Der letzte Aufstand von Francis Knight

Buchvorstellungund Rezension

Der letzte Aufstand von Francis Knight

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Last to Rise“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 300 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Melanie Vogltanz.

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In Kürze:

Die vertikale Stadt Mahala steht kurz vor dem Krieg mit den benachbarten Stadtstaaten. Es könnte sich als schlimmster Alptraum entwickeln, aber Rojan und die überlebenden Schmerzmagier bereiten sich auf ihren letzten Aufstand vor.

Die Stadt muss mit Strom versorgt werden – und das schnell. In der alchemistischen Werkstatt wird an einem Generator gearbeitet, die Fabriken produzieren Waffen schneller denn je und trotzdem bleiben die Magier der letzte Ausweg aus der Krise.

Rojans Schwester hat die Leitung der Alchemisten inne, verfolgt dabei den Plan, die Kraft der Magier so effektiv wie möglich zu nutzen und gegen die heranstürmenden Armeen einzusetzen. Während die Nahrungsmittel immer knapper werden und sich die Bewohner auf einen Krieg vorbereiten, für den sie nicht gewappnet sind, scheint dieses riskante Unterfangen, die einzige Möglichkeit zu sein …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die senkrechte Stadt im Belagerungszustand“76

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Einst war das was heute als Stadt Mahala bekannt ist nur eine Festung in einem Gebirgspass. Dann wurde Etage über Etage gebaut, ein vertikaler Moloch von einer Stadt entstand. Die, die in dieser Stadt die Macht inne haben, die Kleriker, sie residieren ganz oben, wo man, wenn man denn Glück hat, sogar einmal einen Fetzen blauen Himmel zu Gesicht bekommen kann.

Diejenigen, denen das Schicksal den goldenen Löffel verweigert, leben unten, in der immerwährenden Düsternis, dem Zwielicht der Katakomben, Höhlen und Gänge.Seit Jahrzehnten haben die Kleriker die Schmerzmagier verfolgt, sie hingerichtet und missbraucht. Jetzt wird die Stadt von uns Schmerzmagiern mit Strom versorgt, wir wenigen Überlebenden, zumeist Jugendliche aus den Slumvierteln sind in die ungewohnten Rolle der Retter geschlüpft.

Mahala wird von den Storad angegriffen und belagert. Während deren Kanonen die Festungswälle und Tore beschießen, versuchen sich die Mächtigen in Sicherheit zu bringen. Als Preis für ein Ende der Belagerung verlangen die Storad nur zwei Menschen – meine Schwester, eine geniale Erfinderin deren alchemistische Maschinen die Stadt mit Strom und Waffen versorgen und mich, Rojan, den mächtigsten der überlebenden Schmerzmagier. Sie können es sich wohl vorstellen, dass ich von einer derartigen Opferrolle nicht wirklich begeistert bin.

Als die Kanonen der Storad die Tor der Festung pulversieren wissen die Bewohner, dass das Ende bevorsteht. Aber noch gibt es ja die Erfindungen meiner Schwester und einen Schmerzmagier, der sich den Schutz seiner Heimatstadt auf die Fahnen geschrieben hat – die Frage ist nur, wie weit ich für eben jenen Schutz zu gehen, und wie viel ich zu opfern bereit bin …

Gelungene Mischung aus Noir, Abenteuer und sympathisch-interessanten Figuren

Mit vorliegendem Band schließt die Autorin ihre Trilogie in sich befriedigend ab. Was aber ist das Besondere, das den Verlag, der sich sonst eher der Publikation heimischer Autoren verschrieben hat, davon überzeugte, zusätzliches Geld in eine Übersetzung zu investieren?

Nun, da ist zunächst einmal die ungewöhnliche Kulisse zu nennen. Die vertikale Stadt, in der die Begüterten nicht nur bildlich sondern auch tatsächlich ganz oben, in der Sonne und der guten Luft thronen. Die weniger begüterten vegetieren im Untergrund vor sich hin. Das ist sowohl tatsächlich wie bildlich bezeichnend, schmarotzen doch die Kleriker auf Kosten der Underdogs.

Dazu gesellt sich eine ganz eigene Mischung aus Technik – hier als Alchemie bezeichnet – und Paragaben, die über Schmerz aktiviert und als Magie verkauft werden.

Dritter Faktor, und beileibe nicht der Unwichtigste in der Aufzählung ist unser Protagonist – ein Gauner, ein Schwerenöter, ein Schwätzer – und gleichzeitig einer, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Er sorgt sich um seine Verwandten und Freunde, steht bei all seinem schlechten Ruf treu zu denen, die auf ihn angewiesen sind und bringt, selbstironisch und zynisch verbrämt persönliche Opfer fürs Allgemeinwohl.

Aus diesen Bestandteilen formt die Autorin ihre Handlung. Eine äußere Bedrohung, die vorliegend existentielle Form annimmt, bringt die Ereignisse voran, treibt sie zum Höhepunkt, dem letzten Kampf um Freiheit. Das hat gerade atmosphärisch viel von einem Noir Krimi, immer wieder tauchen wir in der Unterstadt in Kaschemmen, dunkle Gassen voller Unrat oder verseuchte Slumviertel ein.

Dazu gesellt sich dann der lakonische Tonfall, in dem insbesondere Rojan Dizon beschrieben wird. Das ist ein Charakter, der uns fasziniert. Ein Mann, der ebenso wandelbar wie verrucht daherkommt, der unter seiner harten Schale aber ein großes Herz verbirgt. Das alles wird mit einer packenden Beschreibung der Belagerung, des Verrats und der verzweifelten Bemühungen um Rettung kombiniert, so dass die Spannungskurve hoch bleibt und man gebannt die Seiten umblättert.

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