Liebe Leserinnen und Leser,

ein ereignisreicher Monat liegt hinter den Leseratten im Westen und Osten der Republik: Die lit.Cologne präsentierte sich vom 10.- 20. März zum 10. mal in Köln und in Leipzig öffnete die Buchmesse vom 17.-20. März ihre Tore. Während auf der lit.Cologne Phantastiklesungen trotz hochkarätiger Autoren (Frank Schätzing "Limit„,Carlos-Ruiz-Zafon “Der Fürst des Nebels„) spärlich gesät sind, bietet sich dem Fan in Leipzig ein umfang- und abwechslungsreiches Programm. Ein paar Eindrücke zu meiner ersten Leipziger Buchmesse können Sie im “Couch-Talk April 2010„ nachlesen.
Dazu gesellen sich in dieser Ausgabe viele Rezensionen und ein Interview mit “Live„ Charakter.

Für ein “Buch des Monats„ war der Autor Andrzej Sapkowski längst überfällig. Durch das Computerspiel “Der Hexer„ sind die Geschichten um Geralt von Riva in Deutschland populär geworden, mittlerweile begeistert die Saga Leser jeden Alters. Wir stellen Ihnen heute den zweiten Band der Romanreihe “Zeit der Verachtung„ vor. Der dritte Band “Feuertaufe„ ist ebenfalls schon erschienen und für den August 2010 ist die Fortsetzung “Der Schwalbenturm„ angekündigt.

Oliver Plaschka wurde 2008 für “Fairwater – oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew„ mit dem deutschen Phantastikpreis als bestes deutschsprachiges Romandebüt ausgezeichnet. Nun liegt sein neuer Roman “Die Magier von Montparnasse" vor, ein nicht unumstrittenes, aber faszinierendes Werk. Was diesen Roman so ungewöhnlich macht, verraten wir Ihnen in unserer Besprechung. Was Oliver Plaschka motivierte, einen Fantasyroman in die Zeit der späten 20er Jahre in Paris anzusiedeln, verriet er uns vis à vis nach seiner Lesung in Leipzig im Interview.

Über den Stand der Dinge im Bereich der Science-Fiction Literatur wurde im Forum kontrovers diskutiert. Ist die Zeit des Zukunftsromans vorbei? Hoffentlich nicht, denn es gibt viele gute SF-Autoren, auch in Deutschland. Andreas Brandhorst schlägt mit seinem neuen Roman "Kinder der Ewigkeit„ die Brücke zwischen Space Opera und Cyberpunk und diskutiert die Frage “Ist es wirklich erstrebsam, unsterblich zu sein?„. Das schwierige Thema verleiht dem Roman eine ungewöhnliche Tiefe und weiß spannend und abwechslungsreich zu unterhalten.

Wie schon angesprochen, ist nun Carlos Ruiz Zafons Debütroman “Der Fürst des Nebels„ in deutscher Sprache erschienen. Als Jugendhorrorroman konzipiert, überzeugte bereits das bei uns vorab erschienene Buch “Der dunkle Wächter„ auch die erwachsene Leserschaft, und das ohne “All-Age„ Label. “Der Fürst des Nebels„ erinnert an Carpenters “Nebel des Grauen„ und ist im typischen Stil des Spaniers einfach gut geschrieben.

Wie versprochen, gibt es in der Phantastik-Couch April-Ausgabe noch einiges zu entdecken: Das angekündigte “Askir„ Finale “Der Kronrat„ von Richard Schwartz, Nina Blazons neuer Roman “Schattenauge„, einen echten Horror Klassiker von John Christopher, “Insel ohne Meer„ und eine faszinierende Übersicht über die “Großen„ der Phantastikliteratur in “Die Fantastischen 6", herausgegeben von Charlotte Kerner.

Viel Spaß beim Stöbern nach Ostereiern und Büchern wünscht Ihnen


Eva Bergschneider