Die Hetzjagd von Kevin Hearne

Buchvorstellungund Rezension

Die Hetzjagd von Kevin Hearne

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Hounded“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 349 Seiten.ISBN 3-608-93930-X.Übersetzung ins Deutsche von Alexander Wagner.

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In Kürze

Der junge Ire Atticus hat sich mit seinem Wolfshund Oberon im Südwesten der USA niedergelassen. Er betreibt eine Buchhandlung mit okkulten Schriften und verkauft allerlei magischen Krimskrams. An Arizona schätzt er vor allem »die geringe Götterdichte und die fast vollständige Abwesenheit von Feen.« Ein verhängnisvoller Irrtum …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gelungene Kombination aus altehrwürdiger Magie und modernem Leben“79

Fantasy-Rezension von Sanja Döttling

Ein ziemlich alter Druide, der auch heute noch jugendlich frisch ist, uralte Götter mit starkem Sinn für Rache und ein Pack Werwölfe; „Die Chronik des eisernen Druiden“ von Kevin Hearne ist vielversprechende Fantasy aus Arizona.

Atticus O’Sullivan ist 21. Nicht Jahre, sondern Jahrhunderte. Atticus ist ein Druide, der Kraft aus der Erde ziehen und über Eisen gebieten kann. Er lebt in Arizona, ganz in der Nähe der Universität Tempe. Dort gibt es nämlich wenige Feen oder Sidhe, die es auf ihn abgesehen haben. Atticus führt ein beschauliches Leben. Er betreibt einen okkulten Buchladen mit der Hilfe des jungen Gothic Perry, besitzt einen kleinen Kräutergarten hinter dem Haus und einen intelligenten irischen Wolfshund namens Oberon.
Doch die kleine Idylle wird unterbrochen, als der irische Liebesgott Aenghus Óg einen Rachefeldzug gegen ihn startet. Der sonst so vorsichtige Druide muss sich dem Kampf stellen, und stellt schnell fest, dass die Fronten ungeklärt sind. Wollen die Todesgöttin Morrigan und die Jagdgöttin Flidais ihm helfen? Oder spielen sie ihr ganz eigenes Schachspiel mit den Sterblichen? Atticus muss alte Verbindungen reaktivieren: Nicht nur zu seinen Anwälten, die als Werwölfe und Vampire gegen ein horrendes stündliches Gehalt auf seiner Seite kämpfen, sondern auch die geschäftliche Beziehung zum polnischen Hexenzirkel um Radomila. Und dann sitzt ihm auch noch die Polizei im Nacken, die ihm ein Mord in die Schuhe schieben will.

Alter und junggebliebener Held

Mit seinen 2 100 Jahren gehört Atticus eigentlich zum alten Eisen. Doch der Protagonist gibt sich so jung, wie er auch aussieht; eine Paradebeispiel für das Sprichwort: Man ist so jung wie man sich fühlt. Er ist selten um einen lockeren Spruch verlegen, und ein bisschen jugendlicher Übermut ist ihm auch geblieben. Das macht die Figur nicht weniger sympathisch, nur manchmal zweifelt man daran, dass ein 2 100 Jahre alter Mann noch immer so agieren würde. Ein Grund für seine Jugendhaftigkeit ist sicher auch sein Begleiter Oberon, der irische Wolfshund. Ihm hat Atticus das Sprechen via Telepathie beigebracht, und Oberons hundehafte Aufgeregtheit und seine Freude über die kleinsten Dinge (Pudeldamen oder einen Dschingis-Khan-Film) färbt ab. Oberon stellt eine lustige Auflockerung dar, wenn es dann doch mal ernst wird.
Vielleicht wirkt Atticus auch so jung, weil er im Gegensatz zu den alten Göttern am Puls der Zeit geblieben ist. Seine wertvollen Bücher verkauft er bei ebay, seine Filme bestellt er auf netflix. Atticus ist also ein wahrhaft moderner Druide.

Fantasy im modernen Gewand

Die Kluft zwischen den altehrwürdigen Göttern und der modernen Welt sorgt immer wieder für Schmunzler, aber auch für ungläubige Blicke, wenn beispielsweise die Jagdgöttin Flidais ein Smoothie will und die technischen Fähigkeiten, einen Mixer zu bedienen, fehlen. Oder wenn Atticus Anwalt, ein Werwolf, Ghule in der Kurzwahltaste eines Handys eingespeichert hat. Das macht die Entsorgung provisorisch im Vorgarten gestapelter Urzeit-Riesen natürlich leichter. Hauptproblem von Atticus ist, dass er am liebsten in der menschlichen Gesellschaft leben will, und seine alte Magie mit der modernen Welt kollidiert. So steht nicht nur die Polizei mehrmals bei ihm vor der Tür, sondern auch seine Anwälte sind gefordert. Wie erklärt man beispielsweise, dass eine Schusswunde des Druiden innerhalb weniger Tage vollständig verheilt? Dem Roman gelingt der Spagat zwischen Altem und Neuem ziemlich gut, auch wenn er sich selbst dabei nicht ganz so ernst nimmt. Keine Angst: Epische Kämpfe gibt es trotzdem.

Fazit

Das Buch „Die Hetzjagd“ ist der Auftakt einer schönen, Erfolg versprechenden Reihe. Ihm fehlt sicher ganz bewusst die Schwere und Ernsthaftigkeit von Werken wie "Das Lied von Eis und Feuer". Seine Innovation liegt in der Kombination von alter ehrwürdiger Magie und neuem, modernen, amerikanischen Leben. Der alte aber doch so jugendliche Hauptprotagonist steht sinnbildlich für diese Verknüpfung. Ein spannendes, unterhaltsames Werk, dem leider noch ein Tröpfchen Genialität fehlt.

Sanja Döttling, Mai 2013

Ihre Meinung zu »Kevin Hearne: Die Hetzjagd«

Manfred Rathunde zu »Kevin Hearne: Die Hetzjagd«02.02.2014
Hier meine Rezi, wird im Februar 2014 auf www.derweissedrache.de erscheinen.

KEVIN HEARNE „Die Chroniken des eisernen Druiden - Die Hetzjagd” ,Klett-Cotta‘

Ein Sonnenschein von Schriftsteller greift nach den Sternen. Kevin entpuppt sich als gnadenlos humorvoller Erzähler, der aus allen Nähkästchen des menschlichen Götterglaubens plaudert. Wenn Morrigan, mit Hekate und Kali im Schlepptau, zum Shoppen geht oder zum Kaffeekränzchen lädt, dürfte sich hier jede Erklärung als überflüssig herausstellen, sind halt Göttinnen des Todes. Das so mancher Vertreter dieser Fantasien nicht ganz auf dem neuesten Stand der humanen Degeneration ist und neu könnte bedeuten, dass die Entwicklung von Ereignissen oder so manche Erfindung schon ein paar Jahrhunderte her ist, steht dann doch auf einem anderen Blatt. Aber das ist die geringste Sorge von Atticus O´Sullivan. Irgendwo in Arizona heimisch geworden, weil es in der „Neuen Welt“, wen wundert es, götterfreie Zonen gibt, versucht er sich ein Privatleben mit einem Buchladen für esoterische Medien, Schriften und ähnliche Dinge, plus Wolfshund Oberon aufzubauen. Mittlerweile einundzwanzig Jahre (ups … Jahrhunderte natürlich) auf der Erde muss der irische Druide, der letzte seiner Art feststellen, dass sein Lieblingsfeind zum Finale geblasen hat. Aenghus Og hat einen ausgeprägten Hang zum Hass. In der Hierarchie der Tuatha dé Danann ist er, bezeichnenderweise, der Gott der Liebe. Wie nah beide Emotionen nebeneinander liegen bedarf keiner Diskussion, nur, wir sind Menschen, unvollkommen. Ein Gott sollte darüber stehen. Obendrein ist er sehr nachtragend und rachsüchtig. Götter halt. Man liest sich auf den ersten Seiten fest. Kevin hat ein Rezept zum Nachmachen gefunden, pinselt fröhlich vor sich hin und lässt dem Leser freien Lauf. Mit dem Wolfs-, oder besser, Kriegshund ein Schwatz zu machen ist eine Angelegenheit. Wenn dann aber die irische Göttin der Jagd, Flidais, selbigen zum Ausflug überredet, um sich Zugang zur Küche zu verschaffen, macht dieser Umstand Atticus doch etwas Kopfzerbrechen, da die gute Frau zwar alles von der Jagd weiß, aber von Elektrizität nicht wirklich Ahnung hat. Jetzt wissen wir, warum es im Lande Tir Na Nog keine modernen Küchengeräte gibt. Kevin Hearne rüttelt hier nicht nur am Götterbild, sondern vorwiegend am menschlichen Zwerchfell. Ein Streitwagen, gezogen von Hirschen, die obendrein noch den Hund aufziehen, geparkt in der Einfahrt, dürfte auch dem gottlosesten Ami ein Problem in Bezug auf seine Wahrnehmung geben. Doch Atticus hat schwerwiegendere Probleme, hat sich doch ein keltischer Gott auf ihn eingeschossen, der ihn unbedingt über den Jordan jagen will und auch einige Anstrengungen auf den Weg bringt, seinem Ziel näher zu kommen. Und dessen Ideenreservoir ist fast unerschöpflich. Ansonsten sind O`Sullivans Kontakte zu überirdischen Naturen so zahlreich, das die bekannte religiöse Elite vor Neid erblassen würde. Nicht nur Götter stromern durch die Handlung. Hearne lässt die gesamte Palette an Fantasy-Figuren aufmarschieren, Werwölfe und Vampire als Anwälte, Ghoule mit Tiefkühltransportern und komplette Hexenzirkel, da fragt man sich, wie er die Gagen bezahlt. (MRD)
ISBN 978-3-608-93931-6 345 Seiten
rolandreis zu »Kevin Hearne: Die Hetzjagd«10.01.2014
Ich habe mir ehrlich gesagt unter diesem Buch etwas anderes vorgestellt. Ich dachte, dass man einiges davon erfährt, wie es Atticus unter den normal Sterblichen ergeht aber außer einer Nachbarin und einem Angestellten kommen eigentlich wenig normale Menschen im Buch vor. Hier geben sich die Götter und Sagengestalten die Klinke in die Hand. Kevin Hearne fährt alles auf, was die keltische Mythologie zu bieten hat. Auch "herkömmliche" Gestalten wie Werwölfe und Vampire haben ihren Auftritt. Atticus ist schwer damit beschäftigt, sich solche Gegner vom Hals zu halten. Meist ist er nur dazu in der Lage irgendwie auf Angriffe und Überfälle zu reagieren. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes eine Fantasygeschichte in unserer Welt zu lesen, allerdings konnte sie mich nicht hundertprozentig überzeugen. Der Roman war eher eine Aneinanderreihung von vorhersehbaren Kämpfen. Allerdings hat mir der humoristische Stil gefallen, er hat das ganze etwas aufgepeppt.
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