Ruf des Blutes von Laurell K. Hamilton

Buchvorstellungund Rezension

Ruf des Blutes von Laurell K. Hamilton

Originalausgabe erschienen 1998unter dem Titel „Blue Moon“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 576 Seiten.ISBN 3-404-15972-1.Übersetzung ins Deutsche von Angela Koonen.

»Ruf des Blutes« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Anita hatte sich entschieden – gegen ihren Verlobten Richard, Anführer der Werwölfe von St. Louis, und für Jean-Claude, den Meistervampir der Stadt. Doch als Richard wegen eines schrecklichen Verbrechens mitten in der Provinz im Gefängnis landet, eilt Anita ihm sofort zur Hilfe – die Zeit ist knapp, denn bald wird die Nacht des Blauen Mondes anbrechen, und kein Werwolf kann sich dann der Verwandlung entziehen. Und wenn Richards Geheimnis ans Licht käme, würde er alles verlieren. Als Anita in Tennessee ankommt, stellt sie schnell fest, dass sich ihr nicht nur Richter und Anwälte in den Weg stellen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Werwölfe und Vampire in Tennessee“75

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Richard, der Anführer der Werwölfe von St. Louis, steckt in Schwierigkeiten. In einem verschlafenen Nest mitten in Tennessee erforscht er, um seinen Doktor zu machen, eine Gruppe frei lebender Trolle. Doch dann wird er ins Gefängnis geworfen. Er soll eine der ortsansässigen Schönheiten allzu heftig angeschmachtet haben. Versuchte Vergewaltigung – so lautet die Anklage. Seine Familie weiß sich nur einen Rat: seine Ex-Freundin Anita Blake, immerhin lizenzierte Vampir-Henkerin und als solche in Polizeisachen involviert, muss helfen. Auch wenn Anita sich für den Meistervampir Jean-Claude als Bettgefährten entschieden hat, zögert die kleine Powerfrau keine Sekunde, ihrem Freund zu Hilfe zu eilen.

Kaum im malerischen Tal angekommen, gerät sie zunächst mit dem Vampir-Meister von Tennessee, dann mit den Werwölfen und schließlich mit einem Dämon aneinander. Dabei wird sie manipuliert, gefangen genommen, geschlagen, verletzt und erpresst. Als ihre Gegner dann aber ihre fast Schwiegermutter kidnappen und vergewaltigen, ist endgültig Schluss mit lustig – jetzt wird Anita grätig, und das ist etwas, das selbst Dämonen Angst einjagen kann …

Keine Ménage à trois

Im mittlerweile achten Band der nach wie vor erfolgreichsten Urban-Fantasy-Reihe der Staaten schnürt die Autorin ein geharnischtes Paket voller Gefühle, Sex und Gewalt. Schon bislang ging es nicht eben zimperlich zu, wenn Anita zu Werke geht. Da fliegen die Messer und Silberkugeln, da wird beschworen und gefightet und auch der sexuelle Aspekt rückt immer deutlicher in den Mittelpunkt der Handlung. Und, wie das bei einer Liaison mit einem Vampir und einem Werwolf so üblich ist, es erwartet uns kein Blümchen-Sex, sondern wilde, animalische Lust, deren Ausprägung an Sado-Maso-Praktiken erinnert. Geschickt kokettiert die Autorin hier mit den entsprechenden Beschreibungen, verpackt diese aber glaubwürdig in ein Gerüst aus Beziehungsirrungen und -wirrungen, so dass sie selbst bei der teilweise plakativen Darstellung des Aktes nie die Grenzen zur Pornographie überschreitet.

Statt dessen konzentriert sie sich auf die Beschreibungen von Anita, wie sie zwischen den zwei Alpha-Männern – dem Werwolf Richard und dem Vampir Jean-Claude – schwankt. Beide faszinieren sie auf ihre jeweilige Weise, zu beiden fühlt sie sich hingezogen, eine Ménage à trois aber lehnt die nach wie vor – aufgrund ihrer Erziehung – sexuell verklemmte Vampirhenkerin (noch) ab. Dieser innere Zwiespalt, der unter anderem dazu führt, dass sie nervlich angespannt viel aggressiver agiert als bisher, wurde von der Autorin überzeugend herausgearbeitet.

Allerdings nehmen die entsprechenden Beschreibungen gerade im Mittelteil doch einen sehr breiten Raum ein. Zwar liest sich das ganz interessant, doch will man Anita und den Plot unwillkürlich anschieben um endlich zu erfahren, wie die Auseinandersetzung letztlich ausgeht. Dass Anita im Verlauf der Ereignisse ihre Moralvorstellungen zum Teufel schickt und damit innerlich austrocknet, ihre Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, ist überzeugend real dargestellt.

Kritisch anzumerken bleibt, dass gerade die Zeichnung der Bewohner des Tals im hinterwäldlerischen Tennessee doch sehr stereotyp ausgeprägt ist. Der korrupte Sheriff, das oberflächlich-naive Cowgirl, der gierige Landbesitzer, das wirkt doch ein wenig zu abgestandenen, als dass die Figuren den Leser wirklich interessieren würden. Überhaupt konzentriert sich die Autorin fast zur Gänze auf ihre positiven Handlungsträger, die Bösewichte tauchen lediglich als grobgezeichnete Antagonisten auf.

Insgesamt gesehen einer der schwächeren Romane der Reihe, auch wenn hier Grundlagen für die Fortsetzung gelegt werden.

Ihre Meinung zu »Laurell K. Hamilton: Ruf des Blutes«

Vampirelle zu »Laurell K. Hamilton: Ruf des Blutes«31.03.2009
Wieder ein geniales Buch aus meiner Lieblingsreihe! Super spannend, viel Action, Horror und Erotik- genau die richtige Mischung, wie schon von meiner Vorgängerin bemerkt!Obwohl ich ja finde, das Richard etwas sehr weich ist und daher nicht im Geringten zu ihr passt und Jean Claude insgesamt besser wegkommt, naja, dem, was Damian Anita noch so verrät...
Wie gesagt, es blebt spannend und hoffentlich kommt dieses jahr noch eine weitere Vortsetzung hinzu!
Obwohl ich kein "Richardfan" bin, finde ich es doch gut, das sie dem Rudel und auch ihren Leoparden näherkommt, mal sehen, wie sich das noch so entwickeln wird.
LadyGodywer zu »Laurell K. Hamilton: Ruf des Blutes«22.02.2009
Ich will sofort mehr davon.....aahhhhh
Das Buch ist der Hammer,super spannend und soviel schöne Erotik, das passt schon gar nicht mehr in ein Buch.
An manchen Stellen wirkt es zwar ein wenig abgehackt, wie zum Beispiel am Ende des Buches,wenn mehrere Monate aus Anitas Leben zusammengefasst werden und man gar nicht so genau weiß,wie ihr Geliebter Jean-Claude auf die "Ereignisse" (ich will nicht alles verraten) so reagiert hat.
Aber trotzdem ist es schön zu lesen und wie meine Vorgängerin gesagt hat, bitte erst lesen wenn man die anderen auch schon durch hat.
Ansonsten könnte die ganze Serie an Spannung verlieren.
Also, bitte lesen und genießen :))))
Marlene zu »Laurell K. Hamilton: Ruf des Blutes«20.02.2009
ACHTUNG: Nicht lesen wenn ihr die Vorgängerbände nicht kennt und die Reihe noch lesen wollt. Sonst könnt ich euch ungewollt noch was verraten! :-)

Wieder ein genialer Anita Blake-Auftritt. Unsere Vampirhenkerin entwickelt sich weiter. Sie wird vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt und ist mittlerweile bereit alles für ihre Lieben (Monster) zu tun.

Anita wird vor die Frage gestellt, ob sie wirklich die richtige Liebe gewählt hat. Sie muss Avancen von mehreren Seiten widerstehen. Der Erotikfaktor nimmt also extrem zu. Wieder Erwarten erfolgt dadurch aber kein Spannungsverlust. Es geht weiter zur Sache mit voller Bewaffnung!

Die Interaktion mit den Wertieren nimmt zu und ihre Rolle im Rudel entwickelt sich interessant weiter.

Wieder ein Band mit der richtigen Mischung an Action, Erotik, Wortwitz (Schlagfertigkeit) und grausig viel Blut (mehr noch als bei den Vorgängern)

Wer die Vorgänger schon mochte, wird seine Freude daran haben!
Ihr Kommentar zu Ruf des Blutes

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.