Guy Newell Boothby

Am 13. Oktober 1867 wurde Guy Newell Boothby im australischen Glen Osmond, einer Vorstadt von Adelaide, geboren. Die Boothbys gehörten zur Oberschicht, Guys Vater saß im Parlament von Südaustralien. Australien gehörte noch zum britischen Empire, auch wenn das Land und seine Provinzen eine Selbstständigkeit genossen, die jene der anderen Kolonien weit übertraf. Ungeachtet dessen blieb die Verbindung zum Mutterland eng. Guy besuchte von 1874 bis 1883 die Schule im englischen Salisbury, dem Geburtsort seiner Mutter.

Nach Australien zurückgekehrt, versuchte sich Boothby als Theaterautor. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich allerdings als Sekretär des Bürgermeisters von Adelaide. Beide Tätigkeiten wurden nicht von Erfolg gekrönt. Boothbys Lehr- und Wanderjahre führten ihn 1891/92 kreuz und quer durch Australien sowie den südasiatischen Inselraum. Sein 1894 veröffentlichter Reisebericht wurde zum Start einer außergewöhnlichen Schriftstellerkarriere.

1895 siedelte Boothby nach England um, heiratete und gründete eine Familie. Er schrieb nun Romane, wobei er sämtliche Genres der Unterhaltungsliteratur bediente und lieferte, was ein möglichst breites Publikum wünschte: Liebesromane, Detektivgeschichten, Historien- und Abenteuerromane.

Boothby war ein findiger und fleißiger Autor, der überaus ökonomisch arbeitete, indem er seine Worte nicht niederschrieb, sondern in eine Phonographen diktierte und die so besprochenen Wachswalzen von einer Sekretärin in Reinschrift bringen ließ. Jährlich konnten auf diese Weise durchschnittlich fünf Titel erscheinen. Boothbys Einkünfte ermöglichten ihm den Kauf eines Herrenhauses an der Südküste Englands, in dem er mit seiner Familie lebte, bis er am 26. Februar 1905 im Alter von nur 37 Jahren an einer Lungenentzündung starb. Er wurde in seinem neuen Heimatort Bournemouth bestattet.

Nachdem Boothby keine neuen Bücher liefern konnte, die für den schnellen Lesegenuss konzipiert waren, geriet er als Autor rasch in Vergessenheit. Dabei war er trotz der Eile, zu der er sich als Schriftsteller zwang, ein guter Erzähler, der sehr genau wusste, wie eine Geschichte spannend zu gestalten war. Die meisten Boothby-Werke sind längst vom Buchmarkt verschwunden. Eine Ausnahme bilden die Romane um das Verbrecher-Genie Dr. Nikola, die zumindest im angelsächsischen Sprachraum mehrfach neu aufgelegt wurden. [Michael Drewniok]

mehr über Guy Newell Boothby:

Phantastisches von Guy Newell Boothby:

  • (1894) In Strange Company
  • (1895) A Lost Endeavour
  • (1895) The Marriage of Esther
  • (1897) The Beautiful White Devil
  • (1897) Sheilah McLeod
  • (1898) Across the World for a Wife
  • (1898) The Fascination of the King
  • (1899) Pharos, der Ägypter Rezension
    Pharos, the Egyptian
  • (1899) Love Made Manifest
  • (1899) A Maker of Nations
  • (1899) A Sailor’s Bride
  • (1900) The Red Rat’s Daughter
  • (1900) Long Live the King
  • (1900) The Woman of Death
  • (1901) My Strangest Case
  • (1901) A Cabinet Secret
  • (1901) My Indian Queen
  • (1901) A Millionaire’s Love Story
  • (1901) The Mystery of the Clapsed Hands
  • (1902) The Childerbridge Mystery
  • (1902) The Curse of the Snake
  • (1902) The Kidnapped President
  • (1903) The League of the Twelve
  • (1903) A Two-Fold Inheritance
  • (1903) Connie Burt
  • (1903) A Queer Affair
  • (1904) A Bid for Freedom
  • (1904) A Bride from the Sea
  • (1904) A Consummate Scoundrel
  • (1904) A Desparate Conspiracy
  • (1904) An Ocean Seret
  • (1905) A Brighton Tradgedy
  • (1905) In Spite of the Czar
  • (1906) The Race of Life
  • (1906) A Stolen Peer
  • (1907) The Man of the Crag
  • (1908) In the Power of the Sultan
  • Storysammlungen
    • (1897) Bushigrams
    • (1898) Billy Binks, Hero: And Other Stories
    • (1900) A Prince of Swindlers / The Viceroy’s Protege
    • (1902) Uncle Joe’s Legacy
    • (1903) The Countess Londa
    • (1904) The Lady of the Island
    • (1905) The Crime of the Underseas
    • (1905) For Love of Her
    • (1906) A Royal Affair