Der Kristall des Chaos von Jennifer Fallon

Buchvorstellungund Rezension

Der Kristall des Chaos von Jennifer Fallon

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Chaos Crystal“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 600 Seiten.ISBN 3802582454.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Die Gezeitenherrscher haben sich in Jelidia versammelt, um ein Tor zu einer anderen Welt zu öffnen. Dazu müssen sie jedoch zunächst den Chaoskristall finden, der sie nach Amyrantha gebracht hat. Ihre Suche führt sie nach Glaeba, wo die Herzogin Arkady von dem Unsterblichen Jaxyn gefangen gehalten wird. Kurz darauf gelingt Arkady die Flucht, und auch die Herzogin begibt sich auf die Suche nach dem magischen Kristall. Mit seiner Hilfe hofft der Unsterbliche Prinz Cayal, seinem Leben endlich ein Ende setzen zu können. Doch niemand weiß, wohin das geheimnisvolle Tor zwischen den Welten führen wird.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein unerwartetes Ende für die Gezeitenstern-Saga“83

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Der Ausgangspunkt für den vierten Band ist klar: Cayal will immer noch sterben. Lukys verspricht ihm den heißersehnten Tod, wenn er ihn unterstützt, den Kristall des Chaos zu finden und einzusetzen. Dementsprechend schlägt sich der unsterbliche Prinz auf seine Seite. Aber auch der Meisterspion Declan Hawkes will den Kristall finden, denn mit ihm hofft er die Unsterblichen um die Ecke zu bringen, das schuldet er noch der alten Tarot-Bruderschaft, obwohl er jetzt selbst zum Club der Unsterblichen gehört.

Selbstherrliche Unsterbliche und ihre skrupellosen Pläne

Man erfährt als Leser endlich ein wenig mehr, welche Motive die Unsterblichen umtreiben. Die wirken zwar manchmal verblüffend konstruiert, aber auf der anderen Seite sollte man bei egozentrischen, leicht verrückten Unsterblichen einiges erwarten. Cayal will sterben und Lukys will ihm helfen, warum? Es hätte für Lukys einen netten Nebeneffekt: Coron, seine unsterbliche Ratte, ist in Wirklichkeit seine große Liebe Coryna, die durch ein Missgeschick in dem Tierkörper gefangen ist. Er will sie mit Hilfe des Kristalls endlich wieder in einen hübschen Frauenkörper beamen, der Rest ist ihm egal. Kentravyon, der sich längst für einen allmächtigen Gott hält, ist mit von der Partie, so wie Elyssa, die alles für den unsterblichen Prinzen tun würde. Die restlichen Unsterblichen schließen sich jedoch gegen diese Allianz zusammen und wollen vehindern, dass der Kristall benutzt wird. Denn falls damit wirklich ein Tor zu einer neuen Welt geöffnet wird, ist nicht abschätzbar, was das für Amyrantha bedeutet. Der Name „Kristall des Chaos“ ist nämlich recht prophetisch.

Störend ist, dass Fallon zu viel Zeit und Seiten verbraucht, um alte Muster wieder zu beleben. Die schöne Arkady ist wieder einmal in den Händen von bösen Tyrannen, sie muss fliehen und gerät erneut in große, große Gefahr und emotionales Wanken. Die Unsterblichen verlieren sich in bester Soap-Opera-Manier in wilden Diskussionen und Intrigchen. Das hatten wir alles schon zu Genüge. Dafür ein paar Grad Abzug. Auch erfährt man, dass die Unsterblichen schon weit älter sind, als man bisher dachte. Bis zum Schluss konnte ich mir keinen Reim drauf machen, ob das ein irritierend nachträglicher Einfall der Autorin war, um das Ruder herumzureißen oder nicht.

Überraschendes Ende

Leider muss man etwas vage bleiben, sonst spoilert man. Nur so viel: Ich war gespannt, wie Fallon das Szenario der Welt und der egozentrischen, abgezockten Unsterblichen, die zwischen Depression, Resignation und absoluten Machtwillen schwanken, zu Ende führt. Der Schluss ist auf jeden Fall kein zuckersüßes Happy-End, in dem sich alle lachend in den Armen liegen. Es geht ganz schön zur Sache. Fallon ist nicht zimperlich und enttäuscht damit Fantasy-Fans, die auf Bewährtes und Fallons Liebe zu der erschafften Welt vertrauen. Die letzten Kapitel sind ein Bruch mit klassischen Fantasy-Ende-Konventionen, also schon deswegen gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man sich ein wenig daran gewöhnen durfte, ist das Ende zwar überraschend, ein wenig holprig, aber passt. Gerade der Kniff mit „Arkady“ lässt einige wohltuende Fragezeichen offen, auf was sich der Rest vom Schützenfest eingelassen hat. Nur eins ist sicher: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Ihre Meinung zu »Jennifer Fallon: Der Kristall des Chaos«

Pantalaimon zu »Jennifer Fallon: Der Kristall des Chaos«08.05.2010
Man kann kaum etwas zu dem finalen Band der fantastischen Gezeitenstern-Saga schreiben, ohne großartig zu spoilern.
Ich kann nur sagen, der Abschluss ist m.E. großartig. Jeder, der die nicht so guten Rezensionen auf Amazon gelesen hat, sollte sich lieber selbst eine Meinung bilden, denn es lohnt sich.

In jedem Band gab es am Ende eine große Überraschung, manchmal auch tatsächlich erst auf der letzten Seite. Diesmal wird man umgehauen von den Ereignissen, die am Ende auf einen einströmen. Und "Überraschung" trifft es auch nicht ganz. Es ist eine unglaubliche, völlig unerwartete Wendung, die die Geschichte nimmt. Mir hat es sehr gefallen.

Ich hoffe nur, dass sich Frau Fallon doch irgenwann nochmal zu einer Fortsetzung oder einem Spin-off überreden lässt. Denn sie hat ihre Welt so liebevoll und detailliert erschaffen, es wäre wirklich schade, wenn sowas mit dem letzten Band für immer vorbei wäre...
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