Ein Cyborg fällt aus von Frank Herbert & Bill Ransom

Buchvorstellungund Rezension

Ein Cyborg fällt aus von Frank Herbert & Bill Ransom

Originalausgabe erschienen 1966unter dem Titel „Destination: Void“,deutsche Ausgabe erstmals 1971, 203 Seiten.ISBN 3-453-30261-3.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Ein gigantisches Raumschiff mit tausenden von Siedlern im Kälteschlaf, ausgerüstet für die Gründung einer Kolonie, bricht auf in ein fernes Sonnensystem. Nur kleine Teams von Wissenschaftlern überwachen den Flug, der Jahrzehnte dauern soll. Das Schiff wird von einem Cyborg gesteuert, einem cybernetischen Organismus, der nur noch zum Teil organischer, zum größeren Teil elektronischer Natur ist. Dieser Cyborg fällt aus, als das Schiff sich bereits auf einer Bahn befindet, die es aus dem Sonnensystem hinausführt. Die Wissenschaftler müssen nun mit ihren beschränkten Mitteln schnellstens eine mechanische Intelligenz konstruieren, welche die Steuerung übernehmen kann. Das heißt aber: einen Computer zustandebringen, der den Funktionen eines menschlichen Gehirns möglichst nahekommt. Seine Konstruktion ist aber nur zum Teil ein technisches Problem, es ist auch ein psychologisches, und bei allen Versuchen dieser Art gab es in der Vergangenheit merkwürdige Katastrophen, denen die beteiligten Forscher zum Opfer fielen. Ist dieses „Versagen“ des Cyborgs vielleicht nichts anderes als ein weiteres Experiment, ein konsequenter Schritt in einer Versuchsreihe, die künstliche Intelligenz zu schaffen?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Computer als Gott“50

Science-Fiction-Rezension von Michael Matzer

Wie man sieht, sind die letzten religiösen Dinge der Menschheit von hohem Interesse. Herbert erzählt lediglich die Schöpfungsgeschichte (vgl. das Buch Genesis) rückwärts, so daß er schließlich wieder im Paradies (Himmelfahrt!) landet.

Ein gigantisches Raumschiff mit Tausenden von Siedlern im Kälteschlaf, ausgerüstet für die Gründung einer Kolonie, bricht auf in ein fernes Sonnensystem. Nur kleine Teams von Wissenschaftlern überwachen den Flug, der Jahrzehnte dauern soll.

Das Schiff wird von einem Cyborg gesteuert, einem „kybernetischen Organismus“, der nur noch zum Teil organischer, zum größten Teil aber elektronischer Natur ist. Dieser Cyborg fällt aus, als das Schiff sich bereits auf einer Bahn befindet, die aus dem Sonnensystem herausführt.

Die Wissenschaftler müssen mit ihren beschränkten Mitteln schnellstens eine mechanische Intelligenz konstruieren, die die Steuerung übernehmen kann, das heißt aber: einen Computer zustandebringen, der den Funktionen des menschlichen Gehirns möglichst nahekommt. Seine Konstruktion ist aber nur zum Teil ein technisches Problem, es ist auch ein psychologisches, und bei allen Versuchen dieser Art gab es in der Vergangenheit merkwürdige Katastrophen, denen die beteiligten Forscher zum Opfer fielen.

Der Band ist unstrukturiert und verwickelt erzählt

Ist dieses Versagen des Cyborgs vielleicht nichts anderes als ein weiteres Experiment, ein konsequenter Schritt in einer Versuchsserie, künstliche Intelligenz zu schaffen? Das Schiff kommt zu dem Schluß, daß es Gott ist.

Das Thema der Erschaffung künstlicher Intelligenz ähnlich dem menschlichen Gehirn hat uns wohl seit „Frankenstein“ fasziniert, aber daß die KI auch beansprucht, Gott zu sein, ist eine neuere Idee.

Frank Herbert, Schöpfer von DUNE, greift sie als tragenden Gedanken für seinen SCHIFF-Zyklus auf, doch macht er einen nicht besonders guten Job dabei: Dieser erste Band ist so unstrukturiert und verwickelt erzählt, daß man keine Lust bekommt, noch lange weiterzulesen. Daher machte er die Folgebände jeweils zu planetarischen Abenteuergeschichten, mit viel Action und Love-Story; allerdings mußte er dazu die Hilfe eines anderen Autors in Anspruch nehmen: Bill Ransom.

„Destination: Void“ ist – zumindest in der vorliegenden 66er-Fassung – nur eingefleischten Fans, entweder von Frank Herbert oder der Science Fiction allgemein, zu empfehlen, die den Schiff-Zyklus komplett lesen wollen.

Die weiteren Bände schrieb Herbert zusammen mit Bill Ransom ab etwa 1979. Dieser Startband erschien 1966, gleich nach „Der Wüstenplanet“, wurde aber dann 1978 revidiert, um den Schiff-Zyklus zu etablieren. Die vorliegende Heyne-Ausgabe basiert auf der Fassung von 1966, die in deutscher Übersetzung zuerst 1971 im Lichtenberg-Verlag erschienen war.

Ihre Meinung zu »Frank Herbert & Bill Ransom: Ein Cyborg fällt aus«

Barbara zu »Frank Herbert & Bill Ransom: Ein Cyborg fällt aus«09.07.2009
Für mich ist "Ein Cyborg fällt aus" einer der interessantesten Romane von Herbert. Wer sich durch die ganzen Fachbegriffe durchwühlt, erkennt wie untrennbar Physik und Metaphysik und Philosophie miteinander verbunden sind.
Für religiös interessierte Menschen, ob gläubig oder nicht hat es viele interessante Denkanstöße, die dann eigentlich nur noch im zweiten Band fortgeführt werden.
Emanuel Goldstein zu »Frank Herbert & Bill Ransom: Ein Cyborg fällt aus«08.03.2007
Frank Herberts "Ein Cyborg fällt aus" ist ein technisch sehr schwer zu lesendes Buch, welches aber durch seine Detailverliebtheit und Erklärungsfreude fesselt. Aber wer sich durch tausende von Elektronischen Begriffen liest, wird sich in einer Welt aus Psychologie, Theologie und Selbsterkenntnis wiederfinden, aus der er neugeboren, mit vielen frischen Gedanken, in eine ihm unbekannte Welt aufbricht.
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