Die Gabe der Magie von Kathleen Duey

Buchvorstellungund Rezension

Die Gabe der Magie von Kathleen Duey

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Skin Hunger“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 415 Seiten.ISBN 3-7645-3024-3.Übersetzung ins Deutsche von Marianne Schmidt.

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In Kürze:

Seit Sadimas Mutter bei ihrer Geburt durch die Machenschaften einer betrügerischen Magierin starb, hasst ihre Familie alle, die sich der Zauberei verschrieben haben. Doch Sadima verfügt selbst über magische Kräfte und bricht auf, um mehr über ihre Gabe herauszufinden. Bald darauf lernt sie den jungen Magier Franklin kennen – und verliebt sich in ihn. Doch Franklin sieht sich außerstande, Sadimas Gefühle zu erwidern. Denn er und sein ehrgeiziger Freund Somiss haben sich einer großen Aufgabe verschrieben – der Gründung einer Akademie der Magier.Viele Jahre später tritt der naive Hahp als Novize in eben diese Akademie ein. Groß sind seine Erwartungen, als er das Studium der Zauberei beginnt. Doch noch viel größer ist der Schock, als die Lehrer Hahp und seinen Mitschülern verkünden, dass nur einer von ihnen die Ausbildung überleben wird. Denn der Weg zur Magie ist gefährlich. Und bereits der kleinste Fehltritt kann den Tod bedeuten …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Düsteres im All-Age Format“30

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Die Amerikanerin Kathleen Duy verfasste bereits viele phantastische und historische Bücher für jugendliche Leser.„Die Gabe der Magie“, im Original „Skin Hunger“ ist ihr Debüt in der All-Age Fantasy. Penhaligon präsentiert den Roman im Hardcover. Ein auffällig gestalteter Schutzumschlag mit einer in einer Robe verhüllten jungen Frau verheißt eine geheimnisumwobene, vielleicht romantische Geschichte.

Zauberer, die über Leichen gehen

Die Mutter des Bauernjungen Micah braucht Hilfe bei der Geburt ihres zweiten Babies. Der Junge zahlt einer Magierin den gesamten Besitz der Familie, fünf Silberstücke, damit sie ihn begleitet. Micahs Mutter stirbt bei der Geburt, seine Schwester Sadima muss in einem freudlosem Haushalt aufwachsen, in dem jeder Gedanke an Magie verpönt ist. Doch das Mädchen merkt bald, dass sie die Gefühle der Tiere wahrnehmen kann. Als sie Franklin, dem jungen Zauberer aus der Stadt begegnet, entschließt sie sich, ihr Leben dem Studium der „Stillen Sprache“ zu widmen.

Hahp, Sohn wohlhabender Eltern, wird wieder mal in das nächste Internat abgeschoben. Seine neue Schule ist allerdings nicht wie die anderen, denn es handelt sich um eine Akademie der Zauberer. Die Novizen wohnen in einem undurchdringlichen Kellerlabyrinth, kleiden sich mit einer Robe, die ihnen die Haut aufkratzt und erhalten keinerlei Nahrung. Im Speisesaal finden sie lediglich einen großen Kristall vor.

„Ihr werdet lernen, den Stein so zu nutzen, wie ich es getan habe“, sagte Somiss leise mit seiner kratzenden Stimme. „oder ihr werdet sterben“.

Nicht jeder der Jungen hat genug magisches Talent, um sich Essen zu zaubern. Tally stirbt als Erster.

Düstere Atmosphäre ist nicht genug

Ein Mädel, das gegen Widerstände seine magischen Fähigkeiten erforscht, ein Junge in einem Zaubererinternat – das sind Motive, wie sie dem geneigten Leser der All-Age Fantasy bekannt vorkommen dürften. Dennoch ist „Die Gabe der Magie“ kein „Harry Potter“ Abklatsch. Kathleen Duey färbte die Stimmungsnuancen in ihrem Roman um einige Tonstufen dunkler ein, als man das aus anderen dieser Art kennt.

Der Kampf um das Überleben, den Hahp und seine Leidensgenossen führen, fordert Todesopfer. In einem Jahre früher spielenden, parallel erzählten Handlungsstrang entdeckt ein Mädel vom Lande ihre magischen Fähigkeiten. Die Liebe zu einem geheimnisvollen Fremdem, führt sie in die Stadt Limóri und zu dem Geheimnis, das ihn und seinen unsympathischen Freund Somiss umgibt. Und das ist es im Wesentlichen, was sich über die Geschichte erzählen lässt.
Nun überzeugt mancher Roman, der mit einer eher spärlichen Handlung daher kommt, durch eine dichte Atmosphäre oder die Vielschichtigkeit seiner Charaktere. Bei letzteren ist allein der Hauptprotagonist Hahp, der das Geschehen im Internat aus der Ich-Perspektive erzählt, hervor zu heben. Er entwickelt sich vom ungeliebten Sohn reicher Leute zu einem jungen Mann, der lernt, Dinge zu hinterfragen. Gegen die Weisung der Lehrer, sucht Hahp nach Wegen, um sich mit den Mitschülern zu verbünden. Und das ist auch schon das Interessanteste, was man über die Personen sagen kann.

Sadimas naive Verliebtheit und devote Anhänglichkeit, lassen kaum Spielraum für eine individuelle Persönlichkeitsentwicklung. Wenigstens passt ihr Angebeteter Franklin zu ihr, verhält er sich seinem Gebieter aus königlichem Hause gegenüber ganz ähnlich. Somiss spielt den Part des Monsters. Warum er vorgibt, die Menschheit zu retten, bleibt wie vieles andere im Verborgenen. Und so zieht sich relativ wenig klischeebehaftete Handlung mit überwiegend flachen Charakteren über gut 400 Seiten. Dazu wird der Lesefluss und -genuss durch holprige Dialoge wie z.B.

„Ginger hat noch immer Lust, an kalten Morgen zu spielen.“
beeinträchtigt.

Alles in allem bietet „Die Gabe der Magie“ außer einer schaurig-schönen Grundstimmung eher wenig, was den Leser verzaubern könnte. Den zweiten Teil von „A Ressurection of Magic“ muss die Rezensentin daher nicht unbedingt lesen.

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