Traveler von John Twelve Hawks

Buchvorstellungund Rezension

Traveler von John Twelve Hawks

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Traveler“,deutsche Ausgabe erstmals 2006, 544 Seiten.ISBN 3-442-20300-7.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Eine gigantische Verschwörung bedroht die Welt.

Die weltweite Konspiration einer geheimen Bruderschaft bedroht die Menschheit und nur einige wenige Menschen können das infame Komplott noch stoppen.

Jede Bewegung wird gefilmt, jedes Telefonat abgehört, jede Spur im Internet verfolgt, jeder Einkauf registriert – mit Hilfe eines Systems der totalen Überwachung versucht eine geheime Bruderschaft die Herrschaft über die Welt zu gewinnen. Nur wenige Menschen, Traveler genannt, vermögen die Pläne der Bruderschaft noch zu durchkreuzen. Denn die Traveler haben die außergewöhnliche Gabe, in andere Sphären zu reisen. Und sie stellen sich seit jeher schon jedem Versuch entgegen, die Selbstbestimmung und Freiheit der Menschen zu zerstören. Die Brüder Michael und Gabriel Corrigan sind, ohne es zu wissen, die letzten Nachkommen der Traveler. Von den Schergen der Bruderschaft gejagt, scheinen sie kaum eine Chance zu haben, deren Machtergreifung noch zu verhindern. Wäre da nicht Maya, die Nachfahrin einer Kriegerkaste, die ihr Leben dem Schwertkampf und dem Schutz der Traveler geweiht hat. Es liegt allein in ihrer Hand, die letzten Traveler vor den Nachstellungen der Bruderschaft zu retten, bevor die Freiheit den Menschen für immer verloren geht.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Das Raster sieht fast alles“;73

Fantasy-Rezension von Frank A. Dudley

Die Welt, in der wir leben, ist eine der Überwachung und Kontrolle: Jeder von uns hinterlässt ständig elektronische Fingerabdrücke, die von Staat und Wirtschaft gespeichert und ausgewertet werden. Dass George Orwells Vision von „;1984“; längst Realstatus erreicht hat, ist mittlerweile ein Allgemeinplatz. Satellitengestützte Mautsysteme, biometrische Reisepässe, Internetzensur durch Google und Co. gehören zum beaufsichtigten Alltag. Wir alle wissen es, verschließen dennoch nur allzu gerne die Augen.

Nicht so der Autor von „;Traveler“;, der sich John Twelve Hawks nennt. In seinem Erstling verarbeitet er laut Selbstauskunft persönliche Erfahrungen mit der Totalüberwachung zu einem hochdynamischen und vielschichtigen Science-Fantasy-Thriller. Es gibt eine totale Überwachungsmaschine, Kung-Fu-Schwertkämpfe und mythische Propheten, die ihre Seele in anderen Welten wandern lassen können. Klingt verquast, ist es aber nicht. Hawks hat eine packende Geschichte aufgeschrieben, die trotz des gelegentlichen Verschwörungspathos’ fesselt und nachdenklich stimmt. Würden Bestseller-Listen inhaltliche Qualität widerspiegeln, dann müsste „;Traveler“; eigentlich Dan Browns anti-klerikale Pamphlete von den Spitzenplätzen ablösen.

Aber die Welt ist nicht gerecht. Das führt uns „;Traveler“; deutlich vor Augen. Im ersten Teil seiner Trilogie zeigt Hawks eine mögliche Gegenwart, in der sich die breite Öffentlichkeit von Sport-Großveranstaltungen, Vorabend-Serien und Einkaufszentrum-Neueröffnungen und anderen Sinnlosigkeiten einlullen lässt. Die Menschheit lebt im sogenannten „;Raster“;, einem Netz nahezu vollständiger Überwachung. Die Fäden ziehen dabei nicht Regierungen und Konzerne, sondern drei höchst unterschiedliche Gruppen von Menschen: Tabula, Harlequins und Traveler.

Schwertkampf und Computermacht

Die Geschichte hat eine ausgefeilte Mythologie zum Hintergrund, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Traveler gab es in allen Zeitaltern, ihre Spezialeigenschaft ist die Seelen- oder Astralkörper-Wanderung zwischen verschiedenen Sphären. Erleuchtet kehren sie zurück in diese Welt und predigen ihre mythisch-esoterischen Visionen von Aufklärung, Individualismus und Nächstenliebe. Einige der Traveler haben Weltreligionen gegründet oder große wissenschaftliche Theorien entworfen, andere ahnten oder ahnen nichts von ihrer besonderen Gabe. Zu ihnen gehören die Brüder Michael und Gabriel Corrigan, denen der Autor nicht von ungefähr die Namen zweier Erzengel gegeben hat.

Möglicherweise sind die Corrigan-Brüder die beiden letzten Traveler, deshalb werden sie seit Urzeiten wie alle Seelenreisenden von der eingeschworenen Kriegerkaste der Harlequins beschützt. Die Harlequins bringen neben den Travelern die Fantasy-Komponente in den Plot. Leider ist aber auch ihre Anzahl während der jahrtausendelangen Nachstellungen durch die Tabula stark geschrumpft: Die einzige Überlebende ist Maya, die Hauptfigur des Romans. Sie schwingt ihr Schwert schneller und kickboxt treffsicherer als Uma Thurman in „;Kill Bill“;, und sie soll die Corrigans vor der Tabula retten.

Die krakenartige Tabula ihrerseits nennt sich auch Bruderschaft (Orwell lässt grüßen), strebt die indirekte Kontrolle über alles und jeden, also die Weltherrschaft hinter den Kulissen, an. Um ihr Ziel zu erreichen, benötigt die Bruderschaft neben ihren hochtechnisierten Methoden sozusagen als i-Tüpfelchen die transzendenten Fähigkeiten der Traveler. Die beiden verbliebenen melden sich dafür allerdings nicht freiwillig, und so geht die Verfolgungsjagd durch diese und andere Welten los.

Hawks lässt seine Akteure auf mitreißende Weise den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse austragen. Er jongliert in seiner Dystopie gekonnt und sicher mit den Genres, vermengt buddhistische Elemente mit technischer Totalüberwachung und kombiniert Quantencomputer mit Schwertkampf. Typisch für eine Fortsetzungsgeschichte ist der Cliffhanger am Ende. Einer, der von den Lesern allerdings Ausdauer verlangt, denn Teil zwei soll erst im Herbst 2007 erscheinen.

Der Stoff bietet sich aufgrund der zahlreichen überzeugenden Actionszenen für eine Verfilmung geradezu an, die Rechte sind bereits verkauft. Ist dies ein heutzutage normaler Vorgang im Medienzirkus, so ist es der Auftritt des Autors John Twelve Hawks mit Sicherheit nicht. Falls man überhaupt von einem Auftritt sprechen kann, denn Hawks entzieht sich bis auf ein paar Interviews jeglicher Publicity. Er behauptet, außerhalb des „;Rasters“; zu leben, unbeeinflusst von moderner Technologie und somit beinahe unerreichbar für staatliche Überwachung. Sogar sein Agent beteuert, ihn noch nie persönlich gesprochen zu haben.

Nur ein Marketing-Trick?

Diese Anti-PR war Teil der Marketingstrategie mit einer elaborierten Online-Kampagne und hat dem Buch allein in Deutschland zu einer Top 25-Platzierung und bislang mehr als 30.000 verkauften Exemplaren verholfen. Aufschlussreiches Detail: Hawks erscheint im selben Verlag wie Dan Brown, „;Traveler“; wurde vom selben Lektor betreut wie „;Sakrileg“; und „;Illuminati“;.

John Twelve Hawks spielt mit Verschwörungsängsten und der Furcht vor dem schleichenden Verlust der bürgerlichen Freiheit. Vor dem Hintergrund der immer noch grassierenden Post-11.September-Paranoia ist er damit sicher kein Rufer in der Wüste. Aber ist er wirklich ein Systemaussteiger, ein Mahner und Aufrüttler? Oder stattdessen ein raffinierter Marketing-Trickster, der sich selbst zum Gegenstand einer Verschwörungstheorie machen will?

Ohne Zweifel, „;Traveler“; ist ein außergewöhnliches und spannendes Buch. Aber der Autor ist vielleicht nur ein Tabula-Bruder in Traveler-Kleidung.

Ihre Meinung zu »John Twelve Hawks: Traveler«

Manfred Rathunde zu »John Twelve Hawks: Traveler«23.08.2015
JOHN TWELVE HAWKS „Traveler“ ,Goldmann‘

Traveler sind Menschen, die in den unbekannte Sphären reisen können und dabei interessante Informationen aufschnappen, die dem Unvermögen der Weltbevölkerung an Zweibeinern zur Gemeinsamkeit eine ziemlich deutliche Grenze setzen. Laut John waren Jesus Christus, Mohammed, Konfuzius, Lao-tse, Buddha, um nur einige Beispiele zu nennen, solche Menschen. Dass eben jene Personen den Unwillen der Mächtigen erregen, dürfte auf der Hand liegen und die Bruderschaft der Tabula ist auf dem Kriegspfad mit dem Ziel jeden Traveler zu eliminieren. Um dem entgegen zu treten, wurde die Gilde der Harlequins ins Leben gerufen, eine Kriegerkaste zum Schutz der Traveler. Logisch das sich die Harlequins damit selbst ins Fadenkreuz eines Terrors bugsieren, der nur ein Ergebnis kennt, die Vernichtung jeden anders Denkenden. Maya weiß das nur zu gut, ihr Vater ist einer der legendären Kämpfer. Und deswegen will sie ein „normales“ Leben, soweit ihr das im Überwachungsstaat möglich ist. Der auf jede unerwünschte Anomalie sofort und nachhaltig brutal reagiert, sich sofort ans Bein gepisst fühlt. John Twelve Hawks schaut hinter die Kulissen, hinter die Marionetten auf genau die Knallfrösche, die der Meinung sind, etwas Besseres zu sein. Die sich das Recht heraus nehmen, anderen ihr Leben vorzuschreiben. Wasser predigen, selbst Wein trinken und die Angst genießen, die sie gesät haben und ihre Macht ausnutzen. Jetzt sind die Tabula auf den Trichter gekommen, einen Traveler für ihre Zwecke zu missbrauchen. Michael und Gabriel Corrigan sind die letzten ihrer Art. Thorn, Mayas Vater weiß das und versucht seine Tochter darauf anzusetzen, die beiden zu beschützen, nur sie will nicht. Sie sieht noch nicht hinter den Spiegel der Gesellschaft. Kann es noch nicht. Dass die Harlequins einen Fuchs im Hühnerstall haben weiß auch noch keiner. Verrat besiegelt Thorn Schicksal. Der querschnittsgelähmte Mann wird von einer Übermacht an Tabula-Agenten überfallen, die ihn trotz Behinderung und zu Recht als extrem wehrhaft einstufen. Twelve Hawks ist ein beherzter und couragierter Schreiber, bezieht glasklar Stellung zu seinem Buch. Die Überwachung der Bürger und die Vorratsdatensammlung, über selbige, ist doch jetzt schon in bedrohliche Formen gegossen worden. Und unsere „gewählten“ Volksvertreter nennen das Demokratie und Freiheit, wenn es nicht so traurig wäre, könnte man schon fast wieder lachen. Mal ehrlich, Leute, überall sind doch Überwachungssysteme justiert. Das Handy, die Kreditkarte, Kameras an allen möglichen Stellen, alles ist überwachbar, nachvollziehbar. Der Bürger ist gläsern, durchsichtig. Maya, nach dem Tod ihres Vaters, muss eine Entscheidung fällen. Die Corrigan-Brüder haben es schon getan. Der eine hat sich für Tabula entschieden, der andere dagegen. (MRD)

ISBN 978-3-442-46549-1 542 Seiten 8,95€ (D)
HamburgBuam zu »John Twelve Hawks: Traveler«07.12.2010
Total übertriebene Panikmache welche nicht einmal spannend rüber kommt. Dazu ist der Schreibstil des Autors viel zu steril und kalt. Die Personen kommen klischeehaft und Seelenlos rüber, die Story verfällt immer mehr in Leerlauf. Gut, auch actionarme Passagen können in einem guten Buch überzeugen, aber dafür fehlt es hier eindeutig an Inhalt. Eine einzige Aneinanderreihung abstruser Theorien welche nur ein Wahnsinnier Revolutionär auf Speed verfasst haben kann. Oder halt ein schlechter Autor der seine Fans weniger durch Qualität als vielmehr durch übertriebenes Gehabe um seine Person zu ködern versucht. Gibt Gerade noch 40% aufgrund der Idee. Der Umsetzung gebührt ehr 10%
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefan83 zu »John Twelve Hawks: Traveler«20.06.2010
Am Ende dieses Jahres wird „Traveler“ von John Twelve Hawks zwar nicht unter meinen persönlichen Top-Titeln 2010 zu finden sein, sicherlich aber in der Kategorie „äußerst positive Überraschung“ einen Platz ganz oben ergattern. Von den Lobeshymnen auf der PC und der KC inspiriert, hatte ich mir Hawks Debüt einst als Mängelexemplar ergattert, nur um es dann erstmal weit hinten im Bücherregal zu platzieren. Ein Fehler, wie ich nachträglich gestehen muss, denn der auf den ersten Blick austauschbare Verschwörungsthriller entpuppte sich bereits nach wenigen Seiten als ein äußerst tiefgründiges und vielschichtiges Fantasy-Science-Fiction-Werk im Stile von Orwells „1984“, das, wie dieser Klassiker der Weltliteratur, das System der kollektiven Überwachung und Kontrolle in den Mittelpunkt der Handlung stellt.

„Traveler“ führt den Leser in eine nicht näher benannte Zeit, wo die heute gefürchtete totale Überwachung bereits längst Realität geworden ist. Überall verfolgen Kameras jede Bewegung, werden Gespräche am Telefon abgehört, die Suchbegriffe im Internet kontrolliert und elektronische Bankgeschäfte registriert. Der Mensch ist endgültig gläsern geworden. Nach außen hin sind diese „Sicherheitsmaßnahmen“ lediglich eine Folge der weltweiten Gefahr des Terrorismus. In Wirklichkeit aber lenkt eine seit vielen tausend Jahren existierende geheime Bruderschaft diese Überwachungsmaschinerie. Zusammengesetzt aus hochrangigen Politikern, ehemaligen Militärs, Wissenschaftlern und Mitarbeitern des Geheimdiensts, strebt sie die uneingeschränkte Herrschaft über eine ahnungslose Weltbevölkerung an. Diesem Ziel sind sie bereits sehr nahe gekommen, wobei ihnen jedoch noch ein großes Hindernis im Weg steht: Die so genannten „Traveler“. Diese Menschen aus verschiedensten Kulturen und Regionen der Erde sind dank einer besonderen und vererbbaren Fähigkeit in der Lage, das Hier und Jetzt zu verlassen und in andere Sphären zu reisen. Dadurch können sie sich nicht nur immer wieder der Kontrolle durch die „Tabula“, wie die Bruderschaft von den Travelern genannt wird, entziehen, sondern erhalten auch Einblick in eine völlig andere Sichtweise der Welt. Seit Anbeginn der Zeit versuchen sie deshalb ihren Mitmenschen die Werte der Freiheit und Selbstbestimmung zu predigen, um die Herrschaft der Bruderschaft zu untergraben. Ihre einzige Unterstützung finden sie dabei in Form der „Harlequins“, einer ebenfalls jahrtausendealten Kriegerkaste, welche einzig und allein zum Schutz der Traveler ins Leben gerufen wurde und diese bis in den Tod zu verteidigen hat.

Inzwischen hat sich die Lage jedoch dramatisch zum Schlechten gewandelt. Traveler wie Harlequins sind nahezu ausgerottet, die wenigen Verbliebenen über die gesamte Erde verstreut. Die letzte Hoffnung für die Freiheit der Menschheit lastet auf den Schultern der zwei Brüder Gabriel und Michael Corrigan. Sie sind die Söhne eines Travelers, kennen allerdings weder die wahre Vergangenheit ihres Vaters, noch ihr Potenzial zum Wechsel der Sphären. Um der Gemeinschaft der Traveler einen letzten vernichtenden Schlag beizubringen, nimmt die Bruderschaft beide ins Visier. Sie sollen ein Teil der Tabula werden und dabei helfen, die absolute Macht über die Welt zu erlangen. Nur eine ist in der Lage dies zu verhindern: Maya, die Tochter eines deutschen Harlequins, welche eigentlich ihrem Leben als Krieger entsagen wollte, nimmt den Kampf auf, um die verbliebenen Traveler vor den Klauen der Tabula zu retten …

Das klingt zugegebenermaßen auf dem Papier alles ziemlich Hollywood-like, entfaltet aber mit jeder umgeblätterten Seite eine Sogwirkung, welcher man sich nicht entziehen kann. „Traveler“ ist weit mehr als nur ein weiterer Verschwörungsthriller. Dieses Buch hebt die vielleicht nicht mal völlig unberechtigte Paranoia vor der totalen Überwachung auf ein neues Level und lässt zwischendurch immer wieder zwei Fragen groß im Raum stehen: Wie viel von dem hier Beschriebenen ist tatsächlich schon Realität? Ist das wirklich noch Science-Fiction oder die Wirklichkeit? John Twelve Hawks, der selbst unter Pseudonym schreibt und, wie die Traveler in seinem Buch, versucht jenseits des Systems zu leben und Auftritte in der Öffentlichkeit zu meiden, führt uns in eine Welt, die eine mögliche bzw. sehr wahrscheinliche nahe Zukunft (oder gar Gegenwart?) zeigt, in welcher die Individualität längst dem Kollektiv gewichen ist. Die Menschheit wurde zu bienenähnlichen Drohnen degradiert. Fleißige, arbeitende Wesen, denen man mittels immer neuer medialer Möglichkeiten jeglichen Gedanken an Aufstand genommen hat. Während viele der Leser dies vor allem mit der „Matrix“-Trilogie in Verbindung bringen, musste ich, nicht zuletzt auch wegen des düsteren, hoffnungslosen Tons der Geschichte, an den Film „V wie Vendetta“ denken.

Die Art und Weise wie Hawks die Methoden der Überwachung im Detail beschreibt, immer wieder die Sinnlosigkeit von Flucht angesichts dieser allumfassenden Macht hervorhebt, lässt uns als Leser schwer schlucken. Viele der hier gezeigten Dinge wären oder sind längst technisch möglich. Umso interessanter der Ansatz, die Harlequins als Kriegerkaste zu präsentieren, welche immer noch lieber zum Schwert denn zur Schusswaffe greift. Natürlich schwingt hier ein wenig Heldenpathos mit. Es zeigt aber auch den Gedanken an Revolution, eine individuelle Waffe zu benutzen, welche nicht anhand von Patronenhülsen, Werksnummern oder ähnlichem zurückverfolgt werden kann. Hawks gelingt dieser Mix aus Alt und Neu, aus moderner Science-Fiction und spiritueller, fast religiöser Fantasy hervorragend. Wo sonst die Handlung seicht und unausgegoren geblieben wäre, hat hier der Autor gleich die passende Mythologie hinzugefügt, welche dem Buch einen (vom Klappentext nicht zu erwartenden) Tiefgang verleiht. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse wird auf eine neue, erfrischend andere Ebene gehoben, wobei besonders die Protagonisten die moralischen Grenzen äußerst eindringlich deutlich machen. Das dies wiederum sprachlich nicht auf dem literarisch allerhöchsten Level geschieht, ist meiner Ansicht nach völlig vernachlässigbar.

Am Schluss erwartet den Leser das fast unvermeidliche offene Ende (schließlich handelt es sich bei „Traveler“ um den ersten Teil einer Trilogie), das mir persönlich noch zusätzlich so richtig Lust auf den Nachfolger gemacht hat.

Insgesamt ist „Traveler“ ein tiefgründiges Erstlingswerk, das vor dem schleichenden Verlust bürgerlicher Freiheit mahnt, ohne dabei den Unterhaltungseffekt zu vergessen. Actionreich, spannend und nachdenklich machend. Eine echte Empfehlung für Freunde gut geplotteter Verschwörungsgeschichten, die sicher auf die ein oder andere Weise den Weg auf die Leinwand finden wird.
3 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bio-Fan zu »John Twelve Hawks: Traveler«14.07.2009
Es ist schon eine "wilde Mischung", die Hawks hier zusammengerührt hat , und die Liste der Zutaten ist nicht immer kurzweilig zu lesen. Aber das ist wohl die Krux bei einem mehrteiligen Werk: viele Parteien und Personen müssen eingeführt und mit einer Legende versehen werden, das kann schon zu Längen führen und beim Leser einen gewissen Unwillen auslösen.
Weiss man dann über die Tabula, Harlequins und Travelers bescheid, wird´s doch noch annehmbar spannend, obwohl man alle 10 Seiten ein Déjà vu zu haben glaubt.
Es gefiel mir gut, dass Hawks, wie auch immer mehr seiner Kollegen, die zunehmende Überwachung und Ausforschung der Bürger durch obskure Institutionen thematisiert hat. Dies kommt sehr bedrohlich rüber.
Ich bin gespannt, ob Hawks die Dynamik am Ende von Teil 1 in der Fortsetzung halten kann.

80 Grad
Jasmin zu »John Twelve Hawks: Traveler«23.03.2009
Hi, ich hab gestern, trotz Schule den ganzen Roman in einer Nacht gelesen, ich finde das Buch super und Frage mich wann der 2,. teil erscheint, voralem, in deusch kann mir da einer weiterhelfen. Das wäre super, denn ohne Bücher bekomme ich echt die >Krise, Traveler bietet mir genau die Möglichkeit die ich brauche, alles um mich herum zu vergessen, wie eim Bücherwurm eben
mase zu »John Twelve Hawks: Traveler«15.02.2009
Ein genialer Genre-Mix. Thriller, Verschwörungstheorien, Wissenschaftsthriller, Science Fiction, Fantasy und mit den genmanipulierten Tieren, auch Horror, unter einem Mantel, der mich sofort an die „Matrix“ Trilogie erinnert hatte. Am meisten beeindruckt hat mich die Tatsache, dass dieser Mix äusserst stimmig auf einander abgestimmt war. Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien und noch weniger von wissenschaftlichen Ausführungen und selbst diese Anteile waren jederzeit ansprechend, interessant und spannend.

Die Tabula, eine Organisation, die die Weltherrschaft mit Hilfe moderner Überwachungstechniken und Korruption anstrebt, hat das öffentliche Leben schon so gut wie in der Hand. Die einzigen, die Ihnen dabei in die Quere kommen können sind die Traveler, Seelenwanderer, die hinter die Kulissen sehen können. Die dritte Gruppe in diesem Szenario sind die Harlequins, eine Kriegerkaste, deren einzige Lebensaufgabe der Schutz dieser Traveler ist.
Maya, eine der letzten Harlequins, die der Tabula noch nicht zum Opfer gefallen ist, hat die Aufgabe, die letzten Traveler zu beschützten. Zuerst muss Sie sie jedoch finden, bevor das der Tabula gelingt. Wieder einmal ein Wettlauf Gut gegen Böse, der in einem unumstösslichen Kampf endet.

Traveler hat mich absolut überzeugt und der 2. Teil ist schon so gut wie gekauft.
Frank zu »John Twelve Hawks: Traveler«01.05.2007
Hallo.
Eigentlich nerven mich die Dan Brown Verschwörungsthriller ja nur noch.Traveler hingegen war mal eine erfreuliche Ausnahme. Ganz abgesehen von der doch recht eigenartigen Biographie des Schriftstellers,ist hier ein spannendes,actionreiches Crossover der Genres gelungen.Irgendwie blinkte beim Lesen immer ein "Verfilmung folgt!"...bei mir.Im Gegensatz zu Dan Browns Theorien,sind viele im Buch geschilderte Überwachungsmechanismen längst Realität + begleiten uns tagtäglich.Auf einige wird man durch die Lektüre erst hingewiesen,und hat dann ein echtes Aha Erlebnis.Ging zumindest mir so.Das ganze wird in eine spannende,mit einer eigenen Mythologie angereicherte Geschichte gepackt + bekommt von mir sogar 95%.
Hier gibt es nicht viel zu meckern.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Falcon zu »John Twelve Hawks: Traveler«01.05.2007
Hallo Whitecat, Hallo Zusammen

Auch ich bin eher der Krimi- und Thrillerfan. Diesen Abstecher habe ich aber gerne gemacht. Ein wirklich spannendes Buch mit vielen neuen Welten und Figuren.
Man mag nun ein wenig an Matrix erinnert sein, auch kennt man diese Verschwörungstheorien von anderen Autoren, das alles macht jedoch nichts. John Twelve (der Geheimnisvolle) schildert hier eine erschreckende Möglichkeit der Werklichkeit.
Viele Beispiele des Überwachungsstates sind bereits Realität. Ergo leben wir schon in der Tabula?
Nun genau das ist die Stärke des Buches. Es regt auf spannende Art und Weise an, unser System zu hinterfragen.
Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzungen. Hoffentlich fallen diese nicht so ab wie bei "Matrix Reloded".

Falcon
Brigitte Klump zu »John Twelve Hawks: Traveler«27.01.2007
Wenn Sie dieses Buch stilkritisch lesen, erkennen Sie, wer John Twelve Hawks ist. Der Autor selbst hat in seinem Buch "Traveler" eine dicke Spur zu seinem Grünen Buch, seinem Dritten Weg, dem Propheten usw. gelegt. Es scheint Muammar el Gaddafi zu sein. Er schwankte in seiner Jugend, ob er Staatspräsident oder ein weltberühmter Dichter werden wolle. Er hat sich selbst beide Wünsche erfüllt.
Brigitte Klump zu »John Twelve Hawks: Traveler«27.01.2007
Wenn Sie dieses buch stilkritisch lesen, erkennen Sie, wer John Twelve hawks ist. Der Autor selbst hat in seinem Buch "Traveler"eine dicke Spur zu seinem Grünen Buch, seinem Dritten Weg, dem Propheten usw. gelegt Es scheint Muammar wel Gaddafi zu sein. Er schwankte in seiner Jugend, ob er Staatspräsident oder ein weltberühmter Dichter werden wolle. Er hat sich selbst beide Wünsche erfüllt.

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