Die Elementare von Calderon von Jim Butcher

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Furies of Calderon“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 550 Seiten.ISBN 3-442-26583-5.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Helweg.

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In Kürze:

Alle Einwohner Aleras können Magie wirken und die mächtigen Geister der sechs Elemente zu Hilfe rufen – nur der junge Tavi nicht. Doch als Intrigen und Bügerkrieg das Reich zerreißen und die bösartigen, nichtmenschlichen Marat die Grenzen von Alera überschreiten, ruhen alle Hoffnungen auf Tavis Schultern. Denn nur wenn der junge Mann nicht seinen Mut und seine Entschlossenheit verliert, haben seine Familie und alle, die Tavi liebt, eine Chance zu überleben …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Auftakt zu einer faszinierend ausgestalteten Welt – oder doch ein weiterer Tolkien-Abklatsch?“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Stellen Sie sich Alera, eine archaische Welt vor, in der jeder Mensch eine Symbiose mit Elementaren eingeht und auf diese Weise besondere Gaben sein Eigen nennt. Eine Gabe, die an eines der Elemente Luft, Feuer, Erde, Holz, Metall, Wasser gebunden ist. So können die Luft-Wirker mit Hilfe ihrer Gabe fliegen, Metallwirker können nicht nur hervorragend schmieden, sondern sind auch vorzügliche Schwertkämpfer, mit Hilfe des Wassers werden Heilungen an Mensch und Tier vorgenommen.

Alera wird seit Jahrzehnten von einem weisen Herrscher geführt. Der erste Lord Gaius Sextus sorgt für Frieden und Wohlstand. Selbst die Gefahr durch die wilden Horden der Marat, nomadisierende Steppenkrieger, wurde gebannt, auch wenn der Sohn und einzige Erbe Sextus´ bei dem Kampf sein Leben verlor. Ohne Erben aber und alternd stellt sich die Frage der Nachfolge. Und einige der Fürsten wollen diese Entscheidung nicht allein dem Zufall oder dem bisherigen Herrscher überlassen.

Auftritt für Amara, eine junge Frau, die als Botschafterin und Agentin – Kursorin nennt der Autor die Männer und Frauen fürs Grobe – für Gaius Sextus arbeitet. Zusammen mit ihrem Mentor und Ausbilder ist sie einer Verschwörung auf der Spur. In einem abgelegeneren Landstrich des Reiches entdecken sie eine ganze Legion, die nur darauf wartet, in den Kampf zu ziehen. Dass sie gefangen genommen werden, gehört zum Risiko der Agenten, dass sich aber ausgerechnet Amaras von ihr vergötterter Ausbilder als Verräter entpuppt, trifft sie im Innersten. Gaius Sextus aber, der alte Fuchs, scheint auch damit gerechnet zu haben. Nur zu bald wird deutlich, dass die Rebellen im Pass von Calderon, der das Reich vor den Marat schützt, zuschlagen wollen. Amara macht sich in die abgelegene Region auf.

Dort lebt der fünfzehnjährige Ziegenhirt Tavi. Als Freak verschrien, hat er als Einziger keinen Elementar an seiner Seite. Statt sich also auf magischen Gaben stützen zu können, muss er sich ganz auf das verlassen, was er selbst besitzt – eine rasche Auffassungsgabe, eine hohe Intelligenz und schnelle Beine. Als er eines Tages ein paar Ziegen verliert, macht er sich in Begleitung seines Onkels, des Wehrhöfers Bernard auf, diese vor dem drohenden Sturm zu suchen und heimzuführen. Auf ihrem Weg geraten sie mit Kundschaftern der Marat aneinander. Den schwer verletzten Onkel sendet Tavi mit Hilfe seines Elementars heim, er selbst versucht den Marat von der Spur des Verletzten abzubringen.

Mitten im Sturm trifft Tavi auf ein hilfloses Sklavenmädchen. Er rettet sich und Amara in das Grabmal des gefallenen Fürstensohnes, nur um sich kurz darauf als gejagtes Wild wiederzufinden. Nicht nur die wilden Marat, auch Agenten der Verräter heften sich an seine Fersen, und dann droht auch noch die unerwartete Invasion der Marat-Stämme …

Faszinierende sozial-politische Zusammenhänge, doch die Handlung bleibt dem Üblichen verhaftet

Jim Butcher ist dem Leser insbesondere durch seine ausgezeichnete Reihe um dem magischen Detektiv und Ich-Erzähler Harry Dresden (dt. bei Knaur) ein Begriff. Dort führt er die Urban Fantasy zu neuen, eigenen Ufern, überrascht seine Leser ein ums andere Mal mit skurrilen Gestalten und ungewöhnlichen Einfällen.

Vorliegend wendet er sich auf den ersten Blick wieder einem Verlierer zu. Tavi leidet unter dem Stigma, als Einziger nicht über die Gabe eines Elementars zu verfügen. Dabei ist der Junge aufgeweckt, wenn er auch ungestüm und in jugendlichem Überschwang so manches Mal unüberlegt agiert – und dafür den Preis bezahlen muss.

Im ersten von insgesamt sechs projektierten Bänden lernen wir nicht nur Tavi, seine Verwandten, die Agentin Amara und ihre Gegenspieler kennen, sondern auch ihre Welt. Damit meine ich nicht nur die geographische Aufteilung, sondern insbesondere die geo-politische Ausgestaltung Aleras.

Butchers Personen und Gruppen agieren nachvollziehbar in ihrer jeweiligen Umwelt, die Motivation wird sauber herausgearbeitet und die Gestalten – Protagonisten wie Antagonisten gleichermaßen – sind vielschichtig und lebensecht gezeichnet. Dabei macht der Autor es sich nicht einfach. Selbst die Verräter, sonst meist als abgrundtief böse verschrieen, handeln aus nachvollziehbaren Gründen.

Ein echtes Highlight des Romans ist die Darstellung des Tals der Bäume, des sogenannten Wachswaldes. Hier, an einem Ort der vor Vitalität nur so sprüht, der beweist, mit wie viel Phantasie und Einfallsreichtum Butcher gesegnet ist, muss Tavi seine größte Prüfung bis dato bestehen.

Daneben verwöhnt der Autor seine Leser im großen Finale mit einer Schlachtbeschreibung, die es in sich hat. In einem auf den ersten Blick chaotischen Aufeinanderprallen der Kräfte schildert er uns den Kampf um eine Feste ohne falsche Glorifizierung mit fast schon martialischer Wucht. Hier merkt man Butcher an, dass er als Freund mittelalterlicher Kampfspiele mit dem Nachstellen derartiger Auseinandersetzungen praktische Erfahrung gesammelt hat.

Woran also lag es, dass mich das Buch doch nicht in dem Masse fesseln konnte, wie ich mir dies von Butcher erhofft hatte? Nun, die Grundthemata sind nicht eben neu. Es geht einmal mehr um den Kampf der Guten gegen die verräterischen Bösen. Auch das Überleben der Protagonisten wie der Antagonisten gegen alle Wahrscheinlichkeiten erscheint ein wenig arg gekünstelt. Dazu kommt, dass die Darstellung des tagtäglichen Lebens in den Wehrhöfen im Dunkeln bleibt. Die vorsichtig angedeutete Beziehung zwischen dem Herrscher und dem Ziegenhüter ermöglich es dem kundigen Fantasy-Freund mitzuraten, wie wohl die beiden miteinander verbandelt sind, wie der Autor seine Serie wohl fortsetzen wird. Hier trampelt der Autor auf ausgetretenen Pfaden, statt neue Wege zu suchen und zu beschreiten. Dazu passt, dass er ein wenig zu oft den Zufall und das Glück bemüht, um insbesondere Tavi aus den Bredouille zu holen, und der alles wissende Erzählstil für zusätzliche Distanz sorgt. So kommt nie die Nähe zum Erzähler auf, wie wir sie aus den Dresden-Bänden kennen und schätzen.

Insgesamt gesehen tolkienesque Fantasy mit so manchen guten Ansätzen, einigen wenigen großartigen Bildern und einer spannenden Handlung, wenn die Reihe auch – bislang zumindest – meines Erachtens an die Dresden Titel nicht annähernd heranreicht.

Ihre Meinung zu »Jim Butcher: Die Elementare von Calderon«

PMelittaM zu »Jim Butcher: Die Elementare von Calderon«29.03.2014
Die Bewohner Aleras können alle mit Hilfe von Elementaren Magie wirken, alle, außer Tavi. Als Rebellen sich gegen den rechtmäßigen Herrscher wenden, wird Tavi in das Geschehen hinein gezogen und versucht auch ohne Elementar an seiner Seite, seinen Mann zu stehen.

Wow, der Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Jim Butcher, den ich bisher als Autor der Harry-Dresden-Reihe kannte (und liebte) hat es verstanden, eine interessante Welt zu kreieren, in der es neben den o. g. Aleranern auch noch andere Bewohner gibt, z. B. die Marat, die eine ähnliche Beziehung zu bestimmten Tieren haben, wie die Aleraner zu ihren Elementaren.

Jim Butcher erzählt ungeheuer lebendig, sehr eindringlich und bildhaft. Obwohl ich keine Freundin von Kampfszenen bin, kann er mich auch hier sofort überzeugen. Die Geschichte läuft wie ein Film vor dem geistigen Auge ab, man fiebert mit, man zittert mit und man freut sich mit den Charakteren. Der Autor arbeitet mit Perspektivewechseln, so kann man als Leser verschiedene Gruppen handelnder Personen begleiten. Die Übergänge von einer Perspektive in die nächste werden von Cliffhangern begleitet, so dass die Spannung immer hoch gehalten wird.

Der Roman selbst hat eine abgeschlossene Handlung ohne wesentlichen Cliffhanger am Ende , obwohl er der Beginn einer Reihe ist, von der sechs Romane veröffentlicht sind. Jedoch ist nicht jeder Handlungsstrang beendet, so dass man durchaus gespannt darauf ist, wie es weiter geht. Ich selbst werde auf jeden Fall weiter lesen.

Die Charaktere gefallen mir allesamt sehr gut. Ich kann gar nicht sagen, wer mir am meisten ans Herz gewachsen ist. Man lernt sie im Laufe der Handlung immer besser kennen und einige von ihnen, wie z. B. Tavi machen auch eine nachvollziehbare Entwicklung durch, auch hier bin ich gespannt, wo sie im nächsten Band stehen werden, denn ich gehe schon davon aus, dass wir mehr als einen wiedertreffen werden.

Ich bin total begeistert von diesem Roman, deshalb lege ich ihn Fantasy-Fans ans Herz.
Manfred Rathunde zu »Jim Butcher: Die Elementare von Calderon«05.02.2014
JIM BUTCHER „Codex Alera – Die Elementare von Calderon“ ,blanvalet‘

Wirkliche Magie passiert halt in den Köpfen und der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. J.Butcher trägt uns in eine Welt, voller Faszination. Ein neues Universum zu erfinden und damit den Leser in eine neue Situation zu werfen, mit CA ist ein tolles Ergebnis erzielt worden, das der Herr des Federkiels hier darstellt. Eine ganz klare Botschaft wird hier weitergegeben, ein besonderes Merkmal jeder Fantasy-Literatur, Macht ist ein Mittel, das verliehen wird, um dem anvertrauten Volk zu dienen und ihm Schutz zu gewähren und nicht, um seine eigenen Interessen zu verfolgen. Das erzähle mal jemanden aus dem Bundestag, oder besser jedem, der sich für den Nabel dieser Welt hält. Aber auch, oder eben deswegen, gibt es in Alera genauso Durchgeknallte, die ihre Macht missbrauchen und auf Kosten des einfachen Volkes etwas mehr wollen, nur paart sich das hier mit der Kraft der Elementare und die Ergebnisse sind von erstaunlich, was man erreichen kann, haarsträubend bis so extrem inhuman, das man Schluckauf kriegt. In diese Welt hinein wird Tavi geboren, der einzige Mensch seiner Welt, der nicht über einen Elementar verfügen kann. Noch ist der Zukunftsblick des fünfzehnjährigen Bengels in Ordnung, noch weiß er nichts über Verschwörungen, Fürstenmord und Machtkämpfe. Sein Onkel hat ihm eine Herde Schafe versprochen, seine Tante liebt ihn wie einen Sohn und die dralle Beritte küsst ihn. Was will man als Teen mehr. Und schon drückt Jim den Startknopf für die Achterbahn, die den Burschen mal richtig durchschüttelt. Seine Schafe machen einen Ausflug, Alera steht vor dem Bürgerkrieg, der Erste Fürst wird als inkompetent eingeschätzt, muss deswegen beseitigt werden um gewisse Machtergreifungspläne zum Tragen zu bringen. Die Gefilde, in denen Tavi aufwächst sind eine Grenzregion, wo man geheime Pläne, gut geschützt, einen Beginn nehmen lassen kann, ohne in den Machtzentren aufzufallen. Und man kann in den entlegenen Gebieten eine ganze Armee von Nichtmenschen antreten lassen. Butcher überzieht die Welt des Jungen mit einem Flächenbrand, hinterlässt aber hin und wieder mal einen Hoffnungsschimmer. In seiner Welt sind manche Nichtmenschen verständiger als wir, aus welchen Gründen auch immer, Wahnsinn! Wären die Dummheit und Arroganz der Menschen ein Kühlschrank, würde man die Antarktis im Zentrum der Sonne vermuten. Jimmy zerrt am Spannungsregler bis zum Zerreißen und verdichtet die Ereignisse von Seite zu Seite. (MRD)
ISBN 978-3-442-526583-1 605 Seiten 14,00 € (D) 14,40 € (A)
Dani@Leseratte zu »Jim Butcher: Die Elementare von Calderon«24.10.2009
Geniale Story.
Das Fürstenreich Alera ist in Gefahr, es wird bedroht von den Marat. Und das Schicksal von Alera und vom Calderontal hängt alles vom jungen Tavi ab. Schade nur, dass er im Gegensatz zu allen anderen keine elemntaren Kräfte besitzt. Demzufolge kann er keine Magie als Unterstützung im Kampf gegen das Böse herufbeschwören, welches als notwendig erscheint.
Also dieser Roman hat Kampf, Magie und Phantasy alles in einem vereint, also quasi alles was ein richtig schöner Phantasy-Schmöker so mitbringen muss.
Absolut empfhelenswert
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sebastian zu »Jim Butcher: Die Elementare von Calderon«12.08.2009
Da der Umschlag sehr interessant und der Buchtitel sich sehr gut gewählt ist, weckte dieses Buch meine Aufmerksamkeit. Das Buch selbst spielt in einer von Jim Butcher selbst gestaltenen Welt. Die Geschichte selbst spielt in einem Fürstenreich namens Alera. Das Calderontal das im Norden Aleras liegt wird von einem Angriff der Marat bedroht. Der Junge Tavi gerät wegen einem Missgeschick direkt in dem Konflikt zwischen Alera und Marat. Besonders an dem Jungen ist, dass er im Gegensatz von den anderen Menschen in Alera keine Magie besitzt um Elementare zu beschwören. Die Elementare Feuer, Wasser, Erde, Luft, Holz und Metall unterstützen jeden Bewohner Aleras. Jetzt schreibe ich euch nicht mehr soviel Infos, da es beim Lesen euch doch spannend sein soll. Also ich empfehle jedem dieses Buch, der auch Magie und Fantasy steht.
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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