Sternenwächter von Daniela Knor

Buchvorstellungund Rezension

Sternenwächter von Daniela Knor

Originalausgabe erschienen 2009, 400 Seiten.ISBN 3-492-70178-7.

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In Kürze:

Die »Nachtreiter« sind zurück: Das Licht ist heimgekehrt ins Land Phykadon, der korrupte Herrscher wurde getötet. Der junge Regin wird als Held verehrt. Doch bald erkennt er, dass ein Dämon von ihm Besitz ergriffen hat und durch ihn auf den Thron des Reichs gelangen will. Um das zu verhindern, sendet Regin seinen einzigen Vertrauten Arion aus. Er soll mit einer Handvoll Gefährten die letzten Elben jenseits des Gebirges aufsuchen. Doch können sie die erhoffte Rettung im Kampf gegen den Dämon bringen? Oder sind diese Geschöpfe in Wahrheit ganz anders, als die Legenden erzählen? Während die Reisenden immer neuen Gefahren trotzen, droht Regin der dunklen Macht zu unterliegen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Götter, Elben und Magie“82

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

„Sternenwächter“ ist die Fortsetzung der Fantasyreihe, die ursprünglich „Elbensang-Trilogie“ heißen sollte. Dieser Serientitel musste weichen, denn Piper wollte Ähnlichkeiten zu dem Buchtitel "Elbenzorn" von Susanne Gerdom vermeiden, das im gleichen Verlag erschienen ist. Doch auch ohne einen Roman übergreifenden Titel wurde der erste Band „Nachtreiter“ ein Überraschungserfolg.

Vom Held zum Besessenen

Einer der Helden, der die Welt von dem Dämon, der in Gestalt des Stammesführers Ertann Unheil herauf beschwor, befreite, droht selbst zu einem Werkzeug des Bösen zu werden. Regin, nach der Heirat mit Beveré der designierte Thronfolger, unterliegt zunehmend dem Einfluss des verstorbenen Hohepriesters Tazlan. Wieder bittet er Arion um Hilfe. Dessen Schwester Sava, inzwischen eine Priesterin, rät ihm, nach den Kindern der Götter zu suchen. Gemeinsam begeben sie sich auf den Pfad der Schwäne. Und sind nicht die einzigen, die dort auf Antworten hoffen.

Vom Geächteten zum Heilbringer?

Phykadon ist in einer verzweifelte Lage, denn die abgezogene Dunkelheit hat unfruchtbare Erde hinterlassen. Dem Helden Grachann droht eine Verurteilung zum Tod. Seine Stammesführer sehen in ihm nicht den Dämonenbekämpfer, sondern einen Verräter. Die Weltenwanderin des Stammes traf in der Geisterwelt die Elbin Epana. Von ihrem Volk erhofft sie sich Hilfe und schickt den geächteten Krieger auf die Suche nach ihm. In den Bergregionen ist Grachann ausgerechnet auf die Führung der Halbdämonin Anidim angewiesen. Eine seltsame Verwandlung geht in ihm vor. Die selben Zeichen finden sich auch auf den Leichen eines Volkes im hohen Norden.

Mehr als Spielfiguren in einem Abenteuer

Daniela Knor beweist auch in „Sternenwächter“ das sie keine Figuren für ein Spiel, sondern individuelle Persönlichkeiten kreiert hat. Selten begegnet man so vielen Charakteren, die tiefgreifende Entwicklungen durchlaufen und ihrer selbst dennoch treu bleiben. Es macht Spaß, mitzuerleben, wie der Krieger der Phykadonier seinen Stolz überwindet, die Reise antritt und sich mit der Halbdämonin arrangieren muss, einem Wesen, das in seiner Welt zu den schlimmsten Feinden gezählt wird. Auch der so abgeklärt wirkende Ritter Arion, beginnt, seine Erziehung zu hinterfragen und taucht in Mysterien ein, die sich weit außerhalb seines bisherigen Horizonts befinden. Die Autorin erzählt ihre Geschichte wieder in kurzen Kapiteln aus der Sicht der Protagonisten und führt den Leser so ganz nah an ihre Figuren heran. Man spürt die Ängste und Sehnsüchte, ihren Mut und ihre Schwächen.

Wieder befinden sich die „Nachtreiter“ in unterschiedlichen Questen, die sie zum selben Ziel führen. Doch es gilt zunächst nicht, den Feind zu bekämpfen, sondern in seine Geheimnisse vorzudringen. Hinter jeder Ecke scheinen Dämonen zu lauern. Die Begegnungen mit unbekannten Wesen gleichen oft einem Albtraum, dem sich unsere Helden am Ende doch mit dem Schwert in der Hand stellen müssen.

Daniela Knor verknüpft das mitreißende Geschehen geschickt mit der Mythologie verschiedener Kulturen. Gedanken und Gespräche erlauben den einen oder anderen Blick auf eine komplexere Rahmenhandlung, einem Konflikt, der lange vor der aktuellen Handlung aufbrach. Der Leser würde sich noch enger mit dem Schicksal der „Nachtreiter“ verbunden fühlen, wenn die Autorin ihm etwas mehr Einsicht in die Hintergründe gegönnt hätte. Streckenweise wirkt die Geschichte episodenhaft und verliert sich in Andeutungen, die wenig Zusammenhang erkennen lassen. Was hat es denn nun mit dem geheimnisvollen Hund auf sich, der schon in „Nachtreiter“ nicht von Arions Seite wich? Und woher kommt der neue Feind, der so plötzlich die Szene betritt?

Insgesamt ist „Sternenwächter“ eine spannende und atmosphärische Fortsetzung des ersten Bandes „Nachtreiter“. Das Buch funktioniert sogar als eigenständiger Roman, da immer wieder das vorherige Geschehen reflektiert wird. Daniela Knor setzt mit originellen Ideen und einem lebendigem Stil erfrischende Akzente in der deutschen Fantasy-Literatur.

Ihre Meinung zu »Daniela Knor: Sternenwächter«

Manfred Rathunde zu »Daniela Knor: Sternenwächter«10.02.2014
DANIELA KNOR „Sternenwächter“ ,Piper‘

Phykadon, das Land von ewiger Dunkelheit verflucht, wurde durch die „Nachtreiter“ wieder ins Licht geführt. Braninn, der Pferdekrieger, hat den höchsten Preis, sein Leben, gegeben. Dafür hat Holkis, der gewaltige Geistergeier, ihn zu den Sternen empor getragen, damit er, zusammen mit den Ahnen über sein Volk wachen kann. Nur die Steppe ist kein Lebensraum mehr und Grachann, Braninn´s Kampfgefährte, muss einen neuen Weg finden, dem Opfer seines Freundes gerecht zu werden. Nur steht er noch unter dem Verdacht des Verrats. Seine Feinde sind gnadenlos in ihren Rachegelüsten, immerhin war Ertann, besessen wie er war, der mächtigste Kriegsherr der Phykadonier. Währenddessen der Geist Tazlans, der eigentliche Urheber der undurchdringlichen Finsternis, sich einem anderen Nachtreiter nähert, Regin, der junge Sarmyner, wird seine Zielperson, um sich wieder zu manifestieren, dem Unheil, dass er ausgesät hat, weiter Vorschub zu leisten. Ertann, sein vorheriger Wirt ist tot, hat er, Tazlan, doch alle gegeneinander ausgespielt und nun findet er es richtig witzig, sich ausgerechnet seiner Feinde zu bedienen. Noch kann Regin dem Geist Widerstand leisten, nur wie lange noch. Obwohl er und Arion sich spinnefeind getrennt hatten, ist der Erbe auf Emmeraun seine erste Wahl, um Hilfe gegen den Dämon Tazlan zu erbitten. Arion wurde einst vom Priester Tomink gelehrt, nur war der Unterricht etwas anderer Art als Tazlan ihn erteilt hätte. Hier kommt der Punkt, wo Arion Hilfe braucht, eine einfache Frage gilt es zu klären, wo ist der Unterschied zwischen Tazlan, eigentlich tot, und dem erklärten Feind, und Tomink, auch tot, von dem niemand so wirklich etwas weiß, außer eben Arion und seiner Halbschwester Sava, die seinen Unterricht genießen durften, was beide in den Mittelpunkt von Tazlans Interesse rückt. Grachann ist gut beraten, zu fliehen, da seine eigene Sippschaft ihm nach dem Leben trachtet. Kann der Geist Braninn´s über ihn wachen? Oder war das Opfer des jungen Pferdekriegers umsonst? Hat sich die Kismegla der Pferde so geirrt, als sie Grachann auf die Suche schickt, ist er dem Erbe Braninns gewachsen, kann er seine Vorurteile überwinden, mit einer Begleitung, die so sehr seinen Widerwillen erregt, Anidim, der weibliche Halbdämon, Ertanns Geschöpf. Und auch Arion und Sava müssen auf Pilgerfahrt, um den Machenschaften Tazlans ein Ende zu setzen. Doch der geistert, im wahrsten Sinne des Wortes, in Regins Kopf herum und zeigt allen den Mittelfinger. Erinnern uns die Gestalten Tazlan und Regin nicht an unsere Politiker? Einer der da ist, diesen sinnlosen Menschen Macht zu geben, weil er sich nicht selbst die Finger schmutzig machen will, der zweite, der das ausführende Organ ist? Frau Knor schlägt in diese Richtung, und zeigt das einzige Rezept auf, das hier von Nutzen sein kann. Nur Zusammenhalt kann das Mittel sein, den übermächtigen Gegnern etwas entgegen zu setzen. Nur das Miteinander kann das Unheil abwenden. Ist doch scheißegal, ob wir Mensch, Halbdämon, Elbe, Zwerg oder Drachen sind, nur Einigkeit kann zählen. Einzeln sind wir Streichhölzer, eins nach dem anderen zu brechen, aber im Bündel, wird es schwer. Mag der Adler (Grachann) hoch fliegen, der Pfeil des Jägers kann und wird ihn erreichen, wenn nicht Rückendeckung da ist (Anidim). Packende Fantasy, die unsere Welt so richtig toll widerspiegelt. Die Palette unseres Lebens hat viele Farben und Daniela Knor greift alle Farben auf und zeigt uns … unser Spiegelbild. Mit „Nachtreiter“ begonnen, hat sie einen Weg aufgezeigt, den wir gehen müssten. Frau Knor ist eine Autorin, die unsere Welt aufgreift und sie in ihren Romanen umsetzt, sie hat die Kriegsaxt in der einen Hand beim Schreiben, in der zweiten den Streitkolben, womit schreibt sie? Vor allem, weil in der dritten Hand schon die Panzerfaust lauert! Tolle Fortsetzung vom Erbe Braninns und unserer Menschlichkeit. Sind wir dem gewachsen, oder verraten wir nicht doch alles, was uns heilig sein sollte. (MRD)
ISBN 978-3-492-70178-5 423 Seiten 12,95€ (D) 13,40€ (A)
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