Erweckung von F. Paul Wilson

Buchvorstellungund Rezension

Erweckung von F. Paul Wilson

Originalausgabe erschienen 1990unter dem Titel „Reborn“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 468 Seiten.ISBN 3865520820.

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In Kürze:

F. Paul Wilsons Adversary-Zyklus schildert den Kampf der Menschheit gegen die böse Macht Rasalom. Während Das Kastell, Die Gruft und Die Gabe einzeln und in beliebiger Folge lesbar sind, sollte man Erweckung, Angriff und Nightworld anschließend und in dieser Reihenfolge lesen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Waisenjunge und das Böse – oder Rosemarys Baby ein wenig anders“60

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Jim Stevens versucht sich mehr schlecht als recht als Autor durchzuschlagen. Mit den Absagen der Verlage kann er ganze Ordner füllen, sein Agent beschwört ihn, doch endlich mit den Horror-Plots aufzuhören und etwas Verkaufsträchtigeres zu Papier zu bringen.
Eines Tages flattert ein Schreiben einer New Yorker Anwaltskanzlei ins Haus. Ausgerechnet er, ein adoptiertes Findelkind, soll im Testament des reichsten und angesehensten Bürgers der Kleinstadt bedacht worden sein. Ist das Erbe vielleicht ein Hinweis auf seine Abstammung, kommt er jetzt dem Geheimnis seiner leiblichen Eltern auf die Spur?

Versteckt im Tresor der geerbten Villa stößt er auf drei Jahresbücher und einen Brief, in dem der Verstorbene seinem Erben eine niederschmetternde Mitteilung macht. Seine Existenz verdankt er dem unbändigen Forschungsdrang des Nobelpreisträgers, der sich selbst geklont hat.

Als die Presse von der Sensation Wind bekommt, versammeln sich streng gläubige Katholiken vor seiner Tür. Seelenlos soll er sein, der Antichrist gar soll sich seiner bemächtigen, um die Menschen ins Verderben zu führen. Bei der Konfrontation mit den Fundamentalisten verunglückt er tödlich. Seine schwangere Frau gerät danach ins Visier der Fanatiker. Ihre ungeborene Leibesfrucht soll noch vor der Geburt getötet werden, um Satan die Wiedergeburt zu verwehren. Doch steckt wirklich Satan hinter der Besessenheit, oder ist ein viel gefährlicherer Widersacher dabei, sich seinen Weg auf die Erde zu bahnen?

Endlich auf Deutsch – die Trilogie um den Widersacher, ein Frühwerk des Handyman-Jack-Autors

F. Paul Wilson hat im Verlauf seiner bemerkenswerten Karriere viele Spielarten der Literatur ausprobiert. Als gelernter Mediziner hat er entsprechende Thriller vorgelegt, einen SF-Roman geschrieben und im Bereich der Weird Fiction gepunktet. Seine Bestsellerreihe um Repairman Jack – zu Deutsch Handyman Jack – erobert regelmäßig die Bestsellerlisten jenseits des Atlantik.

In diesen, wie in seinem Adversary-Zyklus, dessen erster Teil in Deutscher Erstveröffentlichung jetzt vorliegt, greift er immer wieder einen grundlegenden Konflikt zwischen einer bösen intergalaktischen Macht – dem Widersacher – und dessen Gegner, einer Macht, die der Menschheit zwar gleichgültig gegenübersteht, diese aber zumindest nicht zu vernichten droht, auf.

Reborn – Erweckung – wurde bereits 1990 erstveröffentlicht. Insoweit unterscheidet sich der Plot inhaltlich wie von seiner Anlage und Ausführung her doch markant von den später zurecht so hochgelobten Repairman-Jack-Titeln. Das soll jetzt beileibe nicht heißen, dass sich das Buch nicht spannend und auf einen Rutsch durchlesen würde, doch so manches an der Anlage erinnert doch sehr an den Überraschungsbestseller Rosemaries Baby.

Wilson greift, in seinen großen Serienkosmos eingebunden, das so beliebte Thema der Dämonenbesessenheit auf eigene Art und Weise auf. Geschickt reichert er dann seine Handlung mit dem Bild einer fanatischen christliche Splittergruppe an, fügt einmal mehr eine sympathisch gezeichnete Krankenschwester als Protagonistin hinzu, und lässt auch erste Anzeichen seiner späteren Stärke, der packenden Beschreibung körperlicher Auseinandersetzungen, einfließen. Das liest sich nett, zu Beginn fast ein wenig brav, dann Tempo aufnehmend, ohne dass wir sämtliche Geheimnisse ergründet hätte. Immerhin stehen zwei weitere Romane der Trilogie zur Veröffentlichung im Festa Verlag an, bis der Widersacher – vielleicht – endlich gestellt wird.

Hoffen wir, dass die Bücher wirtschaftlich so erfolgreich sind, dass Frank Festa auch die bei Random House (Goldmann/Blanvalet) wohl nicht fortgeführte Repairman-Jack-Edition fortsetzt.

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