Fraktal von Hannu Rajaniemi

Buchvorstellungund Rezension

Fraktal von Hannu Rajaniemi

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „The Fractal Prince“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 368 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Irene Holicki.

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In Kürze:

Jean le Flambeur, der intergalaktische Meisterdieb, schlägt wieder zu – und diesmal ist sein Ziel nichts Geringeres als das Geheimnis der Unsterblichkeit! Auf der Jagd nach dem mächtigsten Stein des Universums durchquert er nicht nur das Weltall, sondern wagt sich auch in die virtuellen Phantasiewelten eines geklonten Gottes. Eine aufregende Mischung aus Science-Fiction, Detektivgeschichte, Virtual Reality und arabischem Märchen. Nachdem Hannu Rajaniemi mit »Quantum« eines der meistbeachteten Science-Fiction-Debüts der letzten Jahre geglückt ist, setzt er seine Saga nun fort. Diesmal führt es Jean le Flambeur, den Meisterdieb ohne Gedächtnis, und seine Freunde auf der Suche nach dem mächtigen Kaminari-Stein in virtuelle Realitäten wie aus 1001 Nacht. Nur einer der gottgleichen »Herren des Universums« kann den Schlüssel zu diesem Coup liefern. Jeans Aufgabe erscheint nicht nur kaum lösbar, sondern sie ist im wahrsten Sinne des Wortes existenziell – für den Meisterdieb ebenso wie für die Machtverhältnisse im Sonnensystem …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gentleman-Gauner und Götterbote“70

Science-Fiction-Rezension von Horst Illmer

„Dieses Buch war aus vielen Gründen ein hartes Stück Arbeit.“ So viel Selbsterkenntnis zeigt Hannu Rajaniemi immerhin in seiner Danksagung am Ende seines zweiten Romans um den Meisterdieb und Gentleman-Gauner Jean le Flambeur – und er hat damit vollkommen recht.

Für sich allein stehend wäre „Fraktal“ ein etwas über dem Durchschnitt angesiedelter Science-Fiction-Roman, Marke Space Opera, mit dem man sich als Leser ein oder zwei Nachmittage ganz gut unterhält und ihn dann vergisst. So aber muss sich „Fraktal“ als zweiter Band einer (momentan) auf drei Bände angelegten Reihe mit Geschichten aus dem Leben von Jean la Flambeur nicht nur an seinem zu recht hochgelobten Vorgänger "Quantum„ (2011) messen lassen, sondern auch mit dem Schicksal eines typischen “Mittelbandes„ einer Trilogie fertig werden. Und das ist fast ein wenig viel für dieses Werk.

Die Handlung beginnt und endet an einem virtuellen Strand, an dem sich die fast allmächtigen Superintelligenzen des Sonnensystems vergnügen. Aufgrund ihrer hochentwickelten Zivilisation können sie nicht ohne Gesichtsverlust so profane Dinge tun wie einander bestehlen. Deshalb erteilt eines dieser Wesen dem interstellaren Meisterdieb Flambeur den Auftrag, einem anderen Halbgott ein Artefakt zu entwenden. Und natürlich geizt man “da oben„ mit Informationen und möchte keinesfalls, dass die Spur zum Auftraggeber zurückverfolgt werden kann.

Also muss Flambeur ganz tief in die Trickkiste greifen, um auch nur in die Nähe seines Ziels zu kommen. Als sich dann herausstellt, dass der “Schatz„ (ähnlich wie bei einer russischen Matroschka) als Traum in einem Traum von einem Traum verborgen liegt, steht seine Mission kurz vor dem Scheitern. Doch dann erweisen sich ausgerechnet die “Märchen aus 1001 Nacht„ als möglicher Schlüssel zum Erfolg.

Unterstützung erfährt Jean le Flambeur erneut durch die Raumpilotin und Söldnerin Mieli, die es mit ihrem KI-Raumschiff Perhonen gleich mit einer ganzen Armee aufnehmen muss. Allerdings stellt sie dabei äußerst schmerzhaft fest, dass so etwas nur im Märchen gut ausgeht – und muss am Ende noch froh sein, ihr bloßes Leben gerettet zu haben.

In “Fraktal„ verwischt der Autor durchgängig die erzählerischen Grenzen zwischen “Inner„- und “Outer„-Space, die Handlung springt ständig zwischen “realen„ Gefechten im Weltraum und auf den Oberflächen von Planeten und “geträumten„ Konflikten im virtuellen Bewusstsein einer Superintelligenz hin und her – nicht immer zur Freude des Lesers.

Zwar gibt es durchaus packende und spannende Momente, interessante Beziehungen zwischen den Protagonisten und amüsante Dialoge zwischen Jean und der Perhonen-KI, alles in allem fällt der Roman jedoch deutlich ab im Vergleich zu “Quantum".

Es bleibt die Hoffnung, dass sich Rajaniemi für den dritten Teil etwas mehr Zeit lässt und zur früheren Leichtigkeit und Frische zurückfindet.

(Horst Illmer, März 2013)

Ihre Meinung zu »Hannu Rajaniemi: Fraktal«

geronimox zu »Hannu Rajaniemi: Fraktal«31.01.2014
Vorsicht! Gequirlter Technobabbel trifft Quantenschaum-Dadaismus!

Dies ist in meinen Augen kein wirklich handlungsbezogener Roman, sondern eine Art »Gaga-Wortkunst« eines schriftstellernden Atomphysikers.

Die Geschichte ist in – für mich – überwiegend unverständlichen (schlecht eingedeutschten?) Fantasiebegriffen geschrieben, die dann auch wieder nur ansatzweise durch erneute Fantasiebegriffe erklärt werden.

Dieser Technobabbel umschliesst ein Minimum an Handlung – sofern der Leser überhaupt wie Couch Kritiker Horst Illmer in der Lage ist (Respekt!) , zwischen seitenweisen Quantenphysik-Dadaismus überhaupt eine Handlung herauszulesen. Im Grunde hat Illmer die gesamte Handlung in seiner obigen Rezi (die sich in dieser Kurzform übrigens weitaus interessanter liest, als sie dann in Romanform wirklich ist) zusammengefasst.

Ich habe dieses Elaborat im Grunde nur bis zum bitteren Ende quergelesen, weil ich als hartgesottener SciFi-Fan bis zum Schluss auf ein erklärendes Aha-Erlebnis gehofft hatte. War aber nix. Nur Blahfasel-Rhabarber.

An den Verlag: Ein Personenregister sowie ein Glossar, das alle vorkommenden Fantasieworte in halbwegs verständliche deutsche Begriffe übersetzt, würde diesem Roman extrem gut tun!

Mein Fazit: Ein Roman wie unter dem Einfluss von LSD geschrieben. Ausser Kopfschmerzen nix gewesen – und der Hannu kommt auf meine schwarze Liste für unverdauliche Wortdrechselei.

3/10
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