rücksichtslosen Zerstörung eines natürlichen Lebensraumes durch westlichen Fortschrittsglauben.
„;The Terror“; mag für manche zu viel, für andere zu wenig Fiktion sein. Doch es ist auf alle Fälle ein Buch, das einen mitten im Sommer bis ins tiefste Mark frösteln lässt.
Ihre Meinung zu »Dan Simmons: Terror«
| Alfred zu »Dan Simmons: Terror« | 10.05.2010 |
|---|---|
| Zacko zu »Dan Simmons: Terror« | 27.04.2010 |
| Roughtrade zu »Dan Simmons: Terror« | 05.08.2009 |
| Kay zu »Dan Simmons: Terror« | 06.07.2009 |
| effie zu »Dan Simmons: Terror« | 16.06.2009 |
| Roger Kretschmann zu »Dan Simmons: Terror« | 22.04.2009 |
| Bubo scandiacus zu »Dan Simmons: Terror« | 13.01.2009 |
| Bernhard zu »Dan Simmons: Terror« | 19.12.2008 |
| mase zu »Dan Simmons: Terror« | 13.12.2008 |
| Bartensen zu »Dan Simmons: Terror« | 17.02.2008 |
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