Wolfsherbst von Georg Miesen

Buchvorstellungund Rezension

Wolfsherbst von Georg Miesen

Originalausgabe erschienen 2004, 214 Seiten.ISBN 393700145X.

»Wolfsherbst« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Eine Serie grausamer Mordfälle erschüttert die Öffentlichkeit in der Nordeifel. Ein Team von Spezialisten der Mordkommission versucht den Täter zu fassen, der mit bis dahin nicht gekannter Brutalität zu Werke geht. Auáer der Tatsache, dass allen Bluttaten eine bizarre Art der Inszenierung zu eigen ist, deutet nichts darauf hin, dass es sich hierbei um etwas anderes als einen gewöhnlichen Kriminalfall handelt. Aber genau das ist es nicht. Kräfte sind am Werk, die alles andere als natürlichen Ursprungs sind. Sie führen die Ermittler immer wieder auf fatale Art und Weise in die völlig falsche Richtung. Routinierte Polizeibeamte, die eigentlich damit beschäftigt sind, den Täter zu suchen, verwischen plötzlich wichtige Spuren, weil sie selber nicht mehr wissen, auf welcher Seite sie eigentlich stehen. Und aus den schwärzesten Tiefen der menschlichen Geschichte nähert sich schleichend aber unaufhaltsame eine Gefahr, von der bislang noch niemand etwas ahnt…

Das meint Phantastik-Couch.de: „Akte X in der Eifel“70

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Eine Reihe von rätselhaften Morden erschüttert ein kleines Örtchen in der Eifel. Bezüglich des Motivs oder eines die Opfer verbindenden Elements tappt die Kriminalpolizei zunächst im Dunklen. Ist ein wahnsinniger Serienkiller in der sonst so malerischen Eifel unterwegs? Fast könnte man es angesichts der brutalen und grausamen Leichenfunde glauben.

Wolf Krüger, der ermittelnde Kripo-Beamte geht den Spuren akribisch nach. Dabei offenbart sich nur zu bald, dass er selbst von den Vorgängen persönlich betroffen ist.

Der Presserummel führt dazu, dass eine Sonderkommission gebildet wird, das BKA schaltet sich ein. Endlich scheinen die Ermittler die Befugnisse und Mittel in die Hand zu bekommen, die sie für eine wirksame Verfolgung des Täters benötigen. In dem kauzigen, ein wenig seltsamen Rudloff hat das Team seinen engagierten Leiter, und den haben sie bitter nötig, denn ein uraltes Böses streckt seine Fänge in die Eifel aus . …

Realistische Krimihandlung mit phantastischen Elementen

kbv, diese drei Buchstaben stehen für einen kleinen, sehr engagierten Verlag aus der Eifel. Der Sitz ist Programm, und so erscheinen in dem Verlag Krimis, die alle in der malerischen Eifel angesiedelt sind. Schon seit ein paar Jahren wird als zweites Standbein eine kleine, aber durchaus beeindruckende Phantastik-Schiene gefahren. Autoren wie Michael Siefener, Uwe Voehl und auch Georg Miesen bieten entsprechende Romane um und aus der Eifel.

Georg Miesen legt bis dato drei phantastischen Krimis vor, die durch gemeinsame Gestalten lose miteinander verbunden sind. Im Herbst 2009 erscheint ein weiterer Band mit Erlebnissen der BKA-Abteilung für okkulte Verbrechen.

BKA, das steht für das Bundeskriminalamt – also ein Krimi – wie geht dies mit einem phantastischen Background einher?

Der Autor legt eine gekonnte Mischung der beiden Genres vor. Vordergründig geht es zunächst um eine Reihe von Morden. Die Suche nach dem Serienkiller bringt die örtliche Polizei auf Trab. Mit Gespür für persönliche Geltungssucht, einem offenen Auge für die tagtäglichen Rivalitäten im Kollegenkreis, den Stress, aber auch die Routine, ja Eintönigkeit des Schichtdienstes vermittelt uns der Autor ein überzeugendes Bild der Ermittler. Wie überall gibt es die Egoisten, die sich mit fremden Federn schmücken wollen, die unauffälligen Arbeiter im Hintergrund, ohne die alles zusammenbrechen würde und die angespannte familiäre Situation der Polizisten. Das wirkt auch in Details überzeugend, und verleiht dem Roman ein Hochmaß an Authentizität.

Überhaupt sind es die Menschen, die den Roman prägen. Mit einigen wenigen Sätzen gelingt es dem Autor, seine Gestalten zu zeichnen, ihnen markante, prägende Eigenschaften zu verpassen und sie so zum Leben zu erwecken. Der Leser kann sehr gut nachvollziehen, was in den Figuren vorgeht, wie sie denken, was ihr Handeln bestimmt. Mit diesem Pfund wuchert der Autor, die phantastischen Sequenzen werden bewusst sparsam aber wirksam präsentiert, so dass der Inhalt seinen Leser packt und bis zur Auflösung nicht mehr loslässt.

Ihre Meinung zu »Georg Miesen: Wolfsherbst«

J. Braun zu »Georg Miesen: Wolfsherbst«05.11.2014
Manche Krimis konstruieren so komplexe blurünstige Morde mit hochintelligenten abartigen Bestien als Killern, dass man ein Buch zweimal lesen muss um zu begreifen, was der Autor überhaupt gemeint hat. In "Wolfsherbst" wurde das alles ausgespart, die Morde passieren halt. Auch sonst bleibt alles äußerst oberflächlich. Es gibt eine Reihe von Namen, die nebeneinander durch das Buch stolpern ohne so etwas wie Charakter zu entwickeln. Im Gegenteil, ab und zu haben die etwas wie Nebel im Gehirn, der das Denken beeinflußt. Da kommt dann das sogenannte "übersinnliche" ins Spiel. Bei verschiedenen Spuren hat man das Gefühl, als hätte der Auto sie später eingefügt, um die Geschichte noch etwas aufzupeppen.

Kurz, es ist eines der Bücher, bei denen ich kämpfen musste, ob ich es zu Ende bringe oder nicht. Für einen Krimi zu schlecht, weil fast alles durch das phantastische Element vorangetrieben wird, wenn es nicht weiter geht, aber für Fantasy gibt es zu wenig von letzterem.
erika zu »Georg Miesen: Wolfsherbst«02.10.2009
"Akte X" in der Eifel trifft den Inhalt recht gut. In meinen Augen ist das Buch eine oberflächliche Story, die vollkommen nach Schema F konstruiert ist. Blutleer, ohne Inhalt und einfach nur aus den bekannten Genre-Elementen zusammengesetzt.
Fazit: man spare sich die Zeit für bessere Bücher, es sei denn, man steht auf Serien à la Akte X, bei denen man vor Überraschungen und komplexen Geflechten sicher ist.
Ihr Kommentar zu Wolfsherbst

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.