Galdäa. Der ungeschlagene Krieg von Karsten Kruschel

Buchvorstellungund Rezension

Galdäa. Der ungeschlagene Krieg von Karsten Kruschel

Originalausgabe erschienen 2011, 446 Seiten.ISBN 3938065729.

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In Kürze:

Wir wollen diesen Krieg beenden. Das kann nur auf zwei Weisen geschehen. Entweder durch die völlige Harmonie der Beteiligten oder die totale Vernichtung einer der Parteien.„ – Tara SKhanayilhkdha Vuvlel TArastoydt, galdäische Konsulin auf Penta V. Dabei behauptet die offizielle Geschichtsschreibung, die Sicherheit sei schon vor Jahrzehnten wieder hergestellt worden. Allerdings geraten die Dinge in Bewegung, als ein Datenchaos die offiziellen Stellen lahmlegt und Michael Sanderstorm einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur kommt. Vielleicht ist die Einmischung der Goldenen Bruderschaft ein Akt der Verzweiflung und die die Maden wollen damit nur ihre Pfründe erhalten? Wie gewaltig ist eigentlich das Wespennest, in das wir da gestochen haben? Eine schwielige Hand packte seinen Nacken und schob ihn zu seinen Instrumenten und Rechnern hinüber. Eine leidenschaftslose, unbarmherzige Melodie, Verzweiflung und Sehnsucht, süß und scharf, unwiderstehlich, wenn jemand sie spielt, der am Rand eines glassplittergespickten Abgrunds steht. Nach den Romanen “Vilm- Der Regenplanet„ und “Vilm – Die Eingeborenen", die beide mit dem Deutschen Science Fiction Preis 2010 ausgezeichnet wurden, fügt Karsten Kruschel seinem faszinierenden VILM-Universum ein neues, spannendes Kapitel hinzu.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Tiefe Einblicke in einen genial erdachten Kosmos“85

Science-Fiction-Rezension von Klaus Volmer

Der Student Michael Sanderstorm bemüht sich zu spät um ein Thema für seine Abschlussarbeit. So ist es nicht verwunderlich, dass nur noch Ladenhüter zur Auswahl stehen. Er entscheidet sich für das Thema „Die Spätfolgen und Lehren aus dem galdäischen Krieg, unter Berücksichtigung einheimischer Quellen“. Etwa zur gleichen Zeit gelingt der Galdani Jana Hakon alias Ja’ana K'jonasoidt Hakon T’Arastoydt die Flucht aus aus dem Photek-Institut. Damit wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die am Ende dazu führt, dass die Geschichte des galdäischen Krieges neu geschrieben werden muss....

Neues aus dem „Vilm“- Universum

In dem Roman „Vilm – Der Regenplanet“ hat Karsten Kruschel das Fundament zu einem interessanten Universum gelegt, das von vielen aus der ursprünglichen Menschheit hervorgegangen Rassen bevölkert wird. Das vorliegende Buch „Galdäa – Der ungeschlagene Krieg“ ist keine Fortsetzung der "Vilm„-Reihe. Während die Handlung der beiden “Vilm„-Bände hauptsächlich auf einem abgelegenen Planeten angesiedelt wurde, spielt “Galdäa„ im Zentrum der Macht, Atibon Legba. Dadurch eröffnet Kruschel dem Leser einen tieferen Einblick in die Strukturen seines Universums, als es in den ersten beiden Bänden möglich war.

Der Leser begleitet in mehreren Handlungssträngen Jana Harkons Flucht zurück nach Galdäa und Michael Sanderstorms Suche nach der Wahrheit über den galdäischen Krieg. Der sich daraus entwickelnde Plot wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen , die die Geschehnisse auf Galdäa erzählen, welche zum Krieg führten. Dabei offenbart sich dem Leser mehr und mehr die Tragik dieser Welt und der Grund, warum dieser Krieg aus Sicht der Galdani (so nennen sich die Einwohner Galdäas) ein ungeschlagener Krieg ist.

Grandios gezeichnete Charaktere

Obwohl der Plot der Geschichte schon ausreicht, um den Leser in seinen Bann zu schlagen, ist das eigentliche Highlight des Buches die vielschichtige Beschreibung der Figuren. Da ist Jana Hakon, die als Galdani die Fähigkeit besitzt, alle Funktionen Ihres Körpers bewusst zu steuern und deren verschiedene Charakterfacetten wie eigene Persönlichkeiten dargestellt werden. Oder der Karnese Kaddok, der als genetisch an eine Eiswelt angepasster Mensch permanent in einer für ihn viel zu warmen Umgebung leben muss. Oder Markus Hataka, der sich als Musiker gegen seinen Willen in eine lebende Rechenmaschine verwandelt. Die Reihe solche Charaktere könnte man fast beliebig fortsetzen, hier ist Kruschel ganz klar in seinem Element. Nicht Dialoge, sondern Gedanken und Beschreibungen zeichnen seine Figuren und schaffen eine Atmosphäre, in die der Leser mühelos eintauchen kann.

Stückwerk oder Einheit?

Wie schon “Vilm„, basiert auch “Galdäa" auf mehreren Erzählungen, die von Karsten Kruschel zu einem Roman zusammengefasst wurden. Dies ist ihm überwiegend auch sehr gut gelungen. Die Geschichte erscheint wie aus einem Guss, bis auf einige Passagen, die als Fremdkörper ohne Bezug zum Kontext auffallen. Hier wäre vielleicht weniger mehr gewesen, da hat der Autor zu viele Details aus seiner Welt unterbringen wollen. Am Ende bleibt aber der Eindruck zurück, das Kruschel es einmal mehr geschafft hat, seinem faszinierenden Universum eine weitere spannende und tiefgreifende Story mit vielen einzigartigen Charakteren hinzuzufügen.

In der klassischen Science-Fiction sind Serien mit fortlaufender Handlung, man möchte fast leider sagen, die Regel und nicht die Ausnahme. In vielen Fällen wird dabei die Geschichte gedehnt, um auf die geforderte Anzahl von Bänden zu kommen. Kruschel folgt diesem Trend glücklicherweise nicht. Im Gegenteil, wie schon in den vorhergehenden Büchern verbleiben viele Fragen unbeantwortet und noch mehr Geschichten nicht erzählt. Man kann daher nur hoffen, dass Karsten Kruschel bald von Neuem aus seiner Ideenvielfalt schöpft und seine Leser mit weiteren fesselnden Geschichten aus seinem Universum erfreut.

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