Eisenthron von George R. R. Martin

Buchvorstellungund Rezension

Eisenthron von George R. R. Martin

Originalausgabe erschienen 1996unter dem Titel „A Game of Thrones“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 659 Seiten.ISBN 3890645321.Übersetzung ins Deutsche von .

»Eisenthron« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Mitte der 90er-Jahre wechselte der Autor, der mit SF-Romanen bekannt wurde, das Genre. Der Auftakt seiner von der Kritik und den Lesern hochgelobten Fantasy-Saga liegt nun in einer limitierten, ansprechend gestalteten Ausgabe (mit loser Landkarte und 2 Lesezeichen) vor. Ort der Handlung ist Westeros, eine Welt mit extremen Jahreszeiten. Der schwache König Robert Baratheon ernennt seinen alten Freund Eddard Stark, Lord von Winterfell, zu seiner rechten Hand. Sehr zum Unmut der Lannisters, die die Ermordung Roberts planen. In einem 2. Handlungsstrang versucht die Familie der Targaryen, das Königreich zurückzuerobern. Um ihr Ziel zu erreichen, vermählt Prinz Viserys seine 13-jährige Schwester mit dem König eines Barbarenvolkes. Ein komplexes, exzellentes Fantasy-Epos, dass den Leser mit einer spannenden Handlung und stimmigen Charakteren belohnt. Die Taschenbuchausgabe („;Die Herren von Winterfell“; und „;Das Erbe von Winterfell“;).

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein moderner Klassiker der Fantasy“98

Fantasy-Rezension von Martin Teuber

Mit der Bezeichnung „;Epos“; ist man ja heutzutage schnell bei der Hand, keine mittelmäßige Trilogie, die diese Auszeichnung nicht von irgendwem verliehen bekäme. Nun erschafft der amerikanische Autor George R.R.Martin mit „;A Song of Ice and Fire“; ein Werk, für das diese Bezeichnung fast zu klein geworden ist – zumindest deutet sich das an, denn bislang ist kaum mehr als die Hälfte der geplanten Bände vollendet, und dennoch ist die Serie schon jetzt ein moderner Klassiker.

Die sieben Königslanden von Westeros stehen einander in losen Bündnissen und eher noch beständigem Misstrauen bis hin zu tiefen Feindschaften gegenüber. Das Leben weist stark mittelalterliche Züge auf – Wohlstand gibt es allenfalls unter den Lords, Sicherheit gibt es dagegen nirgends. Eddard Stark ist der Herr auf Winterfell und somit Lord über das nördlichste der großen Herrschaftsgebiete. Es grenzt an einer vor langer Zeit erschaffenen Eismauer titanischen Ausmaßes, die Westeros schützen soll vor allem Unbekannten und Bedrohlichen, was den sagenumwobenen äußersten Norden bewohnen soll und überzugreifen droht, wenn alle paar Jahre der lange Winter hereinbricht.

Die Geschichte setzt zu einem Zeitpunkt an, an dem der König von Westeros, Robert Baratheon, nach Winterfell kommt. Er ist Lord Stark seit langem in Freundschaft verbunden, spätestens seitdem er es mit dessen tatkräftiger Unterstützung schaffte, Westeros vom Tyrannenherscher Aerys Targaryen zu befreien und selbst den Thron zu besteigen. Nun  beabsichtigt er, Lord Stark zu seinem wichtigsten Berater, zur „;Hand des Königs“;, zu ernennen. Für Lord Stark wird es den Gang in ein Wespennest bedeuten, denn den Intrigen und Machtspielen rund um den Königsthron kann er nichts abgewinnen, und nur seine Töchter Sansa und Arya werden ihn begleiten.

Währenddessen versucht Visery Targaryen, der ins Exil vertriebene Sohn des gestürzten Drachenkönigs Aerys, zur Rückeroberung des Throns an eine Streitmacht zu kommen, indem er seine Schwester Daenerys an einen mächtigen Stammesfürsten verheiratet. Ihm ist jedes Mittel recht, um dem verhassten Usurpator Robert Baratheon die Königskrone wieder abzunehmen. Inmitten der politischen Wirren bleibt fast unbemerkt, dass sich im hohen Norden die Vorboten eines langen, dunklen Winters mehren. Jon Snow, der Bastardsohn von Eddard Stark, wird sich der Nachtwache anschließen, deren Aufgabe es ist, die Mauer zu bewachen. Dort wird er als erster seiner Familie konfrontiert mit Ereignissen, die bedrohlicher sind, als alle Spiele um Königsthrone es sein könnten.

Eine unvorhersehbare Handlung

Angelehnt an die englischen Rosenkriege des Mittelalters, verwebt George R.R.Martin die raue und ungeschlachte Welt mit erst zögerlich auftretenden Fantasy-Elementen, die sich wie gewaltige Schatten langsam und dadurch umso unheimlicher über die Geschichte legen. Es gibt keine Hexen oder Trolle, lediglich Schattenwölfe trifft man in der realen Welt nicht an; statt einer bunten Vorgeschichte dieser Welt scheinen sich die Protagonisten nur mit alltäglichen oder politischen Problemen herumzuschlagen und alle unerklärlichen Geschichten in das Reich der Sagen und Ammenmärchen zu verweisen, wie es im Mittelalter nicht anders gewesen sein dürfte – einzige Ausnahme ist dabei die Gewissheit, dass es mal Drachen gegeben hat, die inzwischen scheinbar ausgestorben sind.

Indem die Geschichte aus der Sichtweise der wichtigsten Protagonisten erzählt wird, lernt der Leser sehr schnell die unterschiedlichen Motivationen und Sichtweisen der Charaktere kennen und hat erstaunlich wenig Mühe, sich in diese grobe und erbarmungslose, gleichwohl komplizierte Welt hineinzufinden. Der Blick auf die Dramatis Personae am Ende des Buches sollte niemanden abschrecken – er wird schnell die verschiedenen Familien und Personen (nun, zumindest die meisten) einzuordnen wissen. Der Autor versteht es zudem, die Handlung absolut nicht vorhersehbar zu gestalten. Keiner der Figuren kann sich in dieser Welt sicher sein, ob dem Leser sympathisch oder unsympathisch, ob zentral für den bisherigen Handlungsverlauf oder nicht, ob ein Anlass zu erwarten war oder aus heiterem Himmel kommt – alle leben mit einem Fuß über dem Abgrund, und wer wann Schicksalsschläge oder gar den Tod zu erwarten hat, wird auch einen alten Hasen der Fantasyliteratur mehr als einmal ziemlich überraschen.

Komplex, magisch, realitätsnah

Es ist der harte Realismus der Handlung, der den zunächst sporadisch anzutreffenden unerklärlichen Ereignissen eine so durchschlagende Wirkung verleiht. Der Prolog weist darauf hin, dass eine unvorstellbare Bedrohung existiert, und dieses Wissen begleitet den Leser, der damit zugleich die dunklen Zeichen erkennt und ernster nimmt als die Personen dieser Geschichte, die mit den „;weltlichen“; Gefahren eines höchst instabilen Königreiches hinreichend beschäftigt sind , es aber nicht sein sollten! Das hierdurch entstehende Spannungsfeld fasziniert in höchstem Maße, denn es ist ein ungewohnter Perspektivwechsel: der Leser vermag weit besser zwischen sagenumwobenen und tatsächlichen Gefahren zu unterscheiden als die agierenden Personen.

George R.R.Martin schafft eine komplexe, magische und doch zugleich realitätsnahe Welt, dessen Figuren scharf gezeichnete Charaktere sind, die niemanden unberührt lassen und deren Schicksale unvorhersehbar sind, was den Gang der Geschichte umso spannender macht.

Freilich muss der Leser Geduld mitbringen – nicht beim Lesen der Geschichte, denn diese Zeit vergeht wie im Flug, sondern Geduld, wenn er nach 8 Bänden auf die Fortsetzung der Saga wird warten müssen….

Ihre Meinung zu »George R. R. Martin: Eisenthron«

liawer zu »George R. R. Martin: Eisenthron«23.04.2016
Ich habe die Bände alle verschlungen und den 10. kürzlich gleich noch mal, da ja der Nächste noch lange nicht in Sicht ist. Leider! Anscheinend kann man mit Fernsehserien mehr Geld verdienen. Traurig für all die Leser, die Herrn Martin jahrelang die Treue gehalten und ihn überhaupt erst berühmt gemacht haben!
Michaela Hinkers zu »George R. R. Martin: Eisenthron«13.01.2014
Hallo,
habe gerade den 10. und bisher letzten Band zu Ende gelesen und bin nicht mehr begeistert.
Mittlerweile beschleicht mich das Gefühl das diese Geschichte niemals zu einem Ende kommt.
Viele Handelsstraenge verlieren sich einfach und G.R.R.Martin hat mit seiner Viel(Un)zahl an Charakteren einfach den Faden verloren. Schade, die Bücher haben mich bisher €150.- gekostet und noch mehr werde ich nicht kaufen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Luxana zu »George R. R. Martin: Eisenthron«21.04.2012
Sicher nicht jedermann's Sache, aber ich finde es absolut geil!
Gerade weil die Story so unvorhersehbar ist und weil sie so lebendig beschrieben ist! Und nicht zu vergessen George Martin's zynischer Humor! oh ja!
Dadurch vermisst man die fehlenden Fantasy-Elemente die sonst in Fantasy-Büchern vorkommen (Drachen, Zauberer, etc.) überhaupt nicht.
Maaadin zu »George R. R. Martin: Eisenthron«09.02.2010
Hallo, werte Community! (no Spoiler)

Bin mittlerweile beim 5. Buch der dt. Ausgabe angekommen und bin immer noch begeistert! High Fantasy in Perfektion, eine epische, detailverliebte und gradios durchkomponierte Geschichte mit vielen sehr lebendigen Figuren...einfach unglaublich!

Nichts lässt sich verhersagen, die Story läuft mal wie erwartet, mal kommt eine überraschende Wendung, die nichts desto trotz nie erzwungen oder gekünstelt wirkt.

Auch sprachlich ist das Werk ganz weit vorn, kein Vergleich mit dem unbeholfenen Gehumpel z.b. eines Heitz.

Wer allerdings blutrünstige Schlachtbeschreibungen oder das sonst übliche Personal ala Orks, Elfen, Zwerge u.ä. sucht, der sollte die Finger vom Lied von Eis und Feuer lassen.

Dafür gibt es jede Menge intrigante Adlige, Königsmörder und eine Königin der Drachen, der Marsch der Wildlinge, die Anderen, Wölfe gegen Löwen und Wargs mit ihren Schattenwölfen.

In diesem Sinne: Der Winter kommt! ^^

Maaadin
Ihr Kommentar zu Eisenthron

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.