In Kürze:
Die Nanotechnologie ist die größte Hoffnung in der modernen Medizin doch was, wenn die winzigen Maschinen außer Kontrolle geraten? Nach einem Ausbruch von Nanoviren überzieht ein Strom der Vernichtung die Welt. Fünf Milliarden Menschen sterben. Cameron Najarro und Albert Sawyer zählen zu den letzten Überlebenden, die sich in den Bergen Kaliforniens verschanzt haben. In dieser Höhe können die Nanoviren nicht existieren. Doch als die Nachricht von weiteren Überlebenden umgeht, müssen Cameron und Albert ins Tal aufbrechen in die Welt eines unsichtbaren, todbringenden Feindes, der scheinbar durch nichts zu besiegen ist
Das meint Phantastik-Couch.de: „Nano-Apokalypse“
Science-Fiction-Rezension von Frank A. Dudley
„;Nano“ ist die erste Romanveröffentlichung des Amerikaners Jeff Carlson. Der Klappentext verspricht einen apokalyptischen Thriller, der ein klassisches Sci-Fi-Thema aufgreift: Vernichten künstliche intelligente Organismen ihre Erschaffer? In Carlsons Roman sind die Metallmonster jedoch keine herkömmlichen Roboter, sondern mikroskopisch kleine Nanomaschinen. Nach einem entgleisten Experiment vermehren sie sich unkontrolliert und vernichten alles warmblütige Leben.
Überleben
In 10.000 Fuß Höhe liegt die Todesgrenze: Darunter können Warmblüter nicht überleben, weil die Nanomaschinen auf Körperwärme reagieren und alles Leben auslöschen. Darüber sind die Mikrokiller funktionsuntüchtig, doch auch für Menschen wird das Überleben zum täglichen Kampf. Cameron, Alpinexperte, kämpft im Hochgebirge mit anderen Flüchtlingen um die schiere Existenz. Die notdürftigen Unterkünfte können kaum dem Winter im Gebirge trotzen, die Vorräte gehen zur Neige und es gibt keine Chance, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Falls es noch eine gibt.
Doch dann taucht plötzlich ein weiterer Überlebender auf. Er schafft mit letzter Kraft den Weg von einem anderen Gipfel durch das Tal zu Cams Gruppe. Hollywood, so sein Name, berichtet, dass in seinem Lager weit mehr Lebensmittel und sogar eine betriebsbereite Funkanlage zur Verfügung stehen. Es ist allerdings jedem in der Gruppe klar, dass nicht alle die Reise durch das tiefer gelegene Gebiet, in dem die Killernanos alle höheren Lebewesen umbringen, überleben werden.
Hoffnung
Ruth ist Expertin auf dem Gebiet der Nanotechnologie und führt auf der Raumstation ISS Tests in der Schwerelosigkeit durch, während die Erde im Chaos versinkt. Bald sind ihre Möglichkeiten erschöpft und sie will zur Erde zurück, um Anti-Nano-Nanos zu entwickeln. Schließlich leitet die Raumfahrtzentrale die Rückkehrsequenz ein, das Spaceshuttle Endeavour absolviert eine Bruchlandung in Leadville/Colorado, der Hauptstadt der provisorischen Regierung, die ebenfalls auf über 10.000 Fuß Höhe in den Rocky Mountains liegt. Doch anstatt jedes verfügbare Wissen in den Kampf gegen die Maschinenpest zu investieren, wollen die Militärs eine Nanowaffe entwickeln , um die gegen die Chinesen Krieg zu führen.
Tempo
„;Jorgensen war der Erste, den sie aßen“: Am Anfang seines Romans „;Nano“ konfrontiert Jeff Carlson den Leser mit dem Überlebenskampf einer Gruppe Verzweifelter auf der Flucht vor den tödlichen Killermaschinen. Die Frage nach dem, was Menschen in Extremsituationen einander antun können, zieht sich als blutroter Faden durch die erste Hälfte des Romans. In diesem Endzeit-Szenario gelingt dem Autor nicht nur eine treffende Charakterisierung der Gruppe und ihren Mitgliedern. Carlson steigert dabei auch kontinuierlich die Spannung, wobei er mit brutalen Bildern das Geschehen immer wieder auf Wendepunkte zusteuert, die dem Leser kaum Gelegenheit geben, einen Moment inne zuhalten.
So taucht schon nach den ersten Seiten die Frage auf, ob „;Nano“ wirklich Jeff Carlsons Erstlingsroman ist. Denn der ausgefeilte Plot, die glaubwürdigen Charaktere, die intensiven Landschaftsbeschreibungen und nicht zuletzt die detaillierte Nanotechnologie lassen eher vermuten, dass es sich hier um das Werk eines schon erfahreneren Schriftstellers handelt.
„;Nano“ ist ein packender Endzeit-SF-Thriller, geschrieben von einem Autor, der sein Handwerk versteht. Und der sich nicht scheut, seinen Lesern zu zeigen, wie es sein könnte, wenn die Nano-Plage ausbricht: In seinem Buchtrailer treibt er seine Story wahrhaft auf die Spitze, was ebenso sehens-, wie das Buch lesenswert ist.
Ihre Meinung zu »Jeff Carlson: Nano«
| Quasimodo zu »Jeff Carlson: Nano« | 04.03.2010 |
|---|---|
| Geistesblitz zu »Jeff Carlson: Nano« | 14.05.2009 |
| rm2099 zu »Jeff Carlson: Nano« | 01.04.2009 |
| mase zu »Jeff Carlson: Nano« | 31.12.2008 |
| Johgel zu »Jeff Carlson: Nano« | 19.12.2008 |


