L. Sprague de Camp

Lyon Sprague de Camp wurde am 27 November 1907 in New York City geboren. Der studierte Ingenieur (Luftfahrttechnik) gehört zu den Schriftstellern, die im sogenannten „Golden Age of Science Fiction“ vor dem II. Weltkrieg ihre Karriere begannen. Die Wirtschaftskrise beraubte de Camp seines Jobs als Werbetexter; wie viele Autoren, deren Karrieren in diesen Jahren begannen, versuchte er sich als Autor für die zwar schlecht zahlenden aber zahlreichen „Pulp“-Magazine dieser Ära. „The Isolinguals“, de Camps erste Story, erschien 1937 in der Septemberausgabe des legendären Magazins „Astounding Science Fiction“.

In den folgenden Jahren entstanden – oft in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen und Freund Fletcher Pratt (1897-1956) – Kurzgeschichten und Romane, die de Camp einen Sitz unter den Großen des Genres im Pantheon der Phantastik – wenn auch in der zweiten oder dritten Reihe – sicherten, wobei der Autor einen im Genre seltenen Sinn für echten Humor unter Beweis stellte. Doch de Camps Aktivitäten beschränkten sich nie auf Science Fiction und Fantasy. Viel zu fest war er im „richtigen“ Leben verwurzelt, dessen Mechanismen ihn leidenschaftlich interessierten. Er beschäftigte mit so unterschiedlichen Themen wie Gesellschaftsgeschichte, Archäologie oder Mythologie und verfasste eine Reihe populärwissenschaftlicher und gern gelesener Sachbücher über solche und andere Themen, die er sich nicht nur am Schreibtisch, sondern auf zahlreichen Reisen erarbeitete. 1953 verfasste de Camp einen frühen Leitfaden für angehende Science Fiction-Autoren; dieses „Science Fiction Handbook“ überarbeitete und ergänzte er 1975.

Als Biograf verfasste de Camp Bücher über die lange unterschätzten Autoren Robert E. Howard (1906-1936) und H. P. Lovecraft (1890-1937); die Lovecraft-Vita gilt nach wie vor als Standardwerk, und auch Howard verdankt de Camp eine ´Rehabilitierung’; der früh verstorbene Autor aus Texas wird inzwischen als zentrale Gestalt der frühen Fantasy allgemein gewürdigt. De Camp selbst gab (in Zusammenarbeit mit anderen Autoren) Howards „Conan“-Storys heraus, stellte nur in Entwürfen und Fragmenten existierende Geschichten fertig und leistete eigene Beiträge zur Chronik des Barbaren aus Cimmeria.

Schon 1966 wurde L. Sprague de Camp als Ehrengast der „World Science Fiction Convention“ empfangen, 1978 mit einem „Nebula Award“ für sein Werk ausgezeichnet. Eine lange Reihe ähnlicher Ehrungen folgte. Nie verschwiegen wurde von de Camp die wichtige Rolle, die seine Gattin Catherine Crook, selbst Autorin, mit der er 60 Jahre verheiratet war, für seine Arbeit spielte. Vor allem in späteren Jahren arbeitete er als Verfasser oft mit ihr zusammen.

1997 wurde de Camp im Alter von 90 Jahren mit einen „Hugo Award“ für seine Autobiografie „Time and Chance“ ausgezeichnet. Der späte de Camp war ein gern gesehener Gast auf Conventions und Fandoms, die er trotz seiner in den späten 1990er Jahren nachlassenden Gesundheit oft besuchte. Nach einem langen, bis zuletzt aktiven und produktiven Leben starb Lyon Sprague de Camp wenige Tage vor seinem 93. Geburtstag am 6. November 2000. Seine Urne wurde neben der von Catherine Crook, die er nur um sieben Monate überlebt hatte, auf dem Nationalfriedhof in Arlington, US-Staat Virginia, beigesetzt.

mehr über L. Sprague de Camp:

De Camps „offizielle“ Website wurde bis auf die Homepage aus dem Netz genommen. So ist wohl http://en.wikipedia.org/wiki/L._Sprague_de_Camp die beste Website, die sich mit Leben und Werk des Schriftstellers beschäftigt.

Phantastisches von L. Sprague de Camp

  • Incorporated Knight (mit Catherine Crook de Camp)
    • (1987) The Incorporated Knight
    • (1991) The Pixilated Peeress
  • Storysammlungen
    • (1948) Die Räder der Zeit
      The Wheels of If
    • (1951) The Tritonian Ring: And Other Pusadian Tales
    • (1951) The Undesired Princess and Mr Arson
    • (1953) Die Kontinente-Macher
      The Continent Makers: And Other Tales of the Viagens
    • (1953) Sprague de Camp’s New Anthology
    • (1953) Geschichten aus Cavagans Bar (mit Fletcher Pratt)
      Tales from Gavagan’s Bar
    • (1962) Heroes and Hobgoblins
    • (1963) Ein Yankee bei Aristoteles
      A Gun for Dinosaur: And Other Imaginative Tales [Teil 1]
    • (1963) Neu-Arkadien
      A Gun for Dinosaur: And Other Imaginative Tales [Teil 2]
    • (1969) Die besten Stories von L. Sprague de Camp
      The Best of L Sprague de Camp
    • (1970) Demons and Dinosaurs
    • (1970) Reigen der Fabelwesen
      The Reluctant Shaman: And Other Fantastic Tales
    • (1972) Scribblings
    • (1973) Tales Beyond Time: From Fantasy to Science Fiction (mit Catherine Crook de Camp)
    • (1979) Der Herrscher Pterodactyls
      The Purple Pterodactyls
    • (1982) The Virgin of Zesh and the Tower of Zanid
    • (1986) Blond Barbarians and Noble Savages
    • (1993) Rivers of Time
    • (1999) Down in the Bottomlands: And Other Places (mit Harry Turtledove)
    • (2002) Aristotle and the Gun: And Other Stories
    • (2004) Time-Travel Stories
  • Gedichte
    • (1970) Demons and Dinosaurs
    • (1972) Phantoms and Fancies
    • (1981) Heroes and Hobgoblins
  • Sachbücher
    • (1953) Science Fiction Handbook. The Writing of Imaginative Fiction
    • (1959) Motoren
      Engines
    • (1961) Der Mensch und die Energie: Von den Pyramiden bis zur Kernspaltung
      Man and Power. The Story of Power from the Pyramids to the Atomic Age
    • (1961) Heroes of American Invention
    • (1964) Geheimnisvolle Stätten der Geschichte (mit Catherine Crook de Camp)
      Ancient Ruins and Archaeology
    • (1968) The Great Monkey Trial
    • (1970) Versunkene Kontinente
      Lost Continents: The Atlantis Theme in History, Science, and Literature
    • (1972) New York lag einst am Bosporus
      Great Cities of the Ancient World
    • (1973) Al Azif: The Necronomicon (mit Abdul Alhazred)
    • (1974) Ingenieure der Antike
      The Ancient Engineers
    • (1975) Science Fiction Handbook, Revised (mit Catherine Crook de Camp)
    • (1975) Dark Valley Destiny: The Life of Robert E. Howard
    • (1975) H. P. Lovecraft. Eine Biographie Rezension
      H. P. Lovecraft: A Biography
    • (1995) The Ape-Man Within
    • (1996) Rubber Dinosaurs and Wooden Elephants
  • Autobiografie
    • (1996) Time and Chance: An Autobiography