Jack Vance

John Holbrook Vance wurde am 28. August 1916 in San Francisco, US-Staat Kalifornien, geboren. Als sich seine Eltern trennten, wuchs er auf der Ranch seiner Großeltern am Sacramento River auf. Nach dem Tod des Großvaters musste Vance sich in zahlreichen Jobs durchschlagen. Trotzdem gelang es ihm, sich 1936 an der University of California in Berkeley einzuschreiben. Vance studierte Physik, Ingenieurwesen, Journalismus und Englisch. Nach sechs Jahren machte er seinen Abschluss und arbeitete als Elektriker für die US-Navy.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Vance aufgrund eines ernsten Augenleidens für den Frontdienst ausgemustert. 1943 gelang es ihm, in der Handelsmarine unterzukommen. Das Meer blieb seine Leidenschaft; Vance arbeitete nach dem Krieg u. a. als Seemann. Erst in den 1970er Jahren war er als Schriftsteller erfolgreich genug, um vom Schreiben leben zu können. Dies war hilfreich, denn gleichzeitig verschlechterte sich sein Sehvermögen. Seit den 1980er Jahren war Vance praktisch blind.

Eine erste Kurzgeschichte („The World-Thinker“, dt. „Der Weltersinner“/„Der Welten-Denker“) erschien 1945 im Magazin „Thrilling Wonder Stories“. In den folgenden sechs Jahrzehnten verfasste Vance nicht nur Science-Fiction- und Fantasy-Storys und Romane, sondern auch Krimis. Seinen Ruf als einer der einfallsreichsten Autoren der Phantastik begründete er mit einer Sammlung von Geschichten, die 1950 als „The Dying Earth“ (dt. „Die sterbende Erde“) gesammelt wurden.

Die Kritik bemängelte immer wieder Vances offensichtliche Unfähigkeit, seine farbenfrohen Geschichten einem festen Plot unterzuordnen. Oft mäandriert die Handlung von Ereignis zu Ereignis, ohne sich zu einer straffen Handlung zu fügen. Die gleichzeitige Genialität in der Schilderung ‚außerirdischer’ Exotik faszinierte jedoch ein Publikum, das genau deshalb Vance-Werke las.

Seit 1946 lebte Vance mit seiner Familie in einem selbst errichteten und immer wieder erweiterten Haus in den Oakland Hills an der Westküste Kaliforniens. Nach der Veröffentlichung einer Autobiografie (2009) ermöglichten ihm Alter und Gesundheitszustand keine weitere schriftstellerische Arbeit mehr. Jack Vance – seit 2008 verwitwet – starb wenige Monate vor seinem 97. Geburtstag am 26. Mai 2013 in seinem Heim. [Michael Drewniok]

mehr über Jack Vance:

Phantastisches von Jack Vance:

  • Kriminalromane
    • (1959) Wölfe im Paradies (als Alan Wade)
      Bird Isle
    • (1963) Der Mann im Käfig (als John Holbrock Vance)
      The Man in the Cage
    • (1964) Die vier Johns (als Ellery Queen)
      The Four Johns
    • (1965) Mit drei Beinen im Grab (als Ellery Queen)
      A Room to Die in
    • (1966) Das tödliche Tal (als John Holbrock Vance)
      The Fox Valley Murders
    • (1966) Einer fällt aus (als Ellery Queen)
      The Madman Theory
    • (1968) Die feinen Leute von Pleasant Grove (als John Holbrock Vance)
      The Pleasant Grove Murders
    • (1970) Die tödlichen Inseln (als John Holbrock Vance)
      The Deadly Isles
  • Über Jack Vance
    • (1990) Jack Vance (von Gordon Benson und Phil Stephensen-Payne)
    • (1990) Jack Vance : Fantasmic Imagination (von  Gordon Benson)
    • (1993) Work of Jack Vance: an Annotated Bibliography and Guide (von Jerry Hewett)
    • (2001) An Encyclopedia of Jack Vance, Volume 1 (von David G. Mead)
    • (2001) An Encyclopedia of Jack Vance, Volume 2 (von David G. Mead)
    • (2002) An Encyclopedia of Jack Vance, Volume 3 (von David G. Mead)