Feuerklingen von Joe Abercrombie

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Before They Are Hanged“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 800 Seiten.ISBN 3-453-53253-8.Übersetzung ins Deutsche von Kirsten Borchardt.

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In Kürze:

Ein Barbar, ein Inquisitor, ein Magier – mit seinen einmaligen Helden schuf Joe Abercrombie ein außergewöhnliches Fantasy-Erlebnis. Nach dem großen Erfolg von „Kriegsklingen“ beweist der junge Autor in seinem zweiten Roman einmal mehr, dass die Zukunft der Fantasy schon jetzt begonnen hat! Für Logan, den Barbarenkrieger, der eigentlich nur seine Ruhe haben will, und den zynischen Großinquisitor Glokta, der eigentlich durch nichts zu erschüttern ist, hat die Begegnung mit einer lebenden magischen Legende alles verändert. Und so finden sie sich plötzlich im Zentrum von Geschehnissen wieder, bei denen es um nichts Geringeres als die Zukunft des Reichs geht …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Und es ward Krieg – ein Bilderbogen einer faszinierenden Welt“75

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Es war einmal in einem Land fern unserer Welt vor langer, langer Zeit, als die Götter noch nicht vergessen waren, die Menschen noch mutig, aufrecht und gut, da …Stop, halt, das hatten wir ja alles schon einmal.

Also weg von den paradiesischen Zuständen und hinein in eine Welt, die geprägt ist von Gewalt. Gewalt gegenüber Sachen, Gewalt gegenüber Menschen und nicht zuletzt Gewalt gegenüber Überzeugungen.

In drei alternierenden Handlungsebenen berichtet Abercrombie uns vom Kampf zweier Magier gegeneinander. Seit Jahrhunderten verfeindet bricht der schwelende Konflikt jetzt von Neuem aus und droht, die bekannten Reiche ins Verderben zu reißen. Überall befinden sich Armeen auf dem Vormarsch, wird belagert und erobert, geschändet und gebranntschatzt. Wie schon im ersten Band, der international für Furore sorgte, schickt der Autor drei Gruppen aus in seine Welt, uns von deren Kriegen und Mysterien zu berichten.

Das vor Jahrhunderten geschaffene Königreich ist in einzelne, einander verfeindet belauernde Fürstentümer zerfallen. Einzig die Union ist als echter Machfaktor übrig geblieben. Doch jetzt schicken sich die erstmals unter einem Anführer vereinten wilden Barbarenhorden aus dem Norden an, die Provinzen des Reiches zu überfallen. Mit im Gepäck sind Menschenfresser, magischer Nebel und ein brutal-genialer Feldherr.

Oberst West ist dazu auserkoren, den blasierten Kronprinzen im Feld vor den angreifenden Nordmännern zu schützen. Zusammen mit einigen verbündeten Nordmännern überleben sie die erste, vernichtende Niederlage der Union gegen die Barbaren, müssen sich dann aber durch die unwirtliche Winterlandschaft durchschlagen. Kälte, Hunger, Menschenfresser und ein Monarch in Wartestellung, der keinen Sinn für die Realität aufbringt, machen das Überleben nicht eben einfacher …

Währenddessen wird der verkrüppelte Inquisitor San dan Glokta in eine Kolonie in Übersee entsandt. Seine Mission: das Verschwinden seines Vorgängers aufzuklären, und die Stadt gegen die angreifenden Horden der Gurkhisen zu verteidigen, koste es was es wolle. Mit Folter, Bestechung und Meuchelmord kennt Glokta sich ja aus, aber dann trifft er auf etwas, das er seit Jahrzehnten verloren glaubte – Mitleid mit seinen Opfern.

Unter der Leitung des ersten Magi Bayaz macht sich eine bunt gemischte Gruppe auf, die mächtigste und verbotenste magische Waffe, die die Welt je gekannt hat, zu suchen. Ihr Weg führt über die vernichtete Hauptstadt des Alten Reiches ins Nirgendwo – auf Pfaden, die gespickt sind mit Fallen und Gefahren aller Art, nicht zuletzt der Missgunst, dem Neid und der Eifersucht …

Sword & Sorcery mit Figuren, die man nicht so leicht vergisst

Joe Abercrombie erzählt uns keine neue Geschichte, aber eine, die ein wenig anders daherkommt, als wir das gewohnt sind. Er berichtet uns von einer wilden Welt voller Kämpfe, Gefahren und Magie, aber auch voller Neid, Missgunst, Verrat und Verlust. Sword and Sorcery nennt man diese Abart der Fantasy, und eigentlich ist diese nicht so ganz nach meinem Gusto.

Sicherlich habe ich meinen „Conan“ gelesen und genossen, doch die Nachahmer haben es mir weniger angetan. Seitenlange Beschreibungen martialischer Zweikämpfe, wilder, ungezügelter Gewaltorgien mit literweise spritzendem Blut, herausquellenden Eingeweiden und „Rübe-Ab im Akkord“-Szenen langweilen mich in aller Regel. All diese Versatzstücke kommen in dem zweiten Band des Zyklusses um „Das erste Gebot“ vor, und doch hat mich die Art und Weise des Autors seine Handlung zu präsentieren, wieder an die fast 800 Seiten gefesselt. Nicht die durchaus packenden Kampfbeschreibungen und Intrigen waren es, die mich so fasziniert haben, sondern die Zeichnung der Menschen und die Schicksale, die Abercrombie vor meinen Augen ausbreitete.

Schicksale, die bewegen

All seine Protagonisten sind ambivalent gezeichnet. Nehmen wir den ersten der Magi – ein Mann voller Macht, aber auch jähzornig und innerlich verkümmert in seinem Hass auf den zweiten der Magi, bereit, sämtliche ihm heilige Gebote zu verletzten, Städte und Reiche zu zerstören, nur um an sein Ziel zu gelangen. Gleichzeitig aber auch ein mitfühlender Lehrmeister, ein Mann, der aktiv gegen Korruption und Unvermögen vorgeht, der verkarstete Strukturen aufbricht und die Verteidigung ankurbelt. Oder Oberst West – ein gefeierter Duellkämpfer, eine Galan, ein Gecke, der während des Marsches mit den Nordländern entdeckt, was wichtig ist im Leben: Ehrlichkeit, ein liebendes Heim, Mut und Zuverlässigkeit.

Gar nicht zu reden von Glokta, einst gefeierter Held der Duellarena, dann der Kriegsheld schlechthin, der anschließend in den Kerkern der Gurkhisen seiner Jugend, seiner Gesundheit und seiner Menschlichkeit beraubt wurde, und der seit seiner Flucht als williger und überaus fähiger Inquisitor im Ränkespiel der Mächtigen mitmischt.

Sie alle und noch andere prägen durch ihr Handeln und ihre Art zu Denken das Bild, das wir von ihrer Welt vermittelt bekommen. Gerade durch die zunächst verwirrende Fülle an Sichtweisen, die uns die mannigfaltigen Protagonisten bieten, bekommen wir einen umfassenden, jeweils subjektiv eingefärbten Eindruck der Welt, der sich in seiner Gesamtheit dann zu einem faszinierenden Kaleidoskop einer Welt zusammensetzt, die mich ein wenig an die Schöpfungen eines R. Scott Bakker erinnert. Das liest sich nicht immer einfach, das erfordert vom Leser, sich auf die scheinbar nichts miteinander zu tun zu habenden Handlungsstränge einzulassen, das verlangt von uns, dass wir auch die negativen Seiten an den Helden wahrnehmen und diese akzeptieren und dass wir deren Entwicklungssprünge nachvollziehen.

Opfer und Verluste prägen dabei die Charaktere viel mehr als die wenigen Siege, von denen kein einziger heroisch oder triumphierend daherkommt. Unsere Recken sind froh, das Gemetzel überlebt zu haben, das sind beileibe keine gefeierten Strahlemänner oder Muskelprotze, die Gefallen an dem stumpfsinnigen Hinschlachten ihrer Gegner finden. Das sind allesamt Menschen, die tun, was sie meinen tun zu müssen, aus Motiven, die uns der Autor mitteilt ohne hier vorab zu werten. Zusammen mit unseren Protagonisten müssen wir entscheiden, ob die Opfer das Ziel, das meist nicht erreicht wird, wirklich wert war, ob man hätte überhaupt anders handeln können und ob diese Handlungsweise dann wirklich zu einem besseren Ergebnis geführt hätte. Melancholische Töne schwingen mit, wenn der Autor einmal mehr die Frage nach der Rechtfertigung für Gewaltanwendung stellt – und die Antwort dem Leser überlässt.

Ihre Meinung zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«

Saimen zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«10.08.2010
Absolute Lesepflicht!
Auf solche Fantasy-Romane habe ich schon lange gewartet. Die Figuren sind dermassen gut gezeichnet, dass die Bücher auch ohne epische Schlachten (u. Ä.) wie in "Der Herr der Ringe" etc. einen Platz ganz zu vorderst in meinem Bücherregal innehaben. Jeder Tod einer Person hat mich berührt. Sand dan Glokta hat mich mit seinem Zynismus und seiner Selbstironie zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht. Besonders das soziale Zusammenspiel der Protagonisten der Gruppe um Bayaz hat es mir angetan. Im ersten Roman wird man teilweise ins kalte Wasser geworfen, aber vieles wird später sinnvoll nachgeliefert (z. B. Verzehrer).
Fazit: Ein fesselnder Fantasyroman ohne grosse Action, aber mit faszinierenden Figuren und mit Tiefgang!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
deta zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«04.05.2010
Die Geschichte geht weiter und die Charaktere werden zunehmend kompliziert. Eine Fantasy Story für Erwachsene, wie man es sich nicht besser wünschen kann! Es ist eine Saga für alle, die meinten schon so viel gelesen zu haben, dass sie nicht mehr überrascht werden können. Ich garantiere Euch, hier werdet ihr das!
ElRascalito zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«12.08.2009
Auch Feuerklingen weiß zu überzeugen und ist zieht den Spannungsbogen noch ein wenig weiter an. Während man beim Mittelstück einer Trilogie immer mit einer gewissen Durststücke rechnen muss, schafft es Abercrombie alle seine verschiedenen Handlungsstränge interessant zu gestalten. Sei es Sand dan Glokta, der verkrüppelte Inquisitor, der sich gewohnt herrlich zynisch in einer belagerten Stadt mit Feinden herumschlagen muss um Rätsel zu lösen oder die Entwicklungen an der Kriegsfront rund um West und die Nordmänner (Hundsmann, Dreibaum und Co.), welche sich nicht gerade positiv entwickeln. Auch die Suche des Magiers Boyaz mit seiner zusammengewürfelten Schar ist interessant und weist tolle Charakterentwicklungen hervor, die in Anbetracht des Geschehenen durchaus auch nachvollziehbar sind und einige Charaktere in ein neues Licht rücken. Rundherum dazu natürlich massig Mysteriöses, Magisches, Verschwörerisches, Intrigen und vieles mehr. Die geschichtlichen Enthüllungen des Magus sind interessant und deuten bereits den finalen Konflikt an, auf den man wohl im dritten Teil treffen wird. Die Schreibweise/Wortwahl des Autors ist erfrischend direkt und witzig/unterhaltsam.
Der Cliffhanger am Ende ist vielversprechend ... alle Personen stehen vor neuen Aufgaben nachdem sie große Opfer treffen mussten. Das weckt die Spannung auf mehr, auf das finale Stück dieser Trilogie.
mr sneeblee zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«25.09.2008
ich habe das buch ins herz geschlossen da es einfach eine super geschriebene geschichte ist ich bin schon auf das nächste buch gespannt das ich auch schon bei mir liegen habe die ersten beiden bücher sind auf jeden fall lesenswert und vor allem haben mich die gedanken von sand dan glokta aufgeheitert und mich zum lachen gebracht

meine meinung: einfach nur lesen!!!
tanjaj1201 zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«08.08.2008
Bei diesem Buch stellt sich nur eine einzige Frage: Wann kommt Band 3 ´raus.
Ich fand schon Teil 1 klasse, aber der 2. Teil war noch besser!
Die Charaktere sind sehr plastisch und es kommt nie Langeweile auf. Im Gegensatz zum 1. finde ich diesen Teil noch spannender und ich habe ihn verschlungen. Mein Fazit: unbedingt lesen!
tanjaj1201 zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«08.08.2008
Bei diesem Buch stellt sich nur eine einzige Frage: Wann kommt Band 3 ´raus.
Ich fand schon Teil 1 klasse, aber der 2. Teil war noch besser!
Die Charaktere sind sehr plastisch und es kommt nie Langeweile auf. Im Gegensatz zum 1. finde ich diesen Teil noch spannender und ich habe ihn verschlungen. Mein Fazit: unbedingt lesen!
Olsen zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«28.02.2008
Ich war und bin begeistert und kann es kaum erwarten Band 3 in die Finger zu bekommen. Mein letzter Wissensstand war, dass Band 3 im März in England veröffentlicht wird.
Lockenheinz zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«01.01.2008
Am Anfang des ersten Teils war ich ehrlich gesagt leicht gelangweilt und teilweise verwirrt ...nach einiger zeit hat mich di handlung aufgenommen. aber spätestens als am ende von kriegsklingen logen zum blutugen neuner wurde war ich hell auf begeistert. den 2. teil hab ich leider auch schon aufgelesen und ich fand ihn faszinierend. was man beim lesen dieses buches für einen sturm von gefühlen durchlebt ist der wahnsinn. und jetzt will ich nix mehr als den nächsten teil. ich wüsste gern das erscheinungsdatum
Paddy zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«03.12.2007
Nach dem genialen ersten Teil ist der
zweite Teil keines Falls schlechter (was ich befürchtet hatte), der Schwerpunkt verschiebt sich nur ein bisschen, so dass die Handlung ein wenig mehr zur Geltung kommt, als im ersten Teil. Diese ist sehr spannend abwechslungsreich, da sich (vom Prinzip wie HdR) fast alle Hauptpersonen die sich im ersten Teil begegnen aufspalten und anderweitig Anschluss finden. Hin und wieder hat es das Buch geschafft mich richtig zum lachen zu bringen und sehr oft konnte ich mir bei den Konversationen ein Grinsen abringen.
Was zum einen an dem Inhalt liegt, zum anderen aber auch auf Abercrombies Talent diesen auch ziemlich glaubwürdig rüber zu bringen.

Kann ebenfalls kaum noch auf das Erscheinen des dritten Bandes warten, deshalb fange ich in Kürze den ersten Teil noch einmal auf englisch an um die Zeit zu überbrücken.
Dotti zu »Joe Abercrombie: Feuerklingen«24.10.2007
Lange musste ich warten, und dann ohne Vorwarnung, war es schon früher als erwartet in meinen Händen, und während ich mich freute, liefen mir im Laden die Tränen übers Gesicht. Dieses Buch ist zusammen mit dem Ersten einfach unglaublich toll ^^

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