Abaddons Tor von James S. A. Corey

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Abaddon's Gate“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 624 Seiten.ISBN 3-453-52930-8.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Der Krieg hat begonnen – doch gegen wen?

Überall im Sonnensystem haben die Menschen Raumstationen errichtet. Die friedliche Zukunft ist jedoch in Gefahr, denn ein fremdartiges Protomolekül hat die Bevölkerung der Venus ausgelöscht und entwickelt sich nun rasant fort – mit katastrophalen Folgen. Uranus wird als Nächstes angegriffen, und dort entdecken die Menschen schließlich ein unheimliches Portal. Und niemand weiß, was jenseits des Portals lauert …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Plot mit Sog-Wirkung“80

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Vor gar nicht allzu langer Zeit war das Sonnensystem noch ein relativ beschauliches Plätzchen. Sicher, es gab den Konflikt der Marskolonie, die sich von der Erde lossagt, die Gürtler, die im Asteroidengürtel nach Freiheit strebten, doch alles blieb mehr oder minder im grünen Bereich.

Bis, ja bis ein außerirdisches Relikt, ein Protomolekül, anfing, sich zu aktivieren und aus menschlicher DNA etwas zu bauen. Nach der Vernichtung einer menschlichen Raumstation entsorgte man es auf der Venus, nur, dass es dort nicht lange blieb. Jetzt treibt jenseits der Uranus-Bahn ein riesiger Ring, ein Tor, das Ende eines Wurmlochs, so zumindest die unwissenden Wissenschaftler.

Flottillen der unterschiedlichen menschlichen Machtblöcke machen sich auf den Weg, mit dabei natürlich auch die Rosinante unter Captain Holden.
Dass eine alte Bekannte, die mit dem charismatischen Kapitän noch ein Hühnchen zu rupfen hat einen fiesen Plan ausgeheckt hat, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst als ein Raumschiff der Erdstreitkräfte gesprengt wird, und von der Rosinante ein gefaktes Bekennervideo mit ihm in der Hauptrolle ausgestrahlt wird, weiss er, dass etwas versucht ihn zu manipulieren. Als die Schiffe ihre Waffen scharf machen, als ein Torpedo auf die Rosinante abgeschossen wird bleibt ihm nur die Flucht in den Ring. Verfolgt von Schiffen aller Machtblöcke stößt er auf der anderen Seite des Wurmlochs auf die Station der Erbauer.

Die Rettung könnte, so zumindest kommuniziert es der im Protomolekül aufgegangene Ex-Cop Miller nur die Aufgabe aller Waffen und Aggressionen verheißen. Doch dann werden die auf dem beschlagnahmten Generationsschiff umgesiedelten Besatzungen von einer Revolution aus den eigenen Reihen überrumpelt, die das Ziel hat, den Ring zur Erde zu zerstören – just als deutlich wird, dass die Zivilisation hinter den Ringen selbst vor Äonen einer unbekannten Gefahr zum Opfer fiel …

James Corey – hinter dem Pseudonym verbergen sich wie bekannt Daniel Abraham und Ty Franck – führt seine in Leviathan erwacht und Calibans Krieg begonnene Handlung kongenial weiter.

Aus der Sicht unterschiedlichster Erzähler – neben Holden und der Strippenzieherin des Anschlags dienen auch eine Pastorin und der erdgeborene Sicherheitschef des APP Raumers als Protagonisten – machen wir uns letztlich auf die Suche nach den Absendern des Protomoleküls.

Wie nicht anders zu erwarten, führt uns der Weg durchs Wurmloch hindurch. Soweit bietet sich die Handlung noch relativ bedächtig und unspektakulär an.

Dann aber gehen die Autoren bildlich gesprochen in die Vollen. Die Terrorakte vernichten Menschenleben, ein wenig wird der Schleier des Geheimnisses um die Aussender des Protomoleküls angehoben, Holden rückt immer weiter in den Hintergrund. Statt seiner übernehmen es andere Protagonisten die Handlung voranzutreiben. Und neben dem allezeit überraschenden, mit jeder Menge unerwarteter Wendungen aufwartenden Plot sind es gerade diese Figuren, die den Roman prägen.

Corey, um bei dem Pseudonym zu bleiben, nimmt sich Zeit, seine Gestalten vielschichtig und damit interessant zu zeichnen. Das sind allesamt markante Figuren, die von ihrem Schicksal geprägt wurden, die sich in ihrem Kontext überzeugend verhalten und lebensecht wirken. Das Tempo nimmt immer weiter zu, die Dramatik folgt so dass der Plot einen stilistisch ansprechenden Sog annimmt, der den Leser nicht mehr loslässt.

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