Auge von Frank Herbert

Buchvorstellungund Rezension

Auge von Frank Herbert

Originalausgabe erschienen 1985unter dem Titel „Eye“,deutsche Ausgabe erstmals 1987, 397 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Ronald M. Hahn.

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In Kürze:

Die letzten Monate vor seinem überraschenden und frühen Tod hat FRANK HERBERT, weltberühmt durch seinen Zyklus vom WÜSTENPLANET, vor allem diesem gemeinsamen Projekt mit Jim Burns gewidmet, dessen Werk er außerordentlich schätzte. Er selbst hat die Erzählungen ausgesucht, die der britische Künstler illustrieren sollte, und mit ihm Details besprochen, wie der Palast auf Dune und die Personen dargestellt werden könnten. Aus dieser intensiven Zusammenarbeit gint dieses schöne Buch hervor, dessen Erscheinen Frank Herbert noch erlebte und von dem er noch einige Exemplare signierte. Es kann als sein Vermächtnis gelten, da es gewissermaßen einen Überblick über sein schriftstellerisches Schaffen gibt.

Inhalt:

  • Auf dem Wüstenplaneten
  • Aufs Geschirr kommt es an
  • Der Drache in der See
  • Erinnert euch!
  • Feuer einstellen!
  • Frösche und Forscher
  • Komm zu mir, mein Mörder!
  • Rattenrennen
  • Saatgut
  • Streng nach Vorschrift
  • Der taktvolle Saboteur
  • Der Tod einer Stadt
  • Transit fuer einen Flügel

Das meint Phantastik-Couch.de: „Einheit von Stories und Bildern“100

Science-Fiction-Rezension von Michael Matzer

„Auge“ ist eine Sammlung von illustrierten Kurzgeschichten des Erfinders des „Wüstenplaneten“ und bietet einen repräsentativen Querschnitt durch Herberts Werk.

Der Herausgeber hat die Geschichten jeweils mit genauen Angaben zur Erstveröffentlichung versehen und in zeitlicher Reihenfolge sortiert. Die Auswahl hingegen erfolgte noch durch Herbert selbst, der das Erscheinen der US-Ausgabe noch erleben konnte. Durch den engen Kontakt, den Herbert und der bekannte Illustrator Jim Burns pflegten, entstanden realistische, eng an den jeweiligen Text angelehnte Schwarzweiß-Illustrationen.

Ein Höhepunkt dieser Arbeiten stellt sicherlich der Bilderzyklus „Auf dem Wüstenplaneten“ dar. Der nach den Illustrationen geschriebene Text dieses Kapitels (keine Story!) steht umschreibend neben der Hauptsache, dem Bild. Zu sehen sind auf diesem „Rundgang“ die Palastanlagen in Arrakeen, der Tempel Alias, ein Außenpanorama – vor allem aber mehrere Figuren aus den Romanen: Prinzessin Irulan, hier tituliert als „Mua’dibs jungfräuliche Gefährtin“ (?!), daneben auch Duncan Idaho und eine hohe Vertreterin des Bene-Gesserit-Ordens, Gaius Helen Mohiam.

Die zwölf Geschichten selbst sind von unterschiedlicher Qualität und oftmals von politischer Thematik. Ein Beispiel sei herausgegriffen. „Der Drache in der See“ ist die Vorlage zu Herberts erstem Roman „Atom-U-Boot S 1881“ („The Dragon in the Sea“). Darin geht es recht spannend um die Frage, wie ein Kapitän eines Schiffstyps mit solcher Vernichtungskraft ethisch angemessen oder rechtfertigbar handeln kann. Am Ende der Geschichte bricht der Spannungsbogen leider abrupt ab. Wer wissen will, wie es weitergeht, muss sich den entsprechenden Roman im Antiquariat kaufen.

Ein unbezahlbares Sammlerstück

Eine gewisse Entschädigung bildet die Einführung zu dieser Sammlung. Herbert liefert hier interessante Hintergrundinformationen zur Filmproduktion von „DUNE – Der Wüstenplanet“ aus einer eigenen Sicht. Dazu gehört eine Detailliste von herausgeschnittenen, bereits fertig gedrehten Szenen. Sie und andere Szenen machen etwa drei Fünftel des Gesamtmaterials aus! Inklusive dieses Materials hätte es der Film auf eine Gesamtlänge von rund 5 Stunden gebracht. Leider wurde die damit anvisierte TV-Mini-Serie nie realisiert. Dies gelang erst Ende 2000 mit völlig anderen Darstellern.

Porträts des Autors, des Illustrators und weitere Erklärungen zu den Illustrationen runden die ganze Ausgabe ab. Das trägt zu einer selten anzutreffenden Geschlossenheit dieser Buchproduktion bei. Zahlreiche Geschichten dieser Sammlung sind nochmals in der Collection „Der Tod einer Stadt“ wiederzufinden (ebenfalls bei Heyne), die wesentlich umfangreicher ist.

Zweifellos handelt es bei diesem Buch um ein Sammlerstück. Für nur 12 Stories ebenso viele Markstücke hinzulegen, war schon 1987 recht teuer. Aber es lohnt sich: So eine geschlossene, wertvolle Buchausgabe von einem der wichtigsten Science Fiction-Autoren und dem bestbezahlten Science Fiction-Illustrator kommt niemals wieder.

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