Deadlands - Ghostwalkers von Jonathan Maberry

Buchvorstellungund Rezension

Deadlands - Ghostwalkers von Jonathan Maberry

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Deadland: Ghostwalkers“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 520 Seiten.ISBN 3959620004.Übersetzung ins Deutsche von Carsten Thomas.

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In Kürze:

Willkommen in den Deadlands, wo verbitterte Revolverhelden auf verrückte Wissenschaftler und finstere, unirdische Gestalten treffen. Hier, wo das große Beben von 1868 Kalifornien in ein Labyrinth aus vom Meer durchfluteten Höhlen verwandelt hat, wo mit einer geheimnisvollen Substanz Namens »Geisterstein« viele wundersame Steampunk-Erfindungen angetrieben werden und wo die Kugeln blutvergießend durch die Luft pfeifen. In Ghostwalkers wird der Auftragskiller Grey Torrance wortwörtlich von seiner blutigen Vergangenheit verfolgt und landet in der heruntergekommenen Stadt Paradise Falls, wo er in den tödlichen Konflikt zwischen der belagerten Stadt und einem teuflisch brillanten Alchimisten gerät, der fortwährend schreckliche, neue Waffen baut …und eine kleine Armee aus Untoten.

Ein wildes Action-geladenes Abenteuer in dem Setting von DEADLANDS, dem vielfach preisgekrönten Rollenspiel von Pinnacle Entertainment Group!

Das meint Phantastik-Couch.de: „The Walking Dead meets John Wayne und Bonanza“80

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Sie kennen den Wilden Westen? Nun ja, sie meinen zumindest, Sie kennen sich ein wenig aus, immerhin haben sie fleißig die Hollywood Filme mit John Wayne geschaut, Bud Spencer und Terence Hill ebenso wie Bonanza verfolgt und wissen, was ein Gunslinger ist. Nun, dann machen sie sich einmal auf eine Überraschung gefasst.

Willkommen in Kalifornien so circa um 1870. Allerdings sind die Dinge, nennen wir sie einmal so, hier ein wenig anders gelaufen, als die Geschichtsbücher uns dies vermitteln wollen. Der Sezessionskrieg wurde friedlich beendet, nichts ist es mit der Niederlage der Konföderierten, die Rothäute haben sich emanzipiert und eine Gleichberechtigung erkämpft, 1868 ist dann fast ganz Kalifornien in einem gigantischen Erdbeben in den Pazifik gerutscht. Grund für den überraschenden Frieden war, dass sich eine dritte Partei in den Konflikt eingemischt hat. Nein, nicht was sie jetzt denken, weder Engländer noch Franzosen, schon gar nicht die Deutschen haben mitgespielt, die Toten beider Seiten erhoben sich vom blutigen Feld der Ehre und griffen ihre früheren Kameraden an. Nur gemeinsam gelang es den Lebenden gerade noch, den wandelnden Toten Herr zu werden.

Beim Untergang Kaliforniens brach nicht nur Land ins Meer, gigantische Höhlen und Stollen wurden freigelegt und entließen ihre bis dato unbekannte Fauna auf die Welt. Dass man dabei dann auch noch „Geisterstein" ein merkwürdiges Mineral gefunden hat, das unerhörte Eigenschaften an den Tag legt, führt zu einem Run, der den Goldrush als Sandkastenspiel aussehen lässt. Mit dem Geisterstein kann man Flugmaschinen ebenso betreiben wie Waffen, kann Tote zu einem unheiligen Leben erwecken und die Grenze zum Reich der Dämonen aufstoßen. Alchemisten, Zauberer und Wissenschaftler reissen sich um das Material – von den Militärs gar nicht zu reden.

Woher ich das weiß? Nun, alles beginnt damit, dass ich in Nevada auf eine Rothaut mit britischem Akzent, einen Sioux treffe. Der Typ lässt plötzlich, verfolgt und bedrängt von nicht weniger als sechs Deputies einen blauen Blitz los, der eine ganze Felsformation auf die Verfolger niederstürzen lässt. Dass ich mich schon vorher in den ungleichen Kampf eingemischt habe, ist meinem eigentlich nicht vorhandenen Gerechtigkeitsempfinden zuzuschreiben. Zum Glück, oder Unglück, je nachdem, wie man es sehen will, überleben ich und der Sioux den Feldrutsch und reiten gemeinsam nach Paradise Falls, eine Stadt im Nirgendwo des übrig gebliebenen Kaliforniens.

Zwei gierige Männer streiten um das Wasser und den Geisterstein, der in der Umgebung gefunden wurde. Sie haben die störenden Dorfbewohner schon fast vertrieben – so auf die 1 Meter unter die nicht mehr vorhandene Grasnarbe Art – als wir uns einmischen – eine Einmischung, die uns mittels vom Himmel platschenden Fröschen und Schlangen, beissendem Säureregen und Dämonen in den Körpern der Verblichenen förmlich aufgedrängt wird. Unsere Chancen stehen nicht gut, aber irgendwer muss sich dem Unrecht schließlich in den Weg stellen – zumal es da eine Frau gibt …und der Sioux hier im Labor seines Vorgesetzten so allerlei Geisterstein betriebenes Spielzeug findet …

Der Wilde Westen und Zombies – geht das?

Jonathan Maberry ist auch dem deutschen Leser durch und über seine Joe Ledger Romane ein Begriff. Mit vorliegendem Roman nutzt er die Vorlage des Deadlands Rollenspiels um uns eine irre Story zu erzählen. Dabei mixt er Elemente des Steampunk mit Wild West Romantik, Gruselszenen, die direkt aus einem Horror-Roman stammen könnten mit etwas anderen Zombie-Szenen. Die Frage, die sich hier aufdrängt ist zum Einen, was das überhaupt für ein Buch sein soll, zum Anderen, ob das funktioniert.

Nun, um dies ganz klar zu sagen, den Leser erwartet ein lupenreiner Horror-Roman. Alle sonstigen Ingredienzien – die Cowboy und Indianer Anspielungen, die Steampunk Erfindungen – sind nur schmückendes Beiwerk. Im Grunde genommen geht es darum, zwei Männer dabei zu begleiten, wie sie sich den wandelnden, von Dämonen beeinflußten Toten stellen.

Bis es aber dazu kommt, erwartet den Leser zunächst eine Einführung, die es in sich hat. Die Jagd der Deputies auf die Rothaut, Geisterstädte mit Vampir-Ladies, die ihren Opfern ihre Lebenskraft aussaugen, ein Labyrinth aus unwirtlichen, kargen und schroffen Felsformationen und Meeres durchfluteten Höhlensystemen – der Autor nutzt die Kulisse des Games weidlich. Auch als Nichtgamer kann man dem Setting mühelos folgen, findet sich hier sehr gut zurecht. Beide Hauptpersonen, der Gunslinger und der Sioux sind auf den ersten Blick, aber nur auf diesen, stereotyp, dann spielt Maberry geschickt mit der Erwartungshaltung des Lesers.
Gerde der studierte Indianer mischt hier die Vorurteile mehr als auf.

Nach dem furiosen Start hängt der Roman im zweiten Viertel ein klein wenig durch, bevor es dann mit und über die Kämpfe gegen die wandelnden Untoten und die Strippenzieher mit Vollgas und Wucht hinein ins Abenteuer geht. Das hat jede Menge überraschender Wendungen, viel packende Szenen und jede Menge gruselner Elemente, so dass sich die Lektüre wie von selbst gestaltet.

Dass es dem Papierverzierer Verlag gelungen ist, diese Perle der etwas anderen Zombi-Aufarbeitung an Land zu ziehen zeigt nur, dass immer mehr, der wirklich tollen Bücher außerhalb der etablierten Grossverlage erscheinen. Hier spielt das Lied vom Tod – und es ist ein faszinierendes Mundharmonika-Lied, das den Leser erwartet.

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