Das System von Karl Olsberg

Buchvorstellungund Rezension

Das System von Karl Olsberg

Originalausgabe erschienen 2007, 403 Seiten.ISBN 3-7466-2367-7.

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In Kürze:

Bislang ging es Mark Helius blendend. Seine Softwarefirma in Hamburg steht kurz vor der Präsentation einer Weltneuheit: DINA, das erste intelligente Kommunikationssystem, soll den Investoren vorgestellt werden. Doch DINA macht unerklärliche Fehler, und die Präsentation gerät zum Fiasko. Auf einmal steht Mark vor den Trümmern seiner Existenz. Die Investoren wollen ihn feuern, er ist überschuldet, seine Frau wirft ihm Versagen vor. Da wird auch noch sein Freund und Mitgründer Ludger Hamacher ermordet. Alle Indizien belasten Mark. Während er verzweifelt versucht, seine Unschuld zu beweisen, spielen überall auf der Welt die Computer verrückt. Hat jemand die DINA-Software in einen hoch gefährlichen Virus verwandelt? Stecken Cyber-Terroristen hinter dem Mord? Oder hat gar das Internet selbst einen eigenen Willen entwickelt? Zusammen mit der Hackerin Lisa Hogert stellt Mark sich einem gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod.

Beängstigend realistisch schildert Karl Olsberg ein Alptraum-Szenario: Was wäre, wenn wir eines Tages die Kontrolle verlieren über eine Technik, von der wir uns selbst immer abhängiger gemacht haben? – 'Das System’ wird Ihren Blick auf unsere Welt verändern.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Computerwurm bedroht die Menschheit…“75

Science-Fiction-Rezension von Jörg Kijanski

Mark Helius ist Vorstandsvorsitzender einer kleinen Softwarefirma, die finanziell mit dem Rücken zur Wand steht. Doch ein neuartiges Softwareprogramm namens DINA soll die große Wende bringen. Bei einer groß angelegten Präsentationsveranstaltung läuft zunächst alles bestens, doch dann macht DINA unerklärliche Fehler, die Vorführung endet für Helius in einem Fiasko. John Grimes, Vertreter des größten Investors, droht Helius offen mit dem Rauswurf, während dieser selbst seinem Technischen Vorstand Ludger Hamacher schwere Vorwürfe wegen der offensichtlichen Programmierfehler macht.

Am nächsten Morgen wird Hamacher an seinem Schreibtisch ermordet aufgefunden und alles deutet darauf hin, dass Helius der Mörder ist, denn durch eine hierdurch fällig werdende Versicherungsprämie scheint die Firma zunächst gerettet. Helius sieht keine andere Möglichkeit als die Flucht zu ergreifen und bittet ausgerechnet die junge Programmiererin Lisa Hogert ihm zu helfen. Obwohl Helisu die junge Frau erst vor drei Monaten aus seiner Firma entlassen hat, erklärt sie sich bereit, ihm zu helfen.

Beide finden alsbald etwas erschreckendes heraus, denn es scheint fast so, als hätte einer der Programmierer aus Helius Firma eine abgewandelte Version von DINA entwickelt, welche nun ein Eigenleben zu führen scheint. Wenig später wird auch der besagte Programmierer tot aufgefunden; in einem Aufzug, der offenbar von der Software die sich Pandora nennt, manipuliert wurde. Weltweit kommt es zunehmend zu seltsamen Computerausfällen und Helius und Hogert müssen erkennen, dass Pandora womöglich der erste Computerwurm ist, der über eine eigene Intelligenz verfügt und nun die gesamte Menschheit bedroht …

Ein Fachmann gibt detaillierte Einblicke in die Funktionsweise von Künstlicher Intelligenz

Karl Olsberg promovierte über „;Anwendungen künstlicher Intelligenz“; und so darf man zunächst erfreut zur Kenntnis nehmen, dass hier nicht irgendein Horrorautor seiner Fantasie freien Lauf gelassen hat, sondern ein anerkannter Computerfachmann (er gründete u. a. 1999 eine bekannte Softwarefirma) ein Szenario aufzeigt, welches eintreten könnte, wenn eines Tages ein Computerprogramm bzw. ein Wurm eine eigene Intelligenz entwickeln würde. Was wäre also, wenn eine von den Menschen erschaffene Technologie sich verselbständigen würde und diese der Menschheit hoch überlegen wäre? Ein Szenario, dass zwar keineswegs  neu ist (ganz im Gegenteil), aber durch Olsberg dadurch an Brisanz gewinnt als dass er die Handlung nicht in einer fernen Zukunft, sondern in der Gegenwart spielen lässt.

Viele Anleihen bei bekannten Vorbildern aus Literatur und Kino

„;Das System“; ist ein kurzweiliger und spannender Roman, da es Olsberg gelingt, das Szenario realistisch zu entwickeln (immer unterstellt, dass es eine KI gibt, die eigenständig denken kann), wobei der Plot auch für Laien weitestgehend verständlich ist, da zahlreiche Fachbegriffe erläutert werden. Olsberg bedient sich dabei bei einigen bekannten Werken wie beispielsweise dem im Buch selbst genannten Film „;2001“; von Stanley Kubrik oder „;Auf der Flucht“; mit Harrison Ford. Auch der Bestseller „;Der Schwarm“; lässt herzlich grüßen.

Wie sich der Wurm immer stärker im Internet ausbreitet und welchen Schaden er anrichtet soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel, die Katastrophenszenarios kommen recht überzeugend rüber ebenso wie das Verhalten der betroffenen Menschen, frei nach dem Motto: „;Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“;

Einige Schwachstellen, die bei kommenden Werken abzuschaffen sind

Schwächen zeigt das Buch, welches stark nach „;Schema F“; verfasst wurde, bei der überwiegend sehr klischeehaften Gestaltung der Charaktere einzelner Protagonisten. So sind die in den Mordfällen ermittelnden Polizisten (ja, das kostet jetzt fünf Euro ins Phrasenschwein) dümmer als die Polizei erlaubt und auch einige andere Personen „;glänzen“; allzustark in „;schwarz-weiss“;-Tönen (so z. B. ein gewisser „;Diego“;). Das Finale ist wie so oft Geschmacksache, auf jeden Fall kommt es aber ein wenig plötzlich daher. Auch der abschließende „;Blick in die Zukunft“; wirkt ein wenig moralinsauer.

Ob man (vereinfacht) einen weiteren Roman über Computer (Software), die den Sieg über die Menschheit erringen und deren Existenz bedrohen, unbedingt lesen muss, sei dahingestellt. Wer sich jedoch mit diesem Thema beschäftigen möchte ist bei Karl Olsbergs Debütroman angesichts des „;Insiderwissens“; des Autors trotz der zuvor genannten Schwächen gut aufgehoben.

Ihre Meinung zu »Karl Olsberg: Das System«

Kirstin Heinz zu »Karl Olsberg: Das System«11.07.2008
Sicher hat das Buch Schwachstellen und sicher ist es nicht das, was ein berühmter Literaturkritiker als hochkarätige und gute Literatur bezeichnen würde, aber das sollte es wohl auch nie sein und es macht trotz aller Schwachstellen Spaß, es zu lesen. Einige Überlegungen zum Thema KI lassen einen immer wieder schmunzeln, andere stimmen nachdenklich. Als übermäßig spannend würde ich es nicht bezeichnen aber auch nicht als langweilig. Wie immer liegt wohl auch hier die Wahrheit ungefähr in der Mitte und was gute oder schlechte Literatur ist, entscheidet ohnehin jeder Mensch für sich selbst.

Ich fand es ganz nett – gute Unterhaltung auf einer ansonsten eher langweiligen Bahnfahrt.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Andrea Thom zu »Karl Olsberg: Das System«23.01.2008
Ich habe dieses Buch gelesen, auf Grund einer Empfehlung eines Freundes.
Das Buch hat in der Tat seine Schwachstellen. Es ist unrealistisch!
Hier ist vor allen Dingen die Polizeiarbeit zu nennen, die alles in Allem gut und gerne 30% dieses Machwerkes ausmacht.
Der vermeitliche Täter kann also zu Beginn des Buches, währen die Polizei bereits am Tatort ist, locker zur Leiche laufen und wird dann darauf hingewiesen, dass der Tatort noch nicht freigegeben ist. Schlimmer geht es ja kaum noch. Der Tatort kann ja auch noch nicht freigegeben werden, denn die Leich liegt ja noch auf der dortigen Tastatur. Und so geht es weiter. Diese leider viel zu früh plazierten Schwachstellen, machen das Buch zu einem trägen Schiff, welches sich dann bis zum Ende rettet.
Weitere handwerkliche Fehler sind zuhauf vorhanden und stören auch beim Lesen.
Der Held, der zumindest eine Softwarefirma gegründet hat, wird teilweise als clever beschrieben, andererseits weiß er nicht einmal, was in seiner Firma für Computer stehen....
Wenn man es nicht besser wüsste, dann würden Bücher genau so von Computerprogrammen entworfen werden.
Nimm einen oder zwei Helden, nimm einen oder zwei Gegenspieler, nimm einen oder zwei dumme Polizisten, vermenge das mit Sex, Macht und Geld. Fertig ist "Das System".
Meine Meinung ist, dass das Buch nicht lesenswert ist und es sicher deutlich bessere Bücher gibt.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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