Chronik des Cthulhu-Mythos I von H. P. Lovecraft

Buchvorstellungund Rezension

Chronik des Cthulhu-Mythos I von H. P. Lovecraft

Originalausgabe erschienen 2011, 512 Seiten.ISBN 3865521444.

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In Kürze:

Diese Chronik in zwei Bänden vereint erstmals die vollständigen Werke Lovecrafts zum Cthulhu-Mythos. Neben allen Kurzgeschichten auch die berühmten Novellen wie BERGE DES WAHNSINNS, DER SCHATTEN ÜBER INNSMOUTH oder DER FALL CHARLES DEXTER WARD. Mit einer Einleitung und ausführlichen Erläuterungen zu den einzelnen Werken von Marco Frenschkowski.

Das meint Phantastik-Couch.de:„Gesammeltes Grauen mit Hintergrund“86

Horror-Rezension von Almut Oetjen

Der Festa Verlag hat in Neuübersetzungen H. P. Lovecrafts Gesammelte Werke in sechs gebundenen Bänden herausgegeben. Unter dem Titel „Festa Chronik des Cthulhu-Mythos“ sind zwei Bücher in Broschur erschienen, die aus fünf Bänden der Gesammelten Werke eine neue Zusammenstellung von Geschichten um den Cthulhu-Mythos bieten. Ausnahme ist der Band „Cthulhu“, der keine der in dieser zweibändigen Ausgabe veröffentlichten Geschichten enthält.

Diese Rezension der „Festa Chronik des Cthulhu-Mythos“ betrachtet deshalb nicht noch einmal inhaltlich die einzelnen Geschichten, die in der Phantastik-Couch ausreichend im Zusammenhang der bei Festa erschienenen Gesammelten Werke und älterer Übersetzungen aus dem Suhrkamp Verlag gewürdigt worden sein dürften.

Vielmehr besteht sie aus zwei Teilen. Der Inhalt der beiden Bücher wird gelistet, in Klammern erweitert um eine Stellenangabe in den Gesammelten Werken. Für weitere Ausführungen zu den Geschichten wird auf die jeweiligen Rezensionen verwiesen.

Der zweite Teil berücksichtigt allein den umfangreichen Teil an Sekundärtexten. Marco Frenschkowski, Theologe, Religionswissenschaftler und Lovecraft-Liebhaber, hat zu beiden Bänden ein Vorwort und zu jeder Geschichte eine Einführung geschrieben.

Inhalt Band 1:

  • Vorwort
  • Dagon (Der kosmische Schrecken)
  • Nyarlathotep (Die Großen Alten)
  • Stadt ohne Namen (Necronomicon)
  • Die Musik des Erich Zann (Das schleichende Chaos)
  • Das Fest (Necronomicon)
  • Der Ruf des Cthulhu (Namenlose Kulte)
  • Die Farbe aus dem All (Namenlose Kulte)
  • Geschichte des Necronomicons (--)
  • Der Fall Charles Dexter Ward (Die Großen Alten)
  • Das Grauen von Dunwich (Namenlose Kulte)
  • Der Flüsterer im Dunkeln (Der kosmische Schrecken)

Inhalt Band II

  • Vorwort
  • Berge des Wahnsinns (Necronomicon)
  • Der Schatten über Innsmouth (Der kosmische Schrecken)
  • Träume im Hexenhaus (Das schleichende Chaos)
  • Das Ding auf der Schwelle (Der kosmische Schrecken)
  • Der Schatten aus der Zeit (Das schleichende Chaos)
  • Jäger der Finsternis (Das schleichende Chaos)

Die Einführungen umfassen insgesamt 58 (Band I) und 36 (Band II) Seiten. Sie sind zwischen einer und achtzehn Seiten lang, in einem Fall – Die Geschichte des Necronomicon – umfangreicher als die Erzählung.

Sie bieten eine Entstehungsgeschichte, ein paar Erklärungen fremder Zusammenhänge und Begriffe, bisweilen Überlegungen zur Interpretation und Veröffentlichungsdaten. Die einführenden Texte haben ihren Ursprung im Kommentarteil der „Gesammelten Werke Lovecrafts“, die seit 1999 im Verlag Edition Phantasia erscheinen und bislang nicht abgeschlossen sind. Die Texte wurden, so ihr Verfasser, überarbeitet und verbessert.

Der Cthulhu-Mythos geht zurück auf August Derleth, um die Pseudo-Mythologie der in dieser Ausgabe vorgelegten Geschichten begrifflich zu fassen. Lovecraft selbst hat den Mythos nur implizit entwickelt, ohne grundlegendes Konzept hat er von Geschichte zu Geschichte weitere Vorstellungen hinzugefügt. Auch die Topographie Neuenglands, wie sie in den Geschichten offenbar wird, kann zum Cthulhu-Mythos hinzugezählt werden. Lovecraft hat häufiger in seiner Korrespondenz den Bergriff „Arkham Cycle“ verwendet, weshalb der Gedanke nahe liegt, die Topographie sei ein zentraler Bestandteil dieser losen Erzählungsfolge.

Für wen sind diese beiden Bücher von Interesse, auf einem Markt, der mit Titeln des Autors mehr als gesättigt erscheint? Für Leser und Leserinnen, die noch nichts von Lovecraft kennen, bieten die beiden Bände einen sehr guten Einstieg. Wer bereits die Geschichten selbst vorliegen hat, mag sich die Bände anschaffen wollen, weil die rund hundert Seiten Kommentare durchaus interessant sind, keine englischsprachige Alternative im Regal steht und der Preis als akzeptabel erachtet wird. Für Sammler stellt sich die Frage wiederum anders: eine attraktive Kombination aus Kommentar und Geschichten, zwei gut aussehende Einbände. Denkt man über Abbildungen der Halbwesen nach, so gibt es in der Lovecraftgemeinde zwei Splittergruppen. Für die eine Gruppe gilt seit eh eine Art Bilderverbot, das begründet wird durch den vagen, sich in Andeutungen erschöpfenden Umgang Lovecrafts mit den Halbwesen und dem Grauen. Die andere Gruppe umgeht dieses Problem in aller Frische, versucht mögliche Antworten auf die Frage zu finden, wie die Halbwesen denn nun aussehen könnten.

(Almut Oetjen, April 2012)

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