Fiebertraum von George R. R. Martin

Buchvorstellungund Rezension

Fiebertraum von George R. R. Martin

Originalausgabe erschienen 1982unter dem Titel „Fevre Dream“,deutsche Ausgabe erstmals 1991, 490 Seiten.ISBN 3-453-53285-6.Übersetzung ins Deutsche von Michael Kubiak.

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In Kürze:

Abner Marsh, Flußschiffer auf dem Mississippi und ein Koloß von einem Mann, steht nach der Frostkatastrophe von 1857 vor dem wirtschaftlichen Ruin. Da bietet ihm der Aristokrat Joshua York die Partnerschaft und genügend Kapital an, um das schnellste Dampfschiff auf dem Mississippi bauen zu lassen. Für den Kapitän scheint sich ein Traum zu verwirklichen.

Doch während der Jungfernfahrt der „;Fiebertraum“; entpuppt sich Joshua York zum Entsetzen Marshs als Vampir, und der Plan, als schnellster Dampfschiffkapitän in die Geschichte einzugehen, tritt in den Hintergrund, denn York fährt den Fluß hinab, um die Letzten seiner kranken alten Rasse zu sammeln und sie vom Erbe ihrer blutgierigen Leidenschaft zu befreien. Zuvor jedoch muß er den mächtigen Blutmeister Damon Julian besiegen, einen Vampir voll animalischem Magnetismus, der den roten Durst seines Nachtvolks durch Mord und Heimtücke zu löschen versucht.

Und mit jedem Flußkilometer sinkt Abner Marshs Schiff tiefer in einen blutigen Alptraum jenseits der Realität.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Ein zeitloser Klassiker der Vampir-Literatur in Neuauflage“90

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Das Schicksal meint es nicht gut mit Abner Marsh. Mit rund 300 Pfund Lebendgewicht, ver(un)ziert mit Warzen und mit einer Stimme ausgestattet, die Tote aufwecken kann, hatte er sein Schäfchen eigentlich auf dem Trockenen. Doch dann vernichtet ein Eissturm fast die gesamte Raddampferflotte seiner „;Fevre River Packet Company“ und das Ungemach nimmt seinen Lauf.

Ein exzentrischer Gentleman bietet Marsh ein Geschäft an. Joshua York will mit Marsh zusammen den größten, den luxuriösesten und schnellsten Raddampfer des Mississippi bauen. Das Schiff, die „;Fevre Dream“ könnte den drohenden Ruin abwenden und Marshs Traum wahr werden lassen. Dafür aber muss er Yorks absonderliches Verhalten und das seiner Freunde akzeptieren ohne Fragen zu stellen.

Alles könnte so schön sein, wenn Marsh nur seine Neugier zügeln könnte. Doch was macht sein Teilhaber der sich tagsüber nie sehen lässt? Von einem Partner kann man doch ein wenig Ehrlichkeit und Offenheit erwarten. Und wenn York nicht freiwillig mit der Wahrheit herausrückt, dann kann, nein muss man dem Partner auch nachspionieren. Wenn das Geheimnis einen danach vielleicht nicht mehr schlafen lässt, ist man schließlich selbst schuld …

Gesellschaftskritik verpackt in eine mitreißende Handlung

George R. R. Martin, der heute fast nur noch aufgrund seines Fantasy- Monumentalzyklus „;Das Lied von Feuer und Eis“ bekannt ist, hat in den 70er und 80er Jahren mit herausragenden Romanen auf sich aufmerksam gemacht. Titel wie „;Sturm über Windhaven“ (mit Lisa Tuttle), „;Armageddon Rock“ oder „;Die Flamme erlischt“ zeigten einen jungen Autor, der ungewöhnliche Ideen mit glaubhaften Charakteren zu verbinden weiß. Bei FanPro wurden diese lange vergriffenen Romane in einer Werksausgabe in liebevoll gestalteten Hardcover-Bänden neu aufgelegt. Mit „;Fevre Dream“ (dt. erstmals bei Heyne als „;Fiebertraum“ veröffentlicht, später als „;Dead Man River“ bei FanPro in einer schön gestalteten Hardcoverausgabe neu aufgelegt) hat Martin einen der überzeugendsten Romane rund um die Nosferatu vorgelegt. Wie von ihm nicht anders zu erwarten, überzeugt er durch eine stimmungsvolle Darstellung der Südstaaten des 19. Jahrhunderts. Verpackt in eine jederzeit spannende und mitreißende Handlung voller düsterer Dramatik und unerwarteter Offenbarungen bezieht er en passend zum gerade in den Südstaaten problematische Verhältnis zur Sklaverei, zu den „;Niggern“, wie man sie, nicht immer nur damals dort bezeichnete, kritisch Stellung. In Person von Marsh, der im Verlauf der Handlung seine Einstellung zur Sklaverei überdenkt, hinterfragt und letztlich ändert, hat Martin sich hier eindeutig, aber jederzeit in die Handlung passend geäußert. Insgesamt weiß die Darstellung der so unterschiedlichen Partner zu faszinieren. Hier der Genussmenschen Marsh, auf der anderen Seite der intellektuelle York.

Martins Nosferatu erweisen sich als lebendiger und glaubhafter, als viele der Bluttrinker seiner Kollegen. Das kommt nicht zuletzt daher, dass es dem Autor nicht nur gelingt, all seine Handelnde interessant und vielschichtig zu zeichnen, sondern, dass er es auch versteht, diese glaubwürdig in ihrer Zeit und Kultur agieren zu lassen. Seien es die Vampire, die wilden, unberechenbaren Raubtieren gleich jederzeit in der Lage sind, ihre Opfer zu überraschen, die stolzen, überheblichen Plantagenbesitzer oder der so menschlich gezeichnete Reeder, sie alle packen den Leser mit ihrer Lebendigkeit. Ein wichtiges, ein fesselndes, ein rundum gelungenes Buch!

Ihre Meinung zu »George R. R. Martin: Fiebertraum«

Asen Tina zu »George R. R. Martin: Fiebertraum«16.04.2012
Also ich habe dieses Buch schon vor langer Zeit gekauft und gelesen und bin der Meinung es ist eines der wenigen Bücher über Vampire, die man sich auch öfter mal zu Gemüte führen kann und jedesmal wieder etwas neues darin endeckt. Hier kann man sich so richtig in die Geschichte hineinleben, so als sei man als Zuseher im Geschehen eingebunden.
Vor allem eine spannende und doch andersartige Vampirgeschichte die einem von Anfang an in den Bann zieht.
Beverly zu »George R. R. Martin: Fiebertraum«27.02.2012
"Fiebertraum" ist einer von ganz wenigen Vampirromanen, die ich gelesen haben und die mir zugesagt haben. Weil George R. R. Martin eine logische Erklärung für die Existenz von Vampiren gibt und schildert, wie einer von ihnen versucht, das Leben seiner Art auf eine weniger prekäre Grundlage als Blut saugen zu stellen. Das spielt sich im Rahmen eines spannend geschriebenen historischen Romans ab.
Alexi1000 zu »George R. R. Martin: Fiebertraum«05.07.2009
George R. R. Martin schafft es mit diesem Roman, den geneigten Leser lebhaft in die Südstaaten um das Jahr 1870 zu entführen.

Eines der Hauptprotagonisten ist die Titelgebende "Fever Dream", ein erhabener Mississippi - Raddampfer, dessen Käpitän und Mitbesitzer Abner Marsh einen geheimnisvollen Handel mit dem undurchsichtigen Geschäftsmann Joshua York eingeht, um diesen Raddampfer erbauen zu lassen...

beide verfolgen dabei aber höchst unterschiedliche Ziele:

der Kapitän möchte den schönsten und vor allem schnellsten Dampfer auf dem Mississippi haben, der Geschäftsmann aber hat ganz andere Beweggründe...

wunderbar einfühlsam geschrieben, herrliche Kulissen die im Kopf entstehen, einer der besten Vampirromane, die mir untergekommen sind!

Fazit: Ich vergebe 95°.
darkul zu »George R. R. Martin: Fiebertraum«11.06.2008
Eine Schande, dass dieses Buch noch nicht verfilmt wurde.
Was ein Stoff, was für Bilder, was für eine wunderbare und auch spannende Story.
Vampirgeschichten in Ehren, hier brauchts keinen großartigen Sex auf jeder Seite, sondern wunderbare Charaktere ...

seltsamerweise kam er immer nur nachts ;)
luckyjoker zu »George R. R. Martin: Fiebertraum«03.02.2008
Das Buch Fiebertraum ist, wie stets bei G. Martin, extrem realistisch und jedes Detail ist gekonnt beschrieben.

Wer einen wirklichen Vampirroman mit Handlung sucht und keine Schundliteratur der Gattung"BussiBussi-Mach mich zum Vampir" - der greift hier zu.
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