Doppelhelix 2. Überträger von Kristine Kathryn Rusch & Dean Wesley Smith

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Doppelhelix 2. Überträger von Kristine Kathryn Rusch & Dean Wesley Smith

Originalausgabe erschienen 1999unter dem Titel „Vectors: Double Helix 2“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 280 Seiten.ISBN 3864250129.Übersetzung ins Deutsche von Stephanie Pannen.

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In Kürze:

Wie die verdrehten Stränge mutierter Chromosomen erstreckt sich eine perfide Verschwörung fremder Mächte durch den gesamten Alpha-Quadranten – umspannt zahlreiche Jahre der Sternenflottengeschichte.Auf Terok Nor – die cardassianische Raumstation, die eines Tages als Deep Space Nine bekannt sein wird – hat sich eine ansteckende Krankheit ausgebreitet, die sowohl die versklavten Bajoraner als auch ihre cardassianischen Unterdrücker dahinrafft. Die beiden Gruppen geben sich gegenseitig die Schuld an der wachsenden Epidemie. Dr. Katherine Pulaski, die ehemalige Chefärztin der U.S.S. Enterprise, muss sowohl mit dem tyrannischen Gul Dukat als auch mit einer Spionin der Rebellen namens Kira Nerys zusammenarbeiten, um die wahre Herkunft der Infektion aufzudecken, die sie alle bedroht!

Ihre Meinung zu »Kristine Kathryn Rusch & Dean Wesley Smith: Doppelhelix 2. Überträger«

Hagane-Kotetsu zu »Kristine Kathryn Rusch & Dean Wesley Smith: Doppelhelix 2. Überträger«22.01.2014
Der unbekannte General schlägt wieder mit einer neuen Seuche zu.
Diesmal betrifft es die Bajoraner und die Cardassianer, zur Zeit der cardassianischen Besetzung Bajors. Der Ort für den zweiten Testlauf ist gut gewählt, den die beiden Rassen sind zu einer Zusammenarbeit theoretisch kaum in der Lage. Im Endeffekt bleibt Gul Dukat auf Terok Nor nichts anderes übrig als über private Kanäle die Föderationsärztin Katherine Pulaski mit einem kleinen menschlichen Team um Hilfe zu bitten. Außerdem ist einer ihrer 3 Ex-Männer (ein weiterer war der Vater von Commander William Riker - Kyle Riker) der bajoranische Arzt von Terok Nor Kellec Ton, der mit dem cardassianischen Arzt Narat unter strenger Aufsicht von Dukat zusammenarbeiten muss.

Dr. Pulaski war zwar nur eine Staffel Ärztin auf der Enterprise D, doch sie hinterließ bei mir durch ihre Art immer offen ihre ehrliche Meinung zu sagen und unbequem zu sein, einen bleibenden Eindruck. Ihre Buchauftritte sind äusserst rar, ich erinnere mich momentan nur noch an den TNG-Roman "Vendetta".

Die Handlung ähnelt in ihrer Grundstruktur sehr stark an den vorherigen Teil der Reihe. Nämlich ein unbekanntes Virus wird erschaffen und ausgesetzt (außer zum Testen, bleiben die Motive des Generals offen), dann muss schnellstmöglich ein Heilmittel gefunden werden, weil die Sterblichkeitsrate bei beiden Spezies 100 Prozent betragen soll (ist medizinisch gesehen unmöglich), ein Heilmittel wird durch einen genialen Zufall gefunden und Ende. Und zwar kommt das Ende wirklich so schnell und abrupt, dass ich mich fragte, ob dem Autorenpaar die Tinte, das Papier oder das Geld ausging. In dem Buch fehlen eindeutig Seiten oder hätten ihm besser gestanden. Sonst haben Star Trek Romane im Schnitt zwischen 350 und 450 Seiten, und dieser bekam bereits 60 Seiten mehr als Band 1 der Doppelhelix - Reihe. Diese wurden aber nicht besser genutzt und ausgefüllt. Es drängt sich mir die Frage auf, warum man nicht aus den zwei Büchern ein dickes Buch mit knapp 500 Seiten gemacht hat. Gut da könnte man anführen, wegen dem zeitlichen Abstand der 2 Geschichten (ca. 1 Jahr sind seit dem ersten Teil vergangen) und ein Verlag will natürlich viel Geld mit seinen Büchern verdienen, denn zwei Bücher für je 13 EUR bringen mehr als ein Buch für 15 EUR.

Dabei hat diese Geschichte sehr viel mehr Potenzial und es werden kritische Themen angerissen, nur sie kommen, wie die Gesellschaftskritik und das moralische Dilemma der Ärztin, zu kurz.
Positiv ist die sehr gute Beschreibung der handelnden Charaktere, die bis auf Rom und Nog, wirklich sehr gut getroffen und ihren Charakteren in den Serien entsprechen. Nur die beiden Ferengi Rom und Nog werden in dieser Geschichte als komplette Vollidioten dargestellt, was sie aber so nie in der DS9-Serie waren. Okay, Rom war zwar ein wenig trottelig, hat aber viel technischen Verstand und hohe moralische Werte. Ein weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass der Roman nicht auf Hauptcharaktere, sondern hauptsächlich auf Nebencharaktere der beiden Star Trek Serien zurückgreift und die Hauptakteure wie Captain Picard, Commander Riker und Data nur beiläufig erwähnt werden oder kleine Kurzauftritte haben. Weiteres Plus, das Autorenduo Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch verwendet in diesem Werk ihre eigene erfundene Spezies der Jibetianer aus dem Star Trek Deep Space Nine Buch "Die lange Nacht" wieder.

Insgesamt bleibt die Krankheit relativ schwach. Zwar erfahre ich, dass sie zahlreiche Opfer unter beiden Spezies fordert, doch die werden kaum erwähnt, dasselbe mit dem Krankheitsverlauf und ihren Symptomen. Wenn ich schon eine Crossover-Buchreihe zum Thema Epidemien und unheilbaren Viruserkrankungen mache, dann erwarte ich mir mehr Informationen über diese. Wenigstens forschen diesmal die beteiligten Ärzte mehr an der Krankheit als in Teil 1. Das wirft eine weitere unbeantwortete Frage auf. Gibt es nur diese 3 forschenden Mediziner im gesamten bajoranischen und cardassianischen Raum? Da gab es wenigstens in Doppelhelix 1 - Infektion die Aussage, dass fieberhaft im gesamten Föderationsgebiet und befreundeten Sternenreichen nach einem Heilmittel gesucht wird. Das bleibt in diesem Band bei den Bajoraner und Cardassianern wundersamer Weise aus. Und wozu sollte die Nebenhandlung um Kira Nerys dienen? Nur damit sie prominent vom wunderschönen neuen deutschen Cover lächeln kann. Sie trägt überhaupt nichts der Story bei und kann nur in den gemeinsamen Szenen mit Odo wirklich überzeugen, wobei diese wiederum top geschrieben sind.

Als letzter negativer Kritikpunkt ist der Rest des Föderationsteam zu erwähnen. Die bleiben komplett gesichtlos, man erfährt so gut wie gar nichts über sie. Zum Glück kennen die TNG-Kenner Alyssa Ogawa von der Enterprise. Die zwei Assistenzärzte gehen zwar auf ihre allererste Mission ausgerechnet zu den befeindeten Cardassianern, die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr in Föderationsgebiet ist sehr unwahrscheinlich. Sie werden mit einer der schlimmsten Krankheiten in ihrem jungen Leben konfrontiert, doch das scheint sie überhaupt nicht zu beeindrucken. Hier erfahre ich als Leser einfach zu wenig, sonst bleibt dieses Verhalten des restlichen Föderationsteams unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar.

Insgesamt ist das Buch gut lesbar, aber auch kein grosser Wurf. Die Geschichte ist flüssig geschrieben, lässt keine Langeweile aufkommen und ich konnte sie in einem Rutsch durchlesen. Es bleiben aber zahlreiche Fragen im Buch unbeantwortet, was am Ende eine Gesamtwertung von 73 Grad macht.
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