Dunkle Sehnsucht von Jeaniene Frost

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „This Side of the Grave“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 432 Seiten.ISBN 3-442-37745-5.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Aus Liebe zu dem Vampir Bones wurde die Jägerin Cat Crawfield ebenfalls zu einer Untoten. Gemeinsam schützen sie die Menschen vor den Kreaturen der Nacht. Doch nun steht ein Krieg der Untoten bevor, der auch die Welt der Lebenden erschüttern wird. Die mächtige Voodoo-Königin Marie Laveau könnte das Zünglein an der Waage in diesem Konflikt sein. Aber die hat ganz eigene Pläne und wird sie erst offenbaren, wenn Cat dem König der Ghule im tödlichen Duell gegenübersteht – und Bones seiner Geliebten nicht beistehen kann …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Dramatische Stimmung aufgelockert durch Running Gags“63

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Eigentlich hätten sich Cat und Bones eine Auszeit mehr als verdient gehabt. Gregor, den finsteren Möchtegern-Vampir-Ehemann von Cat hat diese mittels der geliehenen pyromanischen Kräfte zu feinen Aschenflöckchen verbrannt, und zur Vampirin wurde sie auch gewandelt, doch da zeichnen sich einmal mehr dunkle Wolken am Horizont ihres untoten Lebens ab.

Don, Cats Onkel und Vaterersatz liegt im Sterben, in ihrer Heimat in Ohio verschwinden immer wieder ungebundene Vampire und die Ghoule, allen vor an intrigante Apollyon, wollen einen Krieg der Rassen um die Vorherrschaft auf der Erde lancieren. Und nun raten sie einmal, wer hier den Sündenbock spielen soll …Sie kommen auf Cat? Nun, ein Volltreffer, würde ich mal sagen.

Bereits einmal, vor mehreren hundert Jahren gab es ein Vampir-Halbblut. Damals verhinderte nur Jeanne d´Arcs Tod auf dem Scheiterhaufen den Krieg zwischen den Blutsaugern und den Leichenfressern. Nun scheint eine Auseinandersetzung unausweichlich, doch so leicht gibt sich Cat nicht geschlagen. Sie sucht und findet Verbündete und Freunde, ja die Voodoo-Queen von New Orleans, Marie Laveau selbst, gibt Cat ihr untotes Blut zum trinken, und damit ihre Gabe, die Geister zu rufen. Und wer Cat kennt, der weiß, dass sie mit solch machtvollen Geschenken umzugehen weiß – Apollyon muss dies schmerzhaft am eigenen Leib erfahren ..

Statt nervender Lamentiererei über ihr Schicksal nimmt eine deutlich gereifte Protagonistin selbiges fest in ihre Hand

Wie sehr hatte ich mich doch daran gewöhnt, dass unsere tapfere Protagonistin über ihr untotes Dasein, die Ungerechtigkeit des Schicksals und die Zwänge ihrer Geburt lamentiert. Und nun, plötzlich und unerwartet ist alles anders. Was Rache, bei Cat natürlich nicht kalt serviert, nicht alles bewirken kann.

Cat präsentiert sich dem Leser erwachsener, hat ihre Rolle verinnerlicht und akzeptiert. Natürlich ist sie nach wie vor impulsiv und überschwänglich, doch zeigt sie nun auch innere Stärke, die man ihr noch vor kurzem nicht zugetraut hätte. Gereift, in sich ruhend vermag sie die Schicksalsschläge, die ihr dieses Mal widerfahren, besser zu verkraften, und hat diese innere Ausgeglichenheit auch dringend nötig. Das Leid, das auf sie wartet, stellt sie und ihre Überzeugungen auf eine harte Bewährungsprobe. Da ist es gut, dass sie im Kreis ihrer Freunde Halt und Unterstützung findet.

Dass sich der Ton so manches mal ernster als bislang gewohnt anbietet, hängt mit den Bedrohungen und Verlusten zusammen. Immer wieder aber wird die dramatische Stimmung durch Running Gags aufgelockert, wobei insbesondere Vlad Tepesch alias Dracula für so manche Lacher gut ist – ich erwähne nur das Bon-Mot vom vorzeitige Feuererguss.

Der Roman liest sich erneut flüssig und sehr spannend auf einen Rutsch durch. Allerdings wäre es ratsam, vor diesem Roman den bei Penhaligon erschienenen Roman „Rubinroter Schatten“ um die neue Frau an der Seite von Mencheres zu lesen, der zeitlich direkt vor ?Dunkle Sehnsucht" angesiedelt ist.

Nach wie vor beweist Frost, dass sie zu den interessantesten Autoren der Urban-/Romance-Fantasy gehört, flacht glücklicherweise nicht ab, sondern bannt den Leser mit ihrem Plot an die Seiten.

(Carsten Kuhr, Oktober 2011)

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