Und übrigens noch was... von Eoin Colfer

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „And Another Thing...“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 416 Seiten.ISBN 3-453-40795-4.Übersetzung ins Deutsche von Gunnar Kwisinski.

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In Kürze:

Keine Panik – die Reise per Anhalter durch die Galaxis geht weiter
Weltweit wurde die Serie „Per Anhalter durch die Galaxis“ über 20 Millionen Mal verkauft. Acht Jahre nach dem Tod des Autors Douglas Adams hat nun seine Witwe den Bestsellerautor Eoin Colfer („Artemis Fowl“) damit betraut, einen sechsten Band zu jener legendären Trilogie in 5 Teilen zu schreiben. Und das unendlich Unwahrscheinliche wird Wirklichkeit …

Arthur Dents zufällige Beziehung zum außergewöhnlichen Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ blieb nicht gänzlich ohne Zwischenfälle. Arthur hat den bekannten (und unbekannten) Weltraum bis in die letzten Winkel und darüber hinaus bereist, nachdem sein Haus (und der gesamte Planet Erde) an einem furchtbar dummen Donnerstag einer Hyperraum-Schnellstraße weichen musste. Nach diversen Eskapaden im Raum-Zeit-Kontinuum landet er schließlich zu Hause auf der geliebten Erde – die gleich darauf wieder in die Luft fliegt. Arthurs Aussichten auf eine gemütliche Tasse Tee sind nicht gerade rosig …In „Und übrigens noch was ...“ bekommen wir es unter anderem mit arbeitslosen Göttern zu tun, abtrünnigen galaktischen Präsidenten, verliebten grünen Aliens, lästigen Computern und einer ziemlich großen Scheibe Käse.

Das meint Phantastik-Couch.de: „KEINE PANIK! – der fünfbändigen Trilogie sechster Teil ist da“60

Science-Fiction-Rezension von Klaus Volmer

Nach einem längeren Aufenthalt in diversen virtuellen Welten finden sich Arthur Dent, Ford Prefekt, Tricia McMillan und ihre Tochter Random im Club Beta auf der Erde wieder, die wie üblich kurz vor ihrer Vernichtung durch die Vogonen steht.

Da trifft es sich gut, dass Zaphod Beeblebrox im richtigen Moment erscheint und, mit ein bisschen Hilfe von Wowbagger dem unendlich Verlängerten, die vier vor dem sicheren Tod rettet. Kaum dem Tode entronnen, erfahren die Überlebenden, dass noch eine letzte menschliche Kolonie auf einem Planeten namens Nano existiert. Also machen sich die drei Erdlinge und Wowbagger in Richtung Nano auf, während Zaphod die nordischen Götter auf ihrem Planeten besucht, um ein Versprechen einzulösen …

Arthur Dent is back …

Fast 30 Jahre nach Erscheinen des ersten Romans der „Anhalter“-Serie und neun Jahre nach dem Tode von Douglas Adams setzt Eoin Colfer die legendäre fünfteilige Trilogie fort. Erwartungsgemäß waren die Reaktionen auf den Versuch, diese Kultserie wieder zum Leben zu erwecken, äußerst gespalten.

Soviel vorab: Der Leser, der jetzt eine negative Rezension erwartet, weil dieser Ire es gewagt hat, den „Anhalter“ fortzusetzen, sei in das nächste Paralleluniversum verwiesen. Dort findet er einen phantastischen Verriss, der darin gipfelt, man möge doch Eoin Colfer dem gefräßigen Plapperkäfer von Traal zum Fraß vorwerfen.

Gleiches gilt für den geneigten Leser, der möchte, dass ich in Lobeshymnen ausbreche, gerade weil diese Serie endlich fortgesetzt wurde. Diesen Leser verweise ich in die übernächste Dimension mit einer ansprechenden 100 Grad Bewertung.

Für die übrig-gebliebenen kommt hier der Versuch, dieses Buch objektiv zu betrachten: Nach dem fulminanten Auftakt beginnt eine eher konventionelle Geschichte, die allzu vorhersehbar ihrem Happy-End entgegen geht.

Die Gesellschaft auf Nano besteht aus superreichen Iren, die sich in zwei Gruppen aufgeteilt haben und völlig weltfremd, ohne ihr Personal aufgeschmissen sind. Das Ganze erinnert ein bisschen an die Bewohner der „Arche B“ aus Golganfrincham, die bekannterweise unsere Vorfahren sind. An dieser Stelle lässt Colfer durchblicken, dass er selbst Ire ist. Der gewählte Rahmen wirkt aber nur mäßig interessant weil er, wie schon beschrieben, nicht wirklich neu ist. Lediglich der Ausflug von Zaphod Beeblebrox in die Welt der nordischen Götter vermag dem Plot etwas Pepp zu verleihen. Da hilft es auch nicht, dass Colfer versucht, den Stil von Douglas Adams nachzueifern, indem er den Text mit allerlei Anekdoten in kursiver Schrift würzt.

Die Charakterisierung der handelnden Figuren entspricht im wesentlichen den Vorgaben der alten „Anhalter“-Bände. Das ist eigentlich schade, denn z.B. die Figur der Trillian ist schon in den alten Büchern eher schwach gezeichnet. Hier hätte Eoin Colfer die Möglichkeit gehabt, aus dem übergroßen Schatten seines Vorgängers herauszutreten. So agieren jedoch alle Personen, wie man es als Kenner der Trilogie von ihnen erwartet.

Nicht nur Marvin fehlt

Für sich genommen ist „Und übrigens noch was“ ein kurzweiliger, zuweilen wirklich komischer Roman, der Spaß macht. Wer sich aber explizit vornimmt, in die Fußstapfen des „Anhalters“ zu treten, der muss sich auch einen Vergleich gefallen lassen.

Leider fällt dieser negativ für Colfer aus. Der Stil passt, es fehlt aber der geniale, fast schon philosophische Ansatz, der die „Anhalter“-Bücher von Douglas Adams auszeichnete. Die Story ist zu konventionell und zu vorhersehbar. Es mangelt an genialen Ideen wie Mäuse, die die Welt lenken, Rindviecher, die sich selbst zum Essen anbieten oder die Antwort, die 42 lautet. Außerdem gibt es leider kein Kapitel, in dem Marvin vorkommt.

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