Der kleine Hobbit von J. R. R. Tolkien

Buchvorstellungund Rezension

Der kleine Hobbit von J. R. R. Tolkien

Originalausgabe erschienen 1937unter dem Titel „The Hobbit“,deutsche Ausgabe erstmals 1957, 397 Seiten.ISBN 3423213930.Übersetzung ins Deutsche von Walter Scherf.

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In Kürze:

Vorbei ist es mit dem beschaulichen Leben des angesehenen Bilbo Beutlin, seit er sich auf ein Abenteuer eingelassen hat, das Hobbitvorstellungen bei weitem übersteigt. Nicht nur, daß er sich auf eine Reise von der Dauer eines Jahres begibt, er läßt sich auch vom Zwergenkönig und seinen Genossen als Meisterdieb unter Vertrag nehmen und verpflichtet sich, den Zwergen bei der Rückgewinnung ihres geraubten Schatzes zu helfen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Die lange unbemerkt bleibende Geburt eines grandiosen Mythenwerks“;100

Fantasy-Rezension von Michael Drewniok

„In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit.“ Bilbo Beutlin von Beutelsend (Unter dem Berg) ist sein Name, ein typischer Vertreter dieses kleinwüchsigen und friedlichen Völkchens, das den schönen Dingen des Lebens zugetan ist und nichts so schätzt wie seine Ruhe und mindestens sechs gute Mahlzeiten pro Tag. Doch in Bilbos Adern kreist auch das Blut seiner Vorfahren aus dem Tuk-Zweig der Familie, der seit jeher scheel von den anderen Hobbit-Clans angesehen wird, da ihm einige echte Draufgänger und Abenteurer entsprungen sind.

Trotzdem ahnt Bilbo nichts Böses, als es eines schönen Abends an die runde Tür seines Höhlenhauses klopft. Hobbits besuchen gern einander, aber dieses Mal treten besondere Gäste ein: Thorin Eichenschild, König der Zwerge, und zwölf seiner Gefährten sind es, die den verblüfften Bilbo in ihrer Runde willkommen heißen: Gemeinsam mit ihnen soll er ins ferne Reich Dal ziehen, um dort einen Schatz zu heben!

Zu verdanken hat Bilbo dieses für ihn ungeheuerliche Ansinnen einem alten Freund, dem Zauberer Gandalf, der den Hobbit als „Meisterdieb“ der Zwergenschar empfohlen hat. Besagter Schatz wird nämlich von einem mächtigen Drachen bewacht, der ihn gewiss nicht freiwillig hergeben wird. Dieses Untier, Smaug mit Namen, war es auch, das einst Thorins Großvater vom Thron stieß und das ganze Volk der Zwerge von Dal ins Exil trieb. Die Stadt und der Königspalast auf dem Einsamen Berg wurden zerstört, und seither terrorisiert Smaug die Lande um den Langen See, wenn er nicht gerade auf seinem Hort geraubten Goldes dem Schlaf des Ungerechten frönt.

Gegen diesen furchtbaren Feind soll es also gehen, als die Zwerge, Gandalf und der vom Zauberer mehr oder weniger sanft zur Teilnahme bewogene Bilbo sich auf den beschwerlichen Weg gen Osten machen. Die Gruppe reist durch gefährliche Gegenden, in denen sich nicht nur die Natur gegen sie verschworen hat: In den schroffen Nebelbergen, die es zu queren gilt, beginnen sich seit einiger Zeit Orks, gefährliche, in Höhlen lebende Kobolde, zusammenzurotten, um Tod und Verderben in die Länder des Ostens zu tragen. Die Reisenden geraten mitten in diesen Aufmarsch und werden gefangen genommen. Bilbo wird von seinen Gefährten getrennt und findet auf sich allein gestellt Rettung nur durch einen (scheinbaren) Zufall: Tief unter der Erde in den Höhlen der Orks findet er einen Zauberring, der ihn unsichtbar macht …

Glücklich den Orks entronnen und wieder vereinigt, warten noch viele gefährliche Abenteuer auf die Reisenden. Dem düsteren Nachtwald und seinen ungastlichen Bewohnern und teuflischen Fallen gilt es zu entrinnen, wobei Bilbo allmählich über sich selbst hinauswächst und seinen Begleitern mehr als einmal das Leben rettet. Doch als man endlich am Ziel der Reise angekommen ist, lauert ein schrecklicher Gegner auf sie: Smaug, der Drache, ist kein tumbes Ungetüm, sondern ein höchst agiles und vor allem schlaues Geschöpf, das bald sehr genau weiß, was seine „Gäste“ planen, und die Herausforderung mit Freuden annimmt …

Ein Kinderbuch für alle Generationen

Gibt es denn wirklich noch etwas zu sagen über diesen Klassiker der phantastischen Literatur, der in den sechseinhalb Jahrzehnten seit seinem ersten Erscheinen bis zum Überdruss besprochen, interpretiert und analysiert wurde? Wahrscheinlich nicht – oder vielleicht gerade doch, denn wo verbales Stroh gedroschen wird, fällt meist viel Spreu über die wenigen Körner der Weisheit. Dazu gehört vor allem die unglückliche Tendenz, den „Hobbit“ hauptsächlich als Präludium für das zu werten, was noch kommen sollte: als Vorspiel für den „Herrn der Ringe“ nämlich. Aber damit tut man dem früheren Werk bitter unrecht. „Der Hobbit“ soll und kann als vollständig eigenständiges Werk gelten, dessen Intention zudem in eine ganz andere Richtung weist. Das sollte auch nicht wundern, da doch mehr als anderthalb Jahrzehnte den „Hobbit“ vom „Herrn der Ringe“ trennen.

„Der Hobbit“ wurde von John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973), einem urbritischen Gelehrten mit erstaunlicher Fantasie als Kinder- oder Jugendbuch geplant und realisiert, und das ist es geblieben, Punkt. Die unerhörte Farbenpracht der Tolkienschen Mittelerde, die unerschütterlich auf ihrem ebenso massiven wie logistisch verzahnten Fundament einer eigenen Geografie, einer eigenen Geschichte oder einer eigenen Mythologie ruht, über dem sich ein eigener Mikrokosmos skurriler, aber bis ins Detail stimmiger Bewohner (Tolkien, der Literaturwissenschaftler, schuf sogar eigene Sprachen für die seinem Geist entsprungenen Völker) wölbt, ist im „Hobbit“ noch rudimentär. Sie wird nur dort sichtbar, wo sie der Geschichte dienlich ist, was im Vergleich zum „Herrn der Ringe“ selten der Fall ist: „Der Hobbit“ präsentiert eine wesentlich simplere Handlung; im Grunde die altbewährte Queste, die Suche, die mindestens ebenso wichtig ist wie ihr Ziel. Die Abenteuer von Bilbo Beutlin und seinen Gefährten bilden die Perlen einer Kette, die vom Auenland (das hier übrigens niemals unter diesem Namen auftaucht) bis zum Einsamen Berg reicht. Allerdings stellt sich dann heraus, dass Tolkien durchaus einem wohl durchdachten Handlungsgerüst folgt. Der Kampf gegen Smaug und die sich anschließende „Schlacht der fünf Völker“ stellt nicht nur den furiosen Höhepunkt der Ereignisse dar, sondern bringt die Suche sehr wohl zu ihrem logischen Ende, schürzt alle losen Enden zum logischen Knoten und verleiht dem „Hobbit“ letztlich eine epische Dimension, die unbeabsichtigt, aber wirkungsvoll eben doch auf das hinweist, was bald folgen wird.

An dieser Stelle würde es definitiv zu weit führen zu dechiffrieren, wo und wie Tolkien sich für seine Welt durch die Märchen und Mythen des europäischen Abendlandes inspirieren ließ. Ich überlasse dies getrost denen, die nun, da der „Herr der Ringe“ auch im Kino seinen Siegeszug angetreten hat, den Markt mit einschlägigen „Büchern zum Film“ pflastern, und möchte nur voller Bewunderung auf die Meisterschaft hinweisen, mit der Tolkien das Entlehnte mit dem Ersonnenen verknüpft und zu einem dichten und jederzeit überzeugenden Ganzen verschmilzt.

Gewisse Schwächen in der Figurenzeichnung übersieht man darüber entweder gänzlich oder verzeiht sie dem Autoren gern. Während Bilbo Beutlin und Gandalf es nicht ohne Grund in den „Herrn der Ringe“ geschafft haben, bleiben Thorin Eichenschild und die Seinen eigentlich durchweg profillos. Wieso hat Tolkien gleich zwölf Zwerge eingeführt? Lassen wir seine Vorliebe für archaisierende Zahlenmystik (später wird es u. a. drei bzw. sieben bzw. neun Ringe der Macht geben) einmal beiseite, müsste ihm doch eigentlich klar gewesen sein, dass dieser Personalstamm einfach zu groß ist, um echte Charaktere zu schaffen. Tatsächlich sind die Zwerge hauptsächlich Kanonenfutter für den Geschichtenerzähler Tolkien, um es einmal etwas krass, aber deutlich auszudrücken. Man darf eben nicht vergessen, dass dieser 1937 als Romancier noch Neuling war. Das erklärt z. B. auch den recht abrupten und nicht wirklich überzeugenden Abgang Gandalfs zu Beginn der zweiten Romanhälfte: Als Teilnehmer der Reisegruppe hatte er sich als gar zu zaubermächtig erwiesen. Nur ohne seine Anwesenheit konnte Bilbo Beutlin sich zum Retter wider Willen emporschwingen.

Smaug, der Drache, ist eine der ganz wenigen Schöpfungen, die nur für den „Kleinen Hobbit“ von Bedeutung sind und im „Herrn der Ringe“ nicht mehr berücksichtigt werden. Das ist schade, denn er ist ein Bösewicht von Format und mit Potenzial. Andererseits ist er so, wie Tolkien ihn anlegte, eher märchenhaft als mythisch, und das macht ihn für ein Epos wie das vom Ringkrieg untauglich. (Im Kinofilm taucht Smaug übrigens als kleine visuelle Reminiszenz in einer Karte seiner handgeschriebenen Lebensgeschichte auf, die Bilbo stolz seinem Neffen Frodo präsentiert.)

Ein Buch sie zu fesseln, sie alle zu finden &

Was man mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt, ist die Abwesenheit der Mythentümelei, die Tolkien im „Herrn der Ringe“ an den Tag legt. Dort kann er seinen Drang, das hauptberuflich erworbene Fachwissen mit der akademischen Freizeit-Gedankenarbeit zu verquicken, viel zu häufig nicht unterdrücken, und langweilt seine Leser mit vermeintlich dramatischen, tatsächlich aber rührselig-pathetischen Einschüben zwischen Charles Chaplin und Leni Riefenstahl sowie aus- und abschweifenden historischen, soziologischen, ethnografischen etc. Pseudo-Fakten. Nicht verantwortlich darf man Tolkien jedoch dafür machen, auch darin Vorbild für seine zahllosen minderbegabten Epigonen geworden zu sein, die dem Meister folgen möchten und erst recht nur wieder und wieder geklonten Fantasy-Stumpfsinn in Endlos-Serien produzieren.

Ach ja: Die Frage, ob „Der kleine Hobbit“ denn nun „nur“ ein „Kinderbuch“ ist, kann ich auch nicht beantworten. Ist sie denn überhaupt relevant? Falls doch, dann waren die Kinder von 1937 durchaus nicht aus weicherem Holz geschnitzt als die Garanten für die Renten des 21. Jahrhunderts. Tolkien lässt tüchtig schlachten und gruseln, aber meine Güte: In jedem Märchen geht es so zu! Hier darf man den Autoren beneiden, der in Zeiten lebte, als er den Terror noch „Smaug“ und nicht „political correctness“ nennen durfte …Ansonsten gilt, dass der „Hobbit“ einfach ein meisterhaftes Werk der Unterhaltungsliteratur ist, das Leser jedes Alters zu fesseln weiß. (Auch wenn Spielverderber darüber quengeln, dass Tolkien noch rigoroser als im „Herrn der Ringe“ im „Hobbit“ jedes Wesen weiblichen Geschlechts ausspart – gleichgültig, was dies angeblich über ihn aussagen mag! „Der kleine Hobbit“ ist ein Werk von 1937, für dessen Beurteilung die Bedingungen und Beschränkungen dieser Zeit zu berücksichtigen sind.)

„Der Hobbit“ kann seinen Klassiker-Status in der deutschen Fassung auch jenseits der zeitlosen Qualität der Geschichte durch die lesenswerten Übersetzungen – die alte von Walter Scherf wie die neue von Wolfgang Krege unterstreichen. Sie ist ein gutes Stück über die Translations-Stammeleien überlasteter, unterbezahlter und minderbegabter Wortklauber erhaben, mit denen wir Leser des Phantastischen heute allzu oft abgefertigt werden.

P. S.: „Als Bilbo seine Augen öffnete, …konnte er [in den Höhlen der Orks] nichts finden, …und er hatte keine Ahnung, in welche Richtung [seine Gefährten] gelaufen waren. Auf gut Glück kroch er ein ordentliches Stück weiter, bis seine Hand plötzlich auf dem Boden des Stollens etwas liegen fand – etwas, das sich wie ein dünner Ring aus einem kalten Metall anfühlte. Und das war ein Wendepunkt in seinem Leben. Aber er wusste es nicht. Er steckte den Ring in seine Tasche, ohne sich Gedanken zu machen.“Es hilft nichts; obwohl der „Hobbit“ wie gesagt als singuläres Werk bestehen kann, jagt einem Tolkiens Geschick, ihn nachträglich für den „Herrn der Ringe“ zu adaptieren, durchaus Schauder über den Rücken. Er wusste ganz genau, wo er anzuknüpfen hatte. Aus den wenigen oben zitierten, so harmlos klingenden Sätzen erwuchs nicht nur ein 1500-seitiges Epos, das zum Klassiker der Unterhaltungs-Literatur wurde, sondern ein moderner Mythos, der in einem halben Jahrzehnt längst unter Beweis gestellt hat, was Harry Potter noch schuldig bleiben muss: den Status eines echten Klassikers, der über den Medienhype hinausgeht und ein Eigenleben fern jeder Mode entwickelt.

Ihre Meinung zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«

Fassreiter zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«06.06.2013
Ich finde doof das Bard denn Drachen ermordet hat und nicht der Hobbit oder ein Zwerg. aber wenn ich ganz ehrlich sein soll ich hab nur bis zur 200 Seite gelesen und dann hab ich im internett gesucht. aber ich wollte es nicht einmal lesen meine Deutschlehrerinn hat es mir angedreht und jetzt hab ich zetteln bekommen und ich komm nicht mehr weiter. Kurz zusammengefasst wollte ich dass der Drache jeden frierst und nicht stirbt.
Stefan83 zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«22.11.2010
Viele haben ihn gelesen, noch mehr haben sich wohl Peter Jacksons Kinoverfilmung von J.R.R. Tolkiens Roman-Epos „Der Herr der Ringe“ angesehen. Trotz „Harry Potter“, „Eragon“ und Co. bleibt die Geschichte über den kleinen Hobbit Frodo Beutlin und seine Abenteuer bis heute der Fantasy-Klassiker schlechthin. Ein Abenteuer, das mit der Übergabe des schicksalhaften Rings durch Bilbo seinen Anfang nahm. Doch woher hatte dieser den Ring eigentlich? Wie kam es dazu, dass dieses mächtige Artefakt bei einem gemütlichen Hobbit im Auenland landen konnte? Davon erzählt J.R.R. Tolkiens Werk „Der Hobbit oder Hin und zurück“. Und doch ist dieser Klassiker der phantastischen Literatur weit mehr als nur ein Vorspiel für die Ereignisse des Großen Ringkriegs. Er darf und kann für sich allein gelesen werden, besitzt auch ohne Tolkiens geniale Verbindungsstücke genug Eigenständigkeit, um fernab von „Der Herr der Ringe“ überzeugen zu können. Egal ob von Walter Scherf oder Wolfgang Krege übersetzt, auch bei der xten Lektüre entfaltet dieses Buch noch seinen Zauber, nimmt es Jung und Alt gleichermaßen gefangen. „In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit.“ Sobald ich diese Zeilen lese, hat mich Mittelerde wieder in seinen Bann gezogen, wandle ich in Gedanken durch Bilbos wohliges Heim...

In das kommt eines schönen Abends ziemlich Trubel, als es an der runden Tür seiner Höhlenbehausung klopft. Doch statt dem üblichen Hobbit-Besuch treten diesmal ganz besondere Gäste ungebeten über die Schwelle. Thorin Eichenschild, König der Zwerge, ist mit seinen zwölf Gefährten ins Auenland gekommen, um auf Empfehlung des Zauberers Gandalf, der Bilbo als „Meisterdieb“ angepriesen hat, diesen für ein ganz besonderes Unternehmen zu gewinnen: Ein Schatz soll gehoben werden. Er befindet sich im fernen Reich Dal und wird von dem mächtigen Drachen Smaug bewacht, der einst Thorins Großvater vom Thron stieß und damit gleichzeitig das ganze Volk der Zwerge ins Exil zwang. Seither liegen die Stadt und der Königspalast zerstört auf dem Einsamen Berg. Smaug ist dessen unangefochtener Herrscher. Eine Tatsache, die auch die anderen Lande um den Langen See, allen voran Esgaroth, immer wieder schmerzlich spüren müssen. Nun soll der Herrschaft des feuerspeienden Ungetüms ein Ende gemacht, der Schatz wieder in den Besitz der Zwerge gebracht werden … und Bilbo soll der Schlüssel zum Erfolg sein. (Außerdem braucht man einen Mann mehr, da man die Unglückszahl 13 über alle Maßen fürchtet)

Bilbo Beutlin, als typischer Vertreter des friedlichen Volks der Hobbits, ist wenig begeistert, wird aber mehr oder minder sanft von Gandalf dem Zauberer zur Teilnahme „überredet“. Und schließlich fließt ja auch etwas Blut aus dem Tuk-Zweig der Familie in ihm, die schon immer für ihre draufgängerische Art bekannt waren. Ehe er sich versieht, zieht er mit Gandalf und den Zwergen gen Osten. Die Reise führt sie zu durch ein Lager von Trollen über das schöne Bruchtal der Elben bis ins schroffe Nebelgebirge, wo sich seit einiger Zeit die Orks wieder zusammenrotten, um Krieg und Verwüstung in die benachbarten Lande zu tragen. Hier wird Bilbo im Kampfe von seinen Gefährten getrennt. Allein in der Dunkelheit stolpert er tief unter der Erde über einen kleinen Zauberring und ein seltsames Wesen namens Gollum.

Nur dank einer List im Rätselspiel entkommt er dessen Fängen und gelangt mithilfe des Rings, der unsichtbar macht, an den Linien der Orks vorbei. Im Osten trifft er seine alten Gefährten wieder, mit denen er, nach einer kurzen Rast beim brummigen Bärenmenschen Beorn, die Reise durch den finsteren Nachtwald antritt. Hier zeigt sich jetzt, zu was ein entschlossener (und sich nach dem Zuhause sehnender) Hobbit imstande ist. Während nach und nach der Mut der Zwerge sinkt und die Lage immer aussichtsloser scheint, ist es Bilbo, der seinen Begleitern immer wieder das Leben rettet und schließlich dafür sorgt, dass man eines Tages am Fuße des Einsamen Berges ankommt. Dort wartet nun mit Smaug ihr gefährlichster Gegner auf sie. Wieder mal ist es an Bilbo, dem „Meisterdieb“, einen Weg zu finden, um Thorin und seinen Freunden zum Sieg zu verhelfen. Doch es kommt alles anders als geplant …

Trotz der Versuche in den letzten Jahren „Der kleine Hobbit“ sprachlich an das Ring-Epos anzugleichen, dessen Ton zu versachlichen oder etwas ernster wirken zu lassen, bleibt das Buch genau das, als was es John Ronald Reuel Tolkien ursprünglich geplant hatte: Eine märchenhafte Geschichte, ein Buch für Kinder und Jugendliche. Und zwar eins das trotz der vergangenen sieben Jahrzehnte nichts von seiner Farbenpracht und seinem Reiz verloren hat. Geschildert wird dem Leser die Geschichte von einem allwissenden Erzähler und damit auf eine Art und Weise, wie sie heute eigentlich aus der Mode gekommen ist. Vielleicht gerade deswegen ist ein Griff zu diesem Werk für mich mit so nostalgischen Gefühlen verbunden, zumal man im Hinterkopf stets den größeren Kontext von Mittelerde behält, welche der Literaturwissenschaftler Tolkien mit einer eigenen Geografie (allein die Karten von Mittelerde könnte man stundenlang betrachten und studieren), eigenen Mythen und Sprachen sowie einem komplett durchdachten historischen Hintergrund versehen hat. Wo andere Fantasy-Autoren allenfalls ein Grundgerüst konzipiert haben, ist Tolkien eine sprachliche Kathedrale gelungen, bei der bis zum kleinsten Mosaiksteinchen alles passt, jedes Detailrädchen logisch ins andere greift.

In „Der kleine Hobbit“ jedoch lässt sich dieses Ausmaß allenfalls erahnen, beschränkt sich doch der Autor noch darauf nur die Geschichte zu erzählen und den größeren Hintergrund höchstens ausschnittartig in die Handlung einzuflechten. Ellenlange Landschaftsbeschreibungen, seitenlange Lieder oder Ergüsse zu historischen Begebenheiten wird man hier nicht finden. Der Plot ist, zumindest im Vergleich zu „Der Herr der Ringe“, relativ simpel, die Sprache erfrischend unbeschwert. Der rote Faden zieht sich vom Anfang bis zum Ende, ohne an irgendeiner Stelle vom Weg abzukommen. Gerade das macht das Buch vielleicht für einen Großteil der Leser sogar spannender und unterhaltsamer.

Ich persönlich halte das eine wie das andere für ein literarisches Meisterwerk. Nicht zuletzt deshalb, weil Tolkien immer das größere Ganze im Sinn gehabt zu haben scheint und die wenigen losen Enden dieser Geschichte schlichtweg überragend mit dem epischen „Herr der Ringe“ verknüpft. Es ist mir gänzlich unmöglich, die Szene, in der Bilbo in der Finsternis der Ork-Höhlen den Ring ertastet, ohne Schauder und Gänsehaut zu lesen. Und Michael Drewniok schreibt mir komplett aus der Seele, wenn er konstatiert: „Aus den wenigen oben zitierten, so harmlos klingenden Sätzen erwuchs nicht nur ein 1500-seitiges Epos, das zum Klassiker der Unterhaltungs-Literatur wurde, sondern ein moderner Mythos, der in einem halben Jahrzehnt längst unter Beweis gestellt hat, was Harry Potter noch schuldig bleiben muss: den Status eines echten Klassikers, der über den Medienhype hinausgeht und ein Eigenleben fern jeder Mode entwickelt.“

„Der kleine Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ sind bis heute unerreicht und werden dies immer bleiben. Sicher, wer den Rotstift zückt, haargenau und Wort für Wort liest, wird auch hier Fehler finden, Unzulänglichkeiten bezüglich der Figurenzeichnung oder kleine logische Stolpersteinchen bemängeln können. Doch hier dieses Maß anzulegen, hieße Perfektion perfektionieren zu wollen. „Der kleine Hobbit“ ist eine wunderschöne und fröhliche, aber auch tieftraurige und schaurige Märchengeschichte voller kleiner Wunder, die selbst noch das Herz des ernüchterten, abgestumpften Erwachsenen erreicht und mit seiner Tiefe und seiner Botschaft lange nachwirkt. Es ist ein Buch, das die Macht des Wortes in vergleichsweise kleinem Umfang aufs Wunderbarste zu verdeutlichen versteht und als schulmeisterliches Beispiel für alle sogenannten Schriftsteller dienen sollte. Trotz der geplanten Verfilmung, welche hoffentlich irgendwann real wird und auf die ich mich unbändig freue, weiß ich mit Sicherheit, dass mir die geistigen Bilder von Beorns Blumenwiesen, von dem dunklen See Gollums, von Smaug in seiner Halle oder der Lichtung der Warge niemand je wird nehmen können. Dies ist ein fantastisches Buch, weil es eben die Phantasie anregt, sie weckt und am Leben erhält. Und so irritierend dies bei den tausenden von Neuveröffentlichungen in einem Jahr auch ist … nur wenige können das heutzutage von sich und ihren Werken behaupten.

J.R.R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“ ist, trotz seines Alters (das Buch erschien 1937), ein Klassiker, der keinerlei Staub angesetzt hat, sondern vielmehr heute noch seinesgleichen sucht. Ein einfach schönes Buch über Abenteuer, Gefahren, Verrat und Freundschaft und damit ein lehrreiches in der Fülle des derzeitigen sinnentleerten Mainstream-Gefasels. Vielen Dank, lieber Mr. Tolkien! Ihr Werk wird für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Regal und meinem Herzen haben.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Isabel Gloss zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«17.11.2010
Eine wunderschöne Geschichte, die Tolkien da erzählt, absolut unterhaltsam und sozusagen ein Muss für alle Herr-der-Ringe-Fans. Die Erzählung über den Hobbit Bilbo, der auf große Reise mit ein paar Zwergen und einem Zauberer geht, ist für Leser vieler Altersgruppen absolut zu empfehlen. Nicht so düster wie "Der Herr der Ringe" oder "Das Silmarillion", voller unerwarteter Wendungen und natürlich die Vorgeschichte zu einem der größten Fantasy-Epen, in der man praktisch erfährt, warum ausgerechnet ein Hobbit den Einen Ring in die Hände bekommen hat. Auch Tolkiens unbescherter, lockerer Stil, der perfekt die Eigenheiten der verschiedenen Charaktere zum Ausdruck bringt, hat einen hohen Unterhaltungswert. Ich habe das Buch das erste Mal gelesen, als ich 10 Jahre alt war, und schon da hat es mich verzaubert, weil einfach noch nicht alles "im Dauerlauf zum Teufel ging", wie man bei der sich anschließenden Trilogie von Zeit zu Zeit denken könnte. Wer "Der Herr der Ringe" gemocht hat, wird den "Hobbit" lieben!
Jonasson123 zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«12.05.2010
Mein Einstieg in die Fantasy-Literatur. Dieses Buch hat mir mein Vater vorgelesen als ich etwa 5 Jahre alt war.Dieses Buch wurde sofort zu einem meiner Lieblingsbücher!
Am Anfang hat man richtig Mitleid mit dem armen Bilbo als die 12 Zwerge so plötzlich in seine Hütte hereinplatzen.
Aber danach wird dieses Buch richtig spannend und gut.
Meine Lieblingsstelle in dem Buch ist das Abenteuer mit den Trollen. Diese Stelle konnte ich mir am besten merken und erinnere mich auch heute noch ganz genau daran.

Dieses Buch empfehle ich jung und alt. Denn auch wenn es ab und zu etwas schwer zu lesen ist, an das gewöhnt man sich schnell einmal.

Also lest dieses Buch!
Alexi1000 zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«14.04.2010
Nach etlichen Jahren habe ich mir diesen "Kinder"-Roman mal wieder vorgenommen, um mir die Geschichte für die anstehende Verfilmung wieder vor Augen zu führen und aufzufrischen.

Mit viel Abstand betrachtet, kann man schon sagen, das es sich mittlerweile etwas "antiquiert" und für eine jüngere Zielgruppe erschaffen liest, aber letztlich schafft es Tolkien doch wieder den Leser (ob jung oder "älter") zu Faszinieren und in den Bann der Geschichte zu ziehen.

Über die Geschichte ist mehr als genug rezensiert worden, man kann den jüngeren Lesern aber wirklich nur empfehlen sich die Welten Tolkiens einzuverleiben, falls Sie die Bücher noch nicht gelesen hat.

für mich wirds immer ein "Klassiker" bleiben, der mit 95° fast an der Perfektion liegt.
(auch wenn das "Feeling" beim zweiten mal Lesen nach so vielen Jahren sicher ein anderes war...).

Jetzt freue ich mich aber umso mehr auf die anstehende Verfilmung!
greenlady zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«05.03.2010
total super, wenn auch sehr anstrengend zu lesen, ellenlange Landschaftsbeschreibungen, aber bis jetzt ist es die härteste Phantasy, die ich je gelesen habe, von Hobbit bis Ork ist wirklich alles vertreten... sehr lesenwert!!! außerdem schon fast etwas wie goethe oder shakespeare, irgendwann muss man es lesen! mein cover ist aba vieeel schöner....^^

nein, das Buch ist einfach zu empfehlen, auch wenn manche stellen vielleicht ein bisschen schleppend sind. Insgesammt bekommt man einfach mal einen kleinen Überblick über die traditionellen Funktionen der Fantastischen Figuren.... Zwerge, Orks, unbenennbare Wesen... XD
Rhayk zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«06.08.2009
Die neue Ausgabe von "Der Hobbit" gefällt mir besonders gut. Die von Alan Lee bebilderte Ausgabe ist die schönste Buchausgabe, die mir bekannt ist.

Das Buch beinhaltet die Geschichte wie Bilbo Beutlinden legendären Ring aus "Der Herr der Ringe" findet oder umgekehrt. Ein sein Alltag und die Ruhe liebender Halbling wird unsanft auf eine Reise mit Zwergen und Gandalf,den Zauberer, voller Abenteuer geschickt. Tolkien beschreibt mit Liebe im Deteil, jedoch mit temporeicher Geschichte.

Für mich eine Reise, die ich gerne wieder miterlebt habe. Sicher nicht zum letzten Mal.
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Beorn zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«16.07.2009
Das Buch ist als Vorgeschichte von "Der Herr der Ringe" und als eigenständiges Werk sehr zu empfehlen.
Im Mittelpunkt des Handlungsverlaufs steht eine Reise durch die Welt Mittelerde. Dabei begegnen der Hobbit Bilbo, Gandalf der Zauberer und dreizehn Zwerge allen möglichen Abenteuern. Alles endet in einem großen Finale mit einem Drachen und einer Schlacht am einsamen Berg.

Tolkien verwendet eine anspruchsvolle Sprache, obwohl er den Hobbit als Kinder- und Jugendbuch konzipiert hat. Dies wird deutlich, wenn er gelegentlich als Ich-Erzähler Bemerkungen und Vorausdeutungen fallen lässt.

Nach mehrmaligem Lesen gefällt es mir immer noch sehr gut und am liebsten würde ich beim Lesen meinen Rucksack aufschnallen und auf Fahrt gehen!
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Alice zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«09.06.2009
das buch ist schon echt gut!!!!!!!!!!!!!!!!!! Aberich denke mal, man muss es nicht unbedingt zwei mal lesen, ich selbst habe es auch nur 1 mal gelesen. Allerdings ist es sehr altmodisch geschrieben, man braucht eine Weile um sich einzulesen.........
Tolien hat sich eine völlig neue geschichte ausgedacht, und es ist ihm gut gelungen. Ich finde allerdings, dass man nicht so viel auf einmal lesen kann, wie in vielen anderen Büchern. Man braucht ein paar seiten, und dann eine pause..........

Aber es ist schon echt der hamma, und ich denke man muss es unbedingt lesen, wenn man echter fantasy-fan ist!!!!
Michael M. zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«06.11.2007
Ich selbst habe dieses Buch schon zwei mal gelesen. Trotzdem finde das es einfach gut gelungen ist da man sich an hand von den genauen Beschreibungen alles sehr gut vorstellen kann und es sehr lustige stellen giebt die beim zweiten mal lesen erst recht witzig sind ,ich lese es momentan nämlich zum dritten mal. Desweiteren ist diese Geschichte so spannend und faszinierend das man wenn man erst einmal angefangen hat zu lesen gar nicht mehr aufhöhren möchte.

Mein Tipp an alle die dieses Buch lesen möchten: Lest es mehrere Male
da man nicht alles beim ersten mal lesen kapieren kann. Es seidenn man besitzt die Hintergrund Lektüre .(Handbuch der Weisen von Mittelerde)

Und allgemein sollte jeder "Hobbitbegeisterte" die Lektüren Der Herr der Ringe und die Gefährten ,Der Herr der Ringe und die zwei Türme ,Der Herr der Ringe und die Wiederkehr des Königs sowohl Das Sillmarilion ,Buch der verschollenen Geschicht eins und zwei sowohl auch Die Kinder Huriens (Welches ich leider noch nicht gelesen habe) lesen.
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kings.kleine.leseratte zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«23.09.2007
Dieses Buch muss man einfach gelesen haben das ist meiner Meinung nach ein Muss für jeden fantasy freak! Tolkien ist mit einer der berühmtesten Autoren der fantasy scene !!!
Ich finde das Buch klasse und kann es nur weiterempfehlen !!!
Wendeline zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«03.09.2007
Ich habe das Buch bereits vor einigen Jahren gelesen, nach der Triologie Der Herr der Ringe. Ich fand das Buch einfach nur phantstisch. Es führt ein in das "Tolkin-Universum". Besonders gefallen hat mir die Sprache, der Witz der hier drin steckt. Man lernt sie kennen, die Hobbits (besser den Hobbit), die Zwerge, Elfen und Orks und natürlich Gandalf und natürlich bekommt man Lust auf´s weiterlesen. Den Herrn der Ringe habe ich dann glatt noch einmal gelesen. Ich wußte ja jetzt einiges mehr ...
Bilbo zu »J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit«21.08.2006
Das Buch ist sehr gut! Ich habe es bereits mehrere Male gelesen und trotzdem bleibt es spannend. Auch zu empfehlen ist die Parodie zu dem Buch " Der kleine Hobbnix". Vorraussetzung ist natürlich der kleine Hobbit gelesen zu haben, sonst kann man über die meisten Witze nicht lachen!!!
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