Krieg der Gehirne von Jack Vance

Buchvorstellungund Rezension

Krieg der Gehirne von Jack Vance

Originalausgabe erschienen 1980unter dem Titel „Nopalgarth“,deutsche Ausgabe erstmals 1984, 397 Seiten.ISBN 3-404-23244-5.Übersetzung ins Deutsche von C. T. Bauer.

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Das meint phantastik-couch.de: „Klassische Science Fiction eines Altmeisters“80

Science-Fiction-Rezension von S.B. Tenz

Zwei hochaktuelle Klassiker von Jack Vance in einem Band.
„;Kriegssprachen der Pao“; und „;Krieg der Gehirne“;

Die Kriegssprachen der Pao

Im Herzen des Polymark-Sternhaufens kreisend um den gelben Stern Aurid liegt der Planet Pao. Man schätzt die Anzahl der Bevölkerung auf fünfzehn Milliarden. Die meisten von ihnen leben in ländlichen Siedlungen. Die Paonesen sind ein einfaches, unkompliziertes Volk ohne Religion oder Kulte. Sie messen sich nie im Kampf und zeigen auch kaum Interesse an Politik. Auf dem ganzen Planeten spricht man nur eine Sprache. Eine Sprache, die weder Verben, Adjektive noch formale Wortvergleiche wie gut, besser oder am besten kennt.

Alleinherrscher über Pao ist der Panarch. Eine Mischung aus König und Diktator, der als Leitbild für 15 Milliarden Paonesen gilt. Letztendlich sind die Paonesen eine unterwürfige Rasse, ein Volk von Feiglingen. So kommt es, dass eines Tages eine Armee von nur zehntausend Mann ganz Pao erobert und die Bevölkerung unterdrückt. Der Panarch selbst wird zur Marionette degradiert, an deren Fäden außerpaonesische Mächte ziehen. Aus Pao wird ein Planet mit fünfzehn Milliarden Sklaven. Doch dann kommen Wissenschaftler einer neutralen Welt auf die Idee, eine völlig neue Sprache für die Paonesen zu konstruieren. Daraufhin erhebt sich das Volk…

Kampf der Gehirne

Paul Burke, stellvertretender Forschungsdirektor einer renommierten Firma, führt ein mehr oder weniger normales Leben auf der Erde. Alles läuft optimal. Bis zu dem Tag, als ein Alien ihn kontaktiert. Bevor sein Verstand es richtig erfasst, befindet er sich schon an der Seite eines scheinbar skrupellosen Außerirdischen, auf dem Weg zu einem fremden Planeten. Dort sieht und erfährt er Dinge, die weit über seinen Verstand hinausgehen.

Man lässt ihn wissen, dass die Erde schon seit Jahrtausenden in der Hand von Außerirdischen ist, und dass nur er alleine den Kampf gegen die „;Besetzer“; aufnehmen kann. Als Burke wieder auf die Erde zurückkehrt, ist nichts mehr so wie es einmal war. Die Menschen stehen ihm plötzlich feindlich gegenüber. Seine Freunde und sogar seine Verlobte, bilden da keine Ausnahme. Völlig isoliert und ausgegrenzt beginnt für ihn ein schier aussichtsloser Kampf: Der Kampf der Gehirne.

Zeitlose Klassiker

Ohne Zweifel handelt es sich hier um zwei ganz außergewöhnliche Geschichten. In „;Die Kriegssprachen der Pao“; – die Bezeichnung Science Fantasy findet hier durchaus ihre Berechtigung – wird von einem Krieg erzählt, der auf geistiger Ebene geführt wird, wobei die Linguistik als stärkste Waffe im Vordergrund steht. Wer die meisten Sprachen beherrscht, besitzt auch die größte Macht. Eine anspruchsvolle Story, deren Ende einen tiefen Eindruck beim Leser hinterlässt.

Spannungsgeladen der zweite Roman. Fast schon eine kleine Gruselgeschichte mit zahlreichen Überraschungsmomenten, die unter die Haut gehen. Die Frage, wer denn nun Freund und Feind ist, hält der Autor geschickt bis zum Ende offen. Anfängliche Sympathieträger werden plötzlich zu angsteinflössenden Gestalten und umgekehrt. Ist es der Autor, der unsere Empfindungen manipuliert oder ist es der „;Nopal“;, der uns im Nacken sitzt?

Was ein „;Nopal“; ist? Jack Vance weiß diese Frage zu beantworten. Ein tolles Leseabenteuer und ein Pflichtkauf für Freunde der klassischen Science Fiction.

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