Beutegier von Jack Ketchum

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1991unter dem Titel „Offspring“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 320 Seiten.ISBN 3-453-67562-2.Übersetzung ins Deutsche von Joannis Stefanidis.

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In Kürze:

Vor elf Jahren wurde Sheriff George Peters Zeuge, wie eine Gruppe verwilderter Kannibalen über Touristen herfiel. Inzwischen ist Peters im Ruhestand, doch als an der Küste von Maine erneut Leichen von Urlaubern entdeckt werden, wird er zu den Ermittlungen hinzugezogen. Die Wilden sind zurück – die Jagd beginnt von Neuem.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Backwood-Horror mit Überraschungseffekten und rüden Spannungsmomenten“76

Horror-Rezension von Jochen König

Blutrot ziert „Die Rückkehr der Kannibalen“ den Buchdeckel von „Beutegier“ – Damit ist eigentlich alles gesagt und der Inhalt von Jack Ketchums Sequel zu „Beutezeit“ ziemlich klar umrissen.

Elf Jahre sind vergangen, und eine Überlebende aus dem Vorgänger hat erneut eine bissfreudige Truppe kleiner und großer Racker um sich geschart, um die heimischen Kochtöpfe mit Menschenfleisch zu füllen und bei Bedarf Nachwuchs zu entführen, damit die eigene Familie größer und wehrhafter wird. So kam die „Älteste“ genannte Anführerin der verfressenen Bande auch zu ihrem ersten Anhänger „Erstgeraubter“ und späteren Vater ihrer Kinder.

Dass es die Sippe irgendwann aus dem Wald- und Höhlengebiet in die Zivilisation verschlägt, und das ausgerechnet in der Nähe ihrer alten Wirkungsstätte, bleibt bei dem blutigen Treiben der jungen, aber engagierten Sippe, natürlich nicht unbemerkt. Und so sieht sich der pensionierte Sheriff George Peters alsbald mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert, die ihn ein gutes Jahrzehnt zuvor an den Rand des Wahnsinns brachten. Besser wird es diesmal auch nicht.

Freimütig gesteht Jack Ketchum im Nachwort ein, dass er „Beutegier“ (auch) aus finanziellem Interesse verfasst hat. Immerhin war „Beutezeit“ seine bis dato erfolgreichste Veröffentlichung, also lag der Gedanke, einen Nachzügler zu verfassen, nahe. Sein Verdienst ist ihm neidlos zu gönnen, aber fällt auch für den Leser ein Mehrwert ab?

Die Antwort ist ein klares „Jein“!

Vom Aufbau gleicht „Beutegier“ dem Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Es beginnt mit dem Auftauchen der Kannibalen-Sippe, stellt die freundlichen Mittelschicht-Antipoden vor, geht über zum brutalen Zuschlagen, dann Flucht, Verfolgung, Gemetzel und nicht für alle Beteiligten ein Happy End. Die Unterschiede liegen im Detail.

Da die Gruppe der wilden Waldläufer kleiner ist, kann Ketchum die einzelnen Mitglieder wesentlich besser fokussieren; ebenso ist die Figur des Steven Carey ein Gewinn für die Erzählung. Erst schwebt er als bloße Idee der Gefährdung für Leib und Seele über dem einsam gelegenen Anwesen der Kleinfamilie Halbard, bei der gerade Claire, die Noch-Ehefrau des gewalttätigen Carey, und ihr Sohn Luke zu Gast sind. Doch es dauert nicht lange, bis sich Steven Carey materialisiert. Unterwegs, mittlerweile zum Mörder geworden, und fies bis in die Haarspitzen. Denn dieser psychopathische Ex-Anwalt strahlt eine noch größere Bedrohung für ein zivilisiertes Miteinander aus als die verwilderten Artgenossen aus den Tiefen des Waldes. Diese Dualität des Grauens bringt Ketchum an zentraler Stelle auf einen gemeinsamen Nenner, um die dunklen Tiefen hinter diesem Gedankengang wenig später simpler Dramaturgie zu opfern. So wird das Potenzial der Figur bedauerlicherweise nicht ausgeschöpft. Demgegenüber ist Ketchum die Emanzipation der freundlichen Claire, die genau wie ihr Sohn Luke im Lauf der Handlung über sich hinaus wächst, anschaulicher geraten.

„Beutegier“ ist wesentlich eleganter (so weit das in diesem Bezug möglich ist), eloquenter, stringenter und dabei weniger brutal als der Erstling. Kurz: professioneller. Dafür fehlt ihm die rohe Kraft, jene scheinbare Abwesenheit von Kalkül, die „Beutezeit“ erscheinen ließ wie mit dem Fleischwolf geschrieben.

Beide Bücher sind weit davon entfernt, ernsthafte Zivilisationskritik zu üben; Ketchum bedient lieber und durchaus geschickt das Genre des „Backwood-Horrors“ mit Überraschungseffekten und rüden Spannungsmomenten. „Beutegier“ zeigt, dass dies auch mit einer Reduzierung gewalttätiger Exzesse einhergehen kann, ohne dass man etwas vermisst. Eine kleine Warnung: für Zartbesaitete ist der Roman immer noch ein Stiefel voller Blutsuppe.

So ist „Beutegier“ eine ausgefeiltere Variante des Vorgängers, besser zu lesen und sozial weit verträglicher. Dieses nagende Gefühl an den Eingeweiden, das einen mitunter beim Lesen beschleicht, ist allerdings bei „Beutezeit“ intensiver. Wäre das Buch eine CD, so wäre „Beutegier“ die remasterte und fachmännisch überarbeitete Neuauflage.

Das führt jetzt zu einem kleinen Konflikt mit der Bewertungsskala. „Beutegier“ ist das bessere von beiden Büchern. Doch die 90° von Michael Drewniok hätte ich nie an „Beutezeit“ vergeben. Maximal 72°. Bleiben für „Beutegier“ 76° stehen und der Hinweis, dass man nur als Jack Ketchum-Fan beide Bücher braucht. Der Rest der lesenden Welt kommt auch sehr gut mit nur einer Version klar.

Ihre Meinung zu »Jack Ketchum: Beutegier«

Konrad Wolfram zu »Jack Ketchum: Beutegier«25.11.2011
Nun, man kann immer und über alles geteilter Meinung sein. Doch ich bin da ehrlich, ich habe "Beutezeit" und "Beutegier" hintereinander gelesen und sage daher, das "Beutegier" eine gelungene, ja perfekte Fortsetzung darstellt. Auch der veränderte Umgang mit den Figuren des Romans sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Eine Fortsetzung wird natürlich nie eine schon bewährte Variante massiv verändern. Denn dann wäre es wohl keine wirkliche Fortsetzung. Im Gegensatz zum Rezensenten Jochen König kann ich durchaus auch denen die Fortsetzung "Beutegier" empfehlen, die nicht zu den absoluten Fans von Jack Ketchum zählen. Denn "Beutegier" bietet zudem eine gereiftere Story und kann in Sachen Spannung mit "Beutezeit" absolut mithalten. Für mich also locker über 90°.
Buboter zu »Jack Ketchum: Beutegier«22.07.2011
Zur Handlung gibts wenig zu sagen, da diese der aus "Beutezeit" fast gleicht. Allerdings geht Ketchum in diesem Roman etwas zaghafter mit seinen Figuren um und richtet mehr Aufmerksamkeit auf das Verhalten der Kannibalen. Und genau das, fand ich hier etwas störend. Zwar füllen die Gedankengänge der Ältesten die Lücke von 10 Jahren, die zwischen "Beutezeit" und "Beutegier" liegen, allerdings war mir das dann fast zuviel.

Ansonsten ist es eine solide Fortsetzung nach dem bewährten Strickmuster, die gut unterhält. 85°
leny zu »Jack Ketchum: Beutegier«24.02.2011
also ich habe das erste buch gelsen und mir danach sofort den 2. teil gekauft und ich muss sagen ich fand beide gut, aber den ersten noch einen ticken besser, vielleicht weil dort eher auf das gemetzel an sich als auf die personen eingegangen wird aber ich denke auch wenn man das buch gut fand, lohnt es sich auch den 2. teil zu lesen :) wow, das ist alles ein satz :D viel spaß
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jasmin zu »Jack Ketchum: Beutegier«22.09.2009
Ich bin eigentlich keine person die gerne liest .
wir mussten uns aber von der schule ein buch aussuchen und darüber schreiben .
ich habe irgendein buch genommen .
Als ich angefangen habe zu lesen fand ich es noch ziemlich langweilig aber wenn mann dann plötzlich mitten drin ist möchte man nicht mehr aufhören zu lesen .
ich finde es ist ein tolles buch !!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schrodo zu »Jack Ketchum: Beutegier«29.07.2009
Sind Sie stolzer Besitzer eines schnuckeligen Häuschens am Waldrand? Vielleicht sind Sie ja passionierter Pilze Sammler. Suchen Sie wie viele andere Menschen die Erholung vom täglichen Stress bei einem gemütlichen Abendspaziergang im Wald, oder ist ihnen an einem heißen Sommertag ein Ausflug in den kühlen Schatten eines Waldgebietes lieber?
Zusammengefasst, gehen Sie gerne in den Wald?? Ja, wirklich?? Ich warne Sie! Wenn einer dieser Gründe auf Sie zutrifft, dann lesen Sie dieses Buch unter gar keinen Umständen.
Denn was der Herr Ketchum in diesem Roman geschrieben hat ist alles andere als ein gemütlicher Abendspaziergang.
Beutegier ist die Fortsetzung des Gemetzels von Ketchums Beutezeit. Eine junge Familie lebt glücklich und zufrieden in ihrem neuen Häuschen am Waldrand…bis es dämmert und sie von einer Gruppe wilder Kannibalen überfallen werden.
Mehr kann ich ihnen wirklich nicht verraten, ich möchte ihnen nicht den Schlaf rauben!
Beutegier ist ein außerordentlich brutaler Roman. Mit vielen bösen Mädels und Jungs, die ziemlich emotionslos und menschenverachtend eine Gewaltorgie lostreten die ihresgleichen sucht. Das Buch ist grausam und spannend.
Sagen sie nicht ich hätte sie nicht gewarnt. Nichts für schwache Nerven.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Girasol zu »Jack Ketchum: Beutegier«10.07.2009
Hab mit Spannung drauf gewartet und ich wurde nicht enttäuscht.Ist halt ein Ketchum so wie man ihn erwartet.
Ich hab mir heute das Buch Evil bestellt, ich hab zwar beide Filme gesehen, "American Crime" und "Evil", möchte aber trotzdem das Buch lesen.
Das nächste Buch wird "Wahnsinn" sein und ich hab mir das schon mal vorbestellt heute.
Ich gebe 100 Points.
Alexi1000 zu »Jack Ketchum: Beutegier«05.07.2009
Wie hier schon mehrfach erwähnt wurde, erzählt Ketchum in diesem Roman eigentlich die selbe Geschichte wie in "Beutezeit" noch einmal.
Der Handlungszeitraum spielt nur ein Jahrzent später.
Das ist für mich auch der Kritikpunkt eines ansonsten spannenden Thrillers.

Es kommt mir ein bisschen so vor als wenn Ketchum sich gesagt hat, damals zur "Beutezeit" durfte ich nicht wie ich wollte und heute bekommt Ihr es dafür dicke...

trotzdem reichts für 80°.
Klara zu »Jack Ketchum: Beutegier«03.06.2009
hi leutz,
meine Frage an euch, glaub ich kapiers immer noch nich:
Ist des jetzt die zensierte Fassung oder wurde hier nichts dran rumgeschnibbelt....
wenn ersteres zutreffen würde, wäre diese Version ja auch mal einen Versuch wert.

Bitte beantworten, wäre ja soooo nett! =)

also ich fand des buch jetzt nich sooooooooo besonders.....
Meiner meinung nach war das erste viel besser, was aber auch daran liegen könnte, dass es einfach eklig cool war.^^
Versteht mich jetzt nich falsch, ich bin kein freak oder sowas, ich steh halt auf sowas.....solange es nicht wirklich passiert und nur fiktiv ist.
Mir persönlich haben also bei der "Rückkerhr zum Schmortopf" die "Rezepte" gefehlt, sei es der Schmorbraten oder sonstwas, die in dem Vorgänger so toll zu lesen waren. =(
Lediglich bei den herumhängenden Gliedmaßen konnte mein Herz aufgehen.^^
Außerdem haben die ständigen Erzählungen über die Kanibalen-Drecks-Bande total genervt......des is alles so schade, denn ich hatte mich ein ganzes geschlagenes Jahr auf dieses Buch gefreut, denn "Beutezeit" ist mein absoluter Liebling.

Egal habs trotzdem relativ schnell durchgelesen und trotz meiner doch ziemlich schlechten Rezession habe ich den Kauf nicht bereut denn ich LIEBE Jack Ketchum! :D

lg

LG
mase zu »Jack Ketchum: Beutegier«18.05.2009
Im Gegensatz zu „Beutezeit“ hat mich diese Buch gethrillt. Ob das an meiner damaligen Laune oder am Buch selbst lag, vermag ich nicht zu sagen.

Ein wesentlicher Unterschied, falls ich mich richtig erinnere, ist jedoch der Handlungsstrang der sich mit den Kannibalen befasst und uns Einblicke in ihre Lebensweise gewährt. Dieses rudimentäre Leben finde ich eindrucksvoll und schockierend beschrieben und hat in meinen Augen den Unterschied zum Vorgänger ausgemacht.

Der obligatorische Handlungsstrang, bei welchem den Lesern die Opfer vorgestellt werden, um mehr Mitgefühl zu empfinden, finde ich übertrieben in die Länge gezogen und ich hätte mir an dieser Stelle mehr von den Kannibalen und ihrer Jagd gewünscht und das ist der einzige Grund für die Nichterreichung der vollen Punktzahl.

Die Tatsache, dass mich dieses Buch hervorragend unterhalten hat, machte mich allerdings schon kurzfristig nachdenklich. Aber was solls. Geile Sache :-D
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Frank zu »Jack Ketchum: Beutegier«16.05.2009
80%11 Jahre nach den Geschehnisssen von "Beutezeit" sind die "Kannibalen" - bzw deren nächste Generation- des ersten Buches zurück.

Und wieder ist der mittlerweile dem Suff verfallene Ex-Sherrif Peters mit von der Partie.
Das Buch dürfte allen die den Vorgänger mochten, ebenfalls gefallen. Das hat auch einen einfachen Grund - der Unterschied der Bücher ist kaum erkennbar, da im Prinzip eine (fast) identische Geschichte erzählt wird.
In Ketchum`s Nachwort erwähnt er, dass Beutezeit sein finanziell lukrativstes Buch war.....ein Schelm wer ihm bei der Fortsetzung hier etwas unterstellen mag.
Fazit: Sehr unterhaltsame, äusserst gorige Lektüre - die aber keine neuen Facetten gegenüber des Vorgängers bieten kann.
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