Liebe Leserinnen und Leser,

zuerst möchte ich Ihnen das Abstimmungsergebnis zu unserer Wahl „Phantastisches Buch des Jahres 2011“ bekannt geben. Es wurde viel spekuliert, denn es standen Hochkaräter wie "Zwischen Nacht und Dunkel„ von Stephen King oder “1Q84-Teil 3„ von Haruki Murakami und Gipfelstürmer wie Brent Weeks “ Schwarzes Prisma„ zur Auswahl.
Und gewonnen hat mit 42% von über 1000 abgegebenen Stimmen:
Galdäa-Der ungeschlagene Krieg" von Karsten Kruschel

Überrascht? – Das waren wir auch.
Aber wir freuen uns, dass so ein innovativer, nicht am „Mainstream“ orientierter und vielleicht gerade deswegen so ausgezeichneter Science-Fiction Titel den Preis „Phantastisches Buch des Jahres“ der Phantastik-Couch gewinnen konnte. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Einer der nächsten Anwärter auf den Preis und unser Buch des Monats März ist "Niceville„ von Carsten Stroud. Ein Titel den auch wir in das Sammelbecken Mystery werfen, der aber sehr viel mehr bietet. Mehr als eine Geschichte mit Fakten, mehr als ein Thriller, in dem Gespenster mitspielen. “Niceville„ ist eine scheinbar emotionslos erzählte Geschichte, in der Mord und Totschlag zum Alltag gehören und untote Spukgestalten erbarmungslos über ihre Opfer herfallen. Gewürzt mit staubtrockenem Humor, der perfekt in Strouds böse Welt passt.

Zwei Romane, die ebenfalls dem Subgenre Horror angehören, aber unterschiedlicher nicht sein könnten, möchten wir Ihnen außerdem ans Herz legen.
Der Rabenmann„ hat vor Jahren die Eltern des Detective John Calvino und vier weitere Familien abgeschlachtet. Nun bearbeitet dieser den Mord des vierzehnjährigen Billy Lucas, der nach demselben Schema seine Familie tötete. Muss Calvino nun um das Leben seiner eigenen Familie fürchten? Dean Koontz’ Geschichte klingt zunächst ebenfalls wie die eines Thrillers, entwickelt sich aber in eine andere Richtung. Das Übernatürliche hat nach wie vor seinen Platz in Koontz’ Erzählungen. Begleiten Sie unschuldige Personen auf einem Hölletrip und genießen Sie einen sadistischen Spaß.

Der durch das Mash-Up “Stolz und Vorurteil und Zombies„ bekannt gewordene Autor Seth Grahame-Smith verwandelt in “Abraham Lincoln – Vampirjäger„ den legendären amerikanischen Präsidenten in einen  – Vampirjäger. Der zieht gegen Blutsauger in den US-Südstaaten zu Felde, die Sklaven als Blutvieh nutzen. Ein Krieg, der noch viel mehr Blut kosten wird, ist unvermeidlich, wollen die Vampire doch die gesamten USA erobern. Hier mixt Grahame-Smith also Horror und Historie und unternimmt einen Parforceritt durch eine andere Vergangenheit, der Lesevergnügen garantiert.

Noch ein Genre-Springer zwischen Thriller und Horror ist uns sehr positiv aufgefallen “Du stirbst zuerst" von Dan Wells. Nach Dämonenjäger John Cleaver lernen wir Michael kennen, der aus Lesersicht wie im Wahn handelt, sich selbst aber für geistig gesund hält. Die Story hat etwas von „Fletcher’s Visionen“ und macht den Leser selbst zum Suchenden nach dem Wellnesskiller und der Wahrheit hinter Michaels Paranoia.

Die Geschichte in "BioShock-Rapture„ beruht dagegen auf den “BioShock" Computerspielen. Der Autor John Shirley macht aus dem Spielinhalt und seinem Hintergrund einen komplexen Alternativweltroman. Der desillusionierte russische Immigrant Andrei Rianofski und sein Freund Bill McDonagh bauen eine utopische Stadt unter Wasser, die ihren Bewohnern ein besseres Leben verspricht, aus der jedoch niemand entkommen soll. Shirley zeigt auf, welche gesellschaftlichen Entwicklungen sich in einer solchen Enklave vollziehen und warum Rapture nicht funktionieren kann – eine der besten Dystopien auf dem aktuellen Buchmarkt.

Gleich im Doppelpack in Form von zwei Interviews stellen wir Ihnen die Autorin Mara Laue vor. Im ersten Teil "zur Person„ erzählt sie uns, wie sie zum Schreiben kam und welche kreativen Künste sie außerdem ausübt. Im zweiten Teil “zur Dämonenerbe-Trilogie„ können sie sich auf eine lesenswerte und interessante Diskussion freuen. Unsere Rezensentin hat mit Mara Laue über mythologische Hintergründe im ersten “Dämonenerbe„-Band “Erweckung gesprochen, die selbst für die Autorin eine Überraschung waren.

Der Monat März ist in Deutschland DER Literatur-Monat, Leseratten haben die Qual der Wahl entweder Veranstaltungen der litCologne in Köln oder die Buchmesse in Leipzig zu besuchen – oder beides. Wofür Sie sich auch entscheiden, genießen Sie zum Einstieg die März-Ausgabe der Phantastik-Couch und haben Sie viel Spaß an phantastischen Autoren und Werken.

Ihre
Eva Bergschneider