Der Schwarm von

Buchvorstellungund Rezension

Der Schwarm von

Originalausgabe erschienen 2004, 956 Seiten.ISBN 3-596-16453-2.

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In Kürze:

Das Meer schlägt zurück – in Frank Schätzings meisterhaftem Thriller erwächst der Menschheit eine unvorstellbare Bedrohung aus den Ozeanen. Frank Schätzing inszeniert die weltweite Auflehnung der Natur gegen den Menschen. Ein globales Katastrophenszenario zwischen Norwegen, Kanada, Japan und Deutschland, und ein Roman voller psychologischer und politischer Dramen mit einem atemberaubenden Schluss.
in Fischer verschwindet vor Peru, spurlos. Ölbohrexperten stoßen in der norwegischen See auf merkwürdige Organismen, die hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor.
Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Doch wer oder was löst sie aus?
Während die Welt an den Abgrund gerät, kommen die Wissenschaftler zusammen mit der britischen Journalistin Karen Weaver einer ungeheuerlichen Wahrhe it auf die Spur.
Das globale Katastrophenszenario, das Frank Schätzing Schritt für Schritt mit beklemmender Logik entfaltet, ist von erschreckender Wahrscheinlichkeit. Es basiert auf so genauen naturwissenschaftlichen und ökologischen Recherchen, dass dieser Roman weit mehr ist als ein großartig geschriebener, spannungsgeladener Thriller. Das Buch stellt mit großer Dringlichkeit die Frage nach der Rolle des Menschen in der Schöpfung.
Mit Der Schwarm , seinem sechsten Buch, hat sich der Kölner Bestsellerautor Frank Schätzing in die erste Reihe großer internationaler Thriller-Autoren geschrieben. Ein seltenes Ereignis in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ökologische Botschaft verpackt als Wissenschafts-Thriller“80

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Frank Schätzings neues Werk „Der Schwarm“ zieht jeden potentiellen Leser schon durch seine äußere Erscheinung in seinen Bann. Nicht nur durch die riesige blaue Pupille auf dem Cover, sondern vor allem durch seinen immensen Umfang. Ein Mammutwerk von exakt 1000 Seiten lässt hauptsächlich zwei Reaktionen zu: Neugier und Begeisterung – denn wann stösst man schon mal auf ein Buch dieses optischen Auftritts – oder Abschreckung aufgrund der gewaltigen Masse.

Um zum eigentlichen Kernpunkt zu gelangen, lässt sich der Autor entsprechend viel Zeit und beginnt mit der Schilderung von verschiedenen Ereignissen an unterschiedlichen Orten der Erde, die jedes für sich genommen noch relativ harmlos wirken.

Ein gewaltiger Schwarm Goldmakrelen

In Peru verschwindet ein Fischer mit seinem Boot auf dem Meer. Das letzte, was er sah, war ein gewaltiger Schwarm von Goldmakrelen, so unglaublich groß, dass seine Ausmaße nicht abzusehen waren.

In der Nordsee vor Norwegen werden in 700 Metern Tiefe Unmengen von Würmern einer bislang unbekannten Art entdeckt. Sigur Johanson von der Technischen Universität in Trondheim, der zu einem der Protagonisten dieses Buches wird, versucht mehr über diesen Wurm herauszufinden. Er kommt zu der Erkenntnis, dass diese Tiere in Symbiose mit Bakterien leben, die Methanhydrat vom Meeresboden aufnehmen. Deshalb ist es absolut rätselhaft, warum die Würmer enorme Kiefer und Zähne besitzen. Und gerade dieses Methanhydrat ist es, in das die Wissenschaft auf der Suche nach neuen Energiequellen ihre Hoffnungen setzt.

Die Wale bleiben länger aus als gewöhnlich

In Leon Anawak lernen wir in Kanada einen weiteren Protagonisten kennen. Er arbeitet in einer Whale-Watching-Station und unternimmt mit Touristen Fahrten, um Wale zu beobachten. Doch in diesem Jahr bleiben die Wale länger aus als gewöhnlich. Als schließlich die ersten Orcas auftauchen, benehmen sich diese ungewöhnlich aggressiv. Ein Schiff mit Touristen wird von den Tieren angegriffen und es sind sogar Todesopfer zu beklagen.

Ein großer Frachter sinkt, weil das Ruder durch Unmengen von Muscheln besetzt war und sich nicht mehr bewegen ließ. Invasionen von hochgiftigen Quallen werden aus Costa Rica und Australien gemeldet, auch durch Killeralgen sind Menschenleben zu beklagen. In Frankreich werden mehrere Menschen durch einen Giftstoff getötet, der aus einem unbekannten Gallert in einem Hummer ausgetreten ist.

Eine Riesenwelle überschwemmt Nordeuropa

Diese geballt auftretenden Ereignisse in und an den Ozeanen können in dieser Häufung kein Zufall sein. Die Forscher in Laboren überall auf der Welt suchen nach Erklärungen und Zusammenhängen. Dann werden sie von der großen Katastrophe überrascht, als der Kontinentalhang vor der norwegischen Küste abrutscht und eine Riesenwelle weite Teile von Nordeuropa überschwemmt. Ein Krisenstab – selbstverständlich unter amerikanischer Leitung – wird gebildet, der die Phänomene klären soll. Handelt es sich um Naturereignisse oder wird dies alles von einer terroristischen Gruppe verursacht? Oder hat es die Menschheit zu weit getrieben und das Meer schlägt nun zurück?

Ungeachtet der Antworten auf die Frage steht natürlich eine ökologische Botschaft im Vordergrund dieses Thrillers: Wohin führt uns die bereits weit fortgeschrittene Verschmutzung der Weltmeere? Kann es wirklich zu solchen Katastrophen kommen? Wie wird sich die Überfischung der Meere in der nahen Zukunft auswirken? Hat der Mensch überhaupt noch eine Chance, etwas gegen diese Probleme zu unternehmen?

Doch auch mit den bereits bestehenden Naturschutzorganisationen scheint Schätzing nicht so ganz zufrieden zu sein:

„Immer leben die Naturvölker wohl dosiert von etwas, das die Weißen dann verschwenden. Haben sie es verschwendet, reiben sie sich die Augen und wollen es plötzlich schützen. Also schützen sie es vor denen, vor denen es nie geschützt werden musste, und spielen sich auf.“

Die Recherchen, die Frank Schätzing für sein Werk durchgeführt hat, müssen immens gewesen sein. In großen Teilen lesen sich seine Ausführungen wie ein wissenschaftliches Sachbuch und überwiegen in gewissen Abschnitten sogar die fiktive Handlung. Faszinierende Tatsachen aus der Welt der unerforschten Tiefsee ziehen den Leser in den Bann wie Berichte über die Ölförderung und der Suche nach alternativen Energiequellen. Durch die enthaltene utopische Komponente hat der Autor aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass ihm eventuell vorkommende sachliche Fehler nicht als solche ausgelegt werden können.

Die Mischung über das gesamte Buch hinweg stimmt, doch sollte dies nicht über einige Durststrecken hinwegtäuschen, die sich doch etwas in die Länge ziehen. Dagegen finde ich die große Katastrophe in der Nordsee etwa in der Mitte des Buches zu kurz abgehandelt. Auf menschliche Einzelschicksale wurde hier kaum eingegangen.

Manche Spitze parodiert das Genre

Mit bekannten Katastrophen-Thrillern wie z.B. „Independence Day“, „Contact“ oder „Abyss“ geht Schätzing hart ins Gericht und baut sein Team, das für Abhilfe sorgen soll, ähnlich auf wie in diesen Filmen. Mit Militärs an der Spitze, die jede auftauchende unbekannt Gefahr mit Gewalt plattzumachen versuchen, ohne sich möglicher Folgen bewusst zu sein. Manche Spitze parodiert dieses Genre zwar vortrefflich, teilweise jedoch verfällt der Autor ungewollt in ähnliche Plattitüden, die er so kritisiert.

Nicht allen Charakteren konnte Schätzing den nötigen Tiefgang verleihen. Die Hauptpersonen wurden gut herausgearbeitet, doch bleibt die Beschreibung einiger zum Team gehöriger Wissenschaftler sehr oberflächlich. Bei seiner Besetzung hat sich Schätzing übrigens nicht auf fiktive Personen beschränkt, sondern auch real existierende Wissenschaftler wie z.B. Prof. Gerhard Bohrmann vom Kieler Geomar Forschungszentrum, der sogar eine tragende Rolle bekommt, eingeflochten.

Das Ende des Buches ist Geschmackssache. Den einen wahrscheinlich zu einfach, den andern zu hollywoodmäßig. Für meinen Geschmack hat Schätzing den Abschluß gut hinbekommen, die richtige Mischung getroffen. Und uns einige Tatsachen verinnerlicht, die zwar bekannt sind, die man sich aber selten bewusst macht. Der Mensch beherrscht die Erde keinesfalls.

„Wir können nichts tun gegen Mikroorganismen, wir können ja nicht einmal was gegen eine normale Virusinfektion tun [...] Der Mensch lebt einzig, weil die Erde von Mikroben beherrscht wird.“

Mag man an dem Roman Gefallen finden oder nicht, zumindest muß man Frank Schätzing für diese Leistung großen Respekt zollen.

Ihre Meinung zu »Frank Schätzing: Der Schwarm«

weltenbummlerin zu »Frank Schätzing: Der Schwarm«23.05.2014
Ein spannend erzählter Thriller, der allerdings ein fundiertes Interesse an wissenschaftlichen Zusammenhängen voraussetzt. Mir hat das gut gefallen und es ist beeindruckend, wie der Autor sich in die Materie hineingearbeitet und darum noch eine wirklich spannende Geschichte gewoben hat! Es liegt vielleicht daran, dass der umfangreiche Stoff auch dem Erzähler nicht vertraut ist (viele Fachgebiete werden angeschnitten) und es ihm so nicht gelungen ist, das alles weniger kompliziert und wortreich darzustellen. Mich hat das überhaupt nicht gestört, hörte jedoch von anderen, dass sie es "so genau" nicht wissen wollten und manches einfach überblättert haben. Leider, leider kommt es im letzten Viertel zu einem völlig vermeidbaren action-showdown, dessen Banalität nur dadurch zu erklären ist, dass Schätzing fertig werden musste. Figuren, die die ganze Geschichte geprägt haben, aufgebaut wurden, verschwinden einfach, anstatt eine entscheidende Rolle am Ende einzunehmen. Der Held nimmt ein grausames und banales Ende. Über die Yrr - was für eine sagenhafte Idee! - lernt man leider so gut wie nichts. Also, das war sehr sehr enttäuschend. Deshalb habe ich danach nichts mehr von ihm gelesen.
von angreth zu »Frank Schätzing: Der Schwarm«02.06.2012
Ein Buch, dessen Rechercheleistung bewundernswert ist. Ich hatte seinen Kölner Mittelalterkrimi vor Jahren schon gelesen und dann eine Weile gebraucht, bis ich zum "Schwarm" kam. Nicht zu Unrecht, brilliantes Thema, aber wie lange braucht man mit der Vorgeschichte und wie lange braucht es bis die eigentlich machtlosesten Protagonisten den Leser mit dem Zaunpfahl auf die richtige Lösung hinprügeln? Das hätte man mit mehr Handlung und weniger Fakten schöner und eleganter hinbekommen. Herr Chrichton blieb bei allen Fakten immer auch spannend........
Beverly zu »Frank Schätzing: Der Schwarm«17.02.2012
"Der Schwarm" hat es seinerzeit in jede noch so kleine Buchhandlung geschafft und so habe ich ihn in einem kleinen Laden in meinem Heimatkaff an der B1 gekauft, wo es sonst keine Science Fiction gab.
Nun ja ... wäre das Buch halb so lang gewesen, hätte ich seinen Erfolg vielleicht nachvollziehen können. Aber so kann ich es schon deshalb nicht, weil ich nach der Hälfte aufgegeben habe. Das Lesen machte keinen Spaß mehr, weil ich mich mit vielen Figuren nicht identifizieren konnte und das Gefühl hatte, mit dem Plot um die Wesen in der Tiefsee zu weiteren hunderten Seiten Mittelschichts-Schmonzette und Katastrophenroman gezwungen zu werden.
Bemerkenswert fant ich im ersten Teil den Konflikt zwischen dem Iren mit Indianerblut, der ein Indianer sein will, und dem indianischen Wissenschaftler, der ganz in der modernen Zivilisation aufgeht.
Das Lesen habe ich aufgegeben, als Tsunamis in Eurpa zu Kernschmelzen in Atomkraftwerken führten. Wie die Katastrophe in Fukushima zeigt, hat sich da Frank Schätzing als sehr hellsichtig erwiesen.
M.Reinsch zu »Frank Schätzing: Der Schwarm«08.04.2011
Ich habe das Buch geliehen bekommen und natürlich mit überschwenglich positive Bemerkungen.
Der Schreibstyl ist angenehm und man hat auch in den (sehr gut recherchierten) wissenschaftlichen Handlungen keinen Lesevergnügenabbruch.
Leider sind die Hauptprotagonisten (wiederum für mich) zu ungenau skizziert - mehr Tiefgang wäre da schön!
Ab ca.S.400 baut sich dann auch ein Spannungsbogen auf und auf den letzten 100 Seiten bekommt man das Gefühl, das Hr.Schätzing nun endlich die Geschichte zum Abschluss bringen möchte (Action pur).
Leider kommt zum Ende hin auch wieder verstärkt der "Moralisch erhobene Zeigefinger" - bei einem Ökothriller irgenwie auch verständlich, aber gerade im letzten Kapitelblock extrem ausgewalzt. Genau wie der Plot etwas sehr an den Haaren herbei gezogen ist - Alles läuft auf eine Täuschung hinaus - mmh?!
Wie schon geschrieben, sehr unterhaltsam aber kein Buch was ich nicht bei Seite legen könnte.
65°
Micha
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