Der Historiker von Elizabeth Kostova

Buchvorstellungund Rezension

Der Historiker von Elizabeth Kostova

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „The Historian“,deutsche Ausgabe erstmals 2005, 832 Seiten.ISBN 3827005906.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Hier wird das Genre Dracula-Roman völlig neu erfunden: Elisabeth Kostova hat in ihrem Debüt historische Fakten und Fiktion zu einem hervorragend geschriebenen „;Page Turner“; verwoben: Ein junges Mädchens findet in der Bibliothek seines Vaters ein merkwürdiges Buch. Es ist sehr alt. Die Seiten sind unbeschrieben; nur in der Mitte des Buches prangt der unheimliche Holzschnitt eines Drachen und das Wort „;Drakulya“;. In dem Buch liegen Briefe datiert 1930, adressiert an: „;Meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger…“; So beginnt eine unheimliche Reise quer durch Europa auf den Spuren von Vlad Tepes, genannt Dracula.

Das meint phantastik-couch.de: „;Der ewige Beißer und die Bücher“;88

Horror-Rezension von Frank A. Dudley

„;Mein lieber, unglücklicher Nachfolger,mit Bedauern stelle ich Sie mir vor, wie Sie, wer immer Sie sein mögen, den Bericht lesen, den ich hier zu verfassen habe. Das Bedauern gilt zum Teil mir selbst, weil ich sicher in Schwierigkeiten stecken, vielleicht sogar tot sein werde, oder Schlimmeres noch, wenn Sie diese Worte lesen.“;

Wer das Pech hat, Briefe zu finden, die mit dieser makabren Einleitung beginnen, steckt mitten in einer Legende – allerdings einer mit bissigen Folgen. Der unglückliche Nachfolger ist in diesem Fall ein 16jähriges Mädchen, die blutdürstige Legende niemand geringeres als Dracula.

„;Der Historiker“; beginnt im Jahr 1972, als dieses Mädchen, die Erzählerin, mit ihrem Vater, einem amerikanischen Diplomaten in Amsterdam lebt. In dessen Bibliothek entdeckt sie erst ein offensichtlich uraltes Buch, dessen Deckel der Holzschnitt eines Drachen mit gespreizten Klauen und Flügeln zeigt. Während die Seiten des Buches leer sind, geben die danebenliegenden Briefe umso mehr Auskunft über das ungewöhnliche Druckwerk. Mehr als verwirrt fragt sie ihren Vater Paul, der erst nach einigen Anläufen davon berichten kann, wie er als Student in den Besitz des Drachenbuches kam.

Und so erzählt er, wie unmittelbar nachdem er das Buch entdeckt hatte, sein Lieblingsdozent urplötzlich und spurlos verschwindet, nur die Blutflecke an der Zimmerdecke geben noch mehr Rätsel auf. Paul startet eine Suchaktion durch halb Europa, die zwar erfolglos bleibt, aber zur Zeugung seiner Tochter führt. Als Paul kurz nach seinem Bericht ebenso verschwindet, stürzt sich seine Tochter in eine verzweifelte Suche – die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Elizabeth Kostova entfaltet den Ablauf der nun folgenden Ereignisse in drei verschiedenen Zeitlinien von den 1930er bis 1970er Jahren und in vier hauptsächlich osteuropäischen Ländern (ja, auch in Rumänien…). Egal, wo sich Paul oder später seine Tochter während ihrer Reisen befinden, stets lungert im Hintergrund eine dunkle geheimnisvolle Figur, die ihnen folgt und das eine oder andere Mal ihre Suche erschwert. Was beiden schnell auffällt: Dracula hat eine ganz spezielle Vorliebe für talentierte Historiker und Bibliothekare.

Aus Vampirgeschichten bekannte Requisiten wie Knoblauch und Kruzifix tauchen in „;Der Historiker“; zwar auf, die Gemeinsamkeiten zwischen Stokers und Kostovas Blutsaugern sind jedoch recht klein. Diesem gebildeten und eleganten Monster macht Sonnenlicht nichts aus, wenn es zwischen Erst- und Zweit-Grüften pendelt, um sein in uralten Briefen niedergeschriebenes Geheimnis zu wahren.

Feiner Grusel

„;Der Historiker“; ist ein Buch, das man verschlingen will, Seite für Seite, um endlich zu erfahren, wann sich die Wege von Paul, der Erzählerin und Dracula kreuzen. Doch Elizabeth Kostova hat eine langsame und glutvolle Geschichte geschrieben, die sich atemlosem page-turning widersetzt. Die Spannung, die daraus entsteht, ist beträchtlich. Man möchte die Handlung vor Ungeduld anschieben, doch das Buch ist jede Minute seiner Lesezeit wert.

Hier geht es nicht in erster Linie um scharfe Zähne und spitze Holzpflöcke. Kostova schreibt von Sterblichkeit, von Vergänglichkeit und verlorener Zeit in menschlichen Beziehungen und menschlicher Geschichte. Trotz dieser melancholischen Grundstimmung strahlt die ziselierte Geschichte einen feinen Grusel aus – je später die Lesezeit, desto deutlicher.

Ihre Meinung zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«

tedesca zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«02.09.2011
Mit dem "Historiker" hat Elizabeth Kostova ein anspruchsvolles Buch zum Thema "Dracula" geschrieben, das den Leser quer durch Europas Geschichte und Landschaften führt. Wissenschaftlich fundiert rollt sie die Geschichte von Vlad Tepes auf, dem wallachischen Fürsten, der als Vorlage zu Bram Stoker's "Dracula" gedient hat und der als besonders grausamer Herrscher in die Geschichte eingegangen ist.
Die Erzählung besteht großteils aus Briefen und schriftlichen Aufzeichnungen und springt durchaus überschaubar zwischen Gegenwart und Vergangenheit, meistens den 50er-Jahren, hin und her. Die Hauptcharaktere haben, zumindest zu Beginn der Geschichte :-), viel Blut in den Adern, die "Bösen" sind unheimlich gruselig und auf subtile Art zum Fürchten, so wie es sein soll. Trotz dieser positiven Attribute liest sich das Buch nicht einfach so schnell weg, es benötigt Zeit. Die Spannung entwickelt sich langsam, die historischen Details werden etwas zu ausführlich beschrieben, die Suche dauert eine Spur zu lang. Letztendlich wird man mit einem großen Finale belohnt, das aber leider die Frage, wie denn letztendlich der dämonische Herrscher seine Unsterblichkeit erreichte, offen lässt.

Alles in allem eine qualitativ hervorragende Abwechslung zu dem ganzen Schrott, mit dem das Genre seit der Bis(s)-Serie überschwemmt wurde, aber trotzdem nur empfehlenswert für Menschen mit ausreichend Geduld und Interesse am Thema.

Hier noch die Links zum einzigen Gemälde von Vlad Tepes und seiner Lebensgeschichte:
http://www.donlinke.com/images/Vlad/vlad_tepes_big-x01.jpg
http://www.darkside-gs.de/html/vlad.html
Stefan83 zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«02.08.2010
Vampire sind unsterblich. Das ist eine Tatsache, die sich belegen lässt, denn auch mehr als hundert Jahre nach der Veröffentlichung von Bram Stokers „Dracula“ hat dieses mythische Ungeheuer eindeutig nichts von seiner Faszination verloren. Im Gegenteil: Immer wieder tauchen neue Variationen des Blutsaugers auf dem Buchmarkt auf, wobei die Palette mittlerweile von schlächtenden Monstern bis hin zu wunderschönen, verführenden Schönlingen fast alles abdeckt. Fast ist hierbei das Stichwort, denn der klassische Schauerroman, den der ursprüngliche „Dracula“ verkörpert, ist seit Jahren gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Elizabeth Kostova, geborene US-Amerikanerin, hat sich dieses Problems im Jahre 1995 angenommen und ein ganzes Jahrzehnt(!) an ihrem Debütroman „Der Historiker“ geschrieben. Und man kann nur sagen: Zeit und Aufwand haben sich vollends gelohnt, denn Kostova gelingt es nicht nur die Geschichte Draculas zu ihren Ursprüngen zurückzuführen, sondern gleichzeitig das Vampirthema aus einem völlig neuen Blickwinkel zu beleuchten. Herausgekommen ist ein literarisches Meisterstück, das mich eine ganze Woche lang nicht aus seinen Fängen gelassen, tief bewegt und äußerst nachhaltig beeindruckt hat.

Zur Handlung: Das Buch nimmt seinen Anfang 1972 in den Niederlanden. Hier begegnen wir der 16-jährigen Erzählerin, deren Name bis zum Schluss ein Geheimnis bleibt. Sie ist die Tochter des Diplomaten und angesehenen Historikers Paul, und wie er, sehr an der europäischen Geschichte interessiert. So kommt es, dass sie eines Tages in dessen Bibliothek ein uraltes Buch findet, das bis auf den Holzschnitt eines Drachen samt dem Schritfzug „Drakulya“ in der Mitte voll leerer Seite ist. Ihr Interesse ist geweckt und weitere Nachforschungen fördern eine Reihe mysteriöser Briefe zutage, welche offenbar an ihren Vater gerichtet sind. Als sie diesen mit ihrem Fund konfrontiert, zeigt er sich ungewöhnlich verschlossen. Nur nach und nach kann sie ihn dazu bringen, die Geschichte der Briefe mit ihr zu teilen. Während sie gemeinsam mit ihrem Vater zwecks diplomatischer Missionen durch halb Europa reist, erzählt er ihr, wie er viele Jahre zuvor in den Besitz des Buches gekommen ist und einst, während seiner Studienzeit im Jahre 1950, seinen Doktorvater und Mentor, den Historiker Professor Bartholomew Rossi deswegen um Rat bat. Er berichtet mit Zögern von seinen Nachforschungen über den berühmten und berüchtigten rumänischen Fürsten Vlad III. Draculea, genannt Vlad Tepes, „der Pfähler“, dem historischen Vorbild für Bram Stokers Dracula.

Rossi war bereits Anfang der 30er Jahre bei seinen eigenen Recherchen auf Spuren gestoßen, welche einen Weg zur letzten Ruhestätte und den sterblichen Überresten von Vlad Tepes weisen. Bevor er jedoch das so gut gehütete Mysterium klären konnte, verschwand er spurlos. Paul machte sich daraufhin mit Rossis Tochter Helen auf die Suche nach seinem Mentor, wobei er versuchte, dessen Recherchen fortzuführen und zu komplettieren. Was folgte war eine monatelange Schnitzeljagd durch die historischen Stätten des Ostblocks, in deren Verlauf der Mut und Eifer des jungen Historikers auf eine harte Probe gestellt wurde.

Nun, mehr als zwanzig Jahre später, scheint sich die Geschichte zu wiederholen, als Paul unter äußerst mysteriösen Umständen verschwindet, woraufhin sich seine Tochter, die Erzählerin, ebenfalls auf eine Suche begibt. Eine Suche, die am Ende nicht nur ihrem Vater gilt, sondern auch endlich die Geheimnisse um Dracula lüften soll.

Vorneweg: Bei wem nun durch diesen Anriss der Handlung bereits das Interesse geweckt worden ist, der sollte möglichst nicht den gleichen Fehler wie ich begehen und dieses Buch im Sommer lesen, denn Kostovas Erstling ist aufgrund stimmungsvoller Beschreibungen, eleganter Sprache und nicht zuletzt dem Grundthema selbst, wie geschaffen für die Herbstzeit. An düsteren September- oder Oktoberabenden, bei Nebel oder Gewitter vor dem knisternden Kamin, entfaltet dieses Werk ohne Zweifel seine größte Wirkung.

Nun zum Inhalt zwischen den Buchdeckeln: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Elizabeth Kostova ganz gewollt in ihrem Roman Verbindungen zu Bram Stokers „Dracula“ anstellt und diese auch vermehrt sucht. Während jedoch jüngst mancher Schriftsteller (siehe Dacre Stokers und Ian Holts grottenschlechte Möchtegern-Fortsetzung „Dracula – Die Wiederkehr“) auf Stokers Grundgerüst lediglich ein paar neue Säulen hinzugefügt hat, schafft es Kostova sich dank des direkten Bezugs auf die historische Figur Vlad Tepes deutlich von der romantisierten Darstellung des Ur-Draculas zu distanzieren. „Der Historiker“ ist weder Horrorroman noch nervenzerreißender Thriller, sondern vielmehr ein exzellent und intelligent erzählter Schauerroman der klassischen Schule, der von seiner dichten Atmosphäre lebt und den leichten Schauder, den feinen Grusel sucht. Jeglicher Versuch ihn somit als spannungsgeladenen Thriller zu vermarkten, muss zwangsweise scheitern, denn trotz dieser unheimlichen Sogkraft, dieser ständigen Sucht weiter lesen zu müssen, widersetzt sich das Buch jedem Versuch das Lesetempo zu erhöhen.

„Der Historiker“ profitiert eben gerade von den lange unbeantworteten Fragen, von mysteriösen Rätseln, von detaillierten Recherchen in Bibliotheken. Die gleiche Geduld, welche die Figuren bei ihren historischen Nachforschungen aufbringen müssen, fordert Kostova auch ihren Lesern ab. Und soviel sei gesagt: Selten zahlt sich Geduld so aus wie hier. Wer das früh erkennt und versteht, dem wird eine Art von Spannung geboten, welche lange aus den Geschichten moderner Bücher verschwunden war: Eine Spannung, welche man peu a peu, Absatz für Absatz, Kapitel für Kapitel, wie ein Gourmet genießen will.

Elizabeth Kostova gelingt das, woran viele Schriftsteller vorher bereits Schiffbruch erlitten haben. Historische Fakten und Fiktion so kunstvoll miteinander zu verknüpfen, das die Übergänge verschwimmen und nicht mehr ersichtlich sind. Bereits getätigte Vergleiche mit Umberto Eco mögen anmaßend und übertrieben klingen, sind meines Erachtens aber vollkommen gerechtfertigt. Im Gegensatz zum Autor von „Der Name der Rose“ kommt hier das kulturgeschichtliche und anthropologische Wissen allerdings nicht derart schulmeisterlich daher, wenngleich es doch ebenso viel Aufmerksamkeit und einen gehobeneren Intellekt erfordert. Selbiges gilt für die drei Zeitebenen des Romans, die miteinander verwoben nicht immer kenntlich gemacht sind. Kostovas beträchtliche Recherchen werden in fast jeder Passage ersichtlich, auf jeder Seite gibt es neues und wissenswertes zu entdecken. Eigene Erzählstränge benötigt die Autorin dabei bemerkenswerter Weise jedoch nicht. Ohne Übergänge werden die historischen oder angeblich historischen Ereignisse in die Handlung integriert, wobei deutlich wird, dass Kostova selbst eine gute Historikerin abgeben würde, da sie behutsam aber beständig die Freude an Geschichte weckt. Ob die düstere Atmosphäre hinterm Eisernen Vorhang oder die ursprüngliche Kultur in einem entlegenen Bergdorf. Die Autorin haucht längst vergangenem äußerst eindringlich und nachvollziehbar Leben ein.

Interessanterweise wählt Kostova dabei dieselben Stilmittel wie einst Bram Stoker. In altem Archivmaterial, Briefen oder Tagebucheinträgen führt sie den Leser langsam auf die Legende und den Mythos Dracula zu, wobei man auf dem Weg dorthin dank bild- und farbenreicher Sprache (ich fühlte mich an Zafon erinnert) an den Reisen ebenso viel Freude findet, wie an der geheimnisumwobenen Figur selbst. Liebevoll und detailliert werden Landschaften und Menschen gezeichnet, die Unterschiede der Kulturen hervorgehoben. Ließe man das Thema Vampire völlig außer acht, allein diese Beschreibungen machten dieses Buch lesenswert. Und letztlich ist die Suche nach Dracula zwar der Motor, aber nicht das leitende Motiv dieser Geschichte. Vielmehr steht die detektivische Recherche im Vordergrund. Die Suche eines Studenten nach seinem Mentor, eines Mädchens nach ihrer Herkunft, einer Tochter nach ihrem nie gekannten Vater. „Der Historiker“ lebt von seinen Figuren, ihrer unstillbaren Wissbegierde, ihrem Drang der Geschichte stets Neues abzuringen. Vereinzelte Übergriffe durch die Vampire dienen dem Element der Bedrohung, werden wohl aber keinen Anne Rice oder (Gott behüte!) Bis(s)-Fan hinterm Ofen hervorlocken. Ein Dracula-Roman ist „Der Historiker“ nicht. Und das will er auch nicht sein.

Man muss lange suchen, um Schwächen in Kostovas Werk zu finden. Aber es gibt sie. Da ist meines Erachtens allen voran das Ende zu nennen, das, bei aller Eleganz, einfach zu schnell erzählt und abgehandelt wird. Im Vergleich zu ihren ausführlichen Fabulierungen im Vorfeld, kam es mir persönlich zu abrupt, wenngleich ich mit der Art und Weise, wie die Autorin es gelöst hat, nicht unzufrieden sein kann. Dennoch führt es dazu, dass „Der Historiker“ knapp an einer durchaus möglichen Maximalwertung vorbeirauscht.

Insgesamt ist „Der Historiker“ ein wunderbar melancholischer, sprachlich eleganter und vor allen nachhaltiger Schauerroman, der Freunden anspruchsvoller und doch unterhaltender Literatur nur warm ans Herz gelegt werden kann. Ein echtes, entdeckenswertes Kleinod – nicht nur im Bereich der mittlerweile äußerst fragwürdigen Vampirliteratur. Ich freue mich auf weitere Werke aus der Feder von Elizabeth Kostova.
daisy zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«05.04.2010
Dieses Buch war ein wirklicher Lesegenuss. Im Gegensatz zu anderen Büchern, die man eher schnell herunterliest, lässt einem die verworrene und zugleich spannende (und vor allem ziemlich gruselige) Handlung oft keine andere Wahl als das Buch nach einigen Kapiteln erschöpft aus der Hand zu legen, weil einen die neuesten Erkenntnisse um die Handlung sowie die Sprünge in der Erzählperspektive einiges an Konzentration und emotionaler Anspannung abverlangt und man das Buch eben nicht in einem Rutsch lesen kann. So erging es mir zumindest.
Dieses Buch fesselt unheimlich und kann einem auch durchaus schon mal schlaflose Nächte bescheren.
Die Geschichte ist von Anfang bis Ende stimmig aufgebaut und birgt auch etliche Elemente des Kriminalgenres, wenn die "Ermittler" versuchen dem "Täter" auf die Schliche zu kommen, was ich sehr interessant fand.
Insgesamt kann ich nur feststellen, dass ich mich schon auf weitere Romane der Autorin freue!
Susannah zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«29.01.2010
Europa, Mitte des 20.Jahrhunderts. Ein 16jähriges Mädchen reist mit seinem Vater auf Diplomatenwegen durch Europa. In den ruhigen Momenten erzählt ihr Vater eine Geschichte, die lange vor ihrer geburt begann und doch bis heute andauert. Es die Geschichte einer ewigen Suche, eine Geschichte von Verlust, Trauer und Schmerz. Eine Geschichte von Geschichte, Büchern, Gelehrten. Und es ist eine Geschichte von Dracula.

Wer sich nur ein wenig für Dracula und den historischen Hintergrund der FIgur interessiert, wird hier seine reine Freude haben! Über 800 Seiten geballte Unterhaltung auf hohem Niveau. Wer sich an Sprüngen zwischen tagebucheinträgen, Briefen und Ich-Erzählperspektive nicht stört, kann bedenkenlos zugreifen. Ein wunderschönes Buch mit einer berührenden Geschichte.In ihrem Erstling überzeugt die Autorin mit fein geschliffenen Charakteren und einer sehr charmanten Erzählweise. Zwar sind die Zeit- und Perspektivensprünge gewöhnungsbedürftig, doch wenn man sich darauf einlässt erwartet einen ein großes Lesevergnügen. Eines der Bücher, das ich wohl mehr als einmal lese. Und ein Buch, das Lust gemacht hat, mich mehr mit Dracula und seinem historischen Vorbild zu beschäftigen - wenn auch hoffentlich auf wesentlich ungefährlichere Weise!
El_Sebo zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«25.08.2009
Zwischendurch wirlich etwas langatmig, besonders durch die nicht enden wollenden Landschaftsbeschreibungen. Jedoch gerade die historischen Fakten fand ich sehr interessant!
Anfänglich hat mich das Buch nicht allzu sehr gefesselt, die letzten ca. 200 Seiten habe ich jedoch in kürzester Zeit verschlungen. Der Showdown kommt aber im Vergleich zum Rest des Buches viel zu kurz.
Unterm Strich ist das Buch ganz gut gelungen. Es ist aber eher nicht dazu geeignet, jemanden das Lesen nahe zu bringen.
Boesie Bowman zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«31.07.2009
Ich habe das Buch bereits kurz nach Erscheinen gelesen und werde mir dieses Lesevergnügen irgendwann nochmal "antun". Grusel auf allerhöchstem Niveau, nichts für Leser, die auf jeder zweiten Seite Blut riechen wollen, dafür aber für solche, die Niveau zu schätzen wissen, sowohl in literarischer, als auch historischer Hinsicht. (Kostova soll zehn Jahre lang das historische Umfeld recherchiert haben.) Wunderbarerweise gesellt sich noch eine ganz unglaubliche Spannung hinzu, wie es sie eben nur in gut "gemachten" Büchern gibt. Ich bin mir sicher: Bram Stoker selbst wäre begeistert!
mase zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«18.06.2009
Sehr lange habe ich mich nach diesem Buch gesehnt und nun endlich angelesen. Ich wusste, dass es ein ruhiges Werk ist, aber dass ruhiges auch spannend sein kann, bewies Bram Stoker vor Jahren.

Ich habe mich jetzt eine Woche lang durch die ersten 100 Seiten gekämpft und werde den Schmöker auf die Seite legen. Es ist schön, aber langatmig geschrieben und ist definitiv kein Buch für den Sommer. Für ein solches Buch muss es draussen kalt und neblig sein, die Blitze zucken und der Regen prasseln – wir sehen uns, Historiker.
Jesssie zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«01.12.2008
Ich kann mich der Meinung von Frank A. Dudley nur vollkommen anschließen! Und die Meinung von Jule spiegelt meine Erfahrungen mit dem Buch wieder, nur dass ich nicht nach der Schule gelesen habe ;-)

Von mir gibt es 100 %

Mich haben die "lang-weiligen/atmigen??" geschichtlichen Ausflüge und Erläuterungen usw. überhaupt nicht gestört. Sie runden das Buch irgendwie ab. Im Gegenteil, es machte richtig Spaß den Protagonisten auf ihrer Suche durch die verschiedenen Länder und Schauplätze zu folgen. Die Beschreibungen geben doch schließlich auch die Atmosphäre wieder! Dieses Buch ist halt kein Schocker, Thriller und nichts für Blutrünstige - hier fließt kein Blut.

Zugegeben, die ersten Seiten waren ein wenig zäh für mich, aber dann hat das Buch richtig aufgeholt! Auf den Spuren des echten Dracula ... Der Roman läßt die wahre Geschichte des Dracula lebendig werden. Atmosphärisch dicht, Spannung hoch zehn, dazu noch geschichtlich interessant, super Charaktere! Ich konnte es nächtelang nicht aus den Händen legen. Grusel vom Feinsten!!! Sehr fazinierend. Eines der besten Bücher, dass ich in den letzten Jahren gelesen habe!

Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind ;-)
MelanieM zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«28.03.2008
Find das Buch nicht direkt langweilig nur einfach ab und zu etwas zu weit ausgeholt. Aber alles in allem war es sehr gut.
Und gut geschrieben auch die vielen kleinichkeiten die man so neben bei noch hat sind super. So das nicht Wirklich langeweile entsteht. Kann also guten gewissens weiterempfehlen.
Sonnschein zu »Elizabeth Kostova: Der Historiker«06.03.2008
Langweilig fand ich das Buch nicht, dafür hat mich das Thema *Dracula* zu sehr interessiert, aber stellenweise war es langatmig geschrieben. Auf jeden Fall könnte man es auf gut die Hälfte kürzen, ohne dabei dem Leser Spannung zu nehmen. Habe desöfteren etwas quer gelesen.
*Der Historiker*gehört meiner Meinung eher auf die Histo-Couch als auf die Phantastik-Couch, denn zum gruseln empfand ich es beim lesen nicht sehr. 60°

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