Brennende Finsternis von Gail Carriger

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Changeless“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 416 Seiten.ISBN 3-442-37650-5.Übersetzung ins Deutsche von Anita Nirschl.

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In Kürze:

Ohne dass irgendjemand dafür eine Erklärung hätte, verlieren sämtliche Vampire und Werwölfe in London ihre übernatürlichen Fähigkeiten. Lady Alexia hält es nicht nur für ihre Pflicht, sondern nachgerade für ihr Recht, ihren Ehemann, dem Chefermittler der Queen für übernatürliche Angelegenheiten, bei dessen Untersuchungen zu unterstützen. Schließlich sind sie frisch verheiratet, und Alexia ist nicht bereit, ihren geliebten Werwolf bereits wieder zu teilen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Fluch der Mumie trifft Gespenster, Werwölfe und Vampire“69

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Lady Alexia hat es geschafft. Was niemand auch nur vermutet hat, ihrer großen Nase, dem etwas stämmigen Körperbau, der ausladenden Oberweite und nicht zuletzt ihrer Italienischen Abstammung zum Trotz hat sie eine gute Partie gemacht. Ein Lord, mehr noch, der Anführer des Werwolfclans von London hat ihr den Bund der Ehe angetragen, die Queen selbst hat sie in ihr Schattenkonzil berufen, in dem sie sich mit den Übernatürlichen – Werwölfen und Vampiren – berät. Selbst den größten Klatschbasen und ihren neidischen Halbschwestern blieb vor Staunen der Mund offen stehen.

Als die Regimenter der Krone aus Indien zurückgerufen werden, um später in den Kolonien Afrikas für Ruhe und Ordnung zu sorgen, passiert gar Unerhörtes. Plötzlich und unerwartet verlieren alle Übernatürlichen rund um die Themse ihre Kräfte und Gaben. Unruhe breitet sich in der Hauptstadt des britischen Commonwealth aus, die Queen ist not amused. Haben die Soldaten im Dienst der Krone eine Seuche eingeschleppt oder sind sie auf eine Waffe der mysteriösen Templer gestoßen? Eile tut Not, denn einmal mehr droht die brüchige Allianz der Übernatürlichen und der Menschen im Empire zu zerbrechen.

So macht sich Alexia auf, die Ursache für das Rätsel zu suchen. Dass ihr Gatte sich, ohne ihr auch nur Bescheid zu geben, gen Schottland aufmacht, um dort bei seinem alten Clan für Ruhe zu sorgen, belastet unsere Ermittlerin in königlichen Diensten zusätzlich. Da kommt es gut, dass die etwas anrüchige Erfinderin Madame Lefoux ihr einen wehrhaften, mit allerlei versteckten Accessoires ausgestatteten Sonnenschirm gebastelt hat, der auch für die Bekämpfung der Übernatürlichen einiges in Petto hat.

Begleitet von ihrer eifersüchtigen Schwester Felicity, ihrer hutbesessenen Freundin Ivy Hisselpenny, dem Claviger ihres Gatten und Madame Lefoux macht Alexis sich an Bord eines Luftschiffes auf gen Norden. Schon auf der Fahrt nach Schottland wird sie bedroht, überfallen, vergiftet und von Bord gestoßen – zu viele Angriffe, als dass nicht etwas wirklich Bedeutsames hinter den Anschlägen stecken würde. Alle Spuren führen schließlich zur alten Heimat ihres Gemahls, einer Mumie und einem Spion …

Oberflächlich, unlogisch aber auch spritzig und unterhaltsam

Wie kann man den zweiten von bislang drei angekündigten Romanen Gail Carrigers um die Erlebnisse der resoluten Lady Alexia am treffendsten charakterisieren? Oberflächlich, unlogisch, frivol. Aber auch unterhaltsam, spritzig und spannend trifft zu.

Geschickt verbindet die Autorin ihre Beschreibung eines viktorianischen Londons mit einer übernatürlichen Welt, reichert diese mit auf den ersten Blick stereotypen Personen an, nur um mit diesen dann immer wieder augenzwinkernd mit der Erwartungshaltung des Lesers zu spielen.

Dabei präsentiert sie uns immer wieder überraschend andere Persönlichkeiten. Gerade im sonst so biederen, verklemmten viktorianischen London mutet eine Frau, mehr noch eine Französin, die sich nicht nur als erfolgreiche Unternehmerin und Erfinderin betätigt, sondern auch noch die Unverschämtheit besitzt, sich in Männergarderobe zu präsentieren, und ihre gleichgeschlechtliche Neigung ziemlich offen zu Markte zu tragen, wie eine unerhörte Provokation an. Gerade aus dem Widerstreit der so angepassten Ivy und der frivol-emanzipierten Madame Lefoux zieht die Autorin viel Faszination, Tempo und Witz. Dazu gesellt sich unsere Erzählerin, die ganz zeituntypisch zu ihrer Lust steht, die engagiert und aufmüpfig ihren Weg geht, es den eingebildeten Männern um sie herum ein ums andere Mal zeigt, dass sie auch – unerhört, wird man in den Clubs sagen – denken kann. Das birgt, versteckt in der Handlung so manche amüsante Szene, reizt zum Schumnzeln, ja auch ab und an zum lauthals loslachen ob der gebotenen Situationskomik.

Eine wenig Steampunk beigefügt, ein bisschen prickelnde Erotik und viele Geheimnisse später ist der Leser an die Seiten gefesselt. Das hat Tempo und Esprit, ist überraschend und spannend und liest sich einfach gut. Mehr davon bitte!

(Carsten Kuhr, August 2011)

Ihre Meinung zu »Gail Carriger: Brennende Finsternis«

tassieteufel zu »Gail Carriger: Brennende Finsternis«01.08.2011
"Brennende Finsternis" schließt nahtlos an den Vorgänger an. Alexia Tarabotti ist nun Lady Maccon, somit Alpha ihres Rudels und gleichzeitig Mitglied im Schattenkonzil der Königin. Als die könglichen Regimenter aus Indien zurückbeordert werden, um später in den afrikanischen Kolonien für Ruhe und Ordnung zu sogen, wird London von einer seltsamen Seuche befallen. Sämtliche Überntürlichen verlieren plötzlich ihre übernatürlichen Gaben u. sind somit sterblich. Handelt es sich tatächlich um eine Seuche, oder gar eine neue Waffe? Die Überntürlichen sind besorgt, ebenso wie die Königin und das Schattenkonzil, denn die Allianz zwischen Menschen, Vampiren und Werwolfen steht immer noch auf wackligen Beinen. Als sich Alexias Ehegatte dann auch noch ganz untypisch für ihn in dieser brenzligen Situation auf den Weg nach Schottland macht, um sein ehemaliges Rudel aufzusuchen, ist sie entsprechend aufgebracht und macht sich zunächst allein auf die Suche nach dem Rätsel, doch schnell stellt sich heraus, das die Ursache des Rätsels in Schottland zu finden ist und so setzt sich Alexia per Luftschiff auf die Spur des abwesenden Gatten.
Wie schon der Vorgänger ist das Buch sehr unterhaltsam und witzig geschrieben, die teils
schrägen, teils verschrobenen Figuren lavieren sich des öfteren in Situationen, bei denen man schmunzeln muß, allen voran Miss Hisselpenny mit ihrer Vorliebe für abscheuliche Hüte und dem übertiebenen Schicklichkeitsempfinden.
Die Story ist temporeich und wartet mit immer neuen Wendungen auf, so das es nie langweilig wird. Gut gefallen hat mir auch, das hier neben der netten viktorianischen Atmosphäre ein wenig mehr technische Details zum Tragen kommen als im Vorgänger. Madam Lefoux eine Männer-
kleider tragende Erfinderin hat für Alexia einen äußerst vielseitigen Sonnenschirm gebaut, der im Laufe des Buches für so manche Überraschung gut ist und auch sonst lockern einige neue Erfindungen wie der Ätherograph die romantische Seite des Buches etwas auf.
Mir haben hier ein wenig die witzigen Schlagabtäusche zwischen Alexia und ihrem Gatten gefehlt, ansonsten aber ein unterhaltsamer Schmöcker, mit einer Vielzahl von schrägen Figuren der sich flott lesen läßt und einfach Lust auf mehr macht! Bleibt zu hoffen, das der Verlag dann auch alle Bücher der Reihe ins Deutsche übersetzt und nicht wie so oft mitten in der Reihe aufhört.
Eine Kritik am Verlag muß ich aber doch noch loswerden: Das Buchcover ist passend zum zum Vorgänger gestaltet und wieder sehr schön in der Optik, das der Verlag wieder so einen unpassenden Titel gewählt hat, damit könnte ich ja noch leben, aber leider ist das Lektorat bei diesem Buch sehr sehr schlecht, im Text wimmelt es von Tippfehlern manchmal fehlen Buchstaben, da steht dann statt der nur er oder es fehlen ganze Worte!!
Sowas finde ich immer sehr ärgerlich und ist auch für das Buch schade! Sicher kann mal was durchrutschen, aber in einer derartigen Häufung sollte das bei einem Verlag wie Blanvalet nicht vorkommen.

Fazit: zwar nicht ganz so gut wie Teil 1, aber eine gelungene Fortsetzung voll witziger Dialoge, und Situationskomik! Eine tempo- und wendunsgreiche Story führt dazu, das man unbedingt weiter lesen will und das offene Ende führt dazu, das man ungeduldig auf den nächsten Teil wartet.
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