Die Zyanid-Connection von

Buchvorstellungund Rezension

Die Zyanid-Connection von

Originalausgabe erschienen 2007, 201 Seiten.ISBN 3938065222.

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In Kürze:

Der Ex-Bulle Wren Ironside und die Hackerin Instant Auger halten sich im Chaos der Outskirts als Schnüffler leidlich über Wasser. Als die rivalisierenden Gangs ihre Differenzen beilegen, um einen waghalsigen Coup gegendie CBC, den weltgrößten Hersteller biokybernetischer Implantate zu inszenieren, sind die speziellen Talente der beiden plötzlich sehr gefragt. Doch der Mega-Konzern fackelt nicht lange, sondern schlägt brutal und erbarmungslos zurück …

Zwischen 2003 und 2006 druckte das Computermagazin c’t in lockerer Reihenfolge Outkirt-Storys ab, und der Mix aus Hardboiled-Krimi und Cyberpunk fand eine Menge Freunde.

Für den vorliegenden Band hat das Autorenpaar Desirée & Frank Hoese die Storys noch einmal überarbeitet, ergänzt und daraus einen kompletten Roman gemacht.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Abgefahrener Cyberpunk-Crime Mix“75

Science-Fiction-Rezension von Eva Bergschneider

Im c’t-Leserkreis haben sich Desirée und Frank Hoese schon seit 2003 mit ihren Sci-Fi-Kurzgeschichten einen Namen gemacht. Die Outskirt-Stories wurden in unregelmäßiger Reihenfolge gedruckt und hatten eine in sich geschlossene Handlung. Um diese Kurzgeschichten zu einem kompletten Roman zu verarbeiten, mussten sie einem übergeordneten Thema angepasst werden. Zunächst galt es allerdings den Leser, der bislang noch nichts von Skirts, Texx und Wetware gehört hatte, in diese Welt des 22. Jahrhunderts einzuführen.

Keine schöne neue Welt

Die großen Metropolen gliedern sich in Kernstädte, genannt Megacities und ehemalige Vororte, die als Outskirts bezeichnet werden. Eine unüberwindliche Mauer trennt die Städte in zwei Areale: in das der legalen und das der illegalen Bürger. Die Outskirts stehen nicht unter dem Schutz der Gesetze. Die Bosse, die wie Gangleader die Territorien unter sich aufgeteilt haben, sorgen für eine gewisse Ordnung, die mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Nicht alle Skirt-Bewohner haben Verbrechen begangen, eine kritische Haltung gegenüber der Machtstellung der Großkonzerne reicht bereits aus, um ein Illegaler zu werden.

Wren Ironside und Instant Auger, ein Ex-Cop der Megacity New-Athens und die ehemalige Top-Programmiererin der mächtigsten Firma für Implantationstechnologie der CBC, flohen gemeinsam in die Outskirts. Sie hatten zu deutlich gegen deren Machenschaften Stellung bezogen. Jenseits der Mauer schlagen sich beide als Detektive durch.

Eine geheimnisvolle Super-Wetware taucht auf, die die Skirts einer lückenlosen Kontrolle auszusetzen droht. Im Auftrag der Bosse ermitteln Wren und Instant, was diese Texx anrichten und versuchen, ihre Etablierung zu vereiteln. CBC und Staatsmacht gehen mit zunehmender Grausamkeit und Härte gegen die beiden unbequemen Schnüffler vor.

Ein starkes Team

Im Phantastik-Couch-Interview erzählte das Autoren-Ehepaar Hoese, wie sie die Outskirt-Geschichten um den mit Hightech-Implantaten ausgerüsteten Ex-Bullen Wren und der Hackerin Instant entwickelt haben. Wren erzählt aus der Ich-Perspektive Erlebnisse, die mit soviel Aktion und Dramatik gespickt sind, dass keine Sekunde Langeweile auf den 200 Seiten aufkommt. Die schnelle Abfolge brutaler Szenen sorgt für die typische Cyberpunk-Atmosphäre, hektisch und düster.
Die Figuren der Story werden dem Leser schnell durch ihr Handeln und ihre unverblümten, lässigen Dialoge vertraut. Die Sympathieträger Wren und Instant bilden ein sich perfekt ergänzendes Duo Infernale und entwickeln eine innige Freundschaft, ohne das der Sex ihnen in die Quere kommt.

Am Ende stehen die beiden vor einer neuen Herausforderung, der Erziehung eines 16-jährigen Teenagers. Dieser Aspekt verleiht der Erzählung einen ungewohnt emotionalen Touch und hätte noch etwas vertieft werden können.

Zu viel Kurzgeschichten-Struktur

Die Verschmelzung der Kurzgeschichten zu einem einheitlichem Roman ist nicht ganz gelungen. Es dauert bis zum Ende des vierten Kapitels, bis man den roten Faden des Romans wirklich realisiert. Zunächst wirkt jede Story abgeschlossen und es fehlt an den verbindenden Elementen, die in den letzten Kapiteln deutlicher zum Vorschein kommen. Das erschwert den Einstieg in die Geschichte und lässt sie insgesamt ein wenig unfertig wirken.

Die Hintergründe der Outskirt-Welt werden immer mal wieder in kurzen Sequenzen erläutert, was dem Leser ab und zu eine Verschnaufpause von der aktionsgeladenen Handlung verschafft und ihm das Verständnis erleichtert. Die Sprache, die die Autoren für die Outskirt-Stories gewählt haben, ist trashig und schrill. Manchem Leser mögen die Wortkreationen oder die bildhafte Metaphorik übertrieben erscheinen. Allerdings passt dieser coole Schreibstil genau zu Personen und Umgebung und ist überaus kurzweilig zu lesen.

Insgesamt ist der Roman eine Bereicherung für die deutsche Sci-Fi-Szene. „Die Zyanid-Connection“ wird die Fans faszinieren und neue Leser für das Subgenre Cyberpunk begeistern.

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