Past Magic von Ian R. MacLeod

Buchvorstellungund Rezension

Past Magic von Ian R. MacLeod

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Past Magic“,, 300 Seiten.ISBN 190461955X.

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Einige Themen sind Klassiker des Genres“82

Fantasy-Rezension von Klaus-Günther Beck-Ewerhardy

In der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung, die durch ein sehr launiges Vorwort von Jack Dann eingeleitet wird, sollen sich elf Geschichten finden, die die endgültige erwachsene Form der New Wave darstellen, die in den späten 80er und frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts durch die literarische Welt fegte. In einem Autorenvorwort stellt MacLeod die Geschichten und ihre „;Herkunft“; auch noch selbst näher vor, bevor sich die Leserinnen und Leser dann ans Werk machen können.

Beginnend mit der Titelgeschichte, die eine post-orwellianische Welt darstellt, in der ungeahnte Überwachungsmöglichkeiten scheinbar klaglos hingenommen werden, werden interessante mögliche Probleme der Zukunft bearbeitet. In der ersten Geschichte ist es das Problem einer zerfallenden Welt, außer auf der Isle of Man, wo die Reichen und Privilegierten in einer Art Standbild der Welt in Frieden leben wie unter einem Feenhügel. Und hier werden die Leserinnen und Leser mit einem ganz eigenen Problem der menschlichen Klonierung konfrontiert und der Frage, wozu diese führen könnte.

Snodgrass ist ein Stadtteil oder auch eine Person aus der Vergangenheit von John Lennon – zumindest in der gleichnamigen alternativen Zeitlinie, die in der zweiten Geschichte über die Beatles geschrieben wird. Durch Living in Sin in einer industriellen Gesellschaft, die allerdings alttestametarischen Werten folgt, erhält ein Ehepaar eine Tochter, die sich zunächst normal entwickelt, aber dann zum Entsetzen der Eltern zu einer Prophetin wird – und jeder weiß ja, wie die enden. Ein solcher Segen kann ein sehr zweischneidiges Schwert werden. Genau wie das Verbannen des Alterns und das Aufheben des Todes, die einem Künstler in Nevermore das Leben zur Hölle machen. In The Golden Keeper geht es weit in der Geschichte zurück zu einem römischen Buchhalter in der germanischen Provinz, der versucht, zu möglichst viel Geld zu kommen, bevor er nach Rom zurückkehrt, wo ein Berg ererbter Schulden auf ihn wartet. Dies führt ihn nach Ägypten und zu einigen Geheimnissen, die älter und dunkler sind, als er sich je hätte vorstellen können und die den Leserinnen und Lesern von H.P. Lovecraft bekannt vorkommen dürften.

Das Returning eines Raumfahrers nach einem Quantenflug in den Ereignishorizont eines wandernden schwarzen Lochs ist dann wieder eher eine klassische SF-Geschichte, allerdings mit einem klaren Quanten-Dreh, der die Sache ein wenig origineller macht als gewohnt. Two Sleepers in einer ungewohnten Form findet eine Frau in ihrem Ehebett, nachdem sie ihren Mann zur Arbeit verabschiedet hat und wieder scheint man sich hier näher an einer Geister- als an einer Science-Fiction-Geschichte zu bewegen.

Home Time kann sehr viele Bedeutungen haben, wie die Zeit, die man zuhause verbringt, die Zeit, zur der man die Schule – oder die Arbeit – verlässt um nach Hause zu gehen, oder, wenn man auf einer Zeitreise ist, sogar noch etwas ganz anderes, wie in dieser Geschichte, in der es speziell den Charakteren öfters eiskalt den Rücken runter läuft.

Well-Loved ist eine Switch-Story von einer etwas anderen Art, die die Leserinnen und Leser durch verschiedene emotionale Wechsel treiben wird. In The Bonny Boy greift MacLeod auf seine für Aether geschaffene Welt zurück um ein paar Gestaltenwandler beim Versuch einer Adoption zu begleiten. Eine Geschichte, die eventuell ein paar Fragen offen lässt.

Nina-With-The-Sky-In-Her-Hair ist wieder eher eine Fantasy-Geschichte und dabei ein Märchen über die Liebe und das Leben.

Bis auf die Vorworte und „;The Bonny Boy“; stammen alle Texte aus diesem Buch aus verschiedenen SF/Fantasy-Magazinen der 90er Jahre. Die Geschichten sind erzählerisch und darstellerisch von durchgehend guter Qualität und auch wenn einige Themen schon beinahe Klassiker des Genres sind, so sind sie hier gut genug aufgegriffen um eventuell als neue Klassiker gesehen zu werden.

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