Joe R. Lansdale

Joe Richard Harold Lansdale wurde 1951 in Gladewater im US-Staat Texas geboren. Als Autor trat er bereits 1972 in Erscheinung. Gemeinsam mit seiner Mutter veröffentlichte er einen Artikel, der viel Anerkennung fand und preisgekrönt wurde. So schrieb Lansdale weiter. Mitte der 1970er Jahre begann er sich der Kurzgeschichte zu widmen. Auch hier stellte sich der Erfolg bald ein. Lansdale wurde ein Meister der kurzen, knappen Form. In rasantem Tempo, mit einer unbändigen Freude am Genremix und am Auf-die-Spitze-Treiben (dem „Mojo-Storytelling“) legte er Story auf Story vor.

Texas, sein Heimatstaat, war und ist die Quelle seiner Inspiration – ein weites Land mit einer farbigen Geschichte, erfüllt von Mythen und Legenden. Lansdale ist fasziniert davon und lässt reale mit der imaginären Welt immer wieder in Kontakt treten. In seinen Geschichten ersteht der Wilde Westen wieder neu. Allerdings kann es durchaus geschehen, dass dessen Bewohner Besuch vom Teufel und seinen Spießgesellen bekommen. Es könnten auch Außerirdische landen. Solche „Zwischenfälle“ sind ebenso möglich, wenn Lansdale das moderne Texas als Kulisse wählt.

Stilistisch beeindruckt Lansdale durch die absolute Beherrschung seines Handwerks. Mit nüchternen Worten vermag er zu zaubern, seine Leser träumen, sich fürchten oder traurig sein zu lassen. Unmittelbar kann einer Tragödie eine groteske Episode folgen, die der Verfasser mit knochentrockenem Humor und rabenschwarzem Witz zum Besten gibt. Der Effekt ist unwiderstehlich, spaltet aber auch das Publikum: Lansdale-Geschichten liebt man oder hasst sie. Dazwischen scheint es nichts zu geben, was durchaus eine Form von Anerkennung ist: Ein Durchschnittsschreiber für Leser, die vor allem die Variation des Bekannten und bloß nicht Spektakuläres suchen, ist Lansdale sicherlich nicht. Dies wurde mit einer langen Reihe begehrter Literaturpreise honoriert. Allein der „Bram Stoker Horror Award“ wurde Lansdale fünfmal verliehen.

Nach zwei Lansdale-Kurzgeschichten entstanden Kurzfilme („Drive-In Date“, „The Job“). Kultstatus erreichte Don Coscarellis Verfilmung (2002) der Story „Bubba Ho-tep“: Ein alter Elvis Presley und ein farbiger John F. Kennedy jagen eine mordlustige Dämonenmumie. Lansdale schrieb außerdem Drehbücher für diverse Folgen der Serien „Batman: The Animated Series“ und „Superman: The Animated Series“.

Der private Joe R. Lansdale lebt mit seiner Frau Karen und den Kindern heute in Nacogdoches, gelegen selbstverständlich in Texas. Er schreibt fleißig weiter, gibt ebenso fleißig Kurzgeschichtenanthologien heraus. Außerdem gehören Lansdale einige Kampfsportschulen, in denen diverse Künste der Selbstverteidigung gelehrt werden. In diesen ist Lansdale ein anerkannter Meister, der mehrere Titel hält.

mehr über Joe R. Lansdale:

Phantastisches von Joe R. Lansdale:

  • Ned the Seal
    • (2001) Zeppelins West
    • (2005) Flaming London
    • (2010) Flaming Zeppelins
  • (1983) Dead in the West
  • (1997) Der Teufelskeiler Rezension
    The Boar
  • (2000) Sturmwarnung
    The Big Blow
  • (2003) Bubba Ho-Tep
  • (2005) The Bus Tour
  • (2006) Blutiges Echo
    Lost Echoes
  • (2007) Der Gott der Klinge Rezension
    The God of the Razor
  • (2011) All the Earth, Thrown to the Sky
  • (2011) Deranged By Choice
  • (2012) Edge of Dark Water
  • (2013) Deadman’s Crossing
  • (2013) Crawling Sky (mit Brian Denham u. Keith Lansdale)
  • (2015) Hell’s Bounty (mit John L. Lansdale)
  • Storysammlungen
    • (1985) The Long Ones
    • (1986) Bestsellers Guaranteed
    • (1987) By Bizarre Hands
    • (1988) On the Far Side of the Cadillac Desert with the Dead Folks
    • (1991) Stories by Mama Lansdale’s Youngest Boy
    • (1994) Electric Gumbo
    • (1994) Writer of the Purple Rage
    • (1996) Fist Full of Stories (and Articles)
    • (1997) Atomic Chili
    • (1997) High Cotton: Selected Stories of Joe R. Lansdale
    • (2002) For a Few Stories More
    • (2004) Bumper Crop
    • (2007) The Shadows Kith and Kin
    • (2009) Sanctified and Chicken-Fried: The Portable Lansdale
    • (2009) Unchained and Unhinged
    • (2010) The Best of Joe R. Lansdale
    • (2010) Straße der Toten
      Deadman´s Road
    • (2012) Shadows West (mit John L. Lansdale)
    • (2012) Trapped in the Saturday Matinee
    • (2013) Bleeding Shadows
  • Andere Bücher
    • Mark Stone & Mia Hunter (als Jack Buchanan)
      • (1985) Hanoi Deathgrip
      • (1986) Mountain Massacre
      • (1987) Saigon Slaughter
    • Hap Collins & Leonard Pine: Storys
      • (1999) Veil’s Visit (mit Andrew Vachss)
      • (2016) Hap and Leonard
      • (2016) Hap and Leonard Ride Again
    • Lost Lansdale Collection
      • (1998) Something Lumber This Way Comes
      • (1991) Waltz of Shadows (mit Mark A. Nelson)
      • (1999) Blood Dance
    • Storysammlungen
      • (1988) Tight Little Stitches on a Dead Man’s Back / Tight Little Stitches
      • (1997) The Good, the Bad & the Indifferent
      • (1998) Private Eye Action As You Like It (mit Lewis Shiner)
      • (2000) Selected Stories of Joe R. Lansdale
      • (2004) Mad Dog Summer and Other Stories
      • (2004) The King and Other Stories
      • (2012) Written with a Razor (mit Neal Barrett Jr.)
      • (2013) The Tall Grass and Other Stories
      • (2016) Miracles Ain’t What They Used to Be
  • Als Herausgeber
    • (1986) Best of the West
    • (1989) Razored Saddles (mit Patrick LoBrutto)
    • (1989) New Frontier: Best of the West 2
    • (1993) Dark at Heart: All New Tales of Dark Suspense (mit Karen Lansdale)
    • (1994) The West That Was (mit Thomas W. Knowles)
    • (1994) Wild West Show (mit Thomas W. Knowles)
    • (1995) Weird Business (mit Richard Klaw)
    • (2004) Lord of the Razor (mit William Schafer)
    • (2004) The Horror Hall of Fame: The Stoker Winners
    • (2004) Retro Pulp Tales
    • (2004) Lords of the Razor (mit William Schafer und Bill Sheehan)
    • (2004) The Horror Hall of Fame: The Stoker Winners
    • (2009) Son of Retro Pulp Tales (mit Keith Lansdale)
    • (2011) Crucified Dreams
    • (2011) The Urban Fantasy Anthology (mit Peter S. Beagle)