Die Kirche der toten Zungen von Jason Brannon & James Newman

Buchvorstellungund Rezension

Die Kirche der toten Zungen von Jason Brannon & James Newman

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „The Church of Dead Languages“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 62 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Patrick J. Grieser.

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In Kürze:

Es begann als ein harmloser Camping-Ausflug …
Vier Jungen treffen sich für eine Nacht, um Unfug zu machen, Geistergeschichten auszutauschen und Marshmallows am Lagerfeuer zu rösten. Doch mitten in der Nacht erwacht die Gruppe und muss feststellen, dass jemand verschwunden ist. Sie folgen der Spur ihres Freundes, die sie in den tiefsten und dunkelsten Teil des Waldes führt. Und dort finden sie die Kirche. Aus dem Inneren dringen Gesänge. Zischlaute, Gemurmel und Gebete – gesprochen in einer uralten Sprache. Sie erkennen ihren Freund, aber Freundschaft zählt jetzt nicht mehr. Er ist einer von ihnen…

Das meint Phantastik-Couch.de: „Thematisch innovative Novelle, die noch einige Seiten mehr hätte vertragen können“80

Horror-Rezension von Elmar Huber

„;Das war jetzt alles ihr Gebiet und die Teenager antworteten auf die nächtlichen Geräusche des Waldes mit ihren eigenen: summend, plappernd, rülpsend und lachend – das Tamtam von Jungen eben.“

Vier Jungs sind gemeinsam mit ihren Gruppenleitern auf einem harmlosen Campingausflug ihrer Kirchengemeinde. Doch in der Nacht verschwindet einer der Jungen. Die Suchaktion führt die Gruppe zu einer seltsamen Kirche mitten im Wald. Aus dem Bauwerk dringen unbekannte Geräusche, Rufe, Gesänge und Gebete in einer unverständlichen Sprache. Und auch ihr Freund gehört nun zu den Jüngern der seltsamen Kirche.

Brannon und Newman gelingt im ersten Teil ihrer Geschichte eine stimmige Aufnahme der Jungengruppe, die zusammen mit zwei Betreuern im Wald unterwegs zum nächtlichen Campen ist. Standesgemäß wetteifern und scherzen die Jungs miteinander und nehmen sich gegenseitig auf unbeschwerte Weise hoch. Am Lagerfeuer werden Gruselgeschichten zum Besten gegeben. Der Leser kann sich förmlich als Teil der Gruppe fühlen, so unmittelbar ist das Bild, das hier gezeichnet wird.

Der Schrecken bricht herein, als einer der Jungen nachts aufwacht und sieht, dass einer seiner Kameraden sich nicht mehr bei der Gruppe befindet. Die Stimmung während der Suche wandelt sich von Unsicherheit zu blankem Schrecken, als eine geheimnisvolle Kirche im Wald entdeckt wird, und noch mehr, sobald die Jungen der seltsamen Kirchengemeinde ansichtig werden.

Ich bin etwas zwiegespalten, was die Auflösung der Geschichte angeht. Sobald Brannon und Newman die Identität der Kirchenmitglieder lüfteten, war ich begeistert. Die Idee ist meines Wissens neu und außerordentlich gut. Aus dieser Prämisse „;nur“ eine Novelle zu machen grenzt schon an verschenktes Potential. Andere Autoren hätten hieraus wohl ein mindestens dreibändiges (mit je vierstelliger Seitenzahl) Epos gemacht. Angesichts dessen kann man wiederum dankbar sein, dass das Thema nicht total ausgelutscht wurde.

„Die Kirche der Toten Zungen“ erschien im Original in einer Auflage von 150 Stück (numeriert und signiert von den Autoren und dem Illustrator) bei White Noise Press. Ich weiß nicht, ob es eine zweite Auflage gab. Daher also Hut ab vor dem Basilisk-Verlag, der dieses Sammlerstück dem deutschen Publikum als Einzelpublikation zugänglich macht. Die Basilisk-Auflage beträgt 428 Exemplare (eigentlich 401, jedoch wurden ursprünglich mangelhafte Exemplare nachgedruckt und mit der Mindestdruckzahl ergaben sich so insgesamt 428).

Das Titelbild und die Illustrationen der deutschen Ausgabe wurden vom bewährten Dream-Team Mark Freier (Umschlag) und Timo Kümmel (Illustrationen) angefertigt.

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