Zeitenwende von Frederik Hetmann

Buchvorstellungund Rezension

Zeitenwende von Frederik Hetmann

Originalausgabe erschienen 2006, 284 Seiten.ISBN 3-404-92280-8.

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In Kürze:

Der Museumsdirektor Thomas Hauser verliebt sich in die wunderschöne Archäologin Juana Milagro. Er verbringt mit ihr eine Zeit voller atemberaubender Erlebnisse. Als er schon glaubt, in ihr die Frau seines Lebens gefunden zu haben, wird Juana bei einem Ausgrabungsprojekt in Mexiko hinterrücks erschossen. Hauser will die Ermordung seiner Geliebten aufklären, doch seine Suche konfrontiert ihn mit einer Reihe wundersamer Begebenheiten. Im Mittelpunkt steht das Geheimnis der Ausgrabung, an der Juana arbeitete. Es geht um eine unbekannte Maya-Glyphe, die bisher niemand entziffern konnte. Hauser nimmt sich dem Projekt an. Als er dem Rätsel auf die Spur kommt, wird er zum Spielball der Ereignisse. Realität und Traum verschwimmen, und er muss sich auf eine phantastische Reise begeben, wie sie noch nie ein Mensch erlebt hat …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Zu viele Zeitenwendungen auf einmal“50

Mystery-Rezension von Dietmar Thomas

Der Museumsdirektor Thomas Hauser – eigentlich Experte für keltische Geschichte – fährt in die Schweiz, um Vorbereitungen zu einer Maya-Austellung zu treffen. Vor Ort lernt er die anerkannte Maya-Expertin Juana Milagro kennen. Aus dem beruflichen Kontakt entwickelt sich eine Liebesbeziehung – die beiden werden ein Paar. Dann aber wird Juana in Mexiko unter mysteriösen Umständen erschossen. Thomas Hauser fliegt nach Mexiko, um die Leiche zu identifizieren. Dort angekommen verschwimmen sehr bald Realität und Traum zu einer Welt, in der die Entzifferung eines alten Maya-Symbols den Schlüssel für alle Rätsel in sich birgt …

Frederik Hetmann war das Pseudonym von Hans-Christian Kirsch. Der 2006 nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstorbene deutsche Schriftsteller hat sich einen Namen vor allem als Kenner von Märchen, Mythen und Sagen aus aller Welt gemacht. Unzählige seiner Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder behandelten die sagenhafte Welten, von denen diese Volksüberlieferungen berichten. Mit „;Zeitenwende“ liegt jetzt sein letzter Mystery-Roman auch als Taschenbuch vor.

Zentrale Figur des Romans ist der Deutsche Thomas Hauser. Als Direktor des Museums in Hildesheim kümmert er sich um die Organisation einer Maya-Austellung. Eigentlich eher Experte für die keltische und irische Welt, holt er sich in Zürich Rat von der Kollegin Juana Milagro. Juana ist gebürtige Spanierin mit Wurzeln in Südamerika. Vor allem aber kennt sie sich in der Welt der Maya bestens aus. Bei zahlreichen Treffen taucht Hauser nicht nur immer tiefer in die ihm fremde Welt der Mayas ein, er verliebt sich auch in seine Kollegin. Die beiden genießen jede Sekunde, die sie zusammen sind.

Dann aber muss Juana nach Mexiko, um dort einige der Exponate für die Thomas’ Ausstellung zu sichten. Wochen vergehen. Als Thomas einen Anruf aus Mexiko-City erhält, denkt er zunächst an Juana. Doch es ist die Kriminalpolizei, die ihm mitteilt, dass seine Freundin am Flughafen erschossen wurde. Hauser fliegt nach Mexiko, um die Leiche zu identifizieren. Vor Ort ereignen sich mysteriöse Dinge, auf die Thomas keine Antwort findet. Doch das ist erst der Anfang: Als er wieder im Flugzeug zurück nach Deutschland sitzt, verschwimmen Realität und Phantasie zu einer Geschichte, in deren Zentrum nicht nur Juana und er stehen, sondern auch ein gälischer Mönch und die Mayas …

Zu wenig Tempo, zu wenige Überraschungen

Hetman alias Kirsch hat beim Schreiben dieses Romans schon von seiner schweren Erkrankung gewusst. Das merkt man dem Buch an. Offenbar wollte er in diesem letzten Werk unbedingt das über viele Jahre zusammengetragene Material über die Mayas und den Zauberer Merlin unterbringen. So ergibt sich ein Plot, bei dem der Leser wegen fehlender Überraschungen nicht bei der Stange gehalten wird. Stellenweise ähnelt die Schilderung der Kulturen eher an einen Sachband als an einen Mystery-Roman. Wobei anzumerken ist, dass Hetmann/Kirsch sich offenbar wohler in der irisich-gälischen Kultur fühlte, als bei den Mayas. Speziell den Abschnitten, die bei den Mayas spielen, fehlt es an Esprit.

Die Figuren, allen voran Thomas Hauser, wirken blass und beliebig. Das liegt auch daran, dass der Leser keine Zeit bekommt, sich mit den Charakteren vertraut zu machen. Allein Hauser selbst schlüpft auf den 280 Seiten storybedingt in die Rolle von vier anderen Charakteren. Ein wenig viel, um den Überblick zu behalten. Ein weiterer Schwachpunkt – wenn nicht sogar der Schwachpunkt des ganzen Buches: das Tempo. Eher quälend langsam kommt die Geschichte in Fahrt. Hetmann/Hirsch zeigt Nebensächlichkeiten, die bald wieder vergessen sind. Erst auf Seite 80 wird es erstmalig aufregend. Für einige Leser wird das viel zu spät sein – sie haben dann den Roman längst aus der Hand gelegt.

Diejenigen, die durchhalten, finden zwar keinen Reißer, doch zumindest im hinteren Teil die ein oder andere Stelle, die Lust auf mehr macht. Auf mehr Hetmann/Kirsch, und zwar in seinen früheren Werken. „;Zeitenwende“ ist daher nur ein Tipp für echte Fans des Autors. Mehr leider nicht.

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