Teufelssohn von

Buchvorstellungund Rezension

Teufelssohn von

Originalausgabe erschienen 2009, 448 Seiten.ISBN 3-426-63288-8.

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In Kürze:

Der ehemalige Jesuit Paul Kadrell muss befürchten, ein Nachfahre Satans zu sein. Er ist kurz davor, seinem Leben ein Ende zu setzen, da erfährt er, dass Claudia Bianchi, Kommissarin in Rom, ein Kind von ihm erwartet. Was eigentlich ein Grund zur Freude sein sollte, wird für Paul und Claudia zum Alptraum: Trägt auch ihr Kind die Saat des Bösen in sich? In Rom stoßen die beiden auf eine uralte Prophezeiung, die die Wiederkehr eines dunklen Gottes vorhersagt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Terror und Dämonen“45

Mystery-Rezension von Michael Sterzik

Schon der erste Roman der geplanten Trilogie „Teufelzahl“ spielte in Rom und hatte damit auch den Vatikan zum Thema. Die christliche Mythologie spielte eine Hauptrolle. „Teufelssohn“ von Jörg Kastner ist die Fortsetzung und knüpft nur wenig später an die Ereignisse an, die die selbstbewusste und bodenständige, italienische Kommissarin Claudia Bianchi an ihre Grenzen brachte. Vorab gesagt sei: Es ist hilfreich, zuerst den ersten Teil „Teufelszahl“ zu lesen, um hier eine Basis zu schaffen für das, was dem Leser in „Teufelssohn“ begegnen wird.

Als die römische Mordkommission einen Brief erhält, in dem davor gewarnt wird, dass bei einer großen Veranstaltung einige Menschen ums Leben kommen werden, schrillen bei den Polizeibeamten alle Alarmglocken. Die Warnung wird sehr ernst genommen und so bereiten sich die Beamten, darunter auch Claudia Bianchi darauf vor, einen vermeintlichen terroristischen Angriff zu verhindern. Doch die Beamten müssen hilflos mit ansehen, wie der Podiumsredner sich und eine weitere Person umbringt. Das Motiv bleibt zunächst unklar, doch bei den ersten Ermittlungen stellt sich schnell heraus, dass die Räumlichkeiten des Redners durchsucht worden sind.

Wenig später entgeht Claudia Bianchi nur knapp einer gewaltsamen Entführung. Sie und ihr Kollege können die mysteriösen Angreifer töten, wissen aber noch immer nicht, warum Bianchi das Ziel einer Gewalttat wurde. Die junge Frau, die zudem noch schwanger ist, scheint in tödlicher Gefahr zu schweben. Der Vater des ungeborenen Kindes, der Jesuit Paul Kadrell, hat sich seiner Verantwortung entzogen und ist verschwunden. Ihm wurde prophezeit, er wäre die menschliche Reinkarnation eines dämonischen, bösen Gottes. Konnte er mit diesen Schicksal nicht leben und entschied sich, ihm ein Ende zu setzen? Bei ihren Nachforschungen erfährt die junge Polizistin, dass ein mystischer Kult – die Anhänger von Janus – im Hintergrund die Fäden zieht. Ihr Ziel ist es, einen mächtigen Dämon zu beschwören, der die Welt in den Abgrund reißen könnte.

Als ein neuer Brief auftaucht und davor warnt, dass der nächste Tote ein Angehöriger des Vatikans sein könnte, wird Claudia Bianchi schnell handeln müssen. Nicht nur um weitere Tote zu verhindern, sondern auch um sich selbst und ihr Kind in Sicherheit zu bringen.

Handlung auf der Ziellinie ausgebremst

„Teufelssohn“ ist ein bunte Mischung aus Mystery, Religion und Thriller mit einigen klassischen Elementen antiker Mythologie, die eng mit dem Christentum verbunden sind. Wie schon im ersten Teil „Teufelszahl“ ist die Handlung recht spannend aufgebaut und konzentriert sich vor allem auf religiöse Konflikte, Mysterien und Dämonen. „Teufelssohn“ kommt inhaltlich nicht an seinen Vorgängerroman heran. Das Konstrukt der Geschichte ist vorhersehbar und das Tempo eher langsam, gespickt mit actionreicheren Szenen. Es fehlt an einer lang anhaltenden Dramatik, die nachhaltig zu fesseln vermag.

Die Protagonisten, allen voran die römische Ermittlerin Claudia Bianchi, sind durchschaubar. Jeden erlebt man vor allem praktisch agierend und zu wenig in Dialogen, die für die Tiefe der Geschichte wichtig gewesen wären. So handelt Claudia egoistisch, ignoriert jeden Vorgesetzten und Kollegen. Die Ein-Frau-Armee legt sich zu gerne mit den tiefsten Geheimnissen der Kirche und nicht zuletzt mit mächtigen und grausamen Dämonen an. Dem Leser wird schnell auffallen, das sich hier logische Fehler die Hand geben und am Ende mehr als nur eine Frage offen bleiben wird.

Das Schicksal Paul Kadrells, einer der Hauptcharaktere aus „Teufelszahl“, wird hier aufgeklärt. Auch das ist ein Grund den ersten Teil zur Hand zu nehmen, denn sonst gibt es neben der lückenreichen Handlung gleich noch ein paar Fragezeichen mehr.

Man gewinnt beim Lesen schnell den Eindruck das der Autor Jörg Kastner seine Story nicht wirklich durchdacht konzipiert hat. War der erste Teil noch passabel, ist „Teufelssohn“ ein Flickenteppich aus zusammen gewürfelten, schnellen Szenenwechseln, die mehr verwirren als unterhalten. Es bleibt zu hoffen, dass vielleicht im dritten Teil endlich wieder das erzählerische Talent Jörg Kastners zu überzeugen weiß.

„Teufessohn“ reiht sich ein in einer ganzen Reihe von soliden, teils spannenden mystischen Romanen, doch kurz vor der Ziellinie bleibt die Handlung in voller Fahrt einfach stehen.

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