Liebe Leserinnen und Leser,

 eine Frage, die uns Phantastik-Couch Redakteure und, wie man in Forumsbeiträgen lesen kann, auch unsere Leser umtreibt, ist die nach der Genrezugehörigkeit von Büchern.
Macht jedes nicht erklärbare Element aus einem Thriller gleich einen Phantastik-Roman?
Ich möchte das mal so betrachten: Jedes Museum sortiert seine Kunstwerke nach bestimmten Kriterien. Doch hat sein Standort Einfluss auf den künstlerischen Wert des einzelnen Exponats?
Eher wenig.
Ein Buch dem richtigen Genre zuzuteilen ist oft nicht einfach und man wird immer wieder darüber diskutieren, in welche Schublade es nun gehört.
Und das ist gut so!
Denn wenn die Phantastik nicht über seine Grenzen hinaus wachsen kann, welches Genre dann?

Das trifft ganz sicher auch auf unser „Buch des Monats“ zu.
Albert Sánchez Piñols "Pandora im Kongo„ ist schwer zu kategorisieren. Sind die weißen Gestalten im Urwald des Kongo, die Tektoner, nun eine Schöpfung aus dem Bereich der “lost race fantasy„ oder vielleicht doch Außerirdische? Lassen Sie sich überraschen und vom Werk des Katalanen in Atem halten.

Etwas weniger exotisch, aber nicht minder verstörend, liest sich David Moodys Debutroman “Im Wahn„. Der Originaltitel “Hater„ beschreibt etwas treffender, was hier passiert. Scheinbar ohne Anlass verüben immer mehr Bürger brutalste Gewalt. Wie in den frühen Werken Stephen Kings verwickelt der Autor einen Durchschnittstypen in ein obskures Geschehen, dem er nicht entrinnen kann.

Zum Ausgleich stellen wir Ihnen unter anderem eine Urban-Fantasy-Saga vor, die vor Tabus wie Inzest nicht zurückschreckt: Cassandra Claires “City of Glass – Chroniken der Unterwelt Band 3„. Nicht, dass man es hier nicht auch mit finsteren Gestalten tun hätte. Auf die Teenager Claire und Jace lauern in einer Welt jenseits ihres Alltags Dämonen und Schattenjäger.

Im Interview stellen wir Ihnen in diesem Monat gleich zwei außergewöhnliche Autoren vor. Von dem Briten Jonathan Barnes kennen, Sie vielleicht “Das Königshaus der Monster„ oder “Das Albtraumreich des Edward Moon". Der Autor erzählte uns, wie er seine skurrilen Figuren entwickelt und was er von den deutschen Buchtiteln seiner Werke hält.
Dmitry Glukhovsky kreierte die Untergrund-Welt "Metro 2033„. Seine Fans dürfen sich freuen, denn “Metro 2034„ erscheint Anfang November. Doch wussten Sie, dass die “Metro"-Story ursprünglich als interaktive Fortsetzungsgeschichte im Internet startete? Lesen Sie im Interview, wie diese Reihe zum Bestsellererfolg wurde und warum der Autor seine russischen Kollegen meidet.

Viel Vergnügen mit der September Ausgabe der Phantastik-Couch
wünscht ihnen

Eva Bergschneider